Seit einiger Zeit schliessen sich die kleineren Spitäler hier in der Umgebung mit dem grossen Zentrumsspital zusammen. Aus Gründen, die man sich an 2 Fingern abzählen kann. Als Letztes bisher ist nun auch das Spital in diesen Verbund aufgenommen worden, an dem ich arbeite.
Diese Union wird für uns auf Dauer wohl viele Veränderungen mit sich bringen. Die erste grosse und für alle deutlich spürbare: wir übernehmen das Datenverarbeitungssystem, welches das Zentrumsspital seit ein paar Jahren benutzt. Am 1.1.24 ist "go life", will heissen: von heute auf morgen wird auf dieses Programm umgestellt. Im ganzen Spital, auf allen Ebenen, im laufenden Betrieb.
So. Und jetzt muss natürlich das Personal geschult werden. Wir alle haben Pläne bekommen, nach denen wir diese Schulungen besuchen müssen. Innerhalb von 2 Monaten sollen wir das kennen und anwenden lernen, was wir später nutzen sollen.
Mir.
schwante.
Fürchterliches.
Ich muss nullkommagarnichts schönreden: mir fehlt ein Gen. Das Digital-Gen, um genau zu sein. Ich bin Anwenderin. Ich habe keinen Nerv, keine Lust und keine Hirnkapazitäten für mehr. Womit ich den HH, gerade auch durch das Bloggen, schon oft an den Rand der schieren Verzweiflung manövriert habe.
"Das ist doch alles tooooo-taaaaaal logisch!!"
seufzt er immer völlig enerviert und mit wirrem Blick, wenn ich mal wieder gaaaaaar nichts kapiere. ER wagt sich in die düstersten Untiefen eines Computer-Innenlebens, sucht und findet den Fehler, resettet und tut und macht. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, warum er das kann- gelernt hat er es nie. Er scheint ein Naturtalent zu sein!
(Aber dafür kann man ihm auch kein Pferd an die Hand geben, das hyperig im Roten dreht. Mir schon. Und ich habe ja ausserdem auch erst mit gut 30 zarten Lenzen das erste mal an einem Computer gesessen, n'est-ce pas?)
Naja, lange Rede, wenig Sinn: ich habe die erste Schulung am neuen DVS nach 5 Stunden maximal verwirrt und frustriert verlassen. (Ich meine- wer, bitteschön, kann sich 5 Stunden lang die Details merken, die man alleine zum Thema "Terminvergabe" in seinem Gehirn abspeichern soll??)
Der Mensch, der uns das alles beibringen sollte, war zwar sehr nett- aber es war unübersehbar, dass er den selben Sch**** wohl schon zum wasweissichwievieltenMal von sich gegeben hat. Er legte ein Affentempo vor, klickte auf der Projektion an der Wand hierhin und dorthin ⇢ "Achso, und hier gibts noch diese Möglichkeit oder dort jene!", und man war gezwungen, mit einem Auge seinen eigenen Monitor in Schach zu halten und mit dem andern auf die Projektion zu schielen, um irgendwie IRGENDWAS mitzubekommen. Erschwerend kam hinzu, dass wir gleichzeitig auch noch in einem 150-Seiten-Skript blättern sollten, in dem jede Anwendung step by step abgebildet war.
Natürlich sprang irgendwann beim hektischen Blättern die Metallspange auf, die diese unzähligen Blätter zusammenhielt. Im Schweisse meines Angesichts versuchte ich nun, des umherflatternden Papierschwungs wieder Herr zu werden, mitzubekommen, was der nette Mann da vorne von sich gab, und das Gehörte gleichzeitig auch noch an meinem Computer nachzuvollziehen.
Ich wusste nicht, ob ich losheulen oder in einen hysterischen Lachflash verfallen sollte.
Ihr ahnt es: so ungefähr nach 25 Minuten 12 Sekunden hatte ich den Faden restlos verloren.....
Scheinbar sprach nicht nur mein Gesicht, sondern auch das anderer Teilnehmer/innen Bände. "Bin ich zu schnell?" fragte der Schulungsbeauftragte. Auf unser einhelliges Nicken hin meinte er: "Aber das müsst ihr mir doch sagen!", sprachs, wandte sich wieder seinem Monitor zu- und weiter gings im Laufschritt. 🥴
Vier solcher Schulungen habe ich noch vor mir- eine davon über einen ganzen Tag. Achteinhalb Stunden. 🤢 Oooohhhhh Mann.
Leute. Ich bin einfach zu alt für solche Spässchen! Und ich hoffe inständig, dass unser erster Arbeitstag im neuen Jahr kein "go crash" wird.....
(....und du, Queen- würdest du jetzt BITTE aufhören zu grinsen??.....😁)















