Samstag, 26. September 2020

UMSCHWUNG

Draussen zieht ein bissiger Wind. Er rüttelt an den Bäumen und wirbelt schon einiges an losen Blättern vor sich her. Immer wieder regnet es, und es ist richtig kalt geworden. Der Temperatursturz kam, wie ich es geahnt hatte, von heute auf morgen. Und die Berge rund ums Haus tragen bereits weisse Mützen...

Der Herbst pocht nicht nur an die Tür, nein: er poltert regelrecht dagegen! 😄 Und ich finde das herrlich. Die frische, kühle Luft belebt die Sinne, nachts kann man wieder erholsam schlafen. Und nachdem die Dicken nun frisch beschlagen sind haben wir auch schon die ersten Ausritte durch den sich wandelnden Wald genossen. Trotz Nieselregen und Windböen wars einfach wunderschön. Der Herbst erdet mich nach dem Sommer immer sehr, das Gefühl hat was von "in-einem-dicken-Kissen-versinken"; diese wunderbare Jahreszeit bringt, wie ich finde, eine beschauliche Gelassenheit mit sich. 



Natürlich habe ich die Kerzen aus dem Schrank geholt, die dort den Sommer über verbannt waren. Das Räucherstövchen hüllt die Stube in den zarten Duft von Rosenblättern, Mastix und Salbei, und die Salzlampe verbreitet warmes Licht.

 

 

Diese Ruhe habe ich grade dringend nötig. Die Ereignisse der vergangenen Monate haben mich mental und physisch sehr müde gemacht; die im privaten Bereich und auch das, was gerade in der Welt rund um "den Virus" so abgeht.

 

Da ist so viel Aggressivität und Gehässigkeit....Wo ein Miteinander dringend nötig und vor allem auch zielführend wäre, da knüppelt man sich gegenseitig verbal nieder, widersetzt sich und brütet Verschwörungstheorien aus, die jeder Vernunft entbehren. Versteht mich nicht falsch: Jedem steht seine ganz eigene Meinung zu, und die soll er auch vertreten dürfen. Persönlich bin ich ja der Ansicht dass man auch aus- der eigenen Wahrnehmung völlig gegensätzlich erscheinenden- Motiven anderer unter Umständen Gewinn ziehen kann. Sobald man sich damit beschäftigt und diese Aussagen ganz emotionsbefreit betrachtet kann man darin plötzlich den einen oder andern Punkt ausmachen, mit dem man sich doch identifizieren kann.    

 

Es wäre schön wenn die Menschen erkennen würden, dass wir nur weiterkommen wenn wir unsere Energien bündeln. Und dass dann ein Umschwung möglich ist, der allen dient. Ganz egal, um welche Themen es schlussendlich geht. Leider scheinen wir davon noch weit entfernt zu sein....

 

Trotzdem versuche ich, Optimist durch und durch, jeden Tag, die Jahreszeiten, mein Leben zu geniessen. Bin dankbar für alles, was ich habe und dafür, dass es das Universum im Grossen und Ganzen doch sehr gut meint mit mir.

 

Einen schönen Sonntag wünsche ich euch,

ganz ❤️liche Grüsse!  

 

 

 

 


Mittwoch, 16. September 2020

AU REVOIR...

 


Tapfere Mautzo...
 
+ 13. September 2020
 
 
So gerne hätten wir dir noch ein paar liebevoll umsorgte, 
friedliche Lebensjahre bereitet.
 
Wir haben gehofft und gebangt.
Doch dein geschundenes Körperchen hatte keine Kraft mehr....
 
 
Au revoir
bezaubernde, treue Mautzo
 
❤️  
 
 
 

Sonntag, 13. September 2020

HERBSTLICH-DEFTIGES

Yessss!!

Dank eurer Hilfe hab ich es geschafft. Es lag am Browser. Wär nur alles so einfach im Leben.....😅

Und wider Erwarten macht es Spass; die Auswahl an Schriften und Möglichkeiten ist z.B. viel grösser. Sorry, Google...!

 

So. Zum Üben gleich ein Rezept von Jamie Oliver, das wir heute Mittag ausprobiert haben und das ich euch empfehlen möchte. Was Lecker-Deftiges, gerade richtig für die ersten Herbsttage. Und obwohl es heute noch richtig schön warm ist hat es uns prima geschmeckt! 

 

Also: 

Gebt ordentlich Olivenöl in eine Pfanne und zuppelt 3 Zweiglein Rosmarin da rein. Wenn die Stückchen kross sind und duften holt ihr sie raus und legt sie zur Seite.

Dann schnibbelt ihr allerhand Wurzelgemüse (Karotten, Rüben, Sellerie, Petersilienwurzel....) und 2 Stangen Lauch in Stücke und bratet sie in diesem Öl an. Würzen, Deckel drauf und schmurgeln lassen!

Unterdessen giesst ihr etwa 3 dl heisses Wasser in einen Mixer und weicht darin ein Beutelchen getrocknete Steinpilze ein. Dazu kommen anschliessend eine geschälte rote Zwiebel und etwa 3 Esslöffel Tomatenmark. Lasst das Maschinchen ordentlich rotieren bis die Zutaten eine homogene Masse bilden. Jamie hat noch Hefepaste reingetan; die gibts bei uns nicht, und ausserdem ist sie laut Jamie auch nicht zwingend notwendig. 

Mit dem Inhalt des Mixers löscht ihr nun das Gemüse ab und kippt noch eine Dose gekochte Linsen dazu. Weiterblubbern lassen, bis das Gemüse al dente und die Sauce schön sämig ist. Rosmarin (und Reibkäse!! 😊) drüberstreuen- geniessen!

 


Wir haben einfache Salzkartoffeln dazu gegessen. Wer etwas mehr Zeit und Geduld hat kann wie Jamie stattdessen Kartoffelstampf machen, den auf das Gemüse streichen und das Ganze noch etwa 30 Minuten im Ofen überbacken. 

 

🍴 Bon Appetit!! 🍷

 

 

Auf speziellen Wunsch: 

Fotos vom optimierten Stall!

 

Oben die in den- um etwa 2 1/2 Meter verlängerten-
Laufstall integrierte Pony-Toilette;
unten Sattelkammertür und 2Beiner-WC, frisch
gestrichen in einem satten Blaugrün.
 

Einen sehr gemütlichen Sonntag wünsche ich euch, 

ganz 💞liche Hummelzgrüsse!

 

...ach, und PS- weils mir grade auffällt: 

Gestern feierte mein Blog sein 11-jähriges...🎉🎉 und hat es in dieser Zeit auf über eine Million Klicks geschafft. Darauf lege ich nicht der Zahl Willen Wert sondern weil sie mir zeigt dass das, was ich schreibe, scheinbar doch so einige interessiert.....Merci für euer Hiersein!

 

 


  

Samstag, 12. September 2020

IRGENDEINER EINE AHNUNG??

Ppppfffftttthhhhhh.....  😡

Da möchte man ganz unbefangen mal die neue Bloggeroberfläche ausprobieren, damit man Anfang Oktober nicht dasteht wie der Esel am Berg. Denn noch bis Ende dieses Monats dürfen wir altgedienten Blogger die uns vertraute Variante zur Gestaltung eines neuen Post's benutzen, dann ist finito damit. Und Blogger schmeisst uns eine neue Vorlage vor die Füsse die mich, ehrlich gesagt, völlig überfordert.
Entweder ist damit etwas nicht in Ordnung, oder die machen sich lustig über uns.

(Okay. Ich habe mich hier schon des öfteren als völliger Elektronik-Blödi geoutet. Ich bin Anwender, nichts anderes, und noch dazu einer, dem in dieser Hinsicht ein paar Hirnwindungen fehlen. Und um ganz ehrlich zu sein: Ich habe weder Lust noch Ambitionen, stundenlang darüber zu brüten was ich anstellen muss, um einen neuen Post online zu kriegen. Ich meine: Ich drücke Herrn Sundar Pichai (dem CEO von Google) ja auch nicht ein Infusinsbesteck in die Hand und sage: "So, mach mal. Wenn wir Glück haben überlebt der Patient das!")

Bis dato war die Sache übersichtlich dargestellt und leicht anwendbar. SO sah die Oberfläche bisher aus:




Ohne ein enstsprechendes Studium absolviert zu haben fand man die Buttons um Schriftgrösse- und art zu definieren, um Bilder und Videos einzufügen oder Emojis etc. zu platzieren. Das Veröffentlichen ging ruckzuck, die Sache machte Spass und strapazierte nicht meine Nerven.

Aber jetzt?

Jetzt serviert man uns sowas. 
Um es mit einem Wort zu sagen: 
NICHTS.





Wie ein modernes Kunstwerk: Roter Strich auf weissem Grund.
Ferddisch.

Entweder bin ich inzwischen schlicht und ergreifend zu alt für social media. Oder zu unflexibel. Zu begriffsstutzig. 
Oder alles drei.

Kann mir einer erklären, wo ich hier die ganzen notwendigen Einstellungen finde die ich benötige, um einen Post zu schreiben?
Wenn ich den Titel getippt habe, dann hat sich die Sache auch schon erledigt. Ich komme ums Verr****en nicht weiter.

(Macht euch schon mal drauf gefasst, dass dies hier unter Umständen einer meiner letzten Posts sein könnte.....😳)


Trotzdem: Habt ein schönes Wochenende,
ganz ❤️liche Grüsse!


...und Kindärs, ich zähle auf euch!! 😏









Sonntag, 6. September 2020

AN TAGEN WIE DIESEN.....

Ich sag mal so: Ich bin wirklich froh, dass ich mit einem so stabilen Nervenkostüm ausgestattet bin. Ansonsten hätte ich in letzter Zeit das eine oder andere Mal Grund gehabt, dieses weit von mir zu schmeissen....

Damit das hier keine Ausmasse annimmt, die ganzen Geschichten im Telegrammstil:


  • Bilbo seit 26. Juli spurlos verschwunden.

Trotz aller Bemühungen nicht wieder aufgetaucht.
Unfall? Weggelaufen? Entführt??






  • Mautzo am Samstag vor 1 Woche vom Auto angefahren.

Rute abgerissen, wurde amputiert, ist inzwischen zum 2ten Mal in der Klinik (da starke Schmerzen sowie Darm und Blase noch nicht normal funktionstüchtig).
Hatte trotz allem ganz, ganz viel Glück! 





  • Sehr schwierige personelle Situation in der Klinik. Wieder mal.

Nächste Woche wird problematisch werden....
Ob unser Team wohl irgendwann wieder zur Ruhe kommt?




Trotzdem- es gibt auch Positives zu berichten:


  • Stall umgebaut ➼ neue Toilettenboxe für die Jungs. 

(Hoffe, die ckecken, wie das gemeint ist...! 😄)
Tür zur Sattelkammer und Wände des Zweibeiner-WC's neu gestrichen.
Alles tiptop aufgeräumt, aussortiert und geputzt.
Seit gestern sind die beiden Dicken wieder da. Hurra! 



🐴🐎🐴🐎🐴



Nach dem gestrigen, hoffentlich letzten wirklich heissen Tag(28°), ist es heute kühl, neblig und feucht. Aaaahhhhhh....ufatmen! Ich freu mich sehr auf den Herbst. Und auch auf den Alltag mit seiner nun wiedergekehrten Kontinuität (wie Stallarbeit, Reiten und lange Spaziergänge mit den Jungs).

Mein Kürbis gedeiht und blüht zwar unermüdlich, doch alle kleinen Kürbis-Ansätze wachsen bis zu einer gewissen Grösse, trocknen dann aber ein und fallen ab. Das wird wohl nix mehr.
Naja. Einen Versuch wars wert- und schön ausgeschaut hat es auf jeden Fall!

Ich wünsche mir schon, dass sich die Lage in allen Belangen jetzt endlich wieder beruhigt. 
Wär langsam an der Zeit....



Einen flotten Start in eine 
gute Woche wünsche ich euch,

❤️liche Hummelzgrüsse!









  

Samstag, 29. August 2020

PETITE!


Manchmal hat man einfach keine Ideen für einen neuen Post- wie gut, wenn einem liebe Mitbloggis dann mit Inspiration unter die Arme greifen!

Tina hat in ihrem aktuellen Post "la france" thematisiert- und das wiederum
hat mich an eine Winzigkeit erinnert, die mir vor vielen Jahren geschenkt wurde und die es verdient, mal etwas Aufmerksamkeit zu bekommen!

Mein Grossvater reiste irgendwann zwischen 1925 und 1930 nach Paris und brachte von dort ein winzigkleines Souvenir mit nach hause: 
einen entzückenden Minimini-Feldstecher aus Metall, gerade mal 1,5 x 2 cm gross. Alleine die detailverliebte Ausarbeitung erstaunt, aber das Teilchen hat noch einen ganz besonderen Clou zu bieten: Wenn man durchguckt erkennt man klitzekleine Darstellungen einiger architektonischer Sehenswürdigkeiten und Denkmale in Paris.
Den Tour d'eiffel natürlich, den Arc de triomphe, Notre-Dame de Paris et beaucoup d'autres. 
Man wundert sich wirklich, wie man schon damals eine solche Winzigkeit mit diesem Innenleben zustande gebracht hat! 

Lange kullerte der kleine Feldstecher in einem Kartonschächtelchen rum und ich sorgte mich, dass er einmal verlorengehen könnte.
Also setzte ich mich vor ein paar Jahren hin und nähte ein kleines Leinenkissen, dekorierte es mit Spitzen, einem Bild von Paris' Wahrzeichen, einem Metallknopf und Seidenband und versah es mit einer kleinen Tüllschleife, an die ich den Winzling gebunden habe.




Seither steht das Kissen auf einem kleinen Regal im Arbeitszimmer zusammen mit andern Andenken, erinnert mich an meinen Grossvater und daran, dass ich Paris, der Provençe oder der Normandie irgendwann doch noch mal einen Besuch abstatten möchte; das entspannte franzözische savoir vivre und die elegante Sprache mag ich ausgesprochen gerne. 

Ach! In diesem Zusammenhang empfehle ich allen Frankophilen unter euch gerne noch dieses Buch: 


"La vie est belle" 
von Henrietta Heald / 
Busse Collection. 

Ein zauberhaftes Buch über die verschiedenen Regionen Frankreichs mit wunderbaren Fotos, Texten und Rezepten, auf dickes, mattes Papier gedruckt und in loser Folge von Seiten aus Pergamentpapier unterbrochen, auf denen Zitate und Lebensweisheiten zu lesen sind. 
Ein Traum für alle, die in Gedanken eine Reise nach Frankreich unternehmen möchten!




Bon week-end, mes chères,
à tout à l'heure!
🇫🇷




Mittwoch, 19. August 2020

BR-DESIGN!


Folgende Situation:
✂️✂️✂️✂️✂️


Die eine (aka "die Bahnwärterin"

  • pflegt ein inniges Verhältnis zu Nähmaschiene, Schnittführung und Stoffen aller Art 
  • hat vor vielen Jahren den Umgang damit studiert und ihr Können perfektioniert 
  • und erfreut die geneigte Blogger-Leserschar immer wieder durch ihre ganz unkonventionelle Art, sich zu kleiden

Die andere (aka "FrauHummel")

  • bekam vor vielen Jahren ein grosses, feines Stück Stoff mit Lochstickerei geschenkt
  • wusste bis dato nicht wirklich etwas damit anzufangen und
  • befand es aber als eigentlich viel zu schade, das Textil in der Truhe heimlich, still und leise verstauben zu lassen 
Dieser Meinung war auch die Bwärterin. Sie unterbreitete der Hummel ein grosszügiges Angebot, und nach einer kurzen, aber zielführenden Konversation der beiden miteinander und dem Austausch von Ideen und Wünschen einigte man sich auf "Grün", das Gewebe drehte eine Runde in der Waschmaschiene unter Beigabe eines Farbpigmentes und wurde anschliessend, sorgfältig verpackt, auf die Reise in die säx'sche Schweiz entsandt. 

Dort entstand in den Händen der versierten Textilfachfrau ein luftiges, bequemes Kleidungsstück, schlicht und einfach, so wie es der Wunsch war, aber von schönster und sorgfältigster Verarbeitung. Ebendieses machte sich nach erfolgreicher Fertigstellung auf den Rückweg in die "richtige" 😉 Schweiz, wo es mit grosser Freude in Empfang genommen wurde.

Seither wurde es schon viele Male spazierengetragen, auch z.B. beim Wandern durch den sommerlichen Wald.






Ist es nicht einfach schön, mein neues Blüschgen??

Mercimerci, liebste Bahnwärterin 😘, das hast du ganz wunderbar gemacht!
Ich freue mich sosehr über dieses Unikat "handmade by BR-Design"! 

Falls euch interessiert, was aus der 2ten Hälfte des Stoffes geworden ist: guckt bei der Bahnwärterin rein. Denn sie hat sich ebenfalls ein neues Oberteil genäht; es ist ganz ähnlich- und doch so anders! Alleine schon deshalb, weil die Bwärterin es natürlich mal wieder mit sicherer Hand kombiniert hat....

Das Bloggen sorgt also nicht nur für einen regen elektronischen Austausch, sondern es entstehen mitunter sogar ganz "handfeste" Dinge.
So gefällt mir das....



Ganz ❤️liche Grüsse
(diesmal besonders hoch ins BWhäuschen,
verbunden mit einem innigen Drüüüücker!)







Samstag, 15. August 2020

MIT EINEM FUSS IM HERBST



"Mitti Aigschtä gahts nitzi!"
("Mitte August gehts abwärts!")

Diese Aussage findet in unserem Dialekt Anwendung wenn man meint, dass der Sommer ab der zweiten Hälfte August merklich herbstliche Züge annimmt.

Dass diese Formulierung nach wie vor Bestand hat zeigte sich heute Morgen beim Blick aus dem Fenster. Zarte Nebelschwaden waberten durchs Riedland vis-à-vis, die Strahlen der aufsteigenden Sonne brachen sich in Milliarden von Tautropfen, die Temperatur durfte man ohne Übertreibung kühl nennen und man meinte, schon eine Spur von Herbst in der Luft erschnuppern zu können. 
Bestimmt sind uns noch ein paar "richtige" Sommertage vergönnt- 
doch der Wandel ist unverkennbar.



Hier in den Bergen tritt diese Wende oft sehr abrupt ein. Auch wenn das bis dato ein Sommer war, den ich als sehr angenehm beschreiben würde (weil es, trotz vieler richtig heisser Tage, doch auch immer wieder ausgiebigen Regen und Abkühlung gab), so freue ich mich sehr auf meinen geliebten Herbst!


Die Tage sind bereits unverkennbar kürzer geworden.
Morgens beim Aufstehen ist es noch recht dunkel, 
abends verabschiedet sich die Sonne schon viel eher 
und die Nächte kühlen ordentlich ab.

*****

Tja! 
Und weil man demnächst abends wieder eher das Licht in der 
Wohnung anknipsen muss, haben wir endlich auch unsere "neue" Schlafzimmerlampe montiert.

Auf meinem Heuboden hatte ich vor geraumer Zeit eine schöne, alte Umlenkrolle gefunden, die mir letzthin wieder in die Hände fiel. 
Das hölzerne Rad habe ich mit Antikwachs behandelt, die in Ehren verrosteten Metallteile belassen, wie sie sind.
 Im Baumarkt erstand ich eine sehr hübsche Lampenfassung aus gebürstetem Metall mit einem (knallroten!) Textilkabel und eine nostalgisch anmutende Glühbirne dazu. Das ganze Gedöhns haben wir zusammengefriemelt und an den hölzernen Deckenbalken im Schlafzimmer montiert.



Fazit: Witzig, upcycelt, preiswert und unique!

*****


Und mein Kürbis? 
Der hat inzwischen den ganzen Miststock geentert, unternimmt beherzte Ausbruchsversuche und trägt riesige gelbe Blüten.
Na, das wird was- die Trümmer sollen laut Beschrieb bis zu 13 kg schwer werden....
😄




Frohen Sonntag, meine Lieben
ganz ❤️liche Grüsse!







Samstag, 8. August 2020

ZERSTÖRUNG UND AUFBAU

Vor Kurzem hat unsere liebe Bahnwärterin in diesem Post das Buch 


"Auf der Suche nach dem Geschmack der Kindheit- 
mein Leben als furchtlose Gärtnerin" 

vorgestellt. Ich kann es mir schenken, den Inhalt kurz zusammenzufassen- die BWärterin hat das schon perfekt abgeliefert. Bitte informiert euch diesbezüglich auf ihrem Blog!
Weil ich mir gerne interessante, gut recherchierte Lektüre zu Gemüte führe und jetzt viel Zeit zum Lesen habe, bestellte ich mir ein Exemplar bei der Buchhandlung meines Vertrauens- und konnte schon am nächsten Tag meine Nase reinstecken.

Inzwischen hab ich es bis auf ein paar Seiten ausgelesen. 
Und bin ziemlich konsterniert.

Was vom Cover her optisch wie ein "Mädchen-Gartenbuch" (O-Ton BWärterin) daherkommt, ist in Tat und Wahrheit starker Tobak (dito!😄)
Ich kann das, was mich so unglaublich betroffen macht, hier in ein paar Sätzen nicht sinnvoll wiedergeben, denn das Buch bietet 

a) eine Fülle von Informationen, die im Anhang alle mit Verweisen zu ergänzender Literatur und den entsprechenden Nachweisen belegt werden, 

und 

b) liest sich nicht süffig wie ein Roman, nein: man muss sich schon konzentrieren und das Oberstübchen ordentlich mitarbeiten lassen.

Aber WENN man es gelesen hat, dann will man nie wieder EU-Richtlinien-genormtes, makelloses, in Massen aus der Erde gezerrtes Obst und Gemüse essen. (Und schon gar keines aus noch entfernteren Ecken dieses Planeten...)Die Fakten sind, gelinde ausgedrückt, schockierend. Und wer sich nicht schon vorher mit der Materie auseinandergesetzt hat, der möchte es im ersten Moment gar nicht glauben. 

"FAKE NEWS!!" würde ein gewisses Staatsoberhaupt mit karottefarbenem Teint und schütterer "Comb over"-Friese über dem dümmlichen Konterfei wohl wieder entrüstet zetern....

Doch leider, und eigentlich wissen wir es ja alle schon, werden einem in diesem, streckenweise sogar humorvoll zu lesenden, Buch nichts als die nackten, schonungslosen Tatsachen um die Ohren geschlagen. Mitunter wird es einem beim Lesen beinahe zuviel. "So genau möchte man das gar nicht wissen!" ist man versucht zu denken. So katastrophal sind die Tatsachen, so bedrohlich die Konsequenzen für Natur und Mensch, sollte sich nichts ändern. Und doch: Nur der gut informierte Mensch ist fähig, sein eigenes Verhalten entsprechend zu überdenken und sich einzusetzen für eine Wende, die unumgänglich ist.

Ich kann euch dieses Buch wirklich nur empfehlen. Und auch wenn es einem ziemlich erschlagen im Lesesessel zurücklässt, auch wenn man am liebsten wie die 3 Äffchen nichts mehr sehen, nichts mehr hören möchte und einem bald auch nichts mehr zu sagen einfällt: 
Es motiviert einem unglaublich, dieses System ✭im Rahmen der eigenen Möglichkeiten✭ zu boykottieren. (✭ mit dieser Redewendung schütze ich mich selber davor, zu verzweifeln. Denn wir können nicht alleine die Welt retten, aber wir können unseren Teil dazu beitragen!)



Merci pixabay!

Wie ein Geschenk zur mentalen Regeneration erschien mir dann die Tatsache, dass Ursula "ännet em Hoger" mir praktisch gleichzeitig das "Werde / the Art of green Living"-Tausch-Magazin 2/20 zugesandt hat. (Merci beaucoup, meine Liebe!) Wieder einmal ist es randvoll mit Reportagen über Menschen überall auf dieser Welt, die sich diesem paradoxen und kranken System widersetzen. Leise und ohne grosses Aufhebens arbeiten sie im Einklang mit der Natur, regenerieren verloren Geglaubtes oder erschaffen Kunst in vielfältigster Art. Diese Texte berühren das Innerste des Lesers und lassen mit jedem Satz das kraftvolle Gefühl keimen, dass noch nicht alles verloren ist und dass es Chancen gibt. 

Aber wahrnehmen und umsetzen muss man sie! Und sich nicht beirren lassen. Nicht auf die hören, die meinen, es besser zu wissen. 
Denn ich bin mir sicher: Sie werden irgendwann ganz leise werden. Und wenn auch nicht öffentlich, doch zumindest sich im Stillen eingestehen müssen: Sie (die vermeintlich durchgeknallten Ökokekse) lagen richtig.




Geniesst das
☀️SUPER-SOMMER-WOCHENENDE☀️
meine Lieben,

❤️lichste Hummelzgrüsse!










Dienstag, 4. August 2020

NATU(e)R(lich)

Es gibt vieles in meinem Leben, auf das ich problemlos verzichten kann. Die Natur gehört definitiv nicht dazu. Für mein persönliches Wohlbefinden ist direkter und täglicher Kontakt mit ihr unabdingbar.
Ich meine, es schon erwähnt zu haben: In der Stadt zu leben käme für mich niemals in Frage. 

Eine richtig gute Lebensqualität hat für mich viel mit Natur zu tun. Und das hängt nicht alleine davon ab, ob die Sonne scheint oder ob es, wie jetzt gerade, in Strömen regnet. Für mich ist die Natur wie eine uralte, ausgeklügelte Maschine, in der ein Zahnrädchen ins andere greift. Alles in der Natur hat seinen Sinn und seine Aufgabe, grundsätzlich ist alles voneinander abhängig. Wenn man sich die Zeit nimmt zu beobachten, was alleine schon auf einem Quadratmeter Wald oder Weide lebt, dann entschlüsselt sich einem dieses Wunderwerk und man beginnt, die Zusammenhänge zu verstehen. 

Die Abläufe in der Natur sind etwas vom Erstaunlichsten, was man sich vorstellen kann. Manchmal legt sie ein atemberaubendes Tempo vor- das erlebe ich gerade bei meinem Kürbis auf dem Miststock. Als die Dicken in den Jura gefahren sind hab ich ein paar dieser kleinen Kürbiskerne gesteckt. Schon nach ein paar Tagen streckten die ersten grünen Triebe sich der Sonne entgegen- inzwischen bedeckt die Pflanze den halben Miststock, und man kann ihr tatsächlich beim Wachsen zuschauen. Sie kommt mir vor wie die Erbsenranke, die sich bis hoch ins Land der Riesen gewunden hat....
Oder die kleinen Schwalben und Rotschwänzchen im Stall. Kaum geschlüpft entwickeln sie sich im Eilzugstempo und hüpfen nach vielleicht 3 Wochen schon aus dem Nest, erkunden die Welt und legen Ende Sommer Wahnsinnsstrecken zurück, um in wärmere Gefilde zu gelangen. 

Handkehrum aber braucht unser Ökosystem viel Zeit- gerade wenn es darum geht, sich zu regenerieren. 
Das habe ich beispielhaft an unserer Weide erfahren. Übernommen haben wir sie vor 12 Jahren als reine "Monokultur"; es gab nichts als Futtergras, ein paar Blakken und im Frühling etwas Löwenzahn und ein paar Gänseblümchen.
Totes Land aus der Sicht von Insekten und Kleinlebewesen.
Was also tun? Am besten NICHTS. Es hat sich bewiesen, dass man in diesem Fall am erfolgreichsten ist, wenn man der Natur das Zepter überlässt. Wir haben nie gemäht, höchstens ein Mal im Jahr etwas Hühnermistpellets ausgebracht, im Herbst alles einfach verrotten lassen. Einzig die Blakken haben wir geschnitten, denn die werden sonst zur Plage und verdrängen alles andere.
Es hat Jahre gedauert, bis sich das Stück Land vollständig erholt hat. Aber wie! Es ist ein echtes Vergnügen zu sehen, wieviele verschiedene Gräser, Kräuter und Blümchen sich inzwischen angesiedelt haben. Und die Insekten sind zurückgekommen! Ich getraue mich kaum noch, über die Weide zu gehen aus Angst die Grashüpfer totzutreten, die in Scharen vor meinen Füssen hochspringen. Hummeln, Bienen, Falter, Schwebfliegen, Käferchen aller Art- es summt, brummt und krabbelt, dass es eine Freude ist! Sogar eines dieser riesigen grünen Heupferde habe ich letzthin- zum ersten Mal in meinem Leben überhaupt!- auf der Weide entdeckt.


Nun ist der Mensch aber leider seit längerem dabei, viele Zahnrädchen aus dem Natur-Getriebe zu brechen- das Maschinchen rumpelt schon bedenklich. Es ist höchste Zeit wieder ein Gefühl dafür zu entwickeln, dass die Natur zwar sehr gut ohne den Menschen, der Mensch aber keinesfalls ohne die Natur bestehen kann. 
Bei einigen ist dieses Erkennen schon angekommen; in meiner nächsten Umgebung und überall auf dem Planeten ahnen Menschen, dass sie endlich was unternehmen müssen. Weltweit werden voller Elan viele wunderbare Projekte angeschoben, die der Natur wieder auf die Beine helfen sollen. 

Jeder Einzelne von uns kann seinen Beitrag leisten. Auch wenn es "nur" ein paar nektarreiche Pflanzen in Töpfen auf dem Balkon sind, oder wenn man seinen Rasen einfach mal einen Monat länger stehen lässt und vielleicht sogar eine Handvoll Wildbumensamen ausstreut.
Eine gute Idee ist es ausserdem, nicht immer alles tiptop aufzuräumen. Einen Haufen Äste und Laub in einer Ecke des Gartens nehmen viele kleine Landschaftsbewohner gerne als Unterkunft und Schutzort an!

Jeder Schritt weg vom "ordentlichen, (vermeintlich) pflegeleichten und praktischen" Garten ist ein Schritt hin zur natürliche(re)n Landschaft. 
Der Natur unter die Arme zu greifen kostet etwas Energie und vielleicht ein paar Fränkli, macht aber viel Freude und kann sogar das Fitnessstudio ersetzen. Wenn man seinen Rasen, der dann eine Ökowiese ist, z.B. mit der Sense mäht. Die richtet, notabene, viel, viel weniger Zerstörung an als ein Rasenmäher oder, noch schlimmer, ein Mähroboter. Der mäht nämlich auch gleich noch die Igel tot....

Ich bin mir sicher: wer hier liest, der ist schon auf einem guten Weg! 😊 Und ganz sicher animiert man andere durch das eigene "Vormachen" dazu umzudenken und es auch mal anzugehen.

Übrigens: bei der Bahnwärterin gibt es immer wieder Posts zu naturnahem Gärtnern (und einem nachhaltigen Lebenswandel im Allgemeinen), und Tina befasst sich in ihrem neuesten Post auch gerade mit dem Thema "Insekten". Schaut mal rein und macht mit!

Jeder Einzelne von uns wird davon profitieren.


❤️lichste Hummelzgrüsse!