Sonntag, 27. September 2026

EIN.GEKAUFT!

 Früher, als ich Kind war, fanden sich in unserem Dorf noch viele Läden. Neben mehreren Lebensmittelgeschäften und Molkereien erinnere ich mich z.B. an eine Papeterie und an ein Schuhgeschäft, den Schuhmacher dazu gabs gleich ums Eck. Man kaufte im Eisenwarengeschäft mit deckenhohen Schubladenschränken, in denen jede Art von Schrauben, Nägeln, Scharnieren und Haken lagen, es gab ausserdem Geschirr, Taschenlampen, Gartengeräte und 1000 Dinge mehr. Den Laden von Frau Fischer habe ich noch bildlich vor Augen; die freundliche alte Dame bot alles rund ums Thema Nähen, Stricken und Flicken an (und launige Dinge wie z.B. diese breiten, silbernen Fingerringe mit Sternzeichenmotiv, von denen ich damals ganz unbedingt gerne einen gehabt hätte!). Und ich kann noch sehr genau diesen Geruch im urigen "Chäslädäli" der beiden alten Schwestern in der Untergasse in meinem Gehirn abrufen: etwas modrig und muffig, nach feuchtem Stein, Holz, Käse und Wurst. Man stieg ein paar Stufen runter in eine Art Kellergewölbe, in dem dicke Käselaibe im Regal lagen, Würste über der Theke hingen und einem die schon recht betagten Damen in langen Röcken mit Überschürze bedienten. Die beiden waren mir ein wenig unheimlich, obwohl sie uns Kindern immer ein Riemchen Käse extra zugesteckt haben... 

 

Merci, Pixabay! 

 

Dieses ganze alte Haus ist inzwischen, wie viele der Läden auch, verschwunden, und selbst das grosse Lebensmittelgeschäft mitten im Dorf wurde vor ein paar Jahren ohne Vorwarnung von einem Tag auf den nächsten dichtgemacht. Ich hatte dort zwar nur sehr selten eingekauft, denn es fand sich nicht ein einziges Bioprodukt im Sortiment, das Gemüse und die Früchte lagen oft schon scheintot in den Regalen, und die Frau, die den Laden führte, hatte die äusserst unangenehme Angewohnheit, ihren Angestellten quer durch die Räumlichkeiten hinterherzuschreien.

Ein Dorf, das seine Geschäfte verliert, verliert nun leider auch sehr viel an Leben und Gemeinschaft. Aber so nach und nach eröffneten innovative Menschen wieder neue Einkaufsmöglichkeiten. Die Drogerie kam zurück, es gibt inzwischen zwei Blumen- und einen Teeladen, sogar eine Kleiderboutique hat sich etabliert, und auch das grosse Lebensmittelgeschäft im Zentrum öffnete vor einer Weile wieder seine Schiebetüren. Dort präsentiert sich jetzt ein wirklich umfassendes Sortiment, es gibt praktisch alles auch in der Bioversion, sogar meine bevorzugte Körperpflegelinie. Die Angestellten sind nett und zuvorkommend, und: mit dem Laden kam auch das Leben zurück ins Dorf. Jemand, der in einer Stadt lebt, kann sich das vielleicht gar nicht so vorstellen- aber seit der Wiedereröffnung halten sich deutlich mehr Menschen im Dorf auf. Alt und Jung trifft sich, hält einen Schwatz und kauft ein. So bleibt, als wirtschaftlich nicht zu unterschätzender Nebeneffekt, auch das Geld im Ort. Weil man nicht mehr in die umliegenden Orte fahren muss, um seinen täglichen Bedarf abzudecken, und daher gleich auch noch die andern ansässigen Geschäfte mitberücksichtig.

So entsteht eine 

 

WIN-WIN-Situation

für alle Beteiligten.

🛒 

 

Kommt gut in die neue Woche! 

  

 

Dienstag, 22. September 2026

LET'S.PARTY!!

Aus dem Fenster guckt man gerade wie in ein herbstliches Diorama, in dem die Sonne weich vom lichtblauen Himmel scheint, ein inzwischen kühles Windchen die sich verfärbenden Blätter der Bäume schaukelt und bunte Blütenköpfe mit orangen Kürbissen, strahlendgelben Quitten und dem saftigen Rot der letzten reifenden Cherrytomätchen im Garten um die Wette leuchten.

Und obwohl das alles nur so vor Leben strotzt, macht sich in mir langsam, aber merklich diese Ruhe breit, die mich im Herbst tief aufatmen lässt. Es ist ein so dermassen anderes Gefühl als im flirrigen, heissen Sommer- viel bedächtiger, gelassener und stiller. Und ausserdem sooo befreiend!

Jetzt steigt auch die Lust auf etwas gehaltvollere Mahlzeiten wieder. 


Wir haben uns schon herbstlich eingegroovt mit (von oben links im Uhrzeigersinn) Blumenkohlcurry mit Basmatireis, währschaftem Käsekuchen, einer urchigen "Chässchnitte" à la 'Ummel, bei der auf dunkles Brot geschmorte Fleischtomatenstücke kommen, überzogen von in Weisswein geschmolzenem Bratkäse und on top ein feines Spiegelei, und 
einer Gemüsepfanne mit allem, was der Garten so hergab. Eins wie das andere sooo lecker- und kulinarisch hat der Herbst noch viel mehr zu bieten! Auch Zwetschgenkuchen hab ich gebacken und Zwetschgenkonfi mit Zimt eingekocht, hmmmmm!


Ausserdem hatten wir Grund zum feiern, meine mittlere Schwester lud letzten Samstag zum 60igsten. Dazu organsierte sie eine total coole Discoparty (mit DJ!), und so liessen wir die 60er/70er/80er-Jahre wiederaufleben.

 

 

Man glaubt nicht, wie ausgelassen die Gäste (wovon die meisten ja ab Mitte 50 aufwärts im Alter standen!) tanzten und mitsangen und sich auch entsprechend gekleidet hatten!

Herr und FrauHummel...PEACE! 😁

 

 

3 Schwestern in Action (und im Hintergrund mein Patenmädchen Catrin)......

 

 

....und sogar mein 89jähriger Daddy schwang mit dem Geburtstagskind das Tanzbein!

 

Die Fuhre war wirklich der Hammer, wir tanzten bis in die Puppen durch. Und ich muss büssen: seit Tagen schleppe ich mich mit schmerzenden Knochen und einer nicht weichen wollenden Müdigkeit durch die Tage. 🥴

 

 Aber hej! 

Let's Party!!

 

 


 

 

Sonntag, 6. September 2026

HERBST? HERBST!

 

Die Dicken sind wieder da! Langsam wurde es aber auch Zeit, sie fehlen auf Dauer einfach im Gefüge des hummel'schen Alltages... 😊  Harry hat an Gewicht verloren diesen Sommer, ein richtig "magerer Stirzel" ist er geworden. Das liegt sehr wohl auch daran, dass er sein Cushing-Medikament jetzt über 16 Wochen nicht bekommen hat. Ansonsten sind die beiden fit und fröhlich und haben sich gleich auf das kniehoch stehende Weidegras zuhause gestürzt; ich bin zuversichtlich, dass wir noch ein paar Kilo Reserve-Speck auf Harrys Rippen bekommen!

 


Jetzt kann man deutlich erkennen, wie ganz anders der 

Bewuchs meiner Weide im Vergleich zu denen ringsum ist!

 

Trotz noch sehr warmer Tage vollzieht sich hier langsam, aber stetig der Wandel hin zum Herbst. Die Spyren (Mauersegler) sind schon lange weggezogen. Von einem Tag auf den andern verstummten ihre typischen Rufe schon kurz nach Anfang August- und das macht mich jedes Jahr ein klein bisschen melancholisch. 😢

Die Schwälbchen allerdings sind noch da. Abends sausen bestimmt 25 oder 30 dieser kleinen Flugakrobaten rund um den Stall, sich und der Welt laut plappernd mitteilend, wie schön das Leben doch ist. Aber es wird nur noch ein paar Tage dauern, bis auch sie sich auf den Weg in den Süden machen. Und dann darf man behaupten, dass der Sommer passé ist.

Ich freue mich darüber, dass das Licht deutlich weicher und klarer geworden ist und die Nächte dafür kühl und feucht sind; frühmorgens liegt bereits ordentlich Tau auf dem Weidland, und den Stall erreiche ich wieder bei Dunkelheit. Im Garten setzen sich herbstliche Akzente durch: das Pink der Hortensienblüten ist zu einem Altrosa verblasst, an der Schopfwand leuchten dunkelblaue, herrlich süsse Trauben (und die gelben am Balkongeländer haben fast alle die Wespen oder Amseln weggenascht!), unter dem Bergahorn und der Platane liegen Haufen trockener Blätter. 

 


 

Und die riesige Sonnenblume, die mich an Grösse deutlich überragt, wiegt sinnierend ihren mächtigen Kopf im warmen Wind- wohl ahnend, dass die Zeit der Veränderung gekommen ist. 

 


 

Apopo Veränderung: gerade kämpfe ich mit einer Phase, in der auch ich persönlich gerne eine vollziehen würde, und zwar ausschliesslich im beruflichen Bereich. In mir macht sich in letzter Zeit das Gefühl breit, dass ich es irgendwie keinem mehr Recht machen kann. Auf ganzer Strecke gestaltet sich alles ziemlich anstrengend, so vieles hat sich verändert, im Spital selber, unter den Kolleginnen....und die gesundheitlichen Malaisen sorgen definitiv nicht für Entspannung.

Doch die Alternativen sind mau. Und: macht es wirklich Sinn, wegen der verbleibenden (höchstens!) 3 1/2 Jahren bis zur Rente nochmals alles auf den Kopf zu stellen?

Also bleibe ich optimistisch; die Tiere und die Natur sorgen zuverlässig für ein stabiles Gegengewicht- ich schaue jetzt mal, was kommt, und reagiere entsprechend. Wenn nötig. 

Auf jeden Fall aber bin ich sehr glücklich darüber, dass ein Ende meines Berufslebens absehbar ist. Die Arbeitswelt heute taugt einfach nicht mehr für ü60er. Oder vielleicht wird auch umgekehrt ein Schuh draus.....

 

🍂🌻🍁 

 

 

   

     

 

 

 

Donnerstag, 20. August 2026

ON/THE/WAY

 

Achjaaaaaa.....

....und schon stecke ich wieder mitten in der 2ten Arbeitswoche, die Sommerferien sind Geschichte. Ich hatte mich gerade so schön an diese unbeschwerten, leichten Tage gewöhnt... Fragt mich nicht, wie genau wir sie hinter uns gebracht haben - ich müsste antworten: ganz unspektakulär. Ausser den üblichen To-Do's im Sommer (wie Fensterputzen, den Stall in Ordnung bringen etc.) haben wir NICHTS getan. Andere würden dieses Verhalten als verlorene Zeit intepretieren, für uns ist es genau richtig so. Das erklärte Ziel, unsere Batterien wieder aufzuladen, haben wir - zumindest so einigermassen- hinbekommen.

🌼

Früher galt hier die Regel, dass sich das Blatt nach Mitte August wendet und sich ganz langsam, aber sicher der Herbst anmeldet. Das muss so in Zukunft wahrscheinlich revidiert werden - dieses Ereignis scheint sich um einen Monat nach hinten zu verschieben. Die unglaubliche Hitze und Trockenheit diesen Sommer haben mich tatsächlich an den Rand des Erträglichen gebracht. Wenn man friert, kann man ja einfach noch was überziehen. Aber das AUSziehen endet an dem Punkt, an dem man öffentliches Ärgernis zu erregen droht. 😂 Von daher bin ich überglücklich, dass uns jetzt ergiebige Regenfälle und deutlich sinkende Tempis prognostiziert sind. Ich mag allen Sonnenanbetern ihre Zeit von Herzen gönnen, aber jetzt ist es langsam gut! 🧐  

Das sich ändernde Klima hat verschiedenste direkte Auswirkungen, die auch hier gerade etwas bedrohliche Ausmasse annehmen. So konnten die Bauern z.B. viel weniger Heu ernten, was jetzt in der ganzen Schweiz zu einer Futterverknappung für die Tiere geführt hat. Manche Landwirte müssen einen Teil ihres Viehs zum Schlachter bringen, einfach weil sie bereits die eigentlichen Wintervorräte verfüttern. ManitouseiDank beziehe ich seit einer Weile mein Heu für die Dicken von einem Betrieb in nächster Nähe, auf dem nur zwei Pferde, ein Pony und ein paar Dahomey-Rinder gehalten werden (das ist die kleinste Rinderrasse der Welt mit gerade mal einem Meter Stockmass- also in etwa so gross wie ein Shettlandpony, die Kälbchen vielleicht wie ein grosses Plüschtier.) 



Der Hofbetreiber hat mir die weitere Belieferung mit Heu zugesichert- diese Sorge bin ich also los. Ich mag mir gar nicht ausmalen was wäre, wenn ich kein Heu mehr auftreiben könnte...

Doch auf meinem Heuboden liegt ein Stock frisches, duftendes Rauhfutter; die Jungs können also wieder nach Hause kommen!

 


🌼

 

Ganz anderes Thema: wieder mal bin ich an dem Punkt angelangt an dem ich überlege, wie und ob ich meinen Blog im 18. Jahr noch weiterführen möchte. Scheinbar geht es andern auch so- zumindest haben in den letzten Monaten 3 Blogs die Segel gestrichen, die ich gerne gelesen habe. 

Ich liebe es zu schreiben, meine Gedanken in Texte umzusetzen und ganz besonders den Austausch mit euch. Aber ich frage mich, ob ihr Posts wie die paar letzten überhaupt noch lesenswert findet? 

Lasst es mich gerne wissen!

 

Na dann: kommt gut 

über die letzten 

Sommer-Runden!

🌞  

  

   

 

Sonntag, 9. August 2026

BIG!

Heute nur ganz kurz und knapp!  

Gestern stand eine grosse Tüte mit Gemüse aus dem Garten der italienischen Verschwandtschaft meines Schwagers vor der Haustür.

Unter anderem enthielt sie auch diesen Tomatentrümmer:

 

 

Gewicht: satte 733 Gramm.

Whow.

Zumindest Tomaten scheinen von der momentanen Hitze durchaus profitieren zu können..... 

Das heutige Mittagessen steht:

Gemüsepfanne aus Zwiebeln, grünen Bohnen, Rondini, Peperoni und ebendieser Tomate, alles Marke Eigenbau, dazu Reis.

 

Buon appetito!

🌶🧅🍅 

 


 

 

Sonntag, 19. Juli 2026

RELAXED

Zwei Dinge sorgen hier gerade für enorm viel gute Laune.

Erstens: die Hitzewelle ist durch. Es hat die letzten Tage ausgiebig gewittert, die Regenfälle waren moderat, aber regelmässig, Hagelschlag wie andernorts blieb hier ManitouseiDank aus. Die kommende Woche werden wir vielleicht noch die 25°-Marke erreichen, wenns hoch kommt.

Die Natur und eine inzwischen völlig ermattete Hummel atmen auf.

 

Zweitens:

 

🌴 !! ICH. HABE. FERIEN !! 🌴

 

Beinahe vier Wochen. Einem Dienstaltergeschenk (= 1 Woche Abstinenz vom Arbeitsplatz!) und der Tatsache, dem Verein der Ü60-er anzugehören ( = plus 1 Woche Ferien jährlich!), verdanke ich diese Glückseeligkeit. 

Das ist so ein g....eniales Gefühl! 🤓

Die Uhren ticken jetzt ganz gemächlich. Ich kann also z.B. so lange im Stall rumkruschten, wie ich lustig bin- und dabei Aussergewöhnliches erleben.  

Gestern Abend strubble ich gerade draussen im Auslauf Flauschi durch, als plötzlich grosse Schatten direkt über meinen Kopf fliegen. Es sind sechs (!) Störche, die oben am Zaun meiner Weide landen, sich die Federn zurechtrütteln und ganz gelassen durchs Gras staken.

Störche habe ich in der Umgebung tatsächlich noch nie gesehen. Graureiher gibts hier eine Menge, ein Silberreiher hat sich letzten Sommer immer mal wieder am Stall gezeigt, alleine den fand ich schon ziemlich besonders. Aber Störche? Ich war echt fasziniert von diesem Anblick... Was für majestätische Tiere!

 

Merci, Pixabay! 


Aber auch Spinnfäden, die sich wie glitzernde Kaskaden zwischen Gräsern und Ästen spannen, Hummeln, die im kühlen Morgen gemeinsam auf Blütenköpfen schlafen oder die Sonne, die beim "durch-die-Bäume-scheinen" und beim Untergehen herrliche Bilder zaubert, sorgen für magische kleine Natur-Momente.


 

Und manchmal kommen sie auch in Form gartenfrischen Gemüses ins Haus, welches einem der Neffe stolz überreicht. Gerade mal etwas ü20 ist er, und das Gärtnern hat ihm scheinbar total "den Ärmel reingezogen". Wie ich höre konnte er nur mit Mühe davon abgehalten werden, gleich das ganze Grundstück rund ums elterliche Haus umzugraben und in Pflanzbeete zu verwandeln.... 😂 

 

 

Apopo: ich sollte mich jetzt mal in die Küche verabschieden, der Magen knurrt. 

 

Happy 🌞tag,

 meine Lieben! 

 



 

      

 

 

Mittwoch, 1. Juli 2026

WENN/(B)ENGEL/REISEN

Aaaaaaaahhhhhhh....Regen! 

Endlich. Seit gestern Abend fällt das kostbare Nass vom Himmel. Stetig und ausdauernd, begleitet immer wieder von Blitz und Donner. Man hört die Natur regelrecht aufatmen, das Grünzeug steht wieder stramm, und durch die weit geöffneten Fenster strömt ein frischer, kühler, wohltuender und belebender Hauch. Da mag man wieder existieren! Selbst meine Füsse haben vom Hefekloss-Modus zurück in einen annähernd normalen Zustand gefunden.... 😉

  

 

Bei den Dicken im Jura steht der Zeiger schon beinah wieder auf Halbzeit, und so fuhren meine beiden Schwestern, mein Patenmädchen, HH und ich letzten Sonntag morgens früh los, sie zu besuchen. Dank der leistungsstarken Klimaanlage im Auto haben wir die Fahrt quer durch die halbe Schweiz gut überstanden. Aber sogar auf den jurassischen 1000 m.ü.M. zeigte das Thermometer dann knappe 30 Gräder; ein stetig wehendes Lüftchen liess einem die dann doch irgendwie recht gut aushalten.

Gefunden haben wir die Jungs dösend unter riesigen Tannen; deren weit ausladende Äste schützen genauso wirkungsvoll vor gleissender Sonne wie vor strömendem Regen. 

 

Natürlich ist es auch im Jura jetzt extrem trocken; die Jungs mampfen das Heu sozusagen direkt ab Weide, das Gras ist dürr und der Boden staubt, sobald sich die Pferde in Bewegung setzen. Auf den Matten stehen aber überall riesige Bottiche, die sich automatisch mit Wasser befüllen, Durst muss keiner leiden. Und die Flächen sind gefühlt so endlos, dass trotzdem für alle genug Futter da ist. Auf jeden Fall sehen die Jungs gesund und glücklich aus!

Inmitten der Pferde suchten wir uns ein schattiges Plätzchen unter einem der alten Bäume, und ausser dem mitgebrachten PicNic genossen wir auch die herrliche Ruhe und die Gesellschaft von Mensch und Tier.  

 

So verging die Zeit im Flug, und im Wissen, dass bei den Jungs alles in schönster Ordnung ist, brachen wir nachmittags wieder auf Richtung nach hause. 

Jetzt freue ich mich auf meine bald anstehenden Ferien und hoffe, dass wir die allergrösste Hitze schon überstanden haben. Im Spital gibts nämlich keine Klimaanlagen, und sämtliche Geräte wie Ultraschalle, Monitore etc. tragen noch ihren Teil bei zu stickiger Luft und kaum zu ertragenden Temps in den Räumen....🙄  

 

Stay cool,

meine Lieben!

💦 

 




Donnerstag, 18. Juni 2026

🧊 SO!HEISS!! 🧊

 

Ab heute sind uns Dauer-Tempis um die 31, 32 Gräder angedroht 🥴. Da hilft nur eines: einen Gang runterschalten. Und es spielt mir wunderbar in die Karten, dass eine Arbeitskollegin sich in die Ferien verabschiedet hat, ich deshalb meine Arbeitstage umlegen musste und dadurch jetzt die kommenden 4 Tage freifeiern kann. 😎 

Als bekennende Lerche erledige ich meine "to do's" frühmorgens, wenns noch schön kühl und angenehm ist: mein Minigärtchen giessen und die Vogeltränke frisch befüllen. Die Stallpfötchen betüddeln, meine Runde durch den Wald drehen (herrlich!) und einkaufen.

Grade 9 Uhr ist es. Ich steh in der Küche am grossen Fenster zum Garten und schnibble Früchte für ein Birchermüesli zum Znacht.  

Seit einer Weile schlage ich mich mit einer Lactoseintoleranz herum und muss mir sehr genau überlegen, was ich esse. Die Sache schränkt einem ziemlich ein, vor allem im Personal- und anderen Restaurants. Hat man sich erst einmal intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt staunt man drüber, WO überall Lactose drinsteckt (also z.B. auch in Gewürzen und Medikamenten!). Aber ManitouseiDank gibt es inzwischen viele lactosefreie Produkte. Also einen tüchtigen Schuss verträgliche Milch ans Müesli, ein Naturejoghourt dazu und ab in den Kühlschrank damit!   

Draussen fläzt Molly auf der Loggiabrüstung, lässt sich die Sonne auf den Pelz scheinen und verfolgt wachen Auges, was die Vögel so treiben im Garten, der nach allen Richtungen explodiert.

 


 

Die emsigen Mitmieter haben uns bereits mit frischem Salat, Rettich und (kindskopfgrossem!) Kohlrabi aus eigenem Anbau versorgt. Und endlich kann man auch wieder Gurken, Tomaten und Peperoni auf den Speisenplan setzen. So ganz langsam haben wir uns am Wintergemüse ein wenig satt(imwahrstenSinnedesWortes)gesehen!

Das restliche Programm für heute? Sehr übersichtlich. Ein Coiffeurtermin steht noch an; ich muss meine wilden Locken ein wenig den sommerlichen Gegebenheiten anpassen lassen.

 


Furchtbar eigensinnig sind sie- man (ich!) musste sich wirklich von der Vorstellung verabschieden, die irgendwie zähmen zu wollen. Sie ein wenig einzukürzen wird reichen....

 

Na dann: 

Füsse hoch,


Eistee her 🍹

und 

Venti marsch!

 

 

Donnerstag, 21. Mai 2026

DER.MAI.

 

Ui. Muss mal wieder posten, die Zeit rennt- jetzt sind wir schon im letzten Drittel des Mais angelangt! Weil es "mein" Monat ist, mag ich immer gerne ein paar Tage Ferien nehmen in dieser Zeit, und so dümpeln wir hier gemütlich durch die Gegend.

Das Prädikat "Wonnemonat" hat er dies Jahr nicht verdient, der Mai. Eher herbstlich und ungemütlich war er in grossen Teilen bisher. Doch langsam wirds noch was, für die kommenden Tage ist uns sommerliche Wärme mit gaaanz viel Sonnenschein prophezeit.

Die Natur explodiert gerade; auch die vielen jungen Bäume und Büsche in der Ecke im Garten, alle Diesjahr frisch angepflanzt, wachsen und blühen nach Kräften.

 

 

Gewittrige Regenschauer zaubern mystische Stimmungen übers Riedland am Stall,

 


und die daraus resultierende Feuchtigkeit sorgt frühmorgens dann für reizvolle Bilder.

 


Im Stall selber ist es ruhiger geworden, die Jungs sind bereits seit 2 Wochen im Jura. Da gehn sie hin (und ohne sich nochmal umzublicken.....😢)!

 

        Hasta luego, Amigos!

 

Im Nest der Schwälbchen piept es seit einer Weile ganz zart; die frischgebackenen Eltern sind mit Sicherheit froh, dass sie jetzt wieder ordentlich Futter anschleppen können. Schwalben jagen ja nur im Flug- und wenns so kalt und nass ist wie in letzter Zeit, dann ist auch wenig Beute unterwegs.



Aber ausser ihnen sind ja noch die Mietzchen anwesend, die betüddelt werden wollen. Flauschi ist ein vollendeter Charmeur und schmeisst sich auch mal elegant vor meine Füsse, um sich ein paar ordentliche Durchstrubbler zu sichern... 😻 

 

 

Natürlich lassen wir auch unser eigenes körperliches Wohl nicht ausser Acht. Jetzt gibts wieder süsse und saftige, inländische Erdbären. Mit etwas Vanilleglacé und Schlagrahm ein Genuss!

 

 

Und auch beim hausgemachten Sauerteigbrot, gebacken im eigens dafür erbauten Lehmofen in Schwagers Garten, läuft uns das Wasser im Mund zusammen. Büsken Butter drauf, ein Riemchen Käse dazu, mmhhhhh! 😋

 

 

Heute machen wir noch die Loggia klar. Bei DEM Wetterchen....!

 

War noch was?

Nö. 

 

Einen fröhlichen Frühling

euch allen

weiterhin!

🌼 

 

 



Sonntag, 19. April 2026

PREMIÈRE

 

Vorhin hatte ich mich gerade zu einem Mittags-Nickerchen hingelegt, durch das offene Fenster war das Glockengebimmel der weidenden Kühe und das herzerfrischende Gezwitscher der Vögel im Garten zu hören, als sich plötzlich ein dumpfes Grollen dazwischenmischte, irgendwo vom Berner Oberland herkommend. Schnell wurde es lauter, unheimlich dunkle Wolken schoben sich windgetrieben den Bergen entlang, Blitze zuckten, und dann ergoss sich ein heftiger Platzregen über die Landschaft: unser erstes Gewitter dieses Jahr. Ein wunderbar gemütliches Gefühl ist das, im Bett zu liegen und dem ungestümen Treiben der Natur zu lauschen! Ausserdem ist es schon viel zu lange viel zu trocken, der Regen ist willkommen und dringend nötig. 

Während der Wind inzwischen die Strassen schon wieder trockengeleckt hat und die erste Wolkenwand Richtung Luzern davonzieht, baut sich bereits die nächste über dem Glaubenberg Richtung Entlebuch auf. 



 

Der immerwährende Reigen der Natur, ihre Schönheit und Macht sind gerade tröstliche Konstanten in einer Phase auf diesem Planeten, die an Irrsinn und Brisanz beinah nicht mehr zu überbieten ist. Und um dem Ganzen keinen Raum zu geben, mag ich auch einfach nicht darüber schreiben. Ich lebe bewusst mein einfaches Dasein, versuche soviel Druck und Tempo rauszunehmen, wie nur geht, und stelle fest, dass eine "gesteigerte Verarbeitungssensitivität von Wahrnehmungsreizen" auch so ihre Vorteile in sich birgt: man erfasst damit nämlich auch alle positiven Aspekte des Tages umso deutlicher und intensiver....😊

Da wird die Vorbereitung eines türkischen Menemens mit Reis zu Mittag eine optische, olfaktorische und schlussendlich kulinarische Wonne.


Merci, Pixabay!

 

Die Beschäftigung mit meinen Tieren holt mich ins Hier und Jetzt zurück, denn sie fragen nicht danach, was war oder sein wird; sie leben von einer Stunde zur nächsten und reagieren einfach auf das, was ist. Und wenn Winnie, der sich irgendwie eine Bindehautentzündung geholt hat, bereitwillig auf die Strohballen hüpft, sich die Augensalbe applizieren lässt und anschliessend in schnurrender Glückseeligkeit aufgeht, weil man ihn zur Belohnung ordentlich durchstrubbelt, dann tut das nicht nur seiner Seele gut!

Wenn ihr hier auf meinem Blog also vorderhand nichts anderes als meinen "hundskommunen Alltag zu lesen bekommt", dann ist das a) einfach meiner Art geschuldet, wie ich mit den Zuständen umgehe und b) der Tatsache, dass mein Blog mir auch als eine Art Tagebuch dient. 

 

1fach leben also, 

in 2facher Bedeutung. 

😉  

Gehabt euch wohl!