Sonntag, 19. April 2026

PREMIÈRE

 

Vorhin hatte ich mich gerade zu einem Mittags-Nickerchen hingelegt, durch das offene Fenster war das Glockengebimmel der weidenden Kühe und das herzerfrischende Gezwitscher der Vögel im Garten zu hören, als sich plötzlich ein dumpfes Grollen dazwischenmischte, irgendwo vom Berner Oberland herkommend. Schnell wurde es lauter, unheimlich dunkle Wolken schoben sich windgetrieben den Bergen entlang, Blitze zuckten, und dann ergoss sich ein heftiger Platzregen über die Landschaft: unser erstes Gewitter dieses Jahr. Ein wunderbar gemütliches Gefühl ist das, im Bett zu liegen und dem ungestümen Treiben der Natur zu lauschen! Ausserdem ist es schon viel zu lange viel zu trocken, der Regen ist willkommen und dringend nötig. 

Während der Wind inzwischen die Strassen schon wieder trockengeleckt hat und die erste Wolkenwand Richtung Luzern davonzieht, baut sich bereits die nächste über dem Glaubenberg Richtung Entlebuch auf. 



 

Der immerwährende Reigen der Natur, ihre Schönheit und Macht sind gerade tröstliche Konstanten in einer Phase auf diesem Planeten, die an Irrsinn und Brisanz beinah nicht mehr zu überbieten ist. Und um dem Ganzen keinen Raum zu geben, mag ich auch einfach nicht darüber schreiben. Ich lebe bewusst mein einfaches Dasein, versuche soviel Druck und Tempo rauszunehmen, wie nur geht, und stelle fest, dass eine "gesteigerte Verarbeitungssensitivität von Wahrnehmungsreizen" auch so ihre Vorteile in sich birgt: man erfasst damit nämlich auch alle positiven Aspekte des Tages umso deutlicher und intensiver....😊

Da wird die Vorbereitung eines türkischen Menemens mit Reis zu Mittag eine optische, olfaktorische und schlussendlich kulinarische Wonne.


Merci, Pixabay!

 

Die Beschäftigung mit meinen Tieren holt mich ins Hier und Jetzt zurück, denn sie fragen nicht danach, was war oder sein wird; sie leben von einer Stunde zur nächsten und reagieren einfach auf das, was ist. Und wenn Winnie, der sich irgendwie eine Bindehautentzündung geholt hat, bereitwillig auf die Strohballen hüpft, sich die Augensalbe applizieren lässt und anschliessend in schnurrender Glückseeligkeit aufgeht, weil man ihn zur Belohnung ordentlich durchstrubbelt, dann tut das nicht nur seiner Seele gut!

Wenn ihr hier auf meinem Blog also vorderhand nichts anderes als meinen "hundskommunen Alltag zu lesen bekommt", dann ist das a) einfach meiner Art geschuldet, wie ich mit den Zuständen umgehe und b) der Tatsache, dass mein Blog mir auch als eine Art Tagebuch dient. 

 

1fach leben also, 

in 2facher Bedeutung. 

😉  

Gehabt euch wohl!

 

 

   

Donnerstag, 9. April 2026

WOCHE.15.WAR.WAS?


🌸 Langsam dürfte das was werden mit dem Frühling. War gerade- barfuss!- auf der Terrasse. Die sonnenbeschienenen Holzplanken wärmten herrlich die blutten Füsse von unten, der Blick in die Landschaft ist äusserst vielversprechend. Und weil es so warm ist, darf auch die Balkontüre offenstehen. Da weht dann ein warmes Windchen rein, welches draussen das Windspiel in Bewegung setzt und für eine sanft klingelnde Geräuschkulisse sorgt.

 


 

🌸 Am Sonntag ist (zu meiner grossen Freude!) die erste Schwalbe im Stall eingezogen. Etwas zerrupft sieht sie zwar noch aus- kein Wunder bei der Riesendistanz, die das kleine, zarte Geschöpf zurückgelegt hat. Aber sie (oder vielmehr: er! Denn die Männchen fliegen immer voraus, um die besten Brutplätze zu sichern!) plappert schon wieder munter vor sich hin und saust geschäftig rein und raus. Jetzt fehlt nur noch ein nettes Frauchen, um eine Piepmatz-Familie zu gründen.

🌸 Dafür war unsere kleine Drops Anfang der Woche für eineinhalb Tage verschwunden. Ich machte mir schon grosse Sorgen und suchte alles ab. Aber dann stand sie zur Futterzeit plötzlich wieder auf der Treppe zum Heuboden, blinzelte mich mit ihrem einen Auge fröhlich an und machte sich über ihren Napf her. Wahrscheinlich fühlt sie sich inzwischen so sicher, dass sie sich wieder weiter in die Umgebung wagt.

🌸 Und ich freue mich. Einfach so über all die kleinen, wunderbaren Dinge. Das Leben ist schön, auch wenn es gerade allerorten drunter und drüber geht. 

Bin gestern auf youtube über das Video einer 60 Jahre alten Frau gestolpert. Sie sah jünger und gepflegt aus, sass in einer modernen, grossen Küche- und doch: von Anfang bis Ende war das Video nichts anderes als eine Endlos-Jammerei. Sie beneidete ihre Schwägerin, die bei der Scheidung eine Millionenabfindung erhielt. Jammerte über die zu erwartende Rente. Sorgte sich, wer ihr im Alter wohl mal "den Po abwischen würde" bei dem Mangel an gutem Pflegepersonal, schimpfte über die hohen Mieten, die gestiegenen Konsumpreise. Und ich bedauerte sie. Nicht wegen der von ihr beklagten Mängel, sondern weil sie offenbar selber alles dafür tut, in einer riesigen Welle von Selbstmitleid unterzugehen. Mir ist absolut klar, dass gerade so manches in Schieflage hängt. Trotzdem: wir hier in unseren Breitengraden sitzen immer noch auf der "sunny side of life", nichtwahr? Zumindest die meisten von uns. Uns geht es immer noch viel besser als so manchem auf diesem Planeten. 

Vielleicht sollten wir uns das einfach immer mal wieder vor Augen halten. Trotz allem. 

Und:

 

"A good life 

is your choice. 

You make it, 

what it is." 

☀️ 


 

Ein fröhliches Wochenende euch! 🌸