Samstag, 18. August 2018

DIE RESTE EINES LEBENS


Fürchtet ihr euch vor dem Altwerden??

Yep- das war jetzt ein wenig fies, so ganz unerwartet und auf nüchternen Magen solch fundamentale Fragen zu stellen.... 😌
Aber ich selber und wahrscheinlich ganz viele, die hier mitlesen, haben das halbe Jahrhundert bereits vollgemacht, da kann man schon mal auf den Gedanken kommen, sich mit solchen Themen zu befassen!

Persönlich kann ich ganz einfach antworten: Nein, ich fürchte mich nicht. Ich hatte tolle Vorbilder diesbezüglich: Meine Oma (sie wurde 90) und meine Grossmutti (sie starb im 101.!! Lebensjahr) lebten mir vor, wie man bis ins richtig hohe Alter zufrieden, glücklich und selbstbestimmt durchs Leben gehen kann. Trotz der einen oder andern körperlichen Unzulänglichkeit und auch wenn das Leben einem immer mal wieder einiges abverlangt hatte.

Oma streute gerne kleine Lebensweisheiten ins Gespräch ein, eine davon lautete: "Jedes Alter hat sein Schönes!" Und weil sie eine kluge Frau war und ich inzwischen so weit im Leben fortgeschritten bin dass ich mir zutraue, den Warheitsgehalt dieser Aussage zu beurteilen, kann ich ihr voll und ganz zustimmen.

Nein, ich fürchte mich nicht. Wenn man im Geist agil und offen bleibt, wenn man allen positiven Aspekten im eigenen Leben die Wertschätzung entgegenzubringen, die ihnen gebührt, dann wird die eigene Grundeinstellung viel zu einem sehr erfreulichen Dasein beitragen.


Und doch gibt es immer auch wieder Situationen, die mich nachdenklich stimmen

Meine weit über 80jährige Tante ist vor ein paar Wochen ins Seniorenheim umgezogen. Nach mehreren Spitalaufenthalten war es ihr nicht mehr möglich, sich zuhause selber adäquat zu versorgen. Aber sie zog aus freiem Willen um und lebt nun in einem Zimmer mit Bad, umgeben von ihren eigenen Möbeln, Bildern und liebsten Erinnerungsstücken in einem sehr ruhigen und grünen Quartier. Wenn ich ihr Zimmer betrete habe ich immer das Gefühl, in eine Puppenstuben-Version ihrer alten Wohnung zu kommen..... 
Die Seniorenresidenz grenzt direkt an das Grundstück, auf dem meine Schwester mit ihrer Familie lebt, und so kann meine Tante von ihrem Zimmerfenster aus in meiner Schwesters Garten und praktisch direkt auf ihren Esstisch schauen. 😉

Inzwischen sind wir dabei, ihre "alte" Wohnung aufzulösen. Meine Tante hat mich letzthin gebeten da hinzugehen und mir alles rauszuholen, was ich gerne haben wolle.
Da stand ich dann also in dieser 2 1/2-Zimmerwohnung, die früher immer piccobello aufgeräumt und sauber war, sozusagen in den Resten ihres Lebens. Jetzt fehlen natürlich einige Möbel; ausserdem herrscht ein ziemliches Chaos, weil schon nach wichtigen Papieren gesucht, einiges in den Müll befördert und vieles auch schon verschenkt worden ist.
In diesem Moment beschlich mich ein Gefühl, das irgendwo zwischen Betroffenheit und Beklemmung anzusideln war. Die Erkenntnis, dass man sich ein Leben lang was aufbaut, das dann innert weniger Wochen eliminiert wird- ja, die machte mich schon ein wenig melancholisch.

Ich suchte mir also ein bisschen Keramik, ein paar kleine Weidenkörbe und zwei angebrochene Packungen Stabkerzen zusammen und trat den Heimweg an.

Diese kurze Weile in dieser Wohnung untermauerte einmal mehr, dass nicht das "Haben" und Dinge ein Leben ausmachen, sondern das "Sein". Dass Familie und ein paar wenige, aber echte Freunde wichtig sind, die auch in schwierigen Zeiten für einem da sind. Dass schöne Erlebnisse und erfüllende Hobbys dafür sorgen, die innere Balance zu finden und zu halten, und dass alles Materielle und Käufliche schlussendlich nichts dafür tut. Zumindest nicht auf Dauer.
Ich fühle mich einmal mehr bestätigt in der Art wie ich lebe, was mir wichtig ist und worauf ich Wert lege. 

Und dass es richtig ist so, wie ich bin.



Die grosse Chance des Älterwerdens ist die
dass es einem Wurscht sein kann,
was die Leute sagen.
(Udo Jürgens)
😊


Demnächst werden wir einen öffentlichen Räumungs-Flohmarkt in der Wohnung meiner Tante veranstalten, und was dann übrigbleibt wird vom Entsorger abgeholt werden.

Dann werden sie alle verschwunden sein- die Reste eines Lebens.



Frohes Wochenende euch allen-
bleibt jung und fröhlich im 💞en!








Sonntag, 12. August 2018

DA GEHT ER HIN, MEIN SOMMER!


...und bevor jetzt alle Sommerseelchen aufschreien,
weil: "Der Sommer ist noch gar-garnicht vorbei!"- 
ja-haaaaa, ich weiss doch! 😊

Aber morgen schleicht sich schon wieder
 ganz hinterrücks mein erster Arbeitstag nach  
zwei wundervoll verplemperten
Ferienwochen an.
Und damit liegt der Sommer für mein Empfinden
bereits in den letzten Zügen, denn um Mitte 
August rum wendet sich hier das Blatt meist
ziemlich zügig, was die klimatischen
Bedingungen anbelangt..... 

Herrlich sind sie jetzt wieder, die frühen Morgen.
Wunderbar kühle Luft empfängt mich beim Verlassen 
des Hauses (und das ist auch während der Ferien kurz 
nach 6 Uhr. Eine gute Zeit, um die Mietzchen im
Stall zu betüddeln!). 
Der Erholfaktor der vergangenen Wochen 
allerdings war relativ tief, denn die tropischen 
Nächte verunmöglichten einen ruhigen und tiefen Schlaf.
Keine gute Kombi zur grundsätzlich schon bestehenden
Schlaflosigkeit, die mich seit Jahren gängelt.....

Dennoch: Schön wars. Und ich trotzte dieser
unglaublichen Hitze und schaffte es tatsächlich, 
dann und wann was zu unternehmen.



🌞 Hab einen Tag mit meiner lieben Frau Shabbyhus in Luzern  
   verbummelt, viel  geplappert und gelacht, endlich die DVD  
   "Tomorrow" gekauft (die kann man sich x-mal angucken!) und in 
   meinem liebsten Eco-Fairtrade-Laden 2 Coffee-to-go-Becher 
   erstanden.
   Da komm ich ums Verwürgen nicht raus, ohne eine Kleinigkeit
   mitgehen zu lassen! 😊

🌞 War mit meiner Schwester im Freilichtmuseum Ballenberg, hab 
   die wundervollen alten Bauten bestaunt, die Töpferei und Weberei
   besucht und - ihr ahnt es schon! - natürlich den herrlichen
   keramischen Erzeugnissen nicht widerstehen können.
   Warum auch- dafür sind unterdessen ein paar Massenware-
   Suppenschalen in die Flohmi-Kiste gewandert! (Apopo: ich dachte
   ja, dass der Flohmarkt 2017 mein letzter gewesen sei. Falsch 
   gedacht!
   Im Keller warten schon wieder ein paar gut befüllte Kartons; 
   es gibt also immer noch Dinge, von denen ich mich trennen  
   kann... In 2 Wochen werden sie unters Volk gebracht!)
   
🌞 Und natürlich haben wir unsere Jungs im Jura besucht. Alles war
   wie immer: Sie geniessen ihr Dasein völlig entspannt, haben drei
   kleine Isländer im Schlepptau, und wenn man die Nase in ihr
   Fell versenkt, dann riechen sie so richtig nach Alp: 
   Nach Baumharz, nach frischer Luft und ein wenig auch nach 
   Kuhmist! 😀
   4 Wochen noch, dann kehren sie heim und alles schwingt sich 
   wieder in den altbewährten Takt ein.




Aber bis dahin geniesse ich sie noch,
meine kleine Freiheit, und alles, 
was jetzt noch so kommt!




Frohen Sonntag, Hummelz💙ensgrüsse! 




Sonntag, 29. Juli 2018

EINE RUNDE SACHE

Bei der Hitze jetzt tut man sich viel Gutes, wenn man genug trinkt. Ich bin da ein wenig nachlässig (bzw. : ich hab einfach nie Durst und vergesse es dann schlicht, mir einen hinter die Binden zu kippen!), aber der HerrHummel verhält sich vorbildlich und hat immer ein Glas auf seinem Schreibtisch stehen.

Weil er das schöne Holz vor Wasserringen schützen möchte hat er sich bisher immer irgend ein Stück Papier unters Glas gelegt. Das war zwar zweckdienlich, aber optisch nicht unbedingt attraktiv. 😉

Letzthin habe ich eine hübsche Alternative im www entdeckt, die diesem visuellen Dorn im Auge Abhilfe schafft. Eine klitzekleine Bastelarbeit aus Materialien, die man immer Zuhause liegen hat, die in recht kurzer Zeit realisiert werden kann und die ausserdem auch noch viel Spass macht.



  Wir drehen uns einen Glasuntersetzer aus Papierröhrchen  





  • Zeitungs- oder Illustriertenpapier (nicht zu dick) 
  • ein scharfes Messer 
  • eine dünne Stricknadel 
  • Holz- oder Bastelleim.





Zuerst schneidet ihr euch aus dem Papier Streifen, 
in meinem Fall ca. 33x6 cm gross. 
Das geht am besten wenn ihr das Papier in der 
gewünschten Dimension faltet und dann mit dem 
Messer die Kanten aufschneidet.





Nehmt euch so einen Streifen, legt die Stricknadel an 
einer Ecke an und beginnt, das Papier satt aufzurollen.





Auf die Spitze am Ende tragt ihr etwas Leim auf und 
klebt sie fest. Zieht die Nadel raus- et voilà, 
das Röhrchen ist fertig!

Für meinen Untersetzer waren 10 Röhrchen nötig.





Drückt die Röhrchen platt. 
Nehmt euch das erste, wickelt den Anfang um die Stricknadel 
und tragt nun auf den Rest des Röhrchens Leim auf.



Dreht jetzt das Röhrchen immer weiter zur Scheibe auf. 
Wenn das Röhrchen zu Ende ist nehmt ihr das nächste, 
setzt es vorsichtig am Ende des 1. Röhrchens an 
und klebt es fest. 
Und wieder: 
kleben und drehen, 
kleben und drehen!
  
Je nach Dicke des verwendeten Papieres kann das 
die eigene Fingerfertigkeit ein wenig auf die 
Probe stellen, aber man hat den Dreh, wortwörtlich, 
schnell raus! 

Nach jedem Röhrchen die Scheibe auf 
den Tisch legen und flachdrücken.

Wenn die gewünschte Grösse erreicht ist 
das Röhrchenende gut festkleben und mit 
einer Wäscheklammer fixieren.

Zum Schluss habe ich den Untersetzer von beiden 
Seiten und an der Kante mittels eines 
Pinsels satt mit Leim bestrichen; 
so wird er stabiler und wasserresistent und 
bekommt einen schönen Finish.






Viel Spass beim Nachbasteln, falls ihr mögt,
und einen fröhlichen Sommersonntag wünsch ich euch!

Hummelz💖ensgrüsse!



.....und dieser Post wandert auch gleich noch zu Rostroses ANL!