Donnerstag, 14. April 2016

WER HAT, DER NIMMT SICH....

Da gibt es in den Staaten diesen jungen Mann. Nennen wir ihn mal Jeff. Jeff also hat sich den "Social Experiments" verschrieben.
Will heissen: Jeff tut in aller Öffentlichkeit ungewöhnliche Dinge und hält die Reaktionen der Passanten mit versteckter Kamera fest.

Das eben erst im TV gesehene Beispiel hat mich wirklich berührt. Und hat in mir (mal wieder!)eine leichte Aggression einer gewissen Spezies von Mitmenschen gegenüber aufsteigen lassen.





Folgendes:

Jeff hat sich sein Jackett über und über mit Ein-Dollar-Scheinen beklebt. Und ein Kartonschild geschrieben:

"Nimm dir, was du brauchst" 

So ausgestattet schlendert Jeff also durch die Strassen einer amerikanischen Grossstadt. Ihr könnt es euch denken: Er bleibt nicht lange unentdeckt.

Eine junge Wasserstoffblondine (Typ Vorzimmerdame) im chicen Kostümchen und auf Highheels daherstöckelnd, die teure Designerbag in der Armbeuge spazierentragend, pickt sich sichtlich amüsiert einen Dollarschein nach dem andern von Jeffs Jacke. Eine ganze Handvoll.
Auf Jeffs irritierte Frage hin, ob sie das Geld denn wirklich brauche, meint sie fröhlich:
"Aber ja doch! Ich hab gleich einen Termin im Nagelstudio!"

:o/

Ein paar Schritte weiter dann bereichert sich ein dicklicher Herr in Anzug und Krawatte nicht weniger ungeniert an Jeff. Sein Erscheinungsbild lässt nicht mal den Hauch einer Ahnung aufkommen, dass er minderbemittelt sein könnte.
Jeff erkundigt sich erneut: "Brauchen sie das wirklich?"

"Ja wenn's doch gratis ist? Warum soll ich es mir nicht nehmen??"

Aha.

Nächste Szene: 
Jeff entdeckt einen am Strassenrand sitzenden Obdachlosen mit seinem Hund und wird nun selber aktiv:

"Möchten sie sich ein paar Scheine nehmen?"

Sichtlich überrascht steht der Obdachlose auf und nimmt sich zwei Dollarscheine.

"Ist das nicht ein bisschen wenig?" erkundigt sich Jeff. "Können sie nicht mehr brauchen?"

"Das reicht für mein Essen heute" antwortet der Obdachlose.

"Aber sie müssen morgen doch auch essen!" kontert Jeff.

"Nein, danke, das ist genug! Es gibt bestimmt noch mehr Menschen, die ein paar Dollar nötig haben!" 

Sagt's, setzt sich wieder an seinen Platz und knutscht seinen Hund. 

  o o o o o o o o o o o o 


Ich denke, jedes weitere Wort erübrigt sich.....

Habt's fein, ihr Lieben!

Herzliche Grüsse! 




Samstag, 9. April 2016

ALLES NICHT SO EINFACH

SAMSTAG.

Synonym für: 
  • Ein bisschen später aufstehen als unter der Woche
  • Viel Zeit für Stallarbeit, Frühstück anner Tanke, Ausreiten durch die wunderbare Natur, auch wenn der Frühling heute Pause macht (Kalt. Bise. Nieselregen. Und grade deshalb trotzdem so schön!!)
  • 1x pro Monat eine kurze Sitzung beim Coiffeur (heute! Neue Frisur! Dazu vielleicht ein anderes Mal mehr. ;oD)
  • Und: Zeit für den grossen Wocheneinkauf
Den haben wir soeben hinter uns gebracht. Was weiter ja kein besonderes Ereignis wäre, nüchwahr? Aber angeregt durch Anna's neuesten Post (hier lang, bitte!)und die Tatsache, dass sie in einem ihrer Kommis darüber staunt, wie konsequent die FrauBahnwärterin und ich in unserem Konsumverhalten sind, hat mich dazu veranlasst, wieder mal ein paar Gedanken dazu in Worte zu fassen.

Wer jetzt "Ochnöööö!! Nicht schon wiiieder!!" denkt und die Augen 'gen Himmel rollt, der möge bitte das Kreuzchen oben rechts anklicken. (Apfelanwender alternativ den roten Punkt oben links in der Ecke. Danke.) ;oD

Einkaufen und Konsumieren im Allgemeinen also.
Für viele ein Reizthema.
Im Gespräch mit andern stelle ich immer wieder fest, dass man subito in die Öko-Fuzzy-Ecke gestellt wird, sobald man sich als Bio-Käufer outet. Man hat Glück, wenn dann nur das Argument "Viel zu teuer!" ins Feld geführt wird. Eine Bekannte hat sich letzthin dahingehend geäussert, dass Bio sowieso in den meisten aller Fällen ein Fake sei, das einzig dazu diene, allen Dussligen dieses Planeten mit dem Hang zum Weltverbessertum das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die volle Verarsche sei das also. 

Ich gestehe: Ich kann das wirklich nicht kontrollieren. Wenn Bio draufsteht und das entsprechende zertifizierte Siegel die Verpackung ziert, dann glaube ich einfach, dass Bio drin ist. Und wenn ich Produkte aus regionalem Anbau kaufe bin ich mir doch ziemlich sicher, dass sie aus der näheren Umgebung kommen und nicht aus Timbuktu.
Da muss ich dann einfach ein gewisses Mass an Vertrauen walten lassen.
Kaufe ich Brot beim Bäcker im Dorf meine ich doch annehmen zu dürfen, dass der nicht irgendwelche "E's" in den Teig knetet. Und wenn ich Margarine in den Einkaufswagen schmeisse, die aus "40% reiner schweizer Butter und schweizer Rapsöl" und sonst gar nichts besteht, dann....aber ihr wisst schon, was ich meine.

So umweltverträglich wie möglich zu konsumieren ist eine wirklich schwierige Geschichte und ist, ich geb's ja zu, ab und an von einer gewissen Frustration geprägt. Kleines Beispiel? 

Ich wollte heute kaltgepresstes, biologisches Sonnenblumenöl für die Ponys erstehen. Die brauchen ein wenig Unterstützung im Fellwechsel, weil der sehr an ihren Energien zerrt. Es gab ein paar Sorten Schweizer Sonnenblumenöl, die waren aber alle raffiniert. Und genau das sollte es nicht sein. Also musste ich, wohl oder übel, zu einem kaltgepressten Bio-Öl aus dem Ausland greifen (zumindest steht da hinten drauf: aus ausländischem Bioanbau, in Umstellung auf Schweizer Bioanbau). Und immerhin kommt's in der Glasflasche daher, das Öl.

Seuffzzzzz..... Mit jedem abgehakten Punkt auf der Einkaufsliste wird die Anzahl an eingegangenen Kompromissen mehr. Einkaufen mit gutem ökologischen Gewissen ist manchmal echt schwierig und verlangt einem ein gewisses Mass an Flexibilität ab.
Bio-Peperoni aus Italien, oder lieber dann doch gar keine Peperoni?
Chicorée aus der Schweiz, der dann aber wahrscheinlich aus dem Treibhaus kommt? Und offene Lebensmittel, die man selber in mitgebrachte Dosen und Taschen abfüllen kann sucht man bei uns (noch?) grossmehrheitlich vergeblich. Sogar wenn ich den Käse an der Frischtheke kaufen möchte hat der hinterher mehr Verpackung drum (dünnes beschichtetes Papier PLUS eine Papiertüte!), als wenn ich ihn abgepackt aus dem Regal nehme. "Wir müssen das aus hygienischen Gründen so!" die Erklärung der Mitarbeiterin Verkauf.
Hei-ei-ei......

Allerdings bin ich wieder ein bisschen versöhnt, wenn ich Urdinkel-Teigwaren im Einkaufskorb hab, die hier 300 Meter Luftlinie von unserem Haus entfernt entstanden sind. Bio-Freilandeier aus Luzern. Pilze aus meinem Wohnort. Käse aus dem Nachbarort. Oder aber Seife, die eine liebe Mitbloggerin von Hand gesiedet hat.(Hab allerdings letzthin festgestellt, dass da Palmöl drin ist. Verdammt.) 

Was ich allerdings überhaupt nicht gelten lasse ist das Argument mit dem Preis. Denn wenn man sich wirklich Gedanken macht zu seinem Konsum und darauf achtet, WAS man kauft, WIEVIEL man davon kauft (nämlich nur so viel, wie man wirklich in den nächsten Tagen wegputzen kann!) und OB man das alles effektiv BRAUCHT, was man sich in den Einkaufswagen packt, dann wird man zum eigenen grossen Erstaunen feststellen, dass man tatsächlich WENIGER Geld ausgibt.
Wir sind der lebende Beweis dafür!

Was ich aber eigentlich damit sagen wollte?
Naja: Es ist oft ein anspruchsvoller Job, sich den Titel 

"Konsument mit konsequentem Verhalten in Bezug auf seinen ökologischen Anspruch"

zu verdienen....! ;oD

Ohne dabei radikal, fanatisch, intolerant oder ökofuzzig rüberzukommen. 
Denn damit würde man ja die ganzen Mitmenschen erschrecken und in die Flucht schlagen, die man gerne für die eine oder andere Idee in Sachen Umwelt- und Tierschutz gewinnen oder deren Blick man für den eigenen ökologischen Fussabdruck schärfen möchte.....



Habt einen gemütlichen Sonntag,
herzliche Grüsse!


....und heute mal ohne Bildchen!














Donnerstag, 31. März 2016

SCHAUMSCHLÄGERIN

Seit langem schon benutzen wir im HauseHummel nur noch marseillaiser und handgesiedete Seifen zum Duschen, Haarewaschen, Putzen und Geschirrspülen.
Einzig eine flüssige Handseife beeinträchtigte bisher noch ein klein bisschen mein gutes ökologisches Gewissen...! ;oD

Doch seit heute ist auch dieser Punkt auf meiner Liste abgehakt.
Ich hab mir nämlich selber eine Flüssigseife gekocht- und das ist so pupseinfach, dass ich es euch gerne ans Herz legen möchte. Es macht wirklich Spass und kostet soviel wie nichts! 

Es braucht wenig dazu: ein Häufchen gesammelte Seifenreste oder einen Block irgendeiner anderen hochwertigen (Kern-, Aleppo-, handgesiedeten oder wasweissichfür)Seife, ein bisschen Wasser, einen Topf, den Schwingbesen und etwas Geduld.

Ich hatte unsere kleinen Seifenrestchen, die einem ja bei jeder Gelegenheit aus der Hand flutschen, in einem Glas gesammelt.
Als erstes galt es nun, diese zu verhackstücken.
Den Versuch, sie auf der Bircherreibe kleinzukriegen habe ich nach kurzer Zeit aufgegeben. Es entsteht zwar ein wirklich feines Pulver, doch für meinen Geschmack hätte das viel zu lange gedauert, bis ich alle Stückchen da durchgehabt hätte.


Aber ich bin ja ein Fuchs, ne?? ;oD Also hab ich meine kleine Moulinette aus dem Schrank geholt, die Seifenrestchen etwas zerbrochen, in das Maschinchen gegeben und dann das Hackmesser kräftig rotieren lassen.
Und siehe da: Im Nullkommagarnichts war ganz feines Seifengranulat entstanden! 


Dieses kam nun in eine Pfanne und wurde mit Wasser angegossen.(Man nimmt auf 1 Teil Seife ca. 2 Teile Wasser.) 
Hitze drunter, aufkochen, rühren! 
Rühren. Rühren. Rühren
Hat was von Polenta, *ggg*!


Die Masse wird mit der Zeit ziemlich zäh, also immer mal wieder ein Schlückchen Wasser nachgiessen. Sobald man den Eindruck hat, dass die Konsistenz stimmt, kann man die Seife in einen passenden Behälter zum Aufbewahren umfüllen und erkalten lassen. C'est ça!



Ich hab übrigens ein bisschen blaue Lebensmittelfarbe druntergerührt, man könnte auch noch ein paar Tropfen Duftöl dazugeben. Aber ich finde, die Seife riecht so schon wunderbar, zart und unaufdringlich.
Es kann sein, dass die Seife nach dem Erkalten noch ein wenig nachdickt. Kein Problem: Einfach wieder un peu Wasser unterschwingen, et voilà!!

Ich hatte ca. 2 Deziliter Seifengranulat aus den Resten rausbekommen und war erstaunt, wie viel Flüssigseife das schlussendlich ergab.

Und weil's so schön passt werde ich dies bei nächster Gelegenheit bei Traude und ihrer Aktion "A new Life" verlinken.


Habt ein wonniges Frühlingswochenende, 
herzlichste Grüsse!


PS: Ganz lieben Dank für eure Anteilnahme zum letzten Post! 
Vajo hatte innert kürzester Zeit extrem abgebaut, konnte praktisch nicht mehr fressen und hatte sich auch schon vom Rest der Herde abgesondert. Er schien zu wissen, dass es mit ihm zu Ende ging. 
Also blieb mir nichts anderes, als mich schon wieder dieser traurigen Entscheidung zu stellen. 
Doch so ist es nun mal: Für seine vierbeinigen Freunde übernimmt man nicht nur die Verantwortung dafür zu sorgen, dass sie möglichst artgerecht leben, sondern dass sie auch kurz und schmerzlos sterben dürfen. 
Wer die Augen davor verschliesst, tut sich selber keinen Gefallen.....



Dienstag, 29. März 2016

PILAMAYAYE!



VAJO
24 gemeinsame Jahre

Guter Freund
Treuer Wegbegleiter
Geduldiger Lehrmeister




Pilamayaye wakan tanka nici 
un ake u wo, ahoe!

(Aus dem Indianischen:
Auf Wiedersehen,
möge der Große Geist mit Dir sein
 und Dich führen!)


Montag, 28. März 2016

CHOCOLAT

Aaaach, war das wieder schöööön!!
Ich liebe sie einfach, diese französischen Filme. "Die fabelhafte Welt der Amélie" zum Beispiel. Oder "Ziemlich beste Freunde". Mein film favori aber ist "Chocolat". Und das nicht, weil ich in einem Land lebe, in dem jeder Bewohner im Durchschnitt und nach Statistik 12 Kilogramm Schoggi pro Jahr verdrückt! ;oD

"Chocolat" also. Grade eben haben wir uns diesen Streifen von Lasse Hallström wieder angeschaut, zum hundertsten Mal ungefähr. Immer wieder holen wir diese DVD raus und geniessen 2 Stunden französisches flair. Und obwohl das eine englisch/amerikanische Produktion ist erfasst einem der französischen esprit von der ersten Minute an!

Die Geschichte wird getragen von der grandiosen Leistung der Schauspieler. Aaaahhh, diese zauberhafte Juliette Binoche! Die Geschichte erzählt, wie sie sich ausgerechnet in der Fastenzeit in einem verschlafenen Provinzstädtchen in Frankreich niederlässt und eine chocolaterie eröffnet. Mit einem entwaffnenden Lächeln und einem tableau voller pralinées stellt sie sich allen Problemen, die sich ihr in diesem verknöcherten Städtchen offenbaren, mischt die lustlose Gesellschaft auf und schafft es, mit Schokolade, Charme und einer grossen Portion Unbekümmertheit die Beziehungen der Bewohner untereinander und das Leben im Ort im Allgemeinen mit einer gehörigen Portion frischen Windes zu beleben. Denn dieser Wind- auch er hat eine überaus tragende Rolle! 



An ihrer Seite agiert Judy Dench als griesgrämige, diabeteskranke Vermieterin Armande. Man entlarvt ihre harte Schale aber schon sehr bald als caramel-mou-weichen Kern und amüsiert sich trotzdem über ihre ruppige Art. Und Lena Olin in der Rolle der kleptomanisch veranlagten, von ihrem Mann misshandelten Josephin hätte man im Laufe der Geschichte gerne zur Freundin. Überhaupt treffen einem diese zwei Charakteren mitten in die Seele; man möchte sie am liebsten persönlich kennenlernen und mit ihnen in Vianne's chocolaterie eine heisse Schokolade nach Art der Maya geniessen, verfeinert mit Chilipulver und Schlagrahm.
Und dann.....Johnny Depp.....muss ich mehr sagen?? ;oD Als musizierende "Flussratte" (und in meinen Augen in einer seiner sympathischten Rollen!) gibt er dem Geschehen den kleinen, erotischen Kick.




Die Kulisse so française, wie man sie sich nur vorstellen kann. Die Häuser und Gassen rauh, spröde, aber mit einer unglaublichen fascination. Wenn der kalte Mistral in die letzten Winkel fegt, die volets klappern und die Strassenlaternen schaukeln möchte man am liebsten bei Kerzenlicht im salon am cheminée sitzen, den châle eng um die Schultern geschlungen, und einen thé crème schlürfen.     


Aaaachjaaaaa.
Diese Filme sind irgendwie anders. Habt ihr schon mal beobachtet, dass alleine die Art der Sprache (auch wenn sie ins Deutsche synchronisiert wurden) so ganz different ist zu dem, was man von andern Filmen kennt? Ich weiss nicht, wie ich es beschreiben soll. Irgendwie sind die Dialoge einfacher, gradliniger, und trotzdem (oder gerade deswegen?)sehr ansprechend.
Ergänzend wird das Geschehen begleitet von einer raconteuse; das empfinde ich als überaus angenehm! 

Und man (ich!) ist gefangen von der Aura dieses Städtchens, seinen Bewohnern und dem französischen savoir-vivre, diesem einfachen, aber doch sehr genussvollen Lebensstil, der aus jeder Szene dieses Filmes tropft wie warme, süsse, crèmige Schokolade.....

Ich bin sicher: Ich schau mir den Film noch oft an. Und ihr solltet es auch tun. Aber sehr wahrscheinlich habt ihr schon. Es lohnt sich!

Übrigens hab ich mir eine neue DVD bestellt, ebenfalls un film français, der in der Provençe spielt, glaube ich. Alleine der Trailer hat mich schon fasziniert- ich werde berichten!

Alors, à la fin et pour le moment

Bonne soirée et salutation!




Freitag, 25. März 2016

IMMER MIT DER RUHE....


Ich sag mal so: Langsam aber sicher entwickle ich mich zu einem kleinen Eigenbrötler. Das hat bei Weitem noch nichts zu tun mit einer ausgewachsenen Anthropophobie, aber ich merke, dass mir Menschenmassen und deren Ansammlung immer suspekter werden. Riesige Konzerthallen voller drängelnder und schubsender Besucher sind mir ein Graus, ebenso Stadtfeste oder andere Gelegenheiten, bei denen sich mehr als 20 Homo sapiense auf weniger als 40 Quadratmetern tummeln. Alleine die Einladung zu einer Geburtstagsparty einhergehend mit dem Gedanken, einen Abend lang Konversation betreiben zu müssen mit Menschen, die ich nicht oder kaum kenne (und im schlechtesten Fall noch nicht mal mag!) versetzt meine Nerven in Vibration..... ;oD 
Inzwischen nehme ich in der Klinik sogar mein Mittagessen in unserem Wartezimmer ein, weil im Personalrestaurant ein derart penetrantes akkustisches Getöse herrscht, dass mir regelrecht anders wird.
Und Shopping stellt für mich heutzutage geradezu eine Strafe dar. Die Anhäufung von mehr oder weniger lebensnotwendigen Produkten, diese unglaubliche Auswahl an Dingen, die ich doch eigentlich gar nicht haben will oder brauche- noch dazu gekoppelt an dieses wuselnde Gedränge zwischen den Regalen und Menschen, die ihre Einkaufswagen mit immer noch mehr Gedöhns beladen....! Hei-ei-ei.... 

In meinem Job hab ich so viel mit Menschen zu tun, dass ich, sobald ich die Türen der Praxis hinter mir schliesse, einfach nur noch meine Ruhe haben will. Die finde ich im Stall bei meinen Tieren, in der Natur und in unserem Zuhause, alles Drei Orte meines "vorrangigen Lebensinteresses", wie es per Definition beschrieben wird. Sie geben mir die Ruhe und Entspannung, die so dringend nötig ist, um sich dem Tumult und der Hektik eines durchschnittlich in Erscheinung tretenden Alltages einigermassen unbeschadet stellen zu können.

Was ein Glück, dass auch der HerrHummel auf dieser Schiene läuft! 
So verbringen wir unsere gemeinsamen freien Stunden in schönster Harmonie, und wenn wir nicht im Stall anzutreffen sind dann zuhause, jeder in (s)eine Tätigkeit vertieft, werkeln, lesen, handarbeiten, schreiben Texte oder gucken Löcher in die Luft und sind beide höchst zufrieden damit.

Viele würde das bestimmt kribbelig machen und das Gefühl, andauernd was zu verpassen, könnte den einen oder andern beschleichen. Früher war ich ja auch so, war immer unterwegs mit dem Motorrad, fuhr an Openairs, Westernreitertreffen, Countrykonzerte, Turniere. Damals war mir kein Weg zu weit, Hauptsache, was los!

Inzwischen sind meine Ansprüche an (m)ein Leben andere, und ich schätze mich wirklich glücklich, dass ich diese auch umsetzen kann.

Entsprechend diesem Bedürfnis wird Ostern bei uns sehr ruhig und beschaulich werden. Brunchen mit der Familie, Reiten, Faulenzen. Ferddisch. Haaaachzzz......

Auch meine österliche Dekoration ist sehr einfach geworden. Ein kleines Körbchen mit einem einzigen (!) verzierten Ei drin, arrangiert mit einem Porzellanhasen auf einem alten Metallteller. 
Nicht mehr und nicht weniger, aber hübsch anzusehen.


Körbchen: handmade by FrauHummel*
verziertes Ei: handmade by FrauHummel*
Porzellanhase: Geschenk von 
MuttiHummel und DaddyHummel*
Teller: Brocki*

*keine Werbung! ;oD




So!!
Und jetzt geniesst die freien Tage, lasst die Seele baumeln und macht es euch schön. Frohes Eiersuchen!

Frühlingshaftfröhliche Osterhummelzgrüsse!





Sonntag, 20. März 2016

DEUX PIÈCES

Gemessen an andern Frauen, die ganze Ballsäle mit ihrer Garderobe befüllen könnten, bin ich ja ein kleines Licht. Meine ganzen gesammelten Klamottenwerke machen sich grade mal in einem 3türigen Schrank breit. Da ist aber ALLES drin, also Garderobe für alle Jahreszeiten, Anlässe und Lebenslagen. Alleine die Teile, die ich nur zum Reiten und im Stall trage, belegen in etwa einen Drittel der Fläche. (Was ja, gemessen an der Zeit, die ich mit meinen Ponys verbringe, absolut gerechtfertigt ist!)

Stehe ich also letzthin wieder mal vor ebendiesem Schrank. Um mir einen erneuten Überblick zu verschaffen, ob es denn nichts mehr gäbe, was man aussortieren könnte.
Und zu meinem grossen Erstaunen stelle ich fest: Nö. Wenn ich von dem, was noch da ist, fröhlich und rigoros weitere Teile ausmiste, könnte mich das in absehbarer Zeit in einen Textiliennotstand manövrieren....
Aber da hängt dieses Kleidchen. Handgefertigt von einer lieben Bekannten aus wunderhübschem hellgrauem Leinen, ärmellos, im romantischen Empirestil (mit knapp unter der Brust angesetztem Rockteil also, Anm.d.Red.)
Leider war das Oberteil, vor allem der Ausschnitt, ein wenig grosszügig geraten, sodass ich immer was drunterziehen musste.

Und nebst diesem Kleidchen gerät ein ur-uraltes, sich aber immer noch in Topzustand befindliches ärmelloses Jeanshemd in meine Finger. Realistisch betrachtet hab ich es seit Jahren nicht mehr getragen, und doch ist es irgendwie meinen Reduzierungsbemühungen entkommen.

Ich halte also diese beiden Teile am Bügel in die Höhe und betrachte sie eingehend. Und werde von einem Geistesblitz getroffen.
Allerdings wage ich es nicht, diesen höchstselbst in die Tat umzusetzen. Denn meine Fähigkeiten an der Nähmaschine, als Schneiderin im Allgemeinen, reichen dazu nicht aus. Bei weitem.
Man (ich!) würde Gefahr laufen, das wertvolle Material auf halber Strecke in die Tonne kloppen zu müssen.....
Aber auftrennen, das schaffe ich. Also öffne ich die Naht, die Ober- und Rockteil verbindet, schnappe mir das Hemd und das, was vom Kleidchen übriggeblieben ist, und fahre damit zur Fachfrau für Textilgestaltung. :oD
Die misst, steckt ab, näht provisorisch zusammen, es gibt eine Anprobe, erneut wird korrigiert und mit Stecknadeln hantiert.
Und vorgestern nun hab ich das gute Stück abgeholt.

TA-DAAAAAAAA!



Ich würde mal sagen: Gelungen! Ein feines Upcycling, das ein Kleidchen mehr im Schrank bringt für die Freizeit.
Die Arbeit wurde wirklich sehr sorgfältig ausgeführt, die Lösung mit dem Druckknopfverschluss, der in den Rock weiterläuft, finde ich sehr witzig. Und der Preis war absolut gerechtfertigt. Das gute Gewissen ist damit in doppeltem Sinne garantiert: Etwas "Altes" wurde zu neuem Leben erweckt und gleichzeitig reelles Handwerk im Ort unterstützt. Prima!

Habt einen wonnigen Sonntag,
herzlichste Grüsse! 
  



  

Sonntag, 13. März 2016

EINFACH. LECKER.


"In jeder schlanken Stier-Frau steckt ein Dickerchen das nur darauf wartet, nicht mehr gezügelt zu werden".

Diesen Satz hab ich letztens in (m)einer Sternzeichen-Typisierung gelesen.

Ooooppppssss........  ;oD

Aber ich kann's nicht leugnen: da steckt ziemlich viel Wahrheit drin!

Ich liebe gutes Essen. Den Grossteil meiner Fränkli lege ich einerseits für den Unterhalt meiner Tiere und andrerseits für den Erwerb von Lebensmitteln aus. (Steuern, Versicherungen und ähnliche Abgaben, die regelmässig wiederkehrende Löcher ins Budget reissen, klammern wir an dieser Stelle grosszügig aus.....)

Wer jetzt denkt, dass wir vom Samstagseinkauf Taschen voller feinster Delikatessen nach hause schleifen, der irrt. En contraire!
Wir setzen im Hause Hummel auf einfache und bodenständige Lebensmittel. Gottseidank bietet inzwischen auch der von uns gern frequentierte Grossverteiler ganz viel Regionales an, dazu eine riesige Auswahl an biologisch produzierten Produkten. Und in der landwirtschaftlichen Genossenschaft oder in den Hofläden ringsum finden sich jede Menge wunderbarer, hausgemachter und saisonaler Nahrungsmittel, sodass der Einkauf wirklich zu einem Vergnügen wird. 

Aber so einfach und möglichst naturbelassen wie die Rohstoffe, die wir gerne verwenden, so unkompliziert ist auch das, was wir daraus kochen. Das begründet sich, ich gestehe es unumwunden, nicht zuletzt im Umstand, dass meine Fähigkeiten am Herd etwas...hömmm....reduziert daherkommen. ;oD
Allerdings kooperiert diese Tatsache gar nicht mal so schlecht mit unserer Vorliebe für einfaches und deftiges, dadurch aber wirklich auch leckeres Essen. Gerichte, bei denen man den Goût der einzelnen Komponenten so richtig rausschmeckt. Ausserdem bevorzugen wir Mahlzeiten, die man in einem einzigen Topf zusammenrühren kann. Und geniessen es immer wieder zu beobachten, wie aus den einzelnen Zutaten unter Zuhilfenahme von ein wenig Zeit und Musse etwas wirklich Geschmackvolles entsteht.


Wir kochen und essen tatsächlich sehr, sehr einfach. Heute Mittag war ein schönes Beispiel dafür. Es gab nichts anderes als weisse Polenta mit Raclettekäse. Aber es war sooo lecker!

Wir haben 2 grosse, kleingehackte Zwiebeln in einem Bio-Olivenöl angedünstet, mit einem Schluck Weisswein abgelöscht und dann mit einem guten Liter halb Milch (Wiesenmilch!)/ halb kochendem Wasser nachgegossen. Ein paar Fingerspitzen Meersalz, ein paar Umdrehungen aus der Pfeffermühle dazu, dann ca. 300 Gramm weisse Polenta (aus dem Tessin) einrieseln lassen. Und jetzt kommt das, was eine gute Polenta ausmacht: 

Rühren. Rühren, rühren, rühren!!! 

Circa 40 Minuten lang. Das ist ein echter Kraftakt, aber nicht zu verachten: Wo sonst gehen die Entstehung einer Mahlzeit UND ein effektives Oberarme-Workout Hand in Hand?! *gg* 
Trotzdem haben der HerrHummel und ich uns dabei abgelöst.

Doch das Beste kommt zum Schluss: Mindestens (m-i-n-d-e-s-t-e-n-s!!) 400 gr. Raclettekäse (aus der Käserei im Nachbarort, mehrfach preisgekrönt) in Würfel schneiden, unterheben und wieder rühren, was das Zeug hält. 

Und wem jetzt noch nicht ganz blümerant zumute ist vom vielen Rühren, der bemerkt exakt den Zeitpunkt, an dem die Masse ganz sämig wird und Fäden zieht. Dann: Schalen rausholen, Polenta einfüllen, sich zurücklehnen und genussvoll löffeln. 

Mmmhhhhhhhh......!!!!! 



                     Uuuuund Ääktschn!!  ;oD


Tja. 
Wir rechnen jetzt mal NICHT die Kalorien nach. Nein, das tun wir ganz bestimmt nicht. 
Aber ich werde den Verdacht nicht los, dass die Aussage des eingangs rezitierten Satzes in diesem Zusammenhang durchaus zum Tragen kommt. Und ein Blick in den Spiegel bekräftigt die ganze Chose auch noch. 
Seuffzzzz.....

Trotzdem: Wir leben (voraussichtlich!) nur ein Mal. Also lasst es uns geniessen. Das Leben.
Von Kasteiung war nie die Rede.

Habt einen flotten Start in die neue Woche!

Herzliche Grüsse!

  








Donnerstag, 10. März 2016

SELBSTGEKLÖPPELT

Etwas ist mir im Zuge des Reduzierens und Wegräumens in unserem Zuhause aufgefallen: Oft sind es die ganz unspektakulären, einfachen, mitunter auch ziemlich "wertlosen" Dinge, die beim Abwägen "Hopp oder Top?" ihre Daseinsberechtigung behalten. Und mitunter geht diese Entscheidung FÜR das Teil Hand in Hand mit der Tatsache, dass es selbstgemacht ist. Was wieder mal die These bestätigt, dass Selbermachen a) einfach Spass bringt und man b) zu diesen Dingen einen ganz andern Bezug hat als zu etwas Gekauftem. Vor allem dann, wenn man aus "Abfall" mit ein wenig Phantasie, Zeit und Mühe ein Unikat geschaffen hat.

Weinkisten! Die finde ich ja speziell spannend. Meist sind die sehr schön gearbeitet, aus recht dickem Holz, es gibt sie in verschiedenen Formaten, und zum Verfeuern sind sie nun einfach viel zu schade. 
Einerseits benutze ich sie im Keller, um Dinge ordentlich zu verstauen. 
Und es gibt im Hause Hummel auch 2 Kleinstmöbel, gebaut aus Weinkisten.

Da wäre einerseits das Gewürzregal, das schon lange in der Küche hängt und seinen Dienst bestens erfüllt. Bestückt mit den meistbenutzten Gewürzen, die immer in Griffnähe sein sollen.



Oder das "BADZIMMERCHÄSCHTLI", versehen mit diesem aufschablonierten Schriftzug findet man es in unserer winzigkleinen Nasszelle. Dort hält es Verbandsmaterial, Medikamente und ein paar Vorräte an Pflegeprodukten in Schach. Lange habe ich mir den Kopf zerbrochen, wie man seine Türchen arretieren könnte. Ein Kofferverschluss war die Lösung!



(Und dieser Regalwürfel von I**A wird irgendwann mal auch noch durch etwas Gefälligeres, Rustikaleres ersetzt. Jawoll.)

Aber nicht nur Weinkisten, auch alte Schubladen haben viel Potenzial! Wenn man beispielsweise eine mit einem Türchen versieht und an die Wand montiert ist sie sich nicht zu schade, die ganzen irrlichternden Natels, Schlüsselbunde, Sonnenbrillen und PiPaPo aufzunehmen. Und verhindert, dass man frühmorgens durch die Wohnung hetzt auf der Suche nach ebendiesem Kleinkram. Gleichzeitig gewährt Oma's alter Spiegel einen letzten prüfenden Blick auf die eigene Optik, bevor man diese der Allgemeinheit zumutet.



Und last but not least: alte Stalltüren. Gut, die findet man nicht einfach so an jeder Ecke. Ich hatte Glück: als unser Stall umgebaut und die alte Doppeltür nicht mehr gebraucht wurde hab ich sie mir unter den Nagel gerissen, sie sandstrahlen lassen und gestrichen. 4 grosse Containerrollen drunter, ferddisch!
Seit Jahren macht sie sich prima als Sofatisch und kann beim Putzen einfach weggerollt werden. Sogar die Nagespuren der Ponys sind noch sichtbar (guck unten rechts an der Ecke!), was ihn für uns zu was ganz Besonderem macht!



Ich freue mich, dass Up- und Recyceln in den letzten Jahren ein grosses Thema geworden ist!
Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, vieles ist möglich und machbar.

Übrigens ja auch in Sachen Bekleidung. Da habe ich grade ein "Projekt am Laufen". Allerdings hab ich dafür eine professionelle Schneiderin bemüht. Meine Nähkünste sind leider nicht so weit fortgeschritten, als dass ich mir einbilden würde, das Thema "Aus zwei mach eins!" bedienen zu können. 
In einer Woche bekomme ich das "upgecycelte" Stück zurück. Bin gespannt!

Habt ein wunderbares WE,
herzlichste Grüsse!!

Freitag, 4. März 2016

SO RICHTIG, RICHTIG AUF DEN ZEIGER.....

...gehen mir Menschen, die ungefragt und mit einer dreisten Vehemenz über den Zaun meines höchsteigenen, privaten Gärtchens klettern. Jetzt mal bildlich ausgedrückt, ne??
Gestern also. Nachdem wir morgens unsere Ponys versorgt haben fahren wir zur Tanke, um uns einen gepflegten Caffè latte und ein frisches Laugenbrötchen zu gönnen. 
(Hatte ich schon erwähnt, dass wir diese Woche Ferien feiern??)




Ich drehe mich grade zum Kaffeautomaten um in der Absicht, mir einen Becher zu ziehen und das Heissgetränk zu zapfen, da fällt mir eine Frau über die Füsse. Ich entschuldige mich (warum eigentlich ich? SIE hat doch nicht hingeguckt!), da baut die sich vor mir auf. Und bellt mir von unten in die Nasenlöcher:
"Kann ich sie mal was fragen?".

Nun, ich bin grundsätzlich ein freundlicher Mensch. Deshalb biete ich ihr an, gerne auf ihre Frage eingehen zu wollen.

"Was arbeiten sie eigentlich??".

Hömm. Aus welchem Grund will die das jetzt wissen? Aber okay. Ich erläutere, dass ich mir mein Auskommen als MTPA (mediz.-techn. Praxis-Assistentin) verdiene.

Einen Moment lang guckt sie etwas hilflos. Mag sein, dass sie diese Abkürzung nicht kennt und nichts damit anzufangen weiss.
Optional besteht aber auch die Möglichkeit, dass sie jetzt ein "AHA!!"-Erlebnis hat. Weil sie sich dem irrigen Glauben hingibt, demzufolge jemanden mit "geringer Qualifikation und Bildung" vor sich zu haben. (Eine Bloggerin hat sich mal dazu hinreissen lassen, mir in Relation zu meinem erlernten Beruf einen verminderten IQ und eine herabgesetzte Begabung dafür zu bescheinigen. Ich attestiere ihr bei der Gelegenheit nachträglich noch eine rasante Fahrt durch die Kinderstube mit dem Regionalexpress. Wer mag, liest hier gerne nach.)
Diese Erklärung kommt aber eher nicht in Frage, denn ich glaube kaum, dass sie meinen Blog liest und diesen besagten Post kennt.

Wie auch immer: Sie hat sich schon wieder gefangen:
"Sie riechen nach Pferd!!".
DAS kommt nun überraschend..... Ich kann mir nicht vorstellen, was diese beiden Komponenten, also meine berufliche Tätigkeit und ihre olfaktorische Wahrnehmung, miteinander zu tun haben. 

Immer noch sehr geduldig erkläre ich ihr trotz ihrer Impertinenz, dass der Grund dafür mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit darauf zurückzuführen ist, dass ich  
a) tatsächlich glückliche Besitzerin von Pferden bin, 
dass ich aber 
b) natürlich frischgeduscht und nicht in Reithosen zur Arbeit in der Klinik erscheine.

Hört's, dreht sich um und geht.

Ich frage euch: MUSS man das verstehen?

Noch während ich mein Brötchen mümmle tauschen wir, der HerrHummel und ich, uns aus, wie man auf den Ticker kommen kann, jemanden frühmorgens und aus heiterem Himmel so anzugehen.

Irgendwie werden wir uns nicht so richtig rätig. Entweder ist sie einfach nur mit dam falschen Fuss aus dem Bett gefallen. Hat grade ihre Tage. Fühlt den Wetterwechsel. Oder ist schlicht und ergreifend einer dieser unsäglichen Zeitgenossen die sich bemüssigt fühlen, zu allem und jedem den eigenen, ungefragten Senf...pardon: die persönliche Meinung anbringen zu müssen.

Ich erkundige mich dann aber doch sicherheitshalber bei der Geschäftsführerin, ob in dieser Tanke irgendein Dresscode besteht, der sich mir bis dato nicht erschlossen hat, und ob es irgendjemanden persönlich tangiert, wenn ich hier in Reitklamotten erscheine. Die noch dazu sauber sind. Bis auf das eine oder andere vorwitzige Hälmchen Heu vielleicht, das sich in meinem Fleecepulli verklettet hat.... 

Sie (die Geschäftsführerin) guckt ziemlich irritiert. Nachdem ich ihr den Grund meiner Nachfrage erläutert habe bestätigt sie mir aber überaus freundlich, dass wir selbstverständlich herzlich willkommen seien in diesem Etablissément. Und ausserdem: Sie rieche nichts. Viel schlimmer fände sie Schweissgeruch oder Parfumwolken. (Ich auch. Da läuft man das eine oder andere Mal wirklich Gefahr, einem anaphylaktischen Schock zu erliegen....!)

Und ach ja, die Frau L......., die sei halt manchmal ein wenig übereifrig. 

So kann man es auch nennen.


Lasst euch nicht unterkriegen, meine Lieben, habt es fein!  ;oD

Herzlichste Grüsse! 


Dienstag, 1. März 2016

VON FEHLPRESSUNGEN UND ANDEREN UNFÄLLEN

Letzthin ist mir abends vor dem Fernseher ein Ausdruck in den Gehörgang gekrochen, der mir bis dato unbekannt war, mir aber bis heute immer wieder ein breites Grinsen entlockt. 



Barbiepuppen-Fehlpressung



Das hab ich mir mal so richtig auf der Zunge zergehen lassen und dabei so laut gelacht, dass HerrHummel irritiert zusammenzuckte auf dem Sofa.
Ausgesprochen wurde es von der, meiner Meinung nach, göttlichen Olivia Jones. Dieser schrillbunten, dabei aber so umwerfenden und einmaligen Drag-Queen, die nicht nur was in der Bluse, sondern auch ganz viel im Kopf hat......Warum DIE beim Dschungelcamp mitgemacht hat entzieht sich bis heute meiner Erkenntnis! Aber das ist ein anderes Thema, ich schweife ab....

Also: Verwendet hat sie diesen Ausdruck für all die Hollywood-Ehemalsschönheiten, die jetzt wieder vermehrt zu gegebenem Anlass ("and the Oscar goes to"....) über die roten Teppiche dieser Welt lustwandeln. Ehemals darum, weil es so viele von ihnen gibt, die sich vom ursprünglich natürlich-schönen Menschen zum ausdruckslosen Zombiemutanten wandelten. Und das unter höchst eigennütziger Mithilfe von irgendwelchen Schönheitschirurgen, denen man die Approbation entziehen sollte.

Vertreter/Innen dieser Spezies gibt es viele. Für mich ein beispielhaftes Opfer unseres heutigen Schönheitswahnes, gepaart mit der ganz grossen Angst vor dem Älterwerden, ist Renée Zellweger.(Diese bedauernswerten Wesen, die wirklich wie Barbie, wie ein Manga oder, noch grusliger, wie eine Wildkatze aussehen möchten, die lasse ich hier mal aussen vor. Die erscheinen mir so abstrus, da erübrigen sich alle weiteren Worte!)

Renée Zellweger also. Was haben wir uns amüsiert über ihre Titelrolle in "Bridget Jones"! Sind eingetaucht in das chaotische Leben dieser schussligen und frustrierten, leicht moppeligen und ketterauchenden, dafür aber umso liebenswerteren
Singlefrau, die treudoof in jedes Fettnäpfchen im Umkreise von 2 Kilometern latscht und keine Peinlichkeit auslässt. Und haben uns selber immer ein bisschen wiedergefunden in der einen oder andern Facette dieser Persönlichkeit. Sie gab aber auch ein überaus sympathisches Bild ab, mit ihren leuchtenden Augen, die, wenn sie lachte, hinter kleinen Hamsterbäckchen verschwanden, mit ihren widerspenstigen Haaren und dem Bäuchlein, das sie vergeblich mit einem Miederhöschen Marke "Liebestöter" wegzupressen versuchte. 

Und heute? Ich weiss nicht, ob ich hier Bilder von ihr veröffentlichen darf. Deshalb googelt sie einfach mal, und dann vergleicht. Ist es nicht ein Trauerspiel?? Natürlich ist auch sie älter geworden. Aber das ist (wäre!) nicht das Problem. Sie würde mit Sicherheit auch mit ein paar Fältchen immer noch umwerfend, vor allem aber authentisch aussehen. Doch jetzt ist sie verbotoxt, totgeschnibbelt, dieses ganzen charmanten Ausdruckes beraubt. Mickey Rourke und Sly Stallone lassen grüssen......

Aber "Barbiepuppen-Fehlpressung".....das krieg ich nicht mehr aus dem Kopf. So traurig die Realität dahinter ist, so witzig finde ich diese Bezeichnung dafür.

Verstehen muss ich es ja nicht. Dieses Verhalten. Und verurteilen sollte ich es auch nicht. Wer weiss, was dahintersteckt?


Habt einen fröhlichen Tag noch,
herzlichste Grüsse!! 

Ach, und PS: Guck, es gibt sie inzwischen, die "lebensnahen" Barbiepuppen! Geht doch! :oD