Sonntag, 28. Mai 2023

BE CREATIV! / HANDMADE


Meine Güte- was sind die Tage wieder lang jetzt! Das hat nicht nur was mit der Sommerzeit zu tun, sondern ist hauptsächlich der Abwesenheit meiner Dicken geschuldet. Die Stunden, die ich sonst im Stall verbringe, nutze ich jetzt gerne für Kreatives. Leider fallen Häkeln und Stricken flach- meine Hände wollen nicht mehr. Aber genauso gerne beschäftige ich mich z.B. mit meinem Lieblingsmaterial Papier. Ich liebe schöne Papiere, hebe auch kleine, hübsch bedruckte Fitzel auf - irgendwann finden sie immer Verwendung.

Gerade habe ich mein 2tes JunkJournal fertig bekommen. Über 2 Jahre hab ich immer wieder dran gesessen, viele kleine Erinnerungen, Fotos, Texte und Ausrisse irrlichtern jetzt nicht mehr in der Gegend rum, sondern wurden in diesem dicken Büchlein verarbeitet. So können sie immer wieder angeschaut werden- und ich nehme das Journal tatsächlich oft zur Hand, blättere darin und freue mich!
 


 Ein paar Beispiele von oben links im Uhrzeigersinn:

Das fertige Journal

MicroHummel in Omas Wohnzimmer, dazu meine Geburtsanzeige

Unsere letzten Mietzbabys, bevor die Mama eingefangen und sterilisiert werden konnte     

Das Hexenhäuschen, in dem wir ein paar Jahre lebten

Die Tags von meinem Islandpulli, den mir meine Schwester aus Island mitbrachte 

Getrocknete Blumen und echte Schmetterlingsflügel, die ich im Garten gefunden hab

Und weil mir meine Freundin zu gegebenem Anlass bereits ein neues Journal geschenkt hat, kann es gleich weitergehen.... 😁

Ist es nicht wunderschön? Handgemachtes Papier, genau wie der Umschlag auch, und zu 100% aus rezikliertem Material. Herrlich!

 


 Ausserdem: Meine Arbeitskollegin hat gestern geheiratet. Wir haben für sie im Team gesammelt, ich bekam die "ehrenvolle Aufgabe", für eine hübsche Verpackung zu sorgen.

V. liebt Rosa- also habe ich aus einer kleinen runden Pappschachtel eine "süsse" Torte samt Brautpaar gebastelt. Kitsch as Kitsch can- aber zu diesem Anlass darf das so, oder? 😉



Ansonsten geniessen wir hier das lange Wochenende. Gestern wurde die Loggia auf Hochglanz gefeudelt; jetzt können wir wieder draussen sitzen und essen, den wunderbaren Duft frischgemähten Grases in der Nase, den Rufen der Mauersegler und Bussarde lauschend, zufrieden mit uns und der Welt.

 

Fröhliche Tage,

meine Lieben!

🌸


 

 


 

 

 

 

 

Samstag, 20. Mai 2023

LASS MAL REDEN ÜBER.....

 

...MINIMALISMUS!

 

 

Das Thema heute:

 

Klamotten / Fashion / Bekleidung


 

Die Bahnwärterin und Frau Aurelia sind heute natürlich auch wieder mit von der Partie (bitte rüberklicken!); jede von uns Dreien beleuchtet das Thema aus einem andern Focus- das wird interessant!


Wer hier schon länger mitliest weiss: mein Kleiderschrank zeigt sich ausgesprochen übersichtlich. Im Schnitt kaufe ich mir 2 neue Teile pro Jahr, und auch dann überlege ich mir sehr genau, ob ich die wirklich brauche.

Deshalb ist Fast fashion ein absolutes Reizthema für mich- also habe ich darüber gründlich recherchiert. Und ich habe Fakten zusammengetragen, die einem wirklich konsterniert zurücklassen, denn die Bekleidungsindustrie richtet insgesamt einen unglaublichen Schaden an auf diesem Planeten. Macht euch auf einen langen Text gefasst....


Los gehts- fangen wir mal an mit den

 

ROHMATERIALIEN 🌱


Baumwolle ist der wichtigste Rohstoff für unsere Textilien. Sie wird hautpsächlich in China, Indien, den USA, in Pakistan, Brasilien, Usbekistan, in der Türkei und in Ägypten angebaut. 

 


Pro Kilo produzierter Baumwolle werden im Schnitt 11'000 Liter Wasser verbraucht (!!), meist Oberflächenwasser. Der Aralsee z.B., einst das 4.grösste Binnengewässer der Welt, ist durch den Baumwollanbau rundherum auf einen Drittel seiner ehemaligen Grösse geschrumpft und gleicht jetzt einer Wüste.

Ausserdem verzeichnet man pro Kilo Baumwolle den Einsatz von einem Kilo Chemikalien (wie Dünger, Pestizide, Färbemittel....), welche die Natur extrem belasten. Durch den intensiven Düngereinsatz etwa versalzen die Böden, sie werden schon nach ein paar Jahren unfruchtbar und erodieren.

Auf ungefähr 2/3 der weltweiten Anbauflächen wird genveränderte Baumwolle angebaut. Welche Konsequenzen das auf lange Sicht für die Umwelt (und somit auch für alle Lebewesen!) hat, das kann keiner mit Sicherheit sagen.

Ausserdem sorgt auch der Baumwollanbau, wie alle Monokulturen, für einen deutlichen Rückgang der Artenvielfalt. 

Rund 60% aller Textilien enthalten aber auch noch Kunstfasern. Diese werden beim Waschen ausgespült und gelangen so in unsere Gewässer. Alleine in unseren Meeren stammen 35% des Microplastiks aus unserer Bekleidung!

 

Kommen wir zur

 

HERSTELLUNG....✂️


Fast fashion wird zum Grossteil in Indien, Bangladesh und China hergestellt.

Rund 60 bis 75 Millionen Menschen arbeiten in den Verarbeitungs- und Konfektionsfabriken der Modeindustrie, davon 80% Frauen. 

In Bangladesh z.B. verdient eine Textilarbeiterin umgerechnet ca. 64 Euro im Monat- das ist etwa ein Viertel von dem, was sie unbedingt zum Leben bräuchte.

Die meisten dieser Arbeiterinnen haben keinen Vertrag, keine Krankenkasse und keine Sozialversicherungen. In Guandong/ China z.B. leisten die meist jungen Näherinnen bis zu 150 Überstunden pro Monat.

Viele Unternehmen verpflichten sich mittlerweile auf dem Papier zu einem existenzsichernden Lohn, allerdings unternehmen die wenigsten konkrete Schritte, einen solchen umzusetzen.

Viele der Arbeiterinnen, etwa 60% von ihnen, sind ausserdem Belästigungen ausgesetzt und erleben verbale oder physische Gewalt.

Übrigens: du denkst, dass es die ganz grossen Marken (Gucci, Chanel, Armani & Co.) besser machen? Falsch gedacht. Die sind leider kein bisschen besser. Und Greenwashing wird sowieso quer durch die Landschaft betrieben. Aber das wäre ein anderes, postfüllendes Thema....

 

 

... UND ZUM KONSUM 🛒

 

Gab es früher 2-4 Kollektionen im Jahr, so sind es heute bis zu 24! So wird von der Industrie (und da vor allem von derjenigen, die Fast fashion herstellt) ein immer grösserer Anreiz geschaffen, sich andauernd neue Klamotten zu kaufen.

So hat sich zwischen 2000 und 2014 die weltweite Textilproduktion verdoppelt. Im Jahr 2020 wurden weltweit 120 Milliarden Kleidungsstücke hergestellt. Tendenz steigend....


 


 

Jede/r Europäer/in hat im Schnitt 118 Stück Bekleidung im Schrank (Unterwäsche und Socken nicht mitgerechnet!) 

Neu gekauft werden pro Jahr und Konsument ausserdem aber durchschnittlich noch unglaubliche 60 neue Teile. Und davon werden wiederum etwa 40% gar nie oder höchstens 2 Mal getragen.

 

 

WAS IST MIT DER 

ENTSORGUNG?... 🗑

 

Rund 4 Millionen Tonnen "Altkleider" landen in Europa pro Jahr in Sammelstellen oder im Müll.

Die qualitativ wirklich guten Teile werden dort aussortiert und second hand verkauft, z.B. von caritativen Organisationen. Es sind aber nur ca. 10% der gesammelten Altkleider, deren Qualität diesen Ansprüchen noch genügt, und leider ist deren Anzahl auch deutlich rückläufig.

Das allermeiste aber wird, zu Ballen gepresst, nach Afrika oder Südamerika verkauft und gelangt dort auf die Märkte. Weil aber auch die Menschen dort nicht die letzten Fetzen kaufen möchten, sammeln sich Unmengen von Textilabfällen an- und die werden einfach in der Natur entsorgt

Ein trauriges Beispiel ist die Atacama-Wüste in Chile. Allein im Hafen von Iquique kommen jedes Jahr 59'000 Tonnen Altkleider an. Was nicht verkauft oder verwertet werden kann, wird in der Atacama wild deponiert. Oft zündet man die riesigen Haufen auch noch an, wobei giftige Stoffe freigesetzt werden. Denn in unseren Textilien sind bis zu 70 gesundheits- und umweltschädigende Stoffe enthalten; ausserdem braucht z.B. Polyester in der Natur bis zu 200 Jahre, um zu verrotten. So besehen muss man diese Altkleiderhaufen als freiliegende Sondermüllberge bezeichnen.

  

 

...UND MIT DEM RECYCLING? ♻︎

 

Heutzutage bestehen die meisten Textilien aus billigen Mischgeweben, die kaum zu trennen sind.

Aus diesen Stoffen werden höchstens noch Dämmplatten, Malervliese oder Material für den Strassenbau hergestellt.  

Um aus Alttextilien neue Garne entstehen zu lassen benötigt man Stoffe, die möglichst keine Kunstfasern enthalten. Diese sortenreinen Textilien lassen sich schreddern und zu neuen Garnen verspinnen.

Schlussendlich wird z.Zt. aber leider gerade mal 1% der Altkleider einem wirklichen Recycling zugeführt. 

 

 

WAS HEISST DAS JETZT 

FÜR DICH UND MICH 

ALS KONSUMENTEN? 💡

 

Wenn dir "Umweltschutz" und "soziale Gerechtigkeit" ein echtes Anliegen sind dann kommst du nicht drumrum, dein Konsumverhalten zu überdenken.

Stell dir vor jeder Shoppingtour in Zukunft folgende Fragen (und beantworte sie ehrlich! 😉):

 

Brauche ich das wirklich?

Habe ich nicht schon ein ähnliches Teil im Schrank? 

Kaufe ich aus Langeweile?

Macht mich ein neues Kleidungsstück wirklich zu einem glücklicheren Menschen?


Wenn es tatsächlich ein neues Teil sein muss, dann achte auf nachhaltige Zertifizierungen (die Label findest du im Inet, z.B. hier oder hier). Kaufe Basics von wirklich guter Qualität und peppe sie mit Accessoires auf. Kombiniere Stücke, die du schon besitzt, neu, und trau dich auch an ungewöhnliche und freche Zusammenstellungen!

Ausserdem: wasch deine Kleidung nicht so oft, sie hält dann länger. Sich jeden Tag in ein neues Outfit zu stürzen ist absolut unnötig und wird völlig überbewertet! 🙄

Flicke deine Sachen; ein witziger Aufnäher oder ein hübscher Patch über einem Loch können zum Eyecatcher werden. Vielleicht magst du dich mal an der japanischen Flickkunst "Sashiko" versuchen? Falls du die Fähigkeiten besitzt, dann näh deine "alten" Teile einfach um. 

In einem Satz zusammengefasst: Trage deine Kleidung so lange wie möglich! 

Der Planet, dein Portemonnaie und dein Gewissen werden es dir danken.

 

Und bitte: das Argument, sich nachhaltige Mode nicht leisten zu können, lasse ich nicht gelten.

Wer sich 10x billige T-Shirts kauft, die nach 1x Waschen aussehen wie dem Vieh zum Frass vorgeworfen, der kann sich stattdessen locker 2x ein richtig Gutes leisten. Die halten dann auch ewig! (In meinem Schrank gibts 20jährige T-Shirts....)

 

Ebenfalls eine prima Sache: kauf second hand! Oder tausche mit Freundinnen, Schwestern, Arbeitskolleginnen. Je länger Bekleidung im Kreislauf bleibt, umso nachhaltiger wird sie von ganz alleine.

 

 

Puuuhhh.....lang geworden - und doch gäbe es noch so viel zu schreiben zu diesem Thema!

 

Hast du noch was anzufügen?

 

Merci 

für deine 

Aufmerksamkeit! 

🤓 





 

 

 

 

 


Freitag, 12. Mai 2023

KORRIGIERTE PRIORITÄTEN

 

 

Ihr erinnert euch: vor einer Weile ist unser gynäkologisches Ambulatorium in einen Neubau gezogen. Und den teilen wir uns mit den Onkologen, sprich: mit der Abteilung, auf der an einem Carzinom erkrankte Patienten ambulant behandelt werden.

Um auf diese Station zu gelangen müssen diese Patienten an unseren Räumlichkeiten vorbei. Und so begegnen wir jeden Tag Menschen auf dem Flur, denen man die Krankheit von weitem ansieht. Bleich, eingefallen, oft am Arm einer Begleitperson, die sie stützt, weil die Chemotherapie ihren Tribut fordert und an den Kräften zehrt.

Das ist manchmal schwer erträglich zu sehen, vor allem, wenn man aus nächster Nähe erfahren hat, was solche Krankheiten mit einem betroffenen Menschen anstellen- und mit seinem Umfeld ebenso.

Aber es ist etwas ganz und gar Erstaunliches: Es sind genau die Patienten, die ausnahmslos freundlich grüssen, mit einem Lächeln in den gezeichneten Gesichtern. Und aus den Behandlungsräumen schallt oft fröhliches Gelächter. Das wirkte anfänglich etwas iritierend, denn das erwartet man ja nun eigentlich gar nicht. 

Sicher ist, dass eine (lebensbedrohende) Krankheit die Prioritäten eines Lebens völlig verändert. Wichtig ist dann plötzlich nicht mehr, was man besitzt oder darstellt, welchen Status man in der Gesellschaft innehat etc. Dann geht es schlicht nur noch ums Überleben. Darum, die Therapien irgendwie durchzustehen und nie sein Ziel aus dem Fokus zu verlieren. Das Ziel heisst fortan "LEBEN". Da wird jeder Tag ohne Schmerzen oder Übelkeit zum Geschenk, jeder sinkende Tumormarker ein Grund zum Feiern. Und jene, die ganz viel Glück haben, bekommen eines Tages vom Arzt die wunderbare Botschaft, dass er/sie nun als geheilt gilt und dieses Datum in Zukunft als zweiten Geburtstag feiern darf.

Eine bedrohliche Krankheit hält einem gnadenlos vor Augen, was wirklich wichtig ist im Leben. Dass Gesundheit das grösste Gut überhaupt ist und dass vieles von dem, was einem vorher bedeutend war, plötzlich seinen ganzen Wert verliert.

Manchmal würde ich Zeitgenossen, die dauernd (grundlos!)am Jammern und Schimpfen sind, gerne mal ins Spital mitnehmen. Sie er-leben lassen was es heisst, wenn es einem WIRKLICH besch....eiden geht. Wenn man sich keineswegs sicher sein kann, die nächsten Monate, geschweige denn das kommende Jahr noch zu erleben. 

Und ich würde sie gerne mit diesem zähen Willen und unglaublichen Optimismus konfrontieren den gerade jene ausstrahlen, die am wenigsten Grund dazu haben. 


 

 

 

Sonntag, 7. Mai 2023

SCHWERTRANSPORT / HOCHSITZ

  

 

Weiss der Geier wieso, aber: ich vermisse sie jetzt schon wie verrückt, meine beiden Dicken. Wir haben sie nämlich gestern in den Jura gefahren, weil uns das Heu ausgegangen ist. Und bevor ich jetzt einer Tonne Heu hinterherrenne und weil ich weiss, dass die Antwort ganz klar wäre, wenn wir die Beiden fragen könnten....Trotzdem: es war ein ganz eigenartiges Gefühl, als wir uns nachmittags von ihnen verabschiedet haben. Es fiel mir so schwer wie noch nie. Und als ich zuhause im leeren Stall stand, da wär ich am liebsten nochmal losgefahren und hätte sie wiedergeholt. Völlig blödsinnig, ich weiss. Aber ich bin mir auch gar nicht mehr so sicher, ob ich Harry und John dereinst wirklich für immer in den Jura geben kann. Sie gehören einfach zur Familie, ohne die beiden fehlt total was. Das kann wahrscheinlich nur einer verstehen, der eine so enge Beziehung zu Tieren selber schon erlebt hat....

Trotzdem: natürlich werde ich die Zeit jetzt geniessen und wie jedes Jahr staunen, wie viele Stunden die Tage plötzlich haben. 4 Monate bleiben die Beiden heuer im Jura! Vielleicht ist das die Lösung für die Zukunft: die Dicken dabehalten, bis sie in die ewigen Jagdgründe galoppieren, und sie dafür im Sommer länger im Jura lassen? Wir werden sehen....

🐴🐴🐴


Zumindest sind die Pfötchen noch da- und die haben jetzt einen neuen, riesigen Kletter-, Schlaf- und Ruheplatz bekommen. HerrHummel erschien letzthin mit Bohrmaschine, Stichsäge und Schrauben bewaffnet im Stall, zerrte die gelagerten Holzreste von vergangenen Umbauarbeiten und ein paar alte Einweg-Paletten raus und legte los. 

Bis auf 2 Harrassen brauchte er nichts neu zu kaufen, und so entstand in kurzer Zeit dies:


 

 

Die Mietzchen können überall rein- und raufklettern, es gibt weiche Deckchen und Kissen zum Ruhen und Schlafen- und sie haben das Teil sofort angenommen. 

Big sista is watching you - Ronja hat jetzt die totale Übersicht und weiss genau, was Winnie und Earnie so treiben!  😼



 

 

Kommt gut in die 

neue Woche!