Donnerstag, 26. Januar 2023

EIN ERLEBNIS DER BESONDEREN ART

Folgendes: Es war mal wieder ein Coiffeurbesuch nötig. Mein wilder Schopf stand in alle Richtungen und war kaum noch zu bändigen.

Schon lange hegte ich den Gedanken, den Coiffeur zu wechseln. Nicht, weil meine bisherige Coiffeuse was falsch gemacht hätte, en contraire. Aber ich hatte einfach keine Lust mehr, jedes Mal durch den halben Kanton zu fahren. (Okay, unser Kanton ist jetzt nicht soooo gross. Trotzdem.)

Also ecosiate ich mal, was in unserm Dorf inzwischen so los ist in Bezug auf Coiffeursalons. Und stiess auf einen Barber-Coiffeur, von dem ich noch nie gehört hatte. Die Bilder seines Salons hatten mich sofort am Schopf (höhö...):

Winzigklein, mit nur 2 dieser altmodischen, ledergepolsterten, mit Fuss-Stützen versehenen Stühlen- und herrlich nostalgisch eingerichtet. Gerahmte Fotos von gut frisierten, bärtigen Herren an der Wand, Kerzenständer auf den Fensterbrettern, ein wunderschönes Biedermeiersofa am Eingang. Und: ein grosses Cheminée mitten im Raum. Mit einer antiken Kaminuhr obendrauf.

Also fasste ich mir ein Herz und vereinbarte einen Termin. Heute wars soweit. Das Haus, in dem der Salon im Parterre liegt, ist auch von aussen eine Schau. Eines dieser wunderschönen alten Häuser, wie es sie früher viele gab hier, von denen die meisten aber solchen quadratisch-praktisch-hässlich-Bauten weichen mussten. Perfekt restauriert, so wie sich das gehört und wie es früher mal war. Ein Träumchen.

Ich kam gar nicht dazu, die Eingangstür selber zu öffnen; gerade, als ich nach dem Knauf greifen wollte, riss sie jemand von innen auf und schmetterte mir ein herzliches "Willkommen!" entgegen. Ein elegant gekleideter Mensch in Hemd, Kravatte, todschickem Gilet und gutsitzenden Hosen stand vor mir. Das glänzendschwarze Haar zur perfekten Tolle frisiert, den Bart (natürlich!) akkurat gestutzt und den lange Schnäuzer kunstvoll hochgezwirbelt. Die Augen hinter der kleinen Brille blitzten fröhlich.

Im Salon selber empfing mich die wohlige Wärme eines knisternden Feuers im Cheminée, es roch nach Harz, Kerzenwachs und nach diesen klassischen Haarwässerchen, etwas altmodisch und doch sehr angenehm.

Ich kanns nur so beschreiben: ich war geflasht. Der Mensch war mir sofort sympathisch, der Salon fühlte sich an wie ein Zuhause. Und ich entschied, meinen Schopf einfach vertrauensvoll in die Hände dieses Figaros zu legen. Ein paar Eckdaten genügten (an der Stirn kürzer, an den Seiten auch, alles in allem viel kecker bitte!). Und los gings.

Ich kann euch sagen: ich sass geschlagene 1 1/2 Stunden im Sessel. Wir palaverten, wie wenn wir alte Freunde wären. Und ich merkte: da steht einer, dessen Lebensphilosophie meiner extrem ähnlich ist. Nachdem wir uns ein wenig "abgeklopft" hatten merkten wir sehr schnell, dass uns die gleichen Themen umtreiben.

Wir haben uns köstlich unterhalten. Und schlussendlich war auch mein Wildwuchs zu meiner vollsten Zufriedenheit gebändigt. (Zu einem Preis notabene, der mich fast umgehauen hat. Im positiven Sinne. Ich hab dann noch ordentlich Trinkgeld gegeben....).

Bemerkenswertes Detail ausserdem: man kann nur bar bezahlen. 😊

 

Fazit: ich fürchte, ich muss jetzt alle 2 Wochen zum Figaro! 😂

 

 


Samstag, 21. Januar 2023

FREUDE. NACHHALTIG.

 

 

Samstag. Endlich. Das war eine recht anstrengende Woche. Wir sind mit unserm Ambi umgezogen in den Neubau; nun ist es geschafft. Wir haben uns in den Räumlicheiten eingerichtet, sind aber noch nicht so richtig angekommen. Das wird noch!

Draussen jagt die eisigkalte Bise winzigkleine Schneeflöckchen vor sich her. Immer mal wieder schaue ich nach meinem Vogelhäuschen, wo Hochbetrieb herrscht; die Piepmätze freuen sich über ihr üppiges Mahl und lassen sich nichtmal von Nachbars Katze beeindrucken, die dem Treiben aus einiger Entfernung zuschaut. Sogar die Krähen sind da und sammeln das auf, was vom Häuschen zu Boden fällt. Der Hunger ist gross, und so fülle ich jetzt jeden Tag nach.

Es gibt nicht viel Neues zu berichten- ausser dass ich mal wieder erlebt habe, wieviel Freude es machen kann, überflüssig Gewordenes weiterzugeben.

Ihr wisst ja: unsern JohnBoy können wir schon seit längerem nicht mehr reiten. Sein guter, schöner Sattel stand seither ordentlich eingepackt in der Sattelkammer, und auch wenn an ihm unglaublich viele Erinnerungen dranhängen beschloss ich, ihn zu verkaufen. Es macht einfach keinen Sinn, Ungenutztes jahrelang rumstehen zu haben. Also habe ich den Sattel bei Ricardo, unserm Schweizer Pendant zu ebay, zu einem sehr fairen Preis eingestellt

 

 

 

Wie sagte Oma immer? "Man muss warten können im Leben!" Wieder mal hatte sie völlig Recht. Über ein Jahr hat es nun gedauert, aber vorletzte Woche meldete sich eine Interessentin, die den Sattel unbedingt haben wollte. Eine ganz junge Frau stand dann bei mir vor dem Stall, um ihn zur Probe für ihr erstes eigenes Pferd abzuholen. Einen Sattel kann man sich nicht einfach mal eben so kaufen; der muss dem Pferd richtig gut sitzen, sonst hat es innert kürzester Zeit arge Probleme- und der Reiter gleich mit dazu. 

Die junge Frau war begeistert. "Ich hoffe so sehr, dass der Sattel meinem Pferd passt!" meinte sie noch, bevor sie davonfuhr. Schon ein paar Stunden später rief sie überglücklich an. Sie habe eine Sattlerin kommen lassen, um den Sattel zu begutachten- und er passe wie für ihr Pferd gemacht!

Das freute dann auch mich richtig dolle; wenn die Begeisterung der neuen Besitzerin so direkt spürbar ist an dem, was man weitergibt, dann ist nicht nur dem Nachhaltigkeitsgedanken genüge getan- dann fühlt es sich einfach richtig an!  

 

Fröhlichen Sonntag, 

meine Lieben- 

und haltet euch 

schön warm!

❄️⛄️❄️

 

 

 

 

 

 


 

Sonntag, 15. Januar 2023

SELTENE ERDEN



Wie man diese Woche aus den Medien erfahren konnte, wurde im Norden Schwedens ein grosses Vorkommen seltener Erden entdeckt. Man spricht von über einer Million Tonnen Masse, die abgebaut werden könnte. Seltene Erden (es handelt sich dabei um spezielle Metalle, genauer gesagt Erze, die man zum Bau von Katalysatoren, Batterien oder Magneten benötigt) werden bis jetzt nirgendwo in Europa abgebaut, man ist auf die Lieferungen angewiesen, auf die China ein Quasimonopol hat. Seltene Erden kommen aber auch aus Brasilien, Vietnam, Russland und Indien. Natürlich wäre nun der Abbau in Schweden ein grosser Schritt in Richtung Autonomie, denn in Zukunft werden noch viel mehr seltene Erden benötigt als bisher. Man denke alleine an das Vorantreiben der eletrischen Mobilität oder an die Gewinnung "sauberer" Energien mittels Windparks! (Von Handys, Computern, und den Chips in allen möglichen Maschinen, Geräten und Gegenständen gar nicht zu reden).

 

 

Mir allerdings treibt diese Nachricht Sorgenfalten auf die Stirn. Seltene Erden müssen nämlich mit Säure aus dem Gestein ausgewaschen werden; dieser Prozess hinterlässt Unmengen giftigen Schlammes, der wiederum für riesige Umweltprobleme sorgt. Ausserdem werden beim Abbau grosse Landstriche zerstört, im Fall von Schweden solche, in denen die Samen, also  das indigene Urvolk Fennoskandinaviens, angesiedelt sind. (Unweigerlich zieht man da im Geiste Parallelen zu den aktuellen Geschehnissen in Lützerath, dem nordrhein-westfälische Dorf an der Abbruchkante des Braunkohletagebaus Garzweiler, das weichen soll, um Braunkohle abbauen zu können...) 

Ein ausserdem nicht zu vernachlässigendes Problem: In Kiruna z.B. mussten in den letzten Jahren viele Häuser der Stadt versetzt oder abgerissen werden, da der Untergrund nach massivem Bergbau nicht länger sicher war.

Aus den Reihen der Samen sind inzwischen schon erste Proteste bekannt geworden. Die Samen und ihre Lebensart stehen unter besonderem Schutz, weshalb Bergbauunternehmen schon mehrmals mit ihren Projekten gescheitert sind. 

Nun könnte man ja denken, dass man jetzt noch bis zu 15 Jahre Zeit hat, um die anstehenden Umweltprobleme zu lösen (das der Ausbeutung der samischen Gebiete wird sich nicht im Ansatz lösen lassen, befürchte ich). Denn so lange wird es in etwa dauern, bis man mit dem Abbau überhaupt beginnen kann.

Allerdings bergen solche Projekte die Aussicht auf dermassen viel Gewinn, dass ich mir ziemlich sicher bin, dass die Interessen an ganz anderer Stelle liegen als am Umweltschutz oder den Bedürfnissen der Ureinwohner. 

Schnell wird einem klar: die Strasse weg von fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien (und allem, was damit zusammenhängt) ist mehr als holprig. Und wo sich scheinbare Lösungen auftun, folgen andere, aber nicht minder gewichtige Probleme sofort auf dem Fuss. 

Der Punkt ist einmal mehr der altbekannte. Anstelle immer nach noch mehr Ressourcen zu suchen und diese dann auszubeuten, um immer noch mehr neue Dinge herzustellen (auch wenn die auf den ersten Blick "nachhaltig" erscheinen!), wäre ein rigoroses Umdenken angebracht. Dinge nutzen, reparieren, up- und recyceln, bis sie wirklich und überhaupt nicht mehr brauchbar sind. Kreislaufwirtschaft. Ein einfacheres Leben. Und ein sich-bescheiden, denn wir müssen definitiv nicht alles haben- und das auch noch alle Jahre neu.

So besehen ist die Nachricht vom Fund dieses Vorkommens seltener Erden in Schweden eine schlechte. Denn sie suggeriert (vor allem Menschen, die sich nicht wirklich intensiv mit der Thematik befassen!), dass doch alles im grünen Bereich ist und wir wieder für eine Weile mit allem versorgt sind, um unsere Konsumgewohnheiten einfach beizubehalten. 

OhMann..... 





Samstag, 7. Januar 2023

UND SONST SO?

 

 

Eigentlich bin ich ganz entspannt in dieses neue Jahr gestartet. Ziemlich emotionslos sogar, was mich selber erstaunt hat. Denn zu anderen Jahreswechseln war ich immer ein wenig sentimental. Aber grundsätzlich ist ja auch nicht viel dabei: der Zeiger an der Uhr macht einen kleinen Ruck vorwärts, und das wars auch schon. 

Trotzdem: ich bin gut gestartet, mental gehts mir prima. Mein morsches Fahrgestell allerdings ist eine ganz andere Geschichte, es macht mir das Leben gerne schwer und lässt mich oft denken, dass ich wahrscheinlich niemalsnie so alt werde, wie ich mich grad so fühle.....😅 Aber nun. Umbringen wird mich das Ganze voraussichtlich nicht, und ich habe gelernt, damit zu leben. 

Apopo Alter: Das Älterwerden hat so seine Vorteile. Man wird gelassener- in meinem Fall würde ich sogar behaupten, dass ich richtig stoisch geworden bin. So schnell bringt mich nichts mehr aus der Ruhe. Im Job sagt man mir gerne nach, dass ich der ruhende Pol im Ambulatorium sei.😏 

 


Übrigens- ich hab euch noch gar nicht erzählt, dass ich einen kleinen Jobwechsel hinter mir habe! Es liegt ja ein recht turbulentes Jahr im Ambulatorium hinter uns. Mit Chefarztwechsel (und all seinen Nebengeräuschen!), mit einer neuen (netten!) MTA-Kollegin und einem demnächst fertiggestellten Anbau, in den wir in 2 Wochen ziehen. Und ich habe "von der Front" in den administrativen Bereich gewechselt. Meine Kollegin wurde pensioniert, also hab ich die Gelegenheit am Schopf gepackt. Und ich muss sagen: das war die beste Entscheidung seit längerem. Ich hab immer noch viel zu tun, komm auch jetzt abends oft ziemlich erledigt nach Hause. Aber ich kann in meinem Kämmerlein stillvergnügt vor mich hinwerkeln, ohne dass andauernd von allen Seiten an mir rumgezerrt wird. Kein schrillendes Telefon, keine genervten Patientinnen. Das ist ein echter Profit, denn ich habe gemerkt: grade durch meine gesundheitlichen Unzulänglichkeiten habe ich die Belastung im Umgang mit den Patientinnen einfach nicht mehr ertragen. Mein Energielevel kam gar nicht mehr in den grünen Bereich, ich kroch praktisch konstant auf Minimum. Angesichts der Tatsache, dass ich noch 7 Jahre aushalten muss, konnte das so nicht weitergehen. Die Veränderung kam zur genau richtigen Zeit! 

Im Stillen sorge ich mich manchmal um meine Kolleginnen - 3 davon über 20 Jahre jünger als ich- und ich frage mich, wie die es noch bis zur Pensionierung schaffen wollen. Sie sind jetzt schon so derart "am Anschlag", dadurch (laut eigener Aussage) total unmotiviert und nervlich so angespannt, dass die Tränen regelmässig zuvorderst stehen. Ganz ehrlich? Ich möchte nicht an deren Stelle stehen. Das Gesundheitswesen hat sich in den letzen Jahren enorm verändert. Und leider nicht zum Besseren. Ich bin ja nun beinahe 40 Jahre dabei und habe viel erlebt. Heute bin ich unglaublich froh, dass ein Ende meiner Berufstätigkeit absehbar ist. Und ich frage mich, wo wir noch hinkommen mit dem Personalmangel im Gesundheitswesen. Ich verstehe jede(n), der abspringt. Das Problem ist schon so lange bekannt- und es wird so gut wie nichts unternommen. Dabei ist grade das (und der Mangel in allen Berufsgruppen sowieso!)eines der brennendsten Themen, neben Klimawandel, Umweltschutz etc. Wenn die Gesundheitsversorgung nicht mehr sichergestellt ist- na dann gute Nacht.....

Ändern wird sich wahrscheinlich erst dann etwas wenn Menschen, die eine Korrektur vollziehen könnten, selber mal nicht mehr so schnell und qualitativ hochstehend betreut werden (können), wie sie sich das bis dato gewohnt waren...

Wir werden sehen.

 

Fröhlichen Sonntag, meine Lieben! 




   

 


Sonntag, 1. Januar 2023

2023

 

🍀 "Aes gueds Niuws!" 🍀

 

Danke, meine lieben Mitbloggis und Besucher/innen, die ihr hier immer noch treu mitlest.

Danke fürs Mitfreuen, Mitdenken, Mitdiskutieren, Mitjammern und Mitschimpfen! Ohne euch würden meine Gedanken und Ansichten viel zu oft in luftleerem Raum verhallen. 

Auf ein kreatives, engagiertes und zuversichtliches Neues Jahr. Auf den Optimismus und den Elan. Und darauf, dass es immer weitergeht und es zu einem guten Teil auch an uns selber liegt, was werden wird.

 

Schon Bruce Lee empfahl ganz trefflich:

 

"Nimm an, was nützlich ist. 

Lass weg, was unnütz ist. 

Und füge das hinzu, 

was dein Eigenes ist.“

 

Genau. 

 

 

Unser Silvester war sehr ruhig, mit dicker Gemüsesuppe und einer Schale Pistache-Mocca-Glacé hinterher. Und mit einem grandiosen Feuerwerk, das über eine 3/4 Stunde alle Register zog. Komponiert und dargeboten von einem Pyrotechniker, der ähnliches Talent in seinen Reihen vergebens sucht: der Natur. 

 


 

Dagegen kann wortwörtlich abstinken, was für viel Geld gekauft und mit noch mehr Krach und Rauchentwicklung in den Himmel geschossen wird. 

 

 


 

Bis bald,

meine Lieben;

wir lesen uns!

❤️ 




 

Mittwoch, 28. Dezember 2022

ALTJAHRESWOCHE

 

ZACK. Vorbei.

Meine paar weihnachtlichen Dekorationen sind wieder in der Stollentruhe verschwunden. Geblieben sind eine herrlich aufgeräumte Luftigkeit, ein paar Kerzen und der Leuchtestern. Sterne gehen immer. Vor allem im Winter.

Wir haben es uns sehr gemütlich gemacht diese Woche. Wenn wir nicht im Wald waren mit den Dicken oder im Stall, dann haben wir Zuhause all die kalorienträchtigen Schlemmereien genossen, die uns verehrt wurden. Panettone, Stollen, Guetsli. Dazu Punsch (Chriesi und Bratapfel, hausmacherart!) oder Tee. Und wir haben uns dabei ein paar Filme angeschaut, die ich erwähnenswert finde.

 

A Christmas Carol


 

Eine Geschichte, die man sich wieder und wieder anschauen mag. Für mich bisher die beste Version war die animierte von Disney; gesehen haben wir diese Woche die Intepretation des Drehbuchautors Steven Knight, der zusammen mit Tom Hardy und Ridley Scott 2019 diese 3teilige Miniserie für BBC drehte. Wir haben den ganzen Film in 2 "Anläufen" geschaut, denn er dauert doch immerhin etwas über 3 1/2 Stunden. Wenn auch stellenweise sehr düster und dabei weit entfernt von Weihnachtlich-Schmalzigem, überzeugt diese Version mit einer aussergewöhnlichen Umsetzung der Geschichte. Sehr sehenswert!

 

Die Bücherdiebin 

 

 


 

Eine sehr anrührende und eindrückliche Biographie aus der Zeit des 2. Weltkrieges. Als Off-Stimme erzählt der Tod die Lebensgeschichte der 9jährigen Liesel Meminger, die auf einer Zugfahrt ihren Bruder verliert und kurz darauf auch ihre Mutter, die Kommunistin ist und verhaftet wird. Liesel kommt zu Pflegeeltern, wo der herzensgute Hausherr der kleinen Analphabetin Lesen und Schreiben beibringt und damit ihre Liebe zu Büchern und dem geschriebenen Wort weckt. Liesel kommt in die Hitlerjugend, erlebt eine Progromnacht mit Bücherverbrennung, ihre Pflegeeltern verstecken einen Juden unter ihrem Dach und zuletzt überlebt Liesel die Bombardierung ihrer Wohnstrasse, wobei sie aber alle ihre Lieben verliert.

Leise, melancholisch und doch auch voller Lebensfreude trotz aller widrigen Umstände- der Film geht zu Herzen und erinnert an eine Zeit, die keiner noch einmal erleben möchte....

 

Noah



 

 

Dieser Streifen intepretiert die bestbekannte Geschichte der Arche Noah- auf sehr archaische Weise und ohne jegliche religiöse Sentimentalität. Streckenweise hat mich der Film sogar ein wenig an "Herr der Ringe" erinnert. Die apokalyptische Darstellung mahnt einem in erschreckender Weise an das, was heutzutage gerade mit unserem Planeten passiert. Der Film ist bemerkenswert besetzt (Russell Crowe, Emma Watson, Anthony Hopkins, Nick Nolte) und lässt einem angesichts der Parallelen zum Hier und Jetzt ziemlich nachdenklich zurück... 

Religiöse Kreise haben an diesem Film bemängelt, dass er "nicht historisch korrekt" sei. Was in mir die Frage aufwirft, wer denn nun so ganz genau weiss, was historisch korrekt wäre- im wahrsten Sinne des Wortes?

 

Nunja. Sehenswert und unterhaltsam sind sie alle drei!

 

Geniesst die letzten 

paar Tage des Jahres- 

ich darf morgen wieder 

zur Arbeit.

 

 

 

 


Montag, 26. Dezember 2022

SALAME DELLA CASA CALABRONE

 

Folgendes:

Man zieht seinen Schwager beim Weihnachts-Wichteln, der in Zukunft seine Würste selber herstellen möchte und sich deshalb explizit einen Zustupf an eine Wurstmaschine wünscht. Irgendwie findet man es aber blöd, ihm einfach nur schnöde Moneten zu schenken. Und jetzt?

Man macht ihm, ganz dem Thema entsprechend, einfach selber eine Salami dazu. Und weil die Hummel Vegetarierin ist (logo!😃) und deswegen niemalsnie ein Schweinchen ins Gras beissen soll, wird es eine

  

🍫 Schoggisalami! 🍫

 

Also:

300gr schwarze Schoggi mit 100gr Butter über dem Wasserbad schmelzen.



Wenn alles schön cremig zerlaufen ist, ein bisschen abkühlen lassen. Dann kommen 1/2 Tlf. Zimt, 2 Tlf. Vanillepaste, 1 Esslf. Rum oder Grand Marnier und ein Tlf. Orangenzesten dazu.

 


Jetzt zerbröselt man 100gr
Butterguetsli (ich habe Shortbread genommen) und schneidet 150gr Dörraprikosen klein.

  

 

Alles unter die Schoggimasse rühren (die Guetsli und die Aprikosen zuerst in einer Schüssel von Hand gut durchmischen. So trennen sich die Aprikosestückchen besser und kleben nicht zusammen).

 


Nun darf das Ganze eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen, um formbar zu werden.

Dann die Hälfte der Masse auf ein Stück Klarsichtfolie löffeln, zur Wurst eindrehen und die Enden gut verzwirbeln, mit Klammern sichern.

Für die 2te Salami hatte ich nicht mehr genug Klarsichtfolie, weil ich schon lange keine mehr kaufe. Also hab ich es mit Butterbrotpapier versucht. Mit der Folie wird die "Wurst" aber runder und glatter.

 


Nun lässt man die "Salames" über Nacht im Kühlschrank richtig fest werden. Damit die Optik stimmt, anschliessend mit Küchengarn stilgerecht umwickeln und mit Puderzucker einstäuben; das soll die Salzschicht imitieren, welche beim Trocknen echter Würste auf der Aussenhaut entsteht.

Ferddisch!

 


 

Sieht doch witzig aus, oder? (Und weil ich Dummi die Salames eingepackt habe,

 


ohne sie vorher zu fotografieren, müsst ihr euch mit dem Bild vom Rezept begnügen. Meine sahen aber genau so aus!)

Tipp: Die Salame vor dem Geniessen eine Weile bei Zimmertemperatur stehen lassen. So lassen sie sich besser schneiden (und schmecken auch aromatischer!). 

Der Schwager hat sich sehr über die "Salami" gefreut (und über den Zustupf auch....😊).

 

Fröhliche 

Altjahreswoche, 

meine Lieben! 

🌟💫🌟






 

Sonntag, 18. Dezember 2022

PIEP!

 Winter ist eine wundervolle Zeit. Zumindest für alle, die ihn gut leiden können...😉 Gerade zeigt er sich von seiner ganz zauberhaften Seite hier: dick eingemummelt in eine weiche, strahlendweisse Decke breitet sich die Landschaft vor einem aus. Eben sind HH und ich von einem langen Spaziergang mit den beiden Dicken durch den märchenhaften Wald zurückgekommen. Herrlich wars- ganz still (denn wir waren alleine unterwegs, haben niemanden angetroffen- und die dicke Schneedecke schluckt alle Geräusche sowieso!), die klare frische Luft zu atmen und gemeinsam mit den Ponys die Wege langzustapfen hat einfach so gut getan.

Für die Tiere allerdings, die jetzt viel schwerer an Futter kommen und den ganzen Tag damit beschäftigt sind, danach zu suchen, ist es eine anstrengende Spanne. Ich gerate ja immer wieder an Menschen welche die Meinung vertreten, dass man Wildvögel im Winter nicht füttern solle. Die "würden schon genug finden", und wenn nicht, dann sei das "nichts anderes als eine natürliche Selektion". Achso.

Nichtmal in Zeiten, in denen unsere Natur noch einigermassen intakt war, hätte ich diese Aussage unterschrieben.

Heutzutage aber, mit den ganzen klimatischen Veränderungen und einem vom Menschen so sehr zum Negativen manipulierten Lebensraum (falls er denn überhaupt noch vorhanden ist! Ich erinnere an die modernen Stein"gärten"....) kann ich diese Einstellung erst recht nicht teilen. Ganz abgesehen davon, dass inzwischen auch auf dem Land extrem viel Natur überbaut wurde, hat sich ausserdem die Vegetation sehr verändert. Es fehlt oft an den Pflanzen, Büschen und Bäumen, welche unsere Wildtiere früher im Winter mit Nahrung versorgt haben.

Und weil niemand anderer als der Mensch Schuld daran trägt vertrete ich die Auffassung, dass es jetzt das Mindeste ist, unseren kleinen gefiederten Freunden über die kargen Zeiten zu helfen.

So. Jetzt darf ich hier am Haus ja nicht füttern - was mich aber nicht dran hindert, es trotzdem zu tun. Ich bin einfach über den Zaun auf Nachbars Weide gestiegen, wo direkt an unser Grundstück angrenzend ein riesiger alter Nussbaum steht. Dort habe ich mein Vogelhaus aufgehängt (guck!) und freue mich nun drüber, dass dort ganz schön was los ist. Das Angebot wird dankbar angenommen, also tappere ich jetzt täglich mit meinem Futterkesselchen da rüber und fülle nach.  



 

"Meine" Piepmätze bekommen eine sättigende und gesunde Mischung aus allen möglichen Saaten und Körnern, Nüssen, Fettfutter und sogar Mehlwürmern. Ich muss mir jetzt nur noch (z.B. aus Maschandraht-oder hat jemand einen andern Vorschlag?) eine Aufhängevorrichtung für Meisenknödel basteln. Die Plasticnetze, in denen sie normalerweise erhältlich sind, können für die Vögel u.U. nämlich zur Todesfalle werden. Und DAS wollen wir ja nun gar nicht, n'est-ce pas?

Auch wenn ich weiss, dass ich mit meiner Futterstation nur ein paar Dutzend Mägen füllen und diesen Vögeln das Leben erleichtern kann, so ist es doch eine Freude und ein schönes Gefühl, es überhaupt zu tun. 



 

 Eine entspannte Woche 

wünsche ich euch!

Und denkt dran: 

es geht alles 

auch viel einfacher...


🌟🌟🌟




 

 


 

Samstag, 10. Dezember 2022

SCHNEEE-HEEEFLÖCKCHEN!....

 

Seit vorletzter Nacht taumeln sie beinahe unentwegt vom Himmel: feine, glitzernde Schneeflöckchen. Sie hüllen die Landschaft in ein weisses Gewand, machen die Welt ein bisschen ruhiger. Und ich freue mich! Was ist schon ein Apfenz ohne Schnee? Das ist doch wie...wie...ach, egal, es ist einfach nicht richtig! 😊

 


 

Für kommende Woche sind Tagestemperaturen im Minusbereich prognostiziert, und nachts soll es richtig knackkalt werden. Geht doch! Vielleicht besteht ja dann die Chance, dass der Boden gefriert und die Dicken endlich wieder mal raus auf die Weide dürfen?


 

Wir kommen gerade vom Einkaufen zurück; mir ist aufgefallen, dass die Menschen irgendwie alle fröhlich sind. Obwohl Viele unterwegs waren gab es kein Gedränge, keiner schob einem seine Karre auf die Fersen, keiner drängelte. Es sieht so aus, wie wenn der Schnee nicht nur optisch, sondern auch in den Menschen innendrin für Ruhe sorgen würde.

Wir machen es uns jedenfalls sehr gemütlich. Die Wohnung ist geputzt, der Kühlschrank gefüllt. Der Rest vom Wochenende dient jetzt allem, das Freude macht. Ein oder zwei Kärtchen schreiben. Dazu heissen Tee und Gebäck. Einen Weihnachtsfilm schauen, kitschig und absehbar, aber sooo gut für die Seele! Einmummeln im grossen Lehnstuhl, den Blick in die Natur schweifen lassen. Die Mietzchen sind Meister des gepflegten Dolce far niente und demonstrieren, wie's geht.

 


Dunkle Tage brauchen viel warmes Licht; hier brennt jetzt immer irgendwo eine Kerze.

Apopo: ich stand letzthin im Supermarkt vor einem ratzfatz leergekauften Kerzenregal. Und das hat mich richtig gefreut. Denn es waren die "guten" Kerzen, also die, welche aus Pflanzenölen (europäischen!) hergestellt werden. Offensichtlich wird die Nachfrage immer grösser- und das ist grossartig. Vielleicht achtet ihr dieses Jahr auch darauf, keine Kerzen aus Paraffin zu kaufen? Es ist ein kleiner Akt, der aber Wirkung zeigt. Ihr wisst schon: unser Kaufverhalten hat grossen Einfluss darauf, was hinterher in den Regalen steht!

 


Eine Erinnerung an die Kindheit: eine Tannennadel vom Ästchen abzupfen, in die Flamme halten und, sobald sie brennt, wieder auspusten. DIESER Duft ist unvergleichlich- wenn dann noch der von frisch geschälten Mandarinen dazukommt...herrlich!

So riecht Winter...




 

Einen gemütlichen 

dritten Apfenz

wünsche ich euch!

🌟

 

 

 

 

 

 



Samstag, 3. Dezember 2022

PREMIERE!

 

 

 Olàlà....

Ich muss euch was gestehen: ich habe gerade zum ersten Mal in meinem Leben überhaupt selber Guetsli gebacken. Zumindest kann ich mich partout nicht erinnern, es jemals vorher getan zu haben.

Das mag all den begnadeten Bäckerinnen, die auf ihren Blogs Bilder und Rezepte ihrer wunderbaren Back-Kreationen mit uns teilen, nahezu unglaublich erscheinen. 😊 Aber es ist tatsächlich so. 

Ich backe Fruchtwähen, und die gelingen auch prima. Ich schiebe Weihnachtsstollen in den Ofen, die mir meistens, aber nicht immer geraten. Letztes Jahr z.B. war Duft und Geschmack meines Stollens zwar genau so, wie ich es von Omas Stollen her kenne und liebe- allerdings musste man sich einer Axt bemächtigen, um ihn irgendwie in Stücke zu bekommen.....😂

Wie auch immer: heute sprang mich ganz unverhofft und ohne jede Vorwarnung die Idee an, jetzt und unbedingt gleich Guetsli backen zu wollen. Meine Arbeitskollegin hatte mir gestern eine grosse Dose gemahlener Walnüsse aus dem eigenen Garten geschenkt; da lag es nahe, mir ein Rezept mit Walnüssen zu suchen.

Gefunden habe ich 

 

Haferflocken-Walnusstaler

🍪 mit Schoggi 🍪



 

 

Aaaaalso:

Man siebt 50gr Mehl mit einem Beutelchen Backpulver in eine Schüssel. Dann kommen 100gr Zucker, 1 Beutelchen Vanillezucker, 1 Ei, 125gr weiche Butter in Flocken und 2 Esslf. Rum oder ein paar (viele *gg*!) Tropfen Rumaroma dazu. Das Ganze bearbeitet man ordentlich mit den Knethaken des Handmixers. Jetzt gesellen sich 100gr gemahlene Walnüsse und 150gr Haferflocken dazu, wieder gut verkneten. Den recht weichen Teig formt man anschliessend mit angefeuteten Händen zu kleinen Bällchen und legt sie mit gebührendem Abstand zueinander auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech. Backen bei 160° Umluft, ca. 15 Minuten. Ich hab vorsichtshalber alle paar Minuten geschaut, was da los ist im Ofen.....🔥

Die Guetsli laufen in der Hitze auseinander zu grossen Talern, die man, sobald sie abgekühlt sind, in flüssige Couverture tunkt (ich musste zum Schluss hin ein wenig mit der Schoggi einteilen, *gg*!).

Ich sags euch: hier riecht es grad himmlisch! Und sie schmecken wunderbar, meine Nusstaler.

Na, geht doch! 😄


Einen gemütlichen 

2. Apfenz euch,

herzliche Grüsse!

💫💫💫


...und an meine liebe Freundin, die Bahnwärterin, und das süsse Bethchen nochmal meine allerbesten Genesungswünsche! Drüüüück!

❤️