Sonntag, 27. September 2026

EIN.GEKAUFT!

 Früher, als ich Kind war, fanden sich in unserem Dorf noch viele Läden. Neben mehreren Lebensmittelgeschäften und Molkereien erinnere ich mich z.B. an eine Papeterie und an ein Schuhgeschäft, den Schuhmacher dazu gabs gleich ums Eck. Man kaufte im Eisenwarengeschäft mit deckenhohen Schubladenschränken, in denen jede Art von Schrauben, Nägeln, Scharnieren und Haken lagen, es gab ausserdem Geschirr, Taschenlampen, Gartengeräte und 1000 Dinge mehr. Den Laden von Frau Fischer habe ich noch bildlich vor Augen; die freundliche alte Dame bot alles rund ums Thema Nähen, Stricken und Flicken an (und launige Dinge wie z.B. diese breiten, silbernen Fingerringe mit Sternzeichenmotiv, von denen ich damals ganz unbedingt gerne einen gehabt hätte!). Und ich kann noch sehr genau diesen Geruch im urigen "Chäslädäli" der beiden alten Schwestern in der Untergasse in meinem Gehirn abrufen: etwas modrig und muffig, nach feuchtem Stein, Holz, Käse und Wurst. Man stieg ein paar Stufen runter in eine Art Kellergewölbe, in dem dicke Käselaibe im Regal lagen, Würste über der Theke hingen und einem die schon recht betagten Damen in langen Röcken mit Überschürze bedienten. Die beiden waren mir ein wenig unheimlich, obwohl sie uns Kindern immer ein Riemchen Käse extra zugesteckt haben... 

 

Merci, Pixabay! 

 

Dieses ganze alte Haus ist inzwischen, wie viele der Läden auch, verschwunden, und selbst das grosse Lebensmittelgeschäft mitten im Dorf wurde vor ein paar Jahren ohne Vorwarnung von einem Tag auf den nächsten dichtgemacht. Ich hatte dort zwar nur sehr selten eingekauft, denn es fand sich nicht ein einziges Bioprodukt im Sortiment, das Gemüse und die Früchte lagen oft schon scheintot in den Regalen, und die Frau, die den Laden führte, hatte die äusserst unangenehme Angewohnheit, ihren Angestellten quer durch die Räumlichkeiten hinterherzuschreien.

Ein Dorf, das seine Geschäfte verliert, verliert nun leider auch sehr viel an Leben und Gemeinschaft. Aber so nach und nach eröffneten innovative Menschen wieder neue Einkaufsmöglichkeiten. Die Drogerie kam zurück, es gibt inzwischen zwei Blumen- und einen Teeladen, sogar eine Kleiderboutique hat sich etabliert, und auch das grosse Lebensmittelgeschäft im Zentrum öffnete vor einer Weile wieder seine Schiebetüren. Dort präsentiert sich jetzt ein wirklich umfassendes Sortiment, es gibt praktisch alles auch in der Bioversion, sogar meine bevorzugte Körperpflegelinie. Die Angestellten sind nett und zuvorkommend, und: mit dem Laden kam auch das Leben zurück ins Dorf. Jemand, der in einer Stadt lebt, kann sich das vielleicht gar nicht so vorstellen- aber seit der Wiedereröffnung halten sich deutlich mehr Menschen im Dorf auf. Alt und Jung trifft sich, hält einen Schwatz und kauft ein. So bleibt, als wirtschaftlich nicht zu unterschätzender Nebeneffekt, auch das Geld im Ort. Weil man nicht mehr in die umliegenden Orte fahren muss, um seinen täglichen Bedarf abzudecken, und daher gleich auch noch die andern ansässigen Geschäfte mitberücksichtig.

So entsteht eine 

 

WIN-WIN-Situation

für alle Beteiligten.

🛒 

 

Kommt gut in die neue Woche! 

  

 

Dienstag, 22. September 2026

LET'S.PARTY!!

Aus dem Fenster guckt man gerade wie in ein herbstliches Diorama, in dem die Sonne weich vom lichtblauen Himmel scheint, ein inzwischen kühles Windchen die sich verfärbenden Blätter der Bäume schaukelt und bunte Blütenköpfe mit orangen Kürbissen, strahlendgelben Quitten und dem saftigen Rot der letzten reifenden Cherrytomätchen im Garten um die Wette leuchten.

Und obwohl das alles nur so vor Leben strotzt, macht sich in mir langsam, aber merklich diese Ruhe breit, die mich im Herbst tief aufatmen lässt. Es ist ein so dermassen anderes Gefühl als im flirrigen, heissen Sommer- viel bedächtiger, gelassener und stiller. Und ausserdem sooo befreiend!

Jetzt steigt auch die Lust auf etwas gehaltvollere Mahlzeiten wieder. 


Wir haben uns schon herbstlich eingegroovt mit (von oben links im Uhrzeigersinn) Blumenkohlcurry mit Basmatireis, währschaftem Käsekuchen, einer urchigen "Chässchnitte" à la 'Ummel, bei der auf dunkles Brot geschmorte Fleischtomatenstücke kommen, überzogen von in Weisswein geschmolzenem Bratkäse und on top ein feines Spiegelei, und 
einer Gemüsepfanne mit allem, was der Garten so hergab. Eins wie das andere sooo lecker- und kulinarisch hat der Herbst noch viel mehr zu bieten! Auch Zwetschgenkuchen hab ich gebacken und Zwetschgenkonfi mit Zimt eingekocht, hmmmmm!


Ausserdem hatten wir Grund zum feiern, meine mittlere Schwester lud letzten Samstag zum 60igsten. Dazu organsierte sie eine total coole Discoparty (mit DJ!), und so liessen wir die 60er/70er/80er-Jahre wiederaufleben.

 

 

Man glaubt nicht, wie ausgelassen die Gäste (wovon die meisten ja ab Mitte 50 aufwärts im Alter standen!) tanzten und mitsangen und sich auch entsprechend gekleidet hatten!

Herr und FrauHummel...PEACE! 😁

 

 

3 Schwestern in Action (und im Hintergrund mein Patenmädchen Catrin)......

 

 

....und sogar mein 89jähriger Daddy schwang mit dem Geburtstagskind das Tanzbein!

 

Die Fuhre war wirklich der Hammer, wir tanzten bis in die Puppen durch. Und ich muss büssen: seit Tagen schleppe ich mich mit schmerzenden Knochen und einer nicht weichen wollenden Müdigkeit durch die Tage. 🥴

 

 Aber hej! 

Let's Party!!

 

 


 

 

Sonntag, 6. September 2026

HERBST? HERBST!

 

Die Dicken sind wieder da! Langsam wurde es aber auch Zeit, sie fehlen auf Dauer einfach im Gefüge des hummel'schen Alltages... 😊  Harry hat an Gewicht verloren diesen Sommer, ein richtig "magerer Stirzel" ist er geworden. Das liegt sehr wohl auch daran, dass er sein Cushing-Medikament jetzt über 16 Wochen nicht bekommen hat. Ansonsten sind die beiden fit und fröhlich und haben sich gleich auf das kniehoch stehende Weidegras zuhause gestürzt; ich bin zuversichtlich, dass wir noch ein paar Kilo Reserve-Speck auf Harrys Rippen bekommen!

 


Jetzt kann man deutlich erkennen, wie ganz anders der 

Bewuchs meiner Weide im Vergleich zu denen ringsum ist!

 

Trotz noch sehr warmer Tage vollzieht sich hier langsam, aber stetig der Wandel hin zum Herbst. Die Spyren (Mauersegler) sind schon lange weggezogen. Von einem Tag auf den andern verstummten ihre typischen Rufe schon kurz nach Anfang August- und das macht mich jedes Jahr ein klein bisschen melancholisch. 😢

Die Schwälbchen allerdings sind noch da. Abends sausen bestimmt 25 oder 30 dieser kleinen Flugakrobaten rund um den Stall, sich und der Welt laut plappernd mitteilend, wie schön das Leben doch ist. Aber es wird nur noch ein paar Tage dauern, bis auch sie sich auf den Weg in den Süden machen. Und dann darf man behaupten, dass der Sommer passé ist.

Ich freue mich darüber, dass das Licht deutlich weicher und klarer geworden ist und die Nächte dafür kühl und feucht sind; frühmorgens liegt bereits ordentlich Tau auf dem Weidland, und den Stall erreiche ich wieder bei Dunkelheit. Im Garten setzen sich herbstliche Akzente durch: das Pink der Hortensienblüten ist zu einem Altrosa verblasst, an der Schopfwand leuchten dunkelblaue, herrlich süsse Trauben (und die gelben am Balkongeländer haben fast alle die Wespen oder Amseln weggenascht!), unter dem Bergahorn und der Platane liegen Haufen trockener Blätter. 

 


 

Und die riesige Sonnenblume, die mich an Grösse deutlich überragt, wiegt sinnierend ihren mächtigen Kopf im warmen Wind- wohl ahnend, dass die Zeit der Veränderung gekommen ist. 

 


 

Apopo Veränderung: gerade kämpfe ich mit einer Phase, in der auch ich persönlich gerne eine vollziehen würde, und zwar ausschliesslich im beruflichen Bereich. In mir macht sich in letzter Zeit das Gefühl breit, dass ich es irgendwie keinem mehr Recht machen kann. Auf ganzer Strecke gestaltet sich alles ziemlich anstrengend, so vieles hat sich verändert, im Spital selber, unter den Kolleginnen....und die gesundheitlichen Malaisen sorgen definitiv nicht für Entspannung.

Doch die Alternativen sind mau. Und: macht es wirklich Sinn, wegen der verbleibenden (höchstens!) 3 1/2 Jahren bis zur Rente nochmals alles auf den Kopf zu stellen?

Also bleibe ich optimistisch; die Tiere und die Natur sorgen zuverlässig für ein stabiles Gegengewicht- ich schaue jetzt mal, was kommt, und reagiere entsprechend. Wenn nötig. 

Auf jeden Fall aber bin ich sehr glücklich darüber, dass ein Ende meines Berufslebens absehbar ist. Die Arbeitswelt heute taugt einfach nicht mehr für ü60er. Oder vielleicht wird auch umgekehrt ein Schuh draus.....

 

🍂🌻🍁