Dienstag, 4. August 2020

NATU(e)R(lich)

Es gibt vieles in meinem Leben, auf das ich problemlos verzichten kann. Die Natur gehört definitiv nicht dazu. Für mein persönliches Wohlbefinden ist direkter und täglicher Kontakt mit ihr unabdingbar.
Ich meine, es schon erwähnt zu haben: In der Stadt zu leben käme für mich niemals in Frage. 

Eine richtig gute Lebensqualität hat für mich viel mit Natur zu tun. Und das hängt nicht alleine davon ab, ob die Sonne scheint oder ob es, wie jetzt gerade, in Strömen regnet. Für mich ist die Natur wie eine uralte, ausgeklügelte Maschine, in der ein Zahnrädchen ins andere greift. Alles in der Natur hat seinen Sinn und seine Aufgabe, grundsätzlich ist alles voneinander abhängig. Wenn man sich die Zeit nimmt zu beobachten, was alleine schon auf einem Quadratmeter Wald oder Weide lebt, dann entschlüsselt sich einem dieses Wunderwerk und man beginnt, die Zusammenhänge zu verstehen. 

Die Abläufe in der Natur sind etwas vom Erstaunlichsten, was man sich vorstellen kann. Manchmal legt sie ein atemberaubendes Tempo vor- das erlebe ich gerade bei meinem Kürbis auf dem Miststock. Als die Dicken in den Jura gefahren sind hab ich ein paar dieser kleinen Kürbiskerne gesteckt. Schon nach ein paar Tagen streckten die ersten grünen Triebe sich der Sonne entgegen- inzwischen bedeckt die Pflanze den halben Miststock, und man kann ihr tatsächlich beim Wachsen zuschauen. Sie kommt mir vor wie die Erbsenranke, die sich bis hoch ins Land der Riesen gewunden hat....
Oder die kleinen Schwalben und Rotschwänzchen im Stall. Kaum geschlüpft entwickeln sie sich im Eilzugstempo und hüpfen nach vielleicht 3 Wochen schon aus dem Nest, erkunden die Welt und legen Ende Sommer Wahnsinnsstrecken zurück, um in wärmere Gefilde zu gelangen. 

Handkehrum aber braucht unser Ökosystem viel Zeit- gerade wenn es darum geht, sich zu regenerieren. 
Das habe ich beispielhaft an unserer Weide erfahren. Übernommen haben wir sie vor 12 Jahren als reine "Monokultur"; es gab nichts als Futtergras, ein paar Blakken und im Frühling etwas Löwenzahn und ein paar Gänseblümchen.
Totes Land aus der Sicht von Insekten und Kleinlebewesen.
Was also tun? Am besten NICHTS. Es hat sich bewiesen, dass man in diesem Fall am erfolgreichsten ist, wenn man der Natur das Zepter überlässt. Wir haben nie gemäht, höchstens ein Mal im Jahr etwas Hühnermistpellets ausgebracht, im Herbst alles einfach verrotten lassen. Einzig die Blakken haben wir geschnitten, denn die werden sonst zur Plage und verdrängen alles andere.
Es hat Jahre gedauert, bis sich das Stück Land vollständig erholt hat. Aber wie! Es ist ein echtes Vergnügen zu sehen, wieviele verschiedene Gräser, Kräuter und Blümchen sich inzwischen angesiedelt haben. Und die Insekten sind zurückgekommen! Ich getraue mich kaum noch, über die Weide zu gehen aus Angst die Grashüpfer totzutreten, die in Scharen vor meinen Füssen hochspringen. Hummeln, Bienen, Falter, Schwebfliegen, Käferchen aller Art- es summt, brummt und krabbelt, dass es eine Freude ist! Sogar eines dieser riesigen grünen Heupferde habe ich letzthin- zum ersten Mal in meinem Leben überhaupt!- auf der Weide entdeckt.


Nun ist der Mensch aber leider seit längerem dabei, viele Zahnrädchen aus dem Natur-Getriebe zu brechen- das Maschinchen rumpelt schon bedenklich. Es ist höchste Zeit wieder ein Gefühl dafür zu entwickeln, dass die Natur zwar sehr gut ohne den Menschen, der Mensch aber keinesfalls ohne die Natur bestehen kann. 
Bei einigen ist dieses Erkennen schon angekommen; in meiner nächsten Umgebung und überall auf dem Planeten ahnen Menschen, dass sie endlich was unternehmen müssen. Weltweit werden voller Elan viele wunderbare Projekte angeschoben, die der Natur wieder auf die Beine helfen sollen. 

Jeder Einzelne von uns kann seinen Beitrag leisten. Auch wenn es "nur" ein paar nektarreiche Pflanzen in Töpfen auf dem Balkon sind, oder wenn man seinen Rasen einfach mal einen Monat länger stehen lässt und vielleicht sogar eine Handvoll Wildbumensamen ausstreut.
Eine gute Idee ist es ausserdem, nicht immer alles tiptop aufzuräumen. Einen Haufen Äste und Laub in einer Ecke des Gartens nehmen viele kleine Landschaftsbewohner gerne als Unterkunft und Schutzort an!

Jeder Schritt weg vom "ordentlichen, (vermeintlich) pflegeleichten und praktischen" Garten ist ein Schritt hin zur natürliche(re)n Landschaft. 
Der Natur unter die Arme zu greifen kostet etwas Energie und vielleicht ein paar Fränkli, macht aber viel Freude und kann sogar das Fitnessstudio ersetzen. Wenn man seinen Rasen, der dann eine Ökowiese ist, z.B. mit der Sense mäht. Die richtet, notabene, viel, viel weniger Zerstörung an als ein Rasenmäher oder, noch schlimmer, ein Mähroboter. Der mäht nämlich auch gleich noch die Igel tot....

Ich bin mir sicher: wer hier liest, der ist schon auf einem guten Weg! 😊 Und ganz sicher animiert man andere durch das eigene "Vormachen" dazu umzudenken und es auch mal anzugehen.

Übrigens: bei der Bahnwärterin gibt es immer wieder Posts zu naturnahem Gärtnern (und einem nachhaltigen Lebenswandel im Allgemeinen), und Tina befasst sich in ihrem neuesten Post auch gerade mit dem Thema "Insekten". Schaut mal rein und macht mit!

Jeder Einzelne von uns wird davon profitieren.


❤️lichste Hummelzgrüsse!





Donnerstag, 30. Juli 2020

OUT OF ALLTAG

Halleluja.

F-E-R-I-E-N!! 

Was für ein supergeniales, wunderbares, herrliches, mit kaum was anderem zu vergleichendes Gefühl, das mich seit heute beschwingt....
Zweieinhalb Wochen durch-die-Tage-dümpeln.
Ohne jedes Müssen und Sollen.

Hhhhhaaaaaaaaacccchhhhhjjjjjjjaaaaaaaaahhhhhhh !!





Auch wenn wir nirgendwohin fahren, so ist das doch ein grossartiger
Zustand. Seitdem die Dicken im Jura sind hat sich die Stundenzahl meiner Tage (gefühlt) schon beinahe verdoppelt gehabt. Aber nun kommt auch noch die Freiheit dazu, während dieser vielen Stunden zu tun und zu lassen, was mir beliebt. 

Und: ich hab mir genau den richtigen Moment dafür ausgesucht. Es soll die nächsten Tage hier nämlich mörderheiss werden. Bis zu 37°- Manitouhilf! 
In unserem Ambulatorium wars schon bisher kaum auszuhalten- ohne Klimaanlage, notabene! Was bin ich froh, dass ich die Hitze jetzt gemütlich im Schatten aussitzen kann!

Und sonst so? Ich werd meinem Kürbis auf dem Miststock und der Weide beim Wachsen zuschauen. Mich mit meiner Freundin treffen. Die Dicken besuchen. Schreiben. Lesen. Auf der Loggia Nickerchen halten. Nach Luzern an den wunderschönen Wochenmarkt fahren. Glacé schnabulieren. (Und dann auch mal alle Fenster putzen. Aber erst, wenns kühler wird!) 

Und ihr so? Schon gehabt, noch bevorstehend, grad mittendrin??



Ferientaumelige 🐝zgrüsse!




Mittwoch, 22. Juli 2020

KEIN ANSCHLUSS (mehr) UNTER DIESER NUMMER ....


Grundsätzlich, und das darf ich mit gutem Gewissen behaupten, bin ich ein sehr gelassener Mensch. Aber es gibt ein paar Dinge, die mich wirklich, WIRKLICH meiner guten Laune berauben.
In einer der vordersten Positionen rangiert der Versuch, mich zu bevormunden oder zu manipulieren. 
Wenn man mir etwas aufzwingen möchte das ich weder will, noch brauche und schon gar nicht unterstützen kann. 
Da kann ich so RICHTIG grantig werden!

Bekomme ich also letzthin eine SMS meines Mobile-Anbieters. Man teilt mir freundlich mit dass man gedenke, Ende 2020 (also in ein paar Monaten!) das 2G-Netz abzuschalten und dass ab diesem Zeitpunkt mein Nokia 3310 (gekauft 2017!) nicht mehr funktionieren werde. Mit freundlichen Grüssen bla-bla-bla.....

😳

Das sind so die Momente im Leben in denen ich zuerst annehme, dass mich einer vergackeiern möchte. 

Kurz darauf überfällt mich die Erkenntnis, dass dem mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht so ist. 

Und DANN zerrt der Stier in mir an der Kette, scharrt mit den Hufen, schnaubt einmal tief und bedrohlich uuuuund....... 


😡😡😡 AAAARRRRGGGGHHHHHH!!!!😡😡😡
⚡️⚡️⚡️⚡️⚡️⚡️⚡️⚡️⚡️⚡️⚡️⚡️⚡️⚡️⚡️⚡️⚡️⚡️⚡️⚡️⚡️⚡️







Mann!
Sowas regt mich sooo dermassen auf!

Ich wollte noch nie und will auch jetzt kein Smartphone. Ich fand gerade dieses 3310 so cool, weil das vintage Design mir prima gefällt, weil es ziemlich gute Photos macht, weil es in meine kleinen Reithosentaschen passt und weil ich es ausserdem in 99,9 % der Fälle einzig und alleine zum Simmsen benutze. Ich telefoniere so gut wie nie damit- höchstens dann, wenn der Veterinär subito kommen muss. 
Es hat eine Prepaid-Karte; ich lade also einfach ab und zu einen Betrag auf, brauche kein Abo. Das alles ist genau auf meine Bedürfnisse zugeschnitten, mehr will und mehr brauche ich 
de-fi-ni-tiv nicht!

So. Aber nun werde ich genötigt, mein voll funktionstüchtiges, erst 3 Jahre altes Natel auf den Müll zu schmeissen, obwohl es noch viele Jahre seinen Dienst getan hätte. Ich muss mir ein neues kaufen, das mit mindestens 3G oder höher funktioniert. 
Das bedeutet: völlig unnötigerweise Ressourcen zu verschwenden, Müll zu produzieren, Geld auszugeben.

Boah. DAS geht mir vielleicht sowas von auf den Zeiger....

Und das Schlimmste: Ich habe eigentlich gar keine Wahl.
Entweder, ich suche nach einem Natel, das in etwa meinen Vorstellungen und den technischen Voraussetzungen entspricht. Und gebe dafür Geld aus, das ich gar nicht auszugeben gewillt bin.

Oder ich lass es bleiben.

Das würde bedeuten, dass man mich in naher Zukunft nur noch auf dem guten alten Festnetz erreichen können wird.


Hmmmm.....
Ich muss zugeben: der Gedanke ist gar nicht mal sooo unattraktiv.
Back to the roots, sozusagen.




Hmmmmm....! 😏





Sonntag, 19. Juli 2020

SCHARF!


Ich drehe und drehe, schüttle und drehe
wieder, es knirscht und knortzt- 
aber es kommt kaum noch was raus aus unserer
uralten Peugeot-Pfeffermühle.
Also schraube ich das Ding auseinander und entdecke
den Grund für seine Dienstverweigerung:
Die kleine Achse, die ins Mahlwerk führt und dieses
antreibt, wird im Gehäuse durch eine Kunststoff-
Manchette senkrecht gehalten. Dieses Element ist  
gebrochen, dadurch greift der Antrieb nicht mehr
im richtigen Winkel aufs Mahlwerk und dessen Metall-
teile verkanten andauernd ineinander.

Mist.

Ich benutze zum Kochen am liebsten frischgemahlenen
Pfeffer. Der ist einfach viel aromatischer, und ich mische
gerne weisse, schwarze und rosane Pfefferkörner.

Aber da fällt mir was ein. Vor einiger Zeit ist mir im 
Teeladen was aufgefallen. (Dieser Teeladen! Der führt mich
noch in den finanziellen Ruin!! 😊)
Damals dachte ich: Sehr schön. Brauch ich aber nicht.

HA!
Jetzt brauch ich es doch!

Das Teil ist handgemacht, kommt aus Schweden und bringt
25(fünf-und-zwanzig!) Jahre Garantie mit.

Ins knapp tennisballgrosse, gusseiserne Töpfchen kommen die
Pfefferkörner (wahlweise auch Meersalz oder getrocknete
Kräuter). Dann setzt man ein zweites, passgenaues Töpfchen
drauf, dreht es ein paar Mal hin und her- et voilà:
Das Mahlgut ist genau in der Stärke zermörsert,
wie man es haben möchte.

Den hübschen Deckel aus Nussbaumholz kann man abnehmen.
Darunter befindet sich wiederum ein kleines Gefäss, in
dem luftdicht übriggebliebenes Mahlgut aufbewahrt werden 
kann.




Diese kleine Mühle ist sauschwer, liegt aber wunderbar
in der Hand und ist wohl wieder so ein Teil, das nicht 
kaputtzukriegen ist.




Den frischgemahlenen Pfeffer habe ich heute auch
für mein Tsatsiki à la Hummel verwendet. Dazu eine
Nostrano-Salatgurke (die schmecken einfach kräftiger)
auf der Bircherraffel reiben, mit etwas Salz (hier: 
Meersalz mit Rosmarin aus der Mühle) vermischen und
in einem Sieb über einem Schüsselchen ca. 30 Minuten
ziehen lassen. Dann sehr gut ausdrücken. Mit Quark,
etwas Bio-Pesto, KNOBLAUCH!, etwas Olivenöl und Gewürzen
(u.a. frischem Pfeffer aus der Mühle 😉) mischen.
Mit "Gschwellti" (Pellkartoffeln) und gebratenen
Cherrytomätchen eine wunderbare Sommermahlzeit-
es hat uns auf der Loggia mit Blick in den Garten
vorhin ganz herrlich geschmeckt!







Das Holzgehäuse der alten Mühle hab ich saubergemacht
und zur Seite gelegt. Mal sehn, ob mir dazu noch
irgendwas einfällt.... 



Frohen Sonntag, 
❤️lichste Hummelzgrüsse!








Donnerstag, 9. Juli 2020

EINE LEBENSMAXIME


„Beschränke alles auf das Wesentliche, aber entferne nicht die Poesie. Halte die Dinge sauber und unbelastet, aber lasse sie nicht steril werden.“
Richard R. Powell



Dieses wunderbare Zitat habe ich bei meiner lieben Freundin, der Bahnwärterin, in ihrem letzten Post gelesen- und war gerührt. 
In ein paar einfachen Worten beschreibt es so genau das, was in meinem eigenen Leben ein Fundament bildet und mir Ruhe und Gelassenheit gibt. 
Wie oft hab ich schon festgestellt: gerade im Wesentlichen steckt Poesie! Aber man muss den Fokus auf das Elementare richten, das zumeist auch das Schlichte, Einfache ist. Und man muss die rasende Hyperaktivität der modernen Zivilisation ablehnen, um seine Sinne wieder zu regenerieren für das Feine, Zurückhaltende.
Nie wurde mir das mehr bewusst als gerade jetzt.
Alle reden davon, dass "die Normalität jetzt wieder zurückkehrt" nach "der Krise". Ich höre das immer mit einem leisen Unbehagen, denn um ganz ehrlich zu sein: Ich bin mir nicht sicher, ob sie wirklich schon zurückkehrt. Und ob sie dann auch Bestand haben wird- bei der Sorglosigkeit, die man überall jetzt beobachten kann. Wenn, dann wird es mit Sicherheit nicht mehr die gleiche "Normalität" sein, wie wir sie uns gewohnt sind- die Einschnitte waren einfach zu gravierend. 

Aber wenn man Miseren wie den Verlust der Arbeitsstelle oder gar eine Erkrankung an Covid19 ausklammert, dann sehe ich die schwierigen vergangenen Wochen als eine grosse Chance. 
Ich könnte mir vorstellen, dass viele Menschen in den letzten Monaten eine ganz andere Einstellung zum Leben bekommen haben. "Vorher" hatte man doch immer das Gefühl, dass nichts uns aufhalten kann, "schneller-weiter-höher!" war Doktrine. Und plötzlich zeigte sich: das Leben ist unberechenbar. Von jetzt auf gleich brach das Konstrukt zusammen und hinterliess pure Ratlosigkeit.
Von praktisch einem Tag auf den andern war man auf sich selbst zurückgeworfen; doch dieser Zustand generierte viel Raum, sich gedanklich mit der Situation und mit dem "Wie weiter?" zu befassen.

Die neue Gegenwart jetzt zwingt uns zu mehr Flexibilität, Neugier und Phantasie. Aus der Lage heraus entsteht vielleicht eine ganz andere Wahrnehmung unserer Umwelt, wir entdecken die Freude an einfachen Dingen wie handwerken, kochen, gärtnern und ähnlichem wieder. Unter Umständen wird uns auch bewusst, was uns in der Hektik des Alltags vor Corona gefehlt hat und jetzt plötzlich wieder Einzug in unser Leben gehalten hat: Ruhe und Beschaulichkeit, die Auseinandersetzung mit sich selbst, die Erkenntnis, dass nichts bleibt, wie es ist, und dass wir deshalb mehr im Moment leben sollten. All das hat enorm viel Potenzial und führt uns auf Wege, die wir nie erahnt hätten!

Und hier schliesst sich auch der Kreis wieder zum eingangs erwähnten Zitat. Lange Wochen und auch jetzt noch waren und sind wir auf das Wesentliche beschränkt und entdecken darin, wenn wir offen sind dafür, die grosse Poesie, die uns vorher im rasenden Alltag schlicht verlorengegangen ist. 

Wie sinnierte schon Hermann Hesse goldrichtig:


💫"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne!"💫

Ich wünsche mir, dass viele Menschen die Gelegenheit nutzen und diesen Zauber in ihrem Leben (wieder) wahrnehmen.
Vielleicht zeigt er sich durch Ferien im eigenen Land in einer Gegend, die man zuvor noch nie gesehen hat? Vielleicht bringt einem ein Nachmittag mit einem guten Buch im Garten die Entspannung, die man sich von seinen Ferien wünscht und die so unglaublich gut tut?
Oder vielleicht geht sogar ein gewisser Zauber davon aus sich klarzumachen, wie privilegiert man grundsätzlich ist- dass es einem an nichts Wesentlichem fehlt und dass im eigenen Leben schon so viel Gutes war, das man erst jetzt in Ermangelung von Ablenkung jeglicher Form wieder spürte?

Ich bin mir sicher: So kann die "Beschränkung" auf das Wesentliche für mentale Freiheit und mehr Unabhängigkeit in einem Leben sorgen.

Wobei "Beschränkung" natürlich das völlig falsche Wort wäre in diesem Zusammenhang.... 😉



Herzlichste 🐝Grüsse 
und einen fröhlichen Donnerstag 
wünsche ich euch!


















Mittwoch, 1. Juli 2020

BREATHTAKING!


Boahh.....
Gerade zieht ein unglaublicher Gewittersturm über uns hinweg. 
Die Kirchenglocken "läuten Wetter", das will was heissen!
Es schüttet wie aus Kübeln, der Regen pladdert, vom Wind gepeitscht, an die Fenster. Und während beinahe unablässig Donner grollen hat man das Gefühl, dass sie unsere Berge regelrecht erbeben lassen....

Ich bin immer wieder fasziniert von solchen grossartigen Schauspielen.
Klein und unwichtig kommt man sich vor angesichts der Macht,
die uns die Natur in solchen Momenten vor Augen führt.

Aber sie kann auch anders. Sie malt manchmal Inszenierungen
an den Himmel, die kein noch so begabter Künstler auf der
Leinwand wiedergeben könnte.
Licht- und Wolkenspiele, mal zart, mal theateralisch.
Leuchtende Farbtöne, die sich mit zarten Nuancen ergänzen.
Scherenschnittartige, scharfe Silhouetten, die sich in der
Ferne in eine Ahnung auflösen.....

Ich kann mich für vieles begeistern- die Natur aber ist etwas
vom Grossartigsten!

Vorgestern Abend sass ich in der Stube und dachte plötzlich:
"Was ist das für ein seltsames Licht?"
Wie ich aus dem Fenster blicke entdecke ich dieses
fantastische Szenario:


Und heute Morgen ganz früh- die Sonne war erst eine
Vermutung am Horizont, der Tag rieb sich noch die Äuglein-
konnte ich dieses Schauspiel mit der Kamera einfangen:




Traumhaft...nichtwahr?
Grosses Hummelzehrenwort:
die Bilder sind NICHT bearbeitet!



Huch. Jetzt hagelts auch noch.
Ich glaube, ich fahr gleich mal los zum Stall.
Sehen, ob da noch alles in Ordnung ist!


💙lichste,

☔💦💦 windundwetter-erprobte 💦💦☔

🐝zgrüsse!







Freitag, 26. Juni 2020

PAPILLON, PAPILLON!


Tagtäglich schaue ich natürlich auch jetzt nach den Mietzchen im Stall, gehe dabei über die Weide und gucke, was sich dort so tut.
Das klitzekleine Bäumchen, welches seit geraumer Zeit fröhlich und schief aus dem Boden wächst und Blätter lassen musste, weil die Dicken die so lecker fanden, hat sich wieder erholt und dichtes neues Laub gebildet.

An der Stirnseite des Stalles zum Reitplatz hin wuchern wild ein
paar Büsche Bennnessel. Keine Frage, dass ich die Nesseln schon seit Jahren dort stehen lasse- man weiss ja um ihre ökologische Notwendigkeit!

Gestern hab ich entedeckt, dass die Spitzen der Zweige spinnen-netzähnlich umwoben sind; ausserdem tummeln sich auf den Blättern jede Menge kleiner, schwarzer Raupen.
Erst vermutete ich, dass sich da irgendein "Schädling" gütlich
tut. Aber Tante Google belehrt mich eines besseren:

Es sind die Raupen des Tagpfauenauges!




Das freut mich riesig und ich hoffe, dass die vielen Raupen nicht gleich alle hungrigen Vogelschnäbeln zum Opfer fallen. Es wäre einfach grossartig, wenn bald ein paar Exemplare dieses wunderschönen Falters durch die Luft schweben würden- 
und vielleicht ihrerseits wieder für möglichst viel Nachwuchs 
auf meinen Brennnesseln sorgen!

Es kümmert mich extrem, dass die Nahrung für unsere Insekten und Schmetterlinge immer knapper wird. Aus diesem Grund hab ich auf meiner Weide letzten Spätsommer nochmal grosszügig Wildblumen ausgesät. Ich wünsche mir sehr, dass sie dieses Jahr noch vielfältiger und farbenprächtiger blühen wird als schon im 
letztes Jahr!

Nun, wir werden sehen.
Die Bauern rings um meinen Stall werden wohl den Kopf schütteln
über die Olle, die da alles kreuz und quer wuchern lässt. 😄
Aber das kümmert mich nicht, denn es beweist sich einmal mehr dass die Natur schnell reagiert, wenn man ihr die Möglichkeit gibt.

Und genau diese kleinen Erfolge bestätigen mich in meinen
Bemühungen, mein Leben im Rahmen meiner Möglichkeiten so 
nachhaltig wie realisierbar zu gestalten.

Manchmal reicht es sogar, einfach NICHTS zu tun!

🐛🐝🐞🐌


Fröhliches Sommer-Wochenende, meine Lieben!

☀️☀️☀️





Donnerstag, 18. Juni 2020

HOWDY! ...EINE PASSION

Ein Hobby haben wir wohl alle. Eine Beschäftigung, die unsere
Freizeit mit einer Aktivität bereichert- 
eine die Freude macht, 
für Zerstreuung und Entspannung sorgt, 
Körper und Geist in Balance hält. 

Wenn ein Hobby aber zu einer Konstante wird, die aus einem 
Leben kaum mehr wegzudenken ist, und wenn man mit grösster 
Begeisterung bei der Sache ist - dann nennt man das wohl eine
Passion.

Mit elf Jahren durfte ich zum ersten mal Reitstunden nehmen,
mit 19 kam das erste eigene Pferd in mein Leben, und 
seither begleiten mich diese grossartigen Wesen. Um bis zu
3 Pferde und einen Esel gleichzeitig kümmerte ich mich nun 
Tag für Tag, und das ist wirklich viel Arbeit; doch die innige
Verbundenheit zu ihnen und die vielen schönen Erlebnisse durch sie
machen das frühe Aufstehen und die Verpflichtung, die man eingeht,
ums Vielfache wett!

Schon ganz früh entdeckte ich die Westernreiterei für mich;
diese entspannte (Arbeits)Reitweise geprägt von den
amerikanischen Cowboys, die auf gut ausgebildete, ver-
trauensvolle und intuitiv mitarbeitende Pferde setzt.

Durch Bodenarbeit und viele Kurse erlernten meine Dicken
und ich über die Jahre step by step, was ein ordentliches Westernpferd und sein Reiter in etwa können sollte. Wir nahmen an vielen Patrouillenritten teil und mit der Zeit auch regelmässig an Cowhorse-Days, also an kleineren Turnieren, an denen man mit seinem Pferd Rinderherden in Schach hält, treibt und einpfercht.

Für die "echte" Turnierreiterei war ich immer viel zu wenig 
ehrgeizig; vor allem aber wäre es für mich nie in Frage gekommen,
auf Kosten meiner Pferde einen Level erreichen zu wollen, der dazu nötig gewesen wäre. Denn ich wage zu behaupten: "Gute" Turnierpferde leiden. Und werden niemalsnie ein artgerechtes Leben führen.

Zur Westernreiterei gehört natürlich auch das 
entsprechende Equipment: Westernsattel, Pads, Zäume und
Zügel fürs Pferd. Und da ich mich eher als Calamity Jane denn als 
feine Dame der oberen Schicht des "Wilden Westens" sah, trug
ich derbe Leinenhosen mit Hosenträgern, Hemden mit Weste und Halstuch, punzierte Ledergürtel mit grosser Metallschnalle, Hüte mit Bändern aus Pferdehaar und dazu fette Packers (Schnürstiefel mit kurzem Schaft).
Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, diese furchtbaren Klamotten
mit Glitzerstickereien und Seidenfransen zu tragen, wie man sie
oft an Turnierreitern sieht- igitt! Ich legte sehr viel Wert
auf Authentizität und dass die Sachen so aussahen wie die, welche
die Cowboys früher tatsächlich getragen haben.  




Jane- ähemm...FrauHummel! - von hinten. Die kleine Tasche
ist übrigens eine alte Militär-Kartentasche; handlich und
praktisch zugleich!




John hatte immer grossen Spass daran, Rinder zu scheuchen.
Harry fand diese seltsamen, behornten und brüllenden Zeitgenossen eher "huch!!" und überliess deshalb den Job noch
so gerne seinem best buddy.... 😄


Inzwischen sind wir alle älter und ruhiger geworden. 😙
Die Klamotten hängen zwar in memoriam noch im Schrank, 
ich werde sie aber wohl demnächst mal verkaufen.
Jetzt bin ich glücklich, wenn ich mit den Dicken durch 
den Wald tuckern kann; die Lust aufs Pferdeverladen und
lange Fahrten an die Turniere ist über die Jahre
befriedigt worden und jetzt total in den Hintergrund
gerückt.

Aber wie sagte Loriot schon so richtig:

"Ein Leben ohne Pferd ist möglich,
aber sinnlos". 

😊


Habts gut, meine Lieben!



PS:  TINA hat mich durch ihren neuesten Post dazu animiert den heutigen, schon seit langem in der Pipeline hängenden, zu veröffentlichen....