Samstag, 24. September 2022

ZEITZEICHEN №2

 

Wocheneinkauf.

Im Grossverteiler treiben sich unglaublich viele Menschen rum- und der Gesichtsausdruck mancher ist wie das Wetter: grau und unfreundlich.  

Uns fällt auf, dass viele Regale grosse Lücken aufweisen:

 "Lieferrückstand!" 

verkünden leuchtendorange Schilder. Bei den Deos ist das Regal praktisch leer. Nicht, dass Deos auf unserer Einkaufsliste stehen würden- wir machen unsere ja selber. Aber das omnipräsente Fehlen so vieler Produkte, quer durch die ganze Palette, ist schon beeindruckend. Und ganz besonders betroffen von diesen Engpässen scheinen auch Bio-Produkte zu sein.

Also nehmen wir statt Bio-Knäcke eben Bio-Zwieback, statt Bio-Haferflocken wandern Bio-5-Kornflocken in unseren Korb. Wir sind flexibel und ausserdem dankbar dafür, dass wir noch alles bekommen, was wir benötigen- wir haben immer noch mehr als genug Auswahl! Im Gegenteil: ist es nicht recht anstrengend, beispielsweise aus -zig verschiedenen Joghourtsorten auslesen zu können? Aus Kuh-, Ziegen-, Schaf-, Soja und Cocosmilch. Mit und ohne Cerealien. Unterlegt mit allen möglichen Coulis, in unglaublich vielen Aromen. 

Und dann steht da eine junge Mutter mit Sohnemännchen vor'm Regal und meint zu ihm: 

"Also, die haben ja jetzt auch kein besonders grosses Sortiment.....".

 

????

 

Manchmal verstehe ich die Menschen einfach nicht mehr.

Im Rundherum hängt die Welt schief in den Angeln. Krieg, Flüchtlingsströme, Menschenrechtsverletzungen und Hunger hier, Umweltzerstörung dort. Energieengpässe und die Rückkehr der Pandemie werden uns prophezeit. Und da mokiert sich eine über die, ihrer Meinung nach, unzureichende Auswahl? 

Die Prioritäten scheinen sich ins Absurde verschoben zu haben....

Aber wahrscheinlich merkt sie, dass da etwas passiert, das sie nicht beeinflussen kann. Etwas, das Folgen für uns alle hat- in welchem Ausmass, das wird sich noch zeigen. Auf jeden Fall veranschaulicht sich gerade, wie instabil unser sorgloses Leben im Überfluss geworden ist, wie bedroht unsere vermeintliche Sicherheit - und dass wir alle  auf einem Pulverfass mit ganz kurzer Zündschnur sitzen....

Bevor mich aber nun die Verzweiflung übermannt erinnere ich mich daran, wieviel Positives mich trotz allem immer noch umgibt. Richte mich auf an Dingen und Tätigkeiten, die mir guttun. Freue mich über die Gesellschaft netter Menschen und meiner Tiere. 

Heute tut mir die frische Luft gut und der Regen, der die Natur belebt. 

Und der Anblick schimmernder Regentropfen auf einem Grünpflänzchen ist eines der klitzekleinen Geschenke, die einem das Leben jeden Tag macht.....



 Ein angenehmes Wochenende

wünsche ich euch!

☔️




Dienstag, 20. September 2022

WIEDERBELEBT

 

Die letzten zwei, drei Wochen haben alles wieder gutgemacht. Ich hab die Natur tief und erleichtert aufseufzen hören- und mich gleich mit dazu! 😉

Nachts haben wir hier schon Bodenfrost, am Wochenende leuchteten die Bergspitzen ringsum tatsächlich mit Puderzucker bestäubt (SCHNEE bis auf 1400 Meter!), der Herbst schwingt immer kräftiger seinen Taktstock. Ich kann bereits einige bunte Bäume ausmachen, die Früchte reifen (es wird, wie ich höre, ein ausgezeichnetes Jahr!)- der Sommer mag sich wehren, wie er möchte: seine Tage sind gezählt. 

Und die Jahreszeit bringt wieder diese unglaublichen Licht-und Wolkengebilde hervor, die mich oft beinahe ehrfürchtig staunen lassen.  

 


 

Dass die Dicken wieder da sind ist ein Glück. Mein gegen Null tendierender Energielevel steigt dank ihnen wieder ein wenig in den grünen Bereich, denn ich MUSS raus an die frische Luft, zum Stall, in die Natur. Auch wenn ich abends völlig kaputt von der Arbeit komme tut es mir doch gut, noch ein Weilchen im Stall rumzufuhrwerken. Jetzt sind die Beiden auch wieder beschlagen, den ersten Ausritt bzw. Spaziergang am Wochenende haben wir bereits hinter uns. 

Allerdings bin ich zur Erkenntnis gekommen, dass wir JohnBoy in Zukunft nicht mehr reiten werden. Ich hatte für ihn in den letzten Jahren immer mal wieder den Naturheilpraktiker, der ihm den Atlas und den letzten Lendenwirbel eingerenkt hat. Er scheint dort Schwachstellen zu haben, die sich im fortschreitenden Alter je länger je mehr manifestieren und ihm beim Reiten ein Unwohlsein oder sogar Schmerzen bereiten. Ohne Sattel und Reiter am Strick geführt bewegt er sich ganz normal und entspannt- das ändert sich aber gewaltig, sobald jemand aufsitzt. Nicht auszuschliessen ist ausserdem, dass er von der Bauchfellentzündung im April 2020 (die ihn damals beinahe des Leben gekostet hätte!) was zurückbehalten hat.

Ich könnte jetzt viel Geld ausgeben, um ihn abklären zu lassen- es würde an der Situation aber nichts ändern.



Also werde ich Harry weiterhin reiten und John spazierenführen, wenn er mag. Und sonst darf er jetzt einfach sein Leben geniessen. Rund um den Stall gibts genug Auslauf, auf die Weide dürfen sie immer, wenn die Bodenbeschaffenheit es erlaubt. Er wird so glücklicher sein (und ich auch!), als wenn man ihn auf Biegen und Brechen wieder "reitbar" machen würde. Gerade Tiere wie John, der ein ehrlicher, zugewandter und sehr sensibler Charakter ist und sein Leben lang viel für mich getan hat verdient es, glücklich und unbehelligt sein Alter genissen zu dürfen.

Und mir tut es auch gut, wenn ich meine morschen Knochen regelmässig beim Spazierengehen bewege(n muss)....😄 


 

Fröhliche Herbsttage,

meine Lieben!

🍁🍄🍂

 

 

 

 

 


 

Sonntag, 11. September 2022

MOBIL(ität)

 

 

Wir alle sind auf ein gewisses Mass an Mobilität angewiesen. Wer in der Stadt oder Agglo wohnt, der kann in der Regel einen gut ausgebauten ÖV nutzen, um von A nach B zu gelangen. Wenn man allerdings auf dem Land lebt, sieht das gleich ganz anders aus.

Mein Arbeitsweg wäre eigentlich nur 9 km lang. Ich überlege mir schon sehr lange, ob ich mein kleines Rönochen verkaufen und mich per Bus fortbewegen sollte. Denn aus ökologischer Sicht ist mir mein Auto natürlich ein Dorn im Auge. Auch wenn es sehr wenig Sprit schluckt und ich ausserdem nicht über etwa 8000-9000 gefahrene Kilometer im Jahr hinauskomme. 

Aber was wäre die Alternative?

Diese Strecke mit dem Velo zu bewältigen? Definitiv nein.... Die Strasse führt durch Feld und Wald, ist unbeleuchtet und verfügt kaum über Radwege. Nachdem ich einmal live beobachten konnte, wie dort ein Velofahrer ums Haar totgefahren wurde, verschwende ich keinen Gedanken mehr daran. Ganz abgesehen davon, dass ich morgens und abend völlig nassgeschwitzt am Zielort eintreffen würde. 

Bus? Im Moment absolut unattraktiv, weil der Bus alle Jubeljahre und immer genau dann fährt, wenn ich ihn NICHT brauche. Ausserdem müsste ich zuerst eine ordentliche Strecke in die eine oder andere Richtung zu Fuss gehen, um an eine Haltestelle zu gelangen. Und das übrigens 2x morgens ganz früh, weil ich ja auch erst noch zum Stall und retour tappern müsste. Ich darf mir gar nicht vorstellen, wieviel (kostbare) Zeit ich da alleine in die Bewältigung all dieser Strecken investieren müsste....

Elektroauto?

ELEKTROAUTO???? Nicht im Ernst, oder?

 

 

Seit diese Art der Fortbewegung so gehypt wird frage ich mich, warum die Geschichte nicht deutlicher in Frage gestellt wird.

Fangen wir mal bei den Akkus an. Wie ich mal gelesen habe halten die im Schnitt um die 20'000 Kilometer. Man kann sich also an 2 Fingern ausrechnen, wieviele Akkus pro Auto durchschnittlich nötig wären. Die Herstellung der Akkus ist sehr energieintensiv, und die Entsorgung ist nicht im Ansatz gelöst. Aber solange man die irgendwo in einem Entwicklungsland auf Halde schmeissen kann, braucht sich auch keiner unnötige Gedanken zu machen, nichtwahr?

Dann schaut euch mal die E-Modelle an: was hat ein Tesla z.B. mit einem nachhaltigen E-Auto zu tun? Zu gross, zu leistungsstark, viel zu teuer. Und immer, wenn ich die neuesten E-Modelle, welcher Marke auch immer, zu sehen bekomme, crashe ich haarscharf an einem hysterischen Anfall vorbei. Die meisten sind...na, ihr wisst schon: zu gross, zu leistungsstark, zu teuer. Es scheint wichtiger zu sein, sich in futuristischen Designs zu überbieten, als sich wirklich mal irgendwas zu ECHTER und UMSETZBARER Nachhaltigkeit zu überlegen.

Ausserdem: wer mal gesehen hat was abgeht, wenn sich so ein Akku im E-Auto entzündet, der möchte nicht auf so einer tickenden Zeitbombe sitzen.

Müsste ich mich tatsächlich für einen E-Flitzer entscheiden, dann wärs der Twizy von Renault. Klitzeklein, mit Platz für 2 Personen. Frech im Design, flott unterwegs. Aber: leider (noch) nicht wintertauglich (zumindest für meine Begriffe). Und mit seinen um die 10'000 Fränkli Erstehungskosten auch an der obersten Grenze.

Aber, wie gesagt: E-Mobilität ist für mich definitiv keine Alternative- aus genannten Gründen. Und woher, bitteschön, sollte in energieverknappten Zeiten der Strom denn kommen, wenn plötzlich alle E-Autos fahren sollen?

Achso.

Wir können ja noch ein paar AKW's mehr bauen und ausserdem alle Kohlekraftwerke wieder in Betrieb nehmen. (Hab letzthin gelesen, dass die ja "grünen, sauberen Strom" liefern.)

Leute!! Ver****en kann ich mich selber! 😠

Es ist manchmal zum Verzweifeln. Ganz abgesehen davon, dass man uns für blöd verkaufen möchte, scheint keiner auch nur bis an seine Nasenspitze zu denken. 

Bleibt mir also nichts anderes, als weiterhin mit meinem Rönochen durch die Gegend zu schaukeln- halt so wenig Kilometer wie möglich. 

Auch wenn man sich noch so sehr um einen möglichst kleinen ökologischen Fussabdruck bemüht, muss man manchmal einfach gewisse Kompromisse eingehen. 

😕

 

 


 
 

Sonntag, 4. September 2022

DIE ZEICHEN DER ZEIT

 

 

Ihr merkt es sicher auch: es ändert sich langsam was. In kleinen Schrittchen tippelt er näher, der Herbst. 

Ein untrügliches Zeichen: die Dicken sind wieder da! Gestern haben wir sie zurückgeholt. Die Heimreise verlief, bis auf einen kleinen Stau, problemlos. Das Wetter war angenehm, irgendwas von 11° (im Jura) bis 20° (hier zuhause). Und wir erlebten die ganze Palette an Witterungen: Gewitter, Starkregen, Sonnenschein, Nebel. Alle paar Kilometer gabs einen Wechsel. 

Die Jungs haben ihr Zuhause in Beschlag genommen wie wenn nichts gewesen wäre. Haben die Weide geentert, die Köpfe ins hohe Gras gesteckt, und gut wars. Tiere leben einfach im Hier und Jetzt- etwas, das wir uns von ihnen abschauen sollten.

Für mich persönlich kann es jetzt gar nicht schnell genug gehen. Der Sommer war okay, aber ich freue mich einfach auf Kälte, Kerzen, "ordentliche" Mahlzeiten. (Kürbis in allen Variationen, lecker!) Und ich würde zu gerne mal meine neue Island-Strickjacke tragen. Bisher trieb mir allein der Gedanke daran den Schweiss auf die Stirn....

Als kleinen herbstlichen Einstieg habe ich Zwetschgenconfiture eingekocht. Eine Tätigkeit, die (mich) einfach zufrieden macht. Der Duft, das Blubbern, die schöne Farbe...

 


 

Die Natur wandelt sich zusehends. Und sie macht uns das vor, was auch wir für uns selber beherzigen sollten: einen Gang runterzuschalten. Sich mehr Ruhe zu gönnen. Sich einzurichten auf kalte Tage. Ich fürchte, wir müssen diesen Begriff wörtlich und im übertragenen Sinne anwenden dieses Jahr. Und hoffe, dass die Menschen vernünftig bleiben angesichts dessen, was man uns prophezeit.....

 


  

Fröhliche Frühherbsttage 

euch allen!

🍁🍃🍂 





Dienstag, 30. August 2022

ICH HABE (MICH)....

 

 

gedacht: dass es jetzt ruhig mal ein wenig kühler werden könnte. Die Zeichen stehen gut: feuchte Luft frühmorgens, Bodennebel und deutlich längere Nächte sprechen eine klare Sprache!

gefreut: dass der Flohmarkt am letzten Samstag wieder so gemütlich und erfolgreich war. Viele bekannte Gesichter gesehen, erbauliche Gespräche geführt, viel, viel verkauft (und manches auch verschenkt). Und dass so viele Menschen second hand kaufen. Ausserdem: offensichtlich liebt der Wettergott Flohmärkte!

 


 

gefühlt: dass die Dicken fehlen. Wie gut, dass wir sie am nächsten Samstag zurückholen! So ein leerer Stall ist auf Dauer einfach trostlos....

gelacht: über mich selber. Ich bin manchmal so ein Tolpatsch! 

gesehen: zum x-ten Mal "unsere grosse kleine Farm". Immer wieder motivierend und begeisternd. Es wäre so einfach!

gewundert: warum es keiner tut, wenns doch so einfach wäre! Ein bisschen Mut, aus eingefahrenen Karrwegen auszubrechen, würde so viel zum Positiven verändern!

gebastelt: immer wieder an meinem JunkJournal. Seit einem Jahr sitze ich nun dran, und es bleiben nur noch ein paar leere Seiten zu befüllen. Ein Büchlein voller Erinnerungen.

gestaunt: Mit welchen Argumenten man Menschen unsicher und ängstlich macht. Und immer, immer geht es schlussendlich nur um Geld und Macht. Bin gespannt, was dieser Herbst bringen wird....

gehört: einen Uhu. Nachts, wenn ich wachliege. Und ein Rehböckchen, das regelmässig hinterm Haus auf der Wiese am Wald "bellt". 

genossen: feine handgemachte Glacé am Flohmarkt. Mocca und Banane. Hmmmm.....

gekauft: ausser Lebensmitteln, Tierfutter und Material zum Zäuneziehen nichts. Bisher ein einziges Kleidungsstück dieses Jahr (den Islandpulli). Ich verspüre nicht die leiseste Lust zum Shoppen....

gelesen: in einem Buch über Hühnerhaltung. Der DIY-Elan ist gerade ein wenig zum Erliegen gekommen, um noch ein Hühnerhaus zu bauen- aber wer weiss, wer weiss??🐓 

gespielt: mit dem Gedanken, mit spätestens 60 in Pension zu gehen. Muss mal vom Fachmann ausrechnen lassen, wieviel ich dann an Rente bekommen würde. Der Gedanke an mindestens 7 weitere Jahre im Job lösen in mir nicht gerade Euphorie aus....  

gespannt: wie die Abstimmung zur Massentierhaltungs-Initiative im September wohl ausgehen wird

gewundert: über einen Menschen, der sich einmischt und andern den Dreck unter den Fingernägeln zu neiden scheint. 

Aber:

gegönnt: dass er sich damit selber eine Grube geschaufelt hat. 😤 (Nein, ich bin nicht schadenfreudig. Aber manche verdienen einfach, einen Tritt vor's Schienbein abzubekommen!)

gesungen: im Auto. Lauthals. Wie gut, dass es keiner hören konnte!

geplant: meine Ferien im Oktober ein wenig zu verlängern. Hab noch ein paar Ferientage und Überstunden im Köcher. Nutzen, nicht horten!

beendet: diesen Post. Jetzt. 😄

 

Eine 

erfreuliche 

Woche 

euch allen!

🌻

 

 


 

Montag, 22. August 2022

GHAGED!

 

 

 hagä

steht im Obwaldner Dialekt für:

 einen Zaun ziehen / erstellen

 

"Miär hend ghaged!":

"Wir haben einen Zaun erstellt / gezogen!"

 

Puuhhh... 

Dass es hier länger so still war hat Gründe!

Das war jetzt echt ein "Chrampf" (Schwerstarbeit!).

Ich habs ja schon im letzten Post erwähnt: wir mussten sämtliche Zäune rund um unsern Stall erneuern. Der Zahn der Zeit hatte heftig an jedem einzelnen genagt. Und wenn man seine Dicken nicht regelmässig irgendwo auf Nachbars Weideland wiederfinden möchte, dann muss man für ordentliche Gehege sorgen.

Also haben wir uns aufgemacht und zuerst nach passendem Material geschaut. Wir hatten grosses Glück: aus einer Stallauflösung ganz in der Nähe konnten wir jede Menge Occasions-Baumaterial erstehen: Paneele, Holzpfähle, Holzlatten, Balken etc. Ich habs mal ausgerechnet, einfach weil es mich interessiert hat: über 80% des verwendeten Materials war second hand-zum Teil aber tatsächlich noch unbenutzt! 

Die Metall-Paneele z.B. hätte ich mir neu gar nicht leisten können. Die sind robust, stabil und praktisch unverwüstlich, aber auch s**teuer. Ca. 45 Meter Paneele konnten wir zu einem sehr fairen Preis ergattern. Ich freue mich wirklich extrem über diesen Schnapp! 

 

 

5 Ferien-Tage verbrachten HH und ich jetzt damit Pfähle einzuschlagen, Paneele zu fixieren, Isolatoren einzudrehen und Zaunband zu ziehen. Alles bei schweisstreibender Hitze, was uns gleich noch einen hübschen sommerlichen Teint beschert hat.😊

Jetzt muss HH noch die Elektrik anschliessen, ein paar Feinarbeiten stehen noch an, und ich werde die schönen Holzzäune mit einem Schutzanstrich imprägnieren (natürlich mit einer absolut ungiftigen, sogar für Kinderspielzeug geeigneten Lasur!). Das verschiebe ich aber auf die Herbstferien, denn erst müssen die Dicken das beinahe kniehoch stehende 

🌾Gras🌾 rings um die Pfähle wegmampfen.

Ich muss schon sagen: ich bin ziemlich stolz auf das, was wir zusammen geschafft haben- und stehe jeden Tag vor dem Stall und freue mir ein Loch in den Bauch! So schön wars noch nie- und halten werden die Holzzäune wieder einige Jahre, die Paneele noch viel länger.

 


Die Dicken 

werden staunen!

🐴

 


 


 

Mittwoch, 10. August 2022

OFF!

 

 

Was ist das Schönste überhaupt an Ferien?

Der Moment, in dem man die Ambulatoriums-türe hinter sich ins Schloss zieht und einem bewusst wird: ENDLICH!! 


Acht-zehn-ein-halb Tage

gepflegtes dolce far niente



 

Wobei- so ganz far niente wird das natürlich nicht werden. 

Um die 230 Meter Zaun rings um unseren Stall und die Weide müssen ersetzt werden. 17 Jahre hats jetzt gehalten, mit ein bisschen Ausbessern hier und einem neuen Pfahl da. Aber jetzt bricht langsam alles zusammen. Heisst: Pfähle, Panels, Isolatoren, Weidezaunband kaufen, in die Hände spucken, los! Ein paar Tage werden dafür draufgehen, und auch der Stall selber muss noch auf Vordermann gebracht werden. Man glaubt gar nicht, wie schnell so ein Gebäude "verlottert", wenn man nicht tagtäglich darin rumfuhrwerkt.

Aber: wir haben ja Zeit.

Ebenfalls ein Sommer-Ferien-Job: Fenster wienern. Nichts, was man so richtig gerne tut. Da ist ungefähr genauso viel Begeisterung im Spiel wie beim Kühlschrank-abtauen und blitzblankputzen. 

Aber: wir haben ja Zeit. 😄

Und das Gute daran: man steht hinterher mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht da und freut sich. Wieder was geschafft!

Es bleiben ja noch genug Stunden übrig zum Lesen und Basteln, für kleine Ausflüge und wohltuende Nickerchen, und sollte einem irgendwann gar nichts Sinnstiftendes mehr einfallen, dann kann man auch mal ganz kultiviert ein paar Löcher in den blauen Himmel starren...

Ausserdem: Ende August findet "mein" Flohmarkt wieder statt- ich freue mich sehr! Der Keller ist voll mit schönen Dingen, die ein neues Zuhause suchen.

Und eine Woche später kommen schon die Dicken wieder heim.

 

Na dann:

 

Happy lazy summerdays,

meine Lieben! 

💙


 

Samstag, 6. August 2022

DURCHATMEN

 

 

 

Herrlich!

Endlich mal wieder ein Tag, der einem so richtig durchatmen lässt.(Und eine Nacht, die einem ruhigen Schlaf beschert hat- ohne im eigenen Saft zu köcheln! 😅) Durch die weit geöffneten Fenster strömt wunderbar frische, kühle Luft rein. Seit gestern Abend und die ganze Nacht über hat es immer wieder kräftig geregnet. Die Natur hat aufgeatmet- und ich auch. 😉

 

 

 

Ihr wisst: ich bin absolut kein Sommerkind. Ich mag zwar alles gerne, was diese Jahreszeit ausser der Hitze so zu bieten hat: die ruhigen Morgen. Grillengezirpe. Meine Schwälbchen. Dass die Tage viel mehr Stunden zu haben scheinen, weil die Dicken im Jura sind. Der warme Wind, der den Vorhang an der Loggiatüre bläht, der Duft frisch gemähten Grases. Cremiges Glacé. Und dass man nur in ein Kleidchen und die Birkels schlüpfen und in den Tag starten kann. 

Diese Hitze in letzter Zeit allerdings- die macht mich fertig. Aber so richtig! Die angestaute Wärme in meinem Sekretariats-Karbäuschen ist kaum auszuhalten. Hätte nicht mein Venti unermüdlich in meinem Rücken gewirbelt- ich wäre wohl dann und wann mal ins Eck gesunken..... 

Ich gönne allen von Herzen den Sommer, die ihn gut leiden und ertragen können. MEINE Jahreszeit dauert ja dann wieder 9 Monate, nichtwahr? 😊 Aber ich freue mich wirklich über den heutigen, kühlen Tag und darüber, dass man hier in den Bergen den Herbst schon ein wenig erahnen kann.

Morgens früh macht sich inzwischen wieder viel mehr Feuchtigkeit in der Athmosphäre bemerkbar, was sich auch in zarten Nebelbänkchen über dem Riedland zeigt. Das Licht wirkt irgendwie...klarer, ich würde es "gläsern" nennen. Die Spyren sind bereits weitergezogen- sehr früh dieses Jahr, wie ich finde! Ob das was zu bedeuten hat?

Und auch meine Schwälbchen scheinen in den Startlöchern zu stehen. Sie bringen ihrem einzigen, von der zweiten Brut übriggebliebenen Jungvogel noch alles bei, was eine Schwalbe können muss. Und dann werden auch sie sich aufmachen auf die lange Reise zurück in den Süden.

Das Jahresrad dreht sich unermüdlich weiter. 

Und ich gehe gemächlich mit. 


Einen geruhsamen Sonntag 

wünsche ich euch!

🌿

 

 

 

  

 

 


 

Sonntag, 24. Juli 2022

WABI SABI

 

Wer mit diesem Ausdruck die sattgrüne, höllisch scharfe japanische Würzpaste assoziiert: das hört sich sehr ähnlich an, ist aber falsch. 😄

Vor einiger Zeit bin ich auf youtube-Videos gestossen, die sich mit der japanischen Wabi-Sabi-Ästhethik befassen- und war gleich fasziniert. 

Wabi Sabi wird definiert als "die Einfachheit und die Wertschätzung der Fehlerhaftigkeit", als die "Hoheit, die sich in der Hülle des Unscheinbaren verbirgt, die herbe Schlichtheit, die dem Verstehenden doch alle Reize des Schönen offenbart".

Knorrige Äste, Roststellen an metallenen Gebrauchsgegenständen, bemooste Felsen oder reparierte Keramik stehen beispielhaft für diese Auslegung. 

Man spricht Defektem oder nicht dem durchschnittlichen Empfinden für Schönheit Entsprechendem nicht seinen Wert ab, sondern stellt die Dinge wieder her und sieht den Zauber im Unvollkommenen. 

Aus diesem Verständnis entwickelten sich Techniken, um Beschädigtes ästhetisch zu reparieren, z.B. Kintsugi, das für die Wiederherstellung von Keramik steht. Man zielt nicht auf eine perfekte Rekonstruktion ab, sondern setzt Risse und wiederhergestellte Teile kunstvoll in Szene. Man betont im Gegenteil die Schäden mit Kittmasse, der Gold-, Silber- oder Platinpulver beigemengt wird

 

 

Im Wabi Sabi geht es aber nicht nur um die Unvollkommenheit der
Dinge. Da es vom Zen-Buddhismus beeinflusst wurde,
beinhaltet es auch den ständigen Fluss des Lebens und die Impermanenz aller Dinge, dass also nichts von ewiger Dauer ist.

Ich finde das einen wunderbaren Ansatz. Gerade in unserer Zeit, wo Selbstdarstellung, Besitz und der äussere Schein so wichtig sind, in der "Höher!Weiter!Besser!MEHR!!" die Maxime zu sein scheint und sich alles stetig in eine zerstörerische, um nicht zu sagen katastrophale Richtung entwickelt.

Auch wenn mir absolut klar ist, dass ein verschwindend kleiner Teil der Menschheit solche Konzepte in sein Leben einbindet, so geben sie mir persönlich doch ein gewisses Mass an innerem Frieden und Ausgeglichenheit. 

Und der kleine, angedütschte Krug, den ich von meiner Mutti geerbt habe, erscheint mir nochmal so wertvoll, wie er es eh'schon war.

 


 

Genussvolle Sommertage

euch allen!

🌞 

 

 

 

Mittwoch, 20. Juli 2022

CARETTE

 

Letzthin gab eine der Schubkarren im Stall ihren Geist auf. Die metallene Unter-konstruktion brach an zwei verschiedenen Stellen, die HH bereits einmal geschweisst hatte, wieder entzwei. Bevor ich jetzt aber losgehen und mir im Laden eine Neue holen wollte, gab ich ein kleines Gratisinserat in unserem lokalen Anzeiger auf:

 

"Wo steht eine unbenutzte, 

stabile Carette? 

Wir hätten Verwendung dafür! 

Kontakt Tel.: xy"

 

 

 

Wie ich schon einige Male feststellen konnte: Diese Inserate werden gelesen- vier Anrufe habe ich erhalten! 

Einer davon kam von einer flüchtigen Bekannten, die eine "zwar 20jährige, aber kaum benutzte Schubkarre" zu vergeben hatte. Wir fuhren gleich am nächsten Tag hoch zu ihr. 

Sie lebt exakt so, wie ich es mir erträume: hoch über dem Dorf ganz im Grünen mit Blick in die Berge ringsum, absolut ruhig gelegen, in einem kleinen Hexenhäuschen mit viel Umschwung und 2 Ställen für ihre Tiere, einer davon neu erbaut. Ein Träumchen!

Auf ihre Reaktion war ich allerdings nicht gefasst als ich sie darauf ansprach, wie wunderbar es sein müsse, hier zu wohnen.

Ich hätte ja keine Ahnung, ereiferte sie sich. Das sei ein Krach hier, nicht zum Aushalten. Nachts müsse man die Fenster geschlossen halten, weil diese Sch****-Kuhglocken so laut bimmelten, dauernd würden hier Autos vorbeifahren (in der ganzen Zeit, in der wir dort waren, fuhr genau EINES das kurvige Strässchen lang!), und überhaupt, seine Nachbarn könne man sich auch nicht aussuchen. Deretwegen habe sie schon die Polizei kommen lassen müssen....

HH und ich schauten uns nur konsterniert an. Wie kann es sein dass jemand, der an einem so wunderbaren Fleckchen lebt, sein Glück nicht erkennt? Denn der Frau gehört das alles; sie hat gut geerbt und braucht sich keine Sorgen zu machen- zumindest keine finanziellen. 

Aber vielleicht ist sie einsam. Vielleicht merkt sie, dass sie sich durch ihre Art, mit andern Menschen umzugehen, viele Sympathien verscherzt- und kann doch nicht über ihren Schatten springen. Oder sie ist aus irgendwelchen Gründen so verbittert, dass sie alles, was sie hat, gar nicht mehr wahrnimmt und geniessen kann. Schon traurig, nichtwahr?

Lange Rede, kurzer Sinn: die Carette haben wir nicht mitgenommen. Die war, entgegen ihrer Aussagen, schon ordentlich benutzt worden, das Rad war total hinüber. Allerdings verlangte sie für das ramponierte Teil tatsächlich noch 80 Franken. Meinen Einwand, dass ich ja noch ein neues Rad kaufen müsse, das um die 30 Franken kosten werde, dass eine baugleiche, nagelneue Carette für 60 Franken erhältlich sei und dass ich ihr deswegen nicht mehr als 20 Franken geben könne, schmetterte sie erbost ab.

"Lieber schmeisse sie das Teil in den Müll, als es für 20 Franken herzugeben!"

Nunja....

Am selben Abend holten wir dann bei einer sehr netten, älteren Dame eine Carette mit Metallwanne in Top-Zustand ab, die sich auch noch darüber freute, dass wieder jemand Verwendung dafür hatte. Ihre Preisvorstellung war mehr als angemessen: Sie wollte 20 Franken haben.....😊 Und sie bedauerte sogar noch, uns keine Erfrischung anbieten zu können, da sie gleich anschliessend verabredet war.

Sollten wir allerdings bei unserem nächsten Besuch auf dem Ökohof auf eine betagte, radlose Carette in der Altmetallmulde stossen, dann wissen wir ja, wo die herkommt! 😄


Happy Summerdays,

meine Lieben!

🌴🌞🌴

 
 

Donnerstag, 14. Juli 2022

GRANNY MOCHI

 "Was ist der beste Weg, ein Leben zu leben?" fragt die Reporterin.

Einen Moment lang überlegt Granny Mochi. "Meine Güte- wenn es dafür nur ein Lehrbuch gäbe..." meint sie dann.

"Wenn du es in deinem Alter noch nicht weisst", lacht die Reporterin, "dann gibt es für mich keine Hoffnung!"

"Unwissenheit kann Glückseligkeit sein!" pariert Granny Mochi und lächelt verschmitzt.



Habt ihr ein bisschen Zeit? Dann lege ich euch diese Dokumentation sehr ans Herz. Sie passt so gut zu meinem letzten Post und erzählt die Geschichte von Granny Mochi.

95 Jahre ist sie inzwischen alt, sie kann es selber kaum glauben. Mit einer unerschöpflichen Ruhe und Ausdauer stellt sie immer noch jeden Tag Mochis her- diese süssen, japanischen Reiskuchen. Sie geht unermüdlich immer wieder in die Natur, um Bambusblätter zu pflücken, die sie gründlich wäscht und trocknet, um dann mit flinken Fingern die Mochis darin einzuwickeln. Und auch wenn sie manchmal müde ist und der Rücken schmerzt, wenn der Sohn sie schilt weil er denkt, dass das alles zuviel ist für sie- Granny Mochi macht weiter. Mit einem Lächeln auf den Lippen und dem Wissen, dass alles gut ist so, wie es ist.

Ein zauberhafter Film über eine zauberhafte alte Dame, und ja:  

"Granny Mochi has lessons to share". 

Darüber, wie man ein Leben dankbar, aufmerksam und umsichtig leben kann. 

Bei der Szene mit dem kleinen Altar am uralten Baum im Wald kamen mir tatsächlich die Tränen...

Schon meine Grossmutti und meine Oma haben mir die Bange vor dem Altwerden genommen.

Granny Mochi ist ein weiteres wunderbares Beispiel dafür, dass auch im hohen Alter ein erfülltes und zufriedenes Dasein möglich ist.

 

 

PS: Auf NHK World-Japan findet ihr noch viele, viele grossartige Dokumentationen!


 

 

 

 

 

Sonntag, 10. Juli 2022

SONNTAGSFUNDSTUECK

 
 
"Die Wahl der Stille
inmitten des Chaos
ist der Weg zu einem Leben
in Frieden"
 
Diesen Satz habe ich heute gelesen, und er drückt so genau das aus, was ich in (m)einem Leben als absolut essentiell empfinde.
Wir sind uns sicher einig: noch nie war um uns herum so viel Unruhe und Unsicherheit wie in den letzten Jahren. Und so wie es sich darstellt, wird sich daran so schnell nichts ändern.
Da erweist es sich für mich persönlich als opportun, dass ich meine Erfüllung schon immer in dem finde, was einfach da ist: die Natur, meine Tiere, meine Gedanken. Dass ich die Fähigkeit habe zu beobachten und das Schöne im Kleinen zu erkennen. Dass einfache Beschäftigungen mich zufrieden machen und dass ich mir selbst genüge. 
 
Da kann ein Gang durch den Garten in aller Ruhe am frühen Morgen schon zum erfüllenden Start in den Tag werden. Es gibt so viel zu bestaunen dort! Alleine diese kleine, dicke Hummel aufs Bild zu bekommen verlangte mir einiges an Geduld ab. Auch wenn man ihnen andichtet, dass sie nach physikalischen Gesetzen eigentlich gar nicht fliegen können sollten: sie sind schnell. Auf jeden Fall schneller als das Zoom unseres Fotoapparates.... 😄
 
 
 
Ich erkenne jeden Tag mehr wie gut es mir tut, das Leben einfach passieren zu lassen. Meinen Radius klein zu halten, dafür aber das, was sich darin befindet, zu pflegen und wertzuschätzen. Mich nicht zu verzetteln, sondern den Fokus auf das zu richten, was mir wichtig ist.
 
Dann kommt auch die Ruhe, die wir alle so nötig haben, von ganz alleine. Und mit ihr der eigene, kleine, innere Frieden.
 
So. Und jetzt setze ich mich mit einem Tee auf die Loggia und lausche den feinen Klängen des Windspiels. Es ist Sonntag, die Sonne lacht, ein warmes Lüftchen weht...
 
...la vie est belle!
 
🌸
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


 

Donnerstag, 7. Juli 2022

SUMMER IN THE CITY!

  

Jeden Sommer sicher ein Mal treffe ich mich in Luzern mit meiner Freundin Barbara. In dieser Jahreszeit hat die Stadt ein ganz besonderes Flair- die alte Kapellbrücke, der See, die Berge, die Schiffe- sie erfüllt jedes Postkartenidyll! 

Wir hatten uns heute schon morgens um 9 verabredet zum Brunchen. Ich fuhr mit dem Zug hin und genoss die Fahrt durch unsere wunderbare Landschaft. 

(Schöne Geschichte am Rande: als ich in Luzern am Perron stand und auf Barbara wartete, steuerte mich eine ältere Dame zielstrebig an. "Entschuldigen sie", richtete sie das Wort an mich, "ich wollte ihnen nur sagen, dass sie ein sehr hübsches Kleid tragen!" Sprachs, strahlte mich an und verschwand in der Menge. Ist das nicht herzig??)

 

Es war herrliches Wetter, noch sehr angenehm, was die Temperaturen betraf, und ich hatte im "Café de Ville" am Schwanenplatz auf der Terrasse reserviert. Von dort hat man einen herrlichen Blick über das ganze Seebecken und die Reuss.


Merci, Pixabay!


Der Brunch hat lecker geschmeckt, wir haben über Manitou und die Welt geplaudert, gelacht und uns bestens unterhalten. Solche "Meitlitage" müssen ab und zu einfach sein!

Die Stadt ist gerade richtig gemütlich- nicht zuletzt auch, weil jetzt viel weniger Touristen unterwegs sind als in früheren Jahren. Wir haben keine Horden laut plappernder Asiaten gesehen, die einem bunten Regenschirm hinterherrennen, und auch in den schönen, alten Gassen ging es viel ruhiger zu und her. Ich denke, die Einwohner von Luzern werden sich drüber freuen, denn da hatte sich in der Vergangenheit schon langsam Wiederstand geregt (wir kennen das ja auch von Barçelona oder Venedig). Obwohl die Stadt vom Tourismus lebt, bringt der halt leider auch viel Negatives mit sich. Konzeptanpassungen scheinen unausweichlich zu sein für die Zukunft. Damit auch die glücklich und zufrieden sind und bleiben, die das ganze Jahr dort leben....

Nunja. Wir statteten unserem Lieblings-Fairtradeladen noch einen Besuch ab, ich gönnte mir eine Kugel Tiramisu-Glacé, und dann machten wir uns auf den Weg nach Hause. Gerade zur richtigen Zeit, denn hin zum Berner Oberland begannen sich schon dunkle Wolken aufzutürmen. 

 

Schön wars! 

Und gehört zu einem "richtigen" Sommer einfach dazu.

☀️☀️☀️

 

 




Sonntag, 3. Juli 2022

HALBZEIT!

 Woche 26. Hei-ei-ei!

 

🌾GESCHAFFT:

frühmorgens, bei noch sehr angenehmen Tempis und schönstem Wetter, haben HH und seine Kumpels 5 Tonnen Heu auf den Heuboden gestapelt. Das sind so die kleinen "Meilensteinchen" im Jahr, die auch "Sommer" bedeuten: Die Dicken in den Jura fahren, Heu und Einstreu stapeln, Zäune reparieren, Stall auf Vordermann bringen. Solche wiederkehrenden Tätigkeiten strukturieren ausserdem die Zeit; ohne würde sie gefühlt immer noch irrer an einem vorbeirasen....Und sie sorgen für das gute Gefühl, "wieder was geschafft zu haben".

 

                x2!

 

🎷🎺 GEHÖRT/GESEHEN:

Schon vom KKL in Luzern gehört? Im akkustisch grandiosen Konzertsaal dieses modernen Kultur- und Kongresszentrums (erbaut nach den Plänen von Jean Nouvel) genossen wir gestern den Film "Brassed off", der vom 21th Century Orchestra und der Original "Grimethorpy Colliery Band" live begleitet wurde. Mein Daddy hatte dazu eingeladen- es war ein Erlebnis erster Güte! 

Im Film geht es um "Bergleute, die zum Ausgleich für ihren Knochenjob eine Brass Band betreiben. Doch als die Zeche aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden soll, droht die Band auseinanderzufallen. Irgendwie schafft es die Kapelle aber trotzdem, an einem Wettbewerb in der Londoner Royal Albert Hall teilzunehmen- und gewinnt."

 

 

Ein ebenso rührendes wie kritisches Werk über die Lage in den vom Stellenabbau bedrohten Bergbaustädten im England des ausgehenden letzten Jahrtausends.

Die grossartigen Musiker ernteten immer wieder spontanen Szenen-Applaus und zum Schluss frenetische Standing ovations- man muss kein Brassband-Fan sein, um sich für dieses Event begeistern zu können!

 

🍲 GEKOCHT:

Sommerliche Temperaturen verlangen nach einer leichten Ernährung. Im Moment ist das Angebot an Gemüsen und Früchten herrlich- da fällt es wirklich leicht, was Feines auf den Tisch zu zaubern!

Wie etwa neue Kartöffelchen mit verschiedenen gegarten Bohnen an einer fruchtig-frischen Vinaigrette, dazu gedünstete Kirschtomaten und Fetawürfel. Einfach, lecker und unkompliziert!

 


 

Zum Znacht rühren wir uns jetzt gerne ein Birchermüesli aus Flocken, Kernen und Samen, frischen Früchten und Joghourt an. Das hat dann nichts mehr zu tun mit dem Ur-Müesli nach Bircher-Benner (Flocken, Wasser, Apfel-ferddisch), ist aber so richtig schmackhaft, sättigend und gesund. Und der Darm freut sich!

 

🐛 GESCHLÜPFT:

Das erste Tagpfauenauge hat sich seiner Puppe entledigt und ist ausgeflogen! Es war die Raupe, die bis auf den Heuboden gekrabbelt war (fragt mich nicht, wie sie das unbeschadet geschafft hat!) und sich dann im Eimer mit dem Katzenstreu-Vorrat verpuppt hatte. Als ich den geschlüpften Schmetterling frühmorgens dort entdeckte, trug ich ihn vorsichtig an die frische Luft. Grade als ich ihn mit dem Handy fotografieren wollte, breitete er seine Flügelchen aus und flog davon. Ein wunderschöner Anblick!

Die Nesseln übrigens, die nur noch aus nackten Stängeln bestanden, haben inzwischen wieder frische, saftiggrüne Blätter. Unglaublich, wie schnell die sich regenieren.

Und die Schwalben brüten schon zum 2ten Mal, während sie immer noch die Jungen der ersten Brut (die zwar ausgeflogen sind) zufüttern. Ist ordentlich was los in der Hütte! 😊

 

Kommt gut 

in die neue 

 Sommer🌞woche!