Dienstag, 15. Oktober 2019

DAS INNERE NACH AUSSEN


"Zu leben heisst,
das leben zu lassen,
was in uns ist!"

Charlotte Perriand,
französische Designerin





Dieser grossartige Satz stammt von einer unglaublich kreativen, politisch engagierten und überaus interessanten Persönlichkeit. Ich habe kürzlich auf arte eine Dokumentation über sie gesehen und war sofort gefangen von ihrer Wesensart und davon, wie sehr sie ihrer Zeit voraus war. 


"....das leben zu lassen, was in uns ist". 

Ein paar einfache Worte- die so haargenau das beschreiben, was einem Leben Inhalt verleiht. Es sind nicht die materiellen Werte, denen der moderne Mensch Tag für Tag hinterherhetzt und von denen er annimmt, dass sie sein Dasein zu einem wertvollen machen. Diese Annahme ist nichts als reiner Selbstbetrug- vor allem auch, weil der Mensch nie zufrieden sein wird und die Industrie, in Erkenntnis dieser Tatsache, immerzu neue Produkte auf den Markt wirft, die Begehrlichkeiten wecken.

Nur- es zu erkennen- das, was "in einem ist"- setzt voraus, dass man sich seiner Gefühle, Regungen, Ideen, Wahrnehmungen, Gedanken, also des ureigenen "Ich-seins" bewusst wird. Dass man seinen Fokus in Ruhe nach Innen lenken, sich damit beschäftigen kann. Das ist in dieser hektischen, lauten, oberflächlichen Welt mitunter mehr als schwierig. Man ist abgelenkt, rotiert im alltäglichen Hamsterrad, schafft häufig gerade nur das, was einem (zu oft von andern)abverlangt wird.

Und doch ist der Dialog mit dem eigenen Inneren essentiell.
Er lässt einem sich selber als Persönlichkeit erkennen, Wünsche und Ziele definieren, das eigene Handeln steuern und hinterfragen.
Und er hilft dabei, die eigenen Fähigkeiten und Begabungen wahrzunehmen und diese überzeugt einzusetzen.

Inmitten der Natur gelingt mir diese Auseinandersetzung mit mir selbst wohl am leichtesten- gerade jetzt, wo sie noch einmal aus dem Vollen schöpft, verschwenderisch und in einer Farbenpracht, die unvergleichlich ist. 

Wenn ich mit einem der schweren Jungs durch den Wald gehe- nicht reite, sondern mit ihm am Strick laufe-, wenn man nur das dumpfe Ploppen der Hufe hört und das Rascheln das Laubes unter meinen Füssen, dann gerate ich manchmal in einen Zustand, der wohl einer Meditation gleichkommt. 
Auf einmal koppelt sich die Aufmerksamkeit ab vom Hier und Jetzt, Gedanken schweben leicht wie Federn im lauen Wind, und sie werden Eins mit andern Empfindungen- dem Riechen, Hören, Sehen. Das eine ergänzt das andere, komplettiert sich gegenseitig, alles wird zu einem Ganzen. Auf einmal finden sich Lösungsansätze für Probleme, entstehen Ideen, zieht man die eine oder andere Erkenntnis.

Die Beschäftigung mit dem, was "in uns ist", stärkt unser Selbst-bewusst-sein (im wahrsten Sinn des Wortes!), festigt uns als Persönlichkeit, gibt uns die Sicherheit das zu tun, was wir als Richtig erachten. Und sie verleiht den Elan, Neues in Angriff zu nehmen und die Souveränität, es mit Fassung zu tragen, sollten wir dabei einmal scheitern. 😌

Bringt nicht alleine dieses "d'accord-Sein" mit sich selbst Werte in ein Leben, die mit Geld nicht zu begleichen sind?


Mag sein, dass Madame Perriand ihre Aussage anders verstanden wissen wollte.
Aber meine mentale Auseinandersetzung damit hat nun diese Intepretation hervorgebracht... 😊



Wunderbare 🍁Herbsttage🍁 euch weiterhin,
herzlichste Hummelzgrüsse!








Sonntag, 15. September 2019

MIT DER GEBÜHRENDEN AUFMERKSAMKEIT


Manchmal, da wird selbst mir alles ein bisschen viel. 
Ich bin ja ein überaus optimistischer Mensch- aber wenn 
einem jeden Tag vor Augen gehalten wird, was auf diesem 
(wunderbaren! noch!)Planeten so abgeht- 
man könnte mitunter verzweifeln.

Andererseits mobilisieren genau diese Szenarien meinen
Willen, dranzubleiben und meinen Teil zu leisten, um
eine Veränderung herbeizuführen. 
So viel wie möglich beizutragen und die Chance 
zu nutzen, die wir noch haben.

Um "bei Laune zu bleiben" lenke ich meinen 
Fokus ganz bewusst auf alles Schöne, 
das mir auf Schritt und Tritt begegnet.
Kleinigkeiten sind es, Alltäglichkeiten. 
Aber ich schenke ihnen meine ganze Aufmerksamkeit, 
zelebriere auch einfache Handlungen.
Tue jeden Schritt ganz bewusst.

Ein schönes Beispiel dafür ist die Art, wie man sich
einen Tee aufbrüht. Natürlich nehme auch ich einen
(Bio)Teebeutel, wenns mal schnell gehen soll- frühmorgens
etwa.

Aber wenn ich die Zeit habe, dann mache ich es so,
wie meine Oma das immer getan hat. 
Erwärme eine Kanne mit heissem Wasser, bevor ich 
eine der wunderbaren Mischungen aus "meinem" Teeladen
sorgfältig angiesse. Freue mich über die zarte Duftwolke
die aufsteigt, sobald das heisse Wasser auf das Tee-
Kraut trifft. Stelle die Eieruhr, rühre nochmal um,
sobald sie schellt, und seihe das dampfende Getränk dann 
in eine frische, wiederum vorgewärmte Kanne ab.



Wie wärs: Lieber ein Tässchen Glücksbringertee-
oder doch eher ein Schlückchen Apfel-Minze??


Oder wenn, wie gestern, meine Schwester mir aus dem
Schrebergarten eines italienischen Verwandten eine grosse
Tüte mit frischem Gemüse mitbringt, dazu ein Gläschen
selbstgetrockneten Oregano.
Alleine diese leuchtenden Farben sind eine Prophezeihung;
da bekommt man doch richtig Lust, etwas aus diesen
wunderbaren Gaben der Natur zu zaubern!

Wenn das Messer dann durch das pralle Gemüse gleitet,
wenn es mit Zwiebeln und Knoblauch in der Pfanne brät,
mit einem guten Schlucken Rotwein abgelöscht und mit
duftenden Kräutern aromatisiert wird-
wie sollte man da nicht gute Laune bekommen?

Dieses Ratatouille ist, zusammen mit körnigem Reis
aus dem Ticino(und der obligaten Handvoll 
Reibkäse obenauf! 😊),
in meinen Augen die perfekte Seelennahrung.
Ehrlich, bodenständig, lecker. 




Das alles beansprucht Zeit, 
erfordert Gemächlichkeit und Aufmerksamkeit.

Aber genau das ist es, was mir so gut tut, 

meine Seele ausbalanciert und
Tempo aus dem Alltag nimmt. 





Einen wundervollen Spätsommer?/
Frühherbst?-Sonntag wünsche ich euch!

🍅🍆🍅









Donnerstag, 12. September 2019

ZEHN!



ZEHN

JAHRE!





Wer hätte das gedacht.


Mit diesen Fotos fing alles an:






Es hat sich viel getan seither!
Das Essentielle ist geblieben,
viel Bereicherndes ist dazugekommen.



Und wie gehts weiter?



Wir werden sehen!
😀