Sonntag, 18. September 2016

TARTE AU CITROUILLE

Ist es nicht jedes Jahr dasselbe? Kaum manifestiert sich der Herbst (hier zog bereits der erste Herbssturm mit viel windigem Getöse und Sprühregen um die Häuser), da freut man sich auch schon auf deftige Mahlzeiten, die alles einbinden, was diese Jahreszeit so an Köstlichkeiten zu bieten hat!

Die Frau BWH kommt heute mit einer feinen Suppe um's Eck, und bei Grazyna lief mir beim Anblick der französischen Tarte au Citrouille so sehr das Wasser im Mund zusammen, dass ich mir vornahm, sie gleich dieses WE nachzubacken. (Übrigens ist auch das Video dazu absolut sehenswert. Sagt selber: Möchte man nicht gleich seine Koffer packen und auswandern, um SO! zu leben?? Dieses Bedächtige, Unaufgeregte, Naturnahe.....aaaaach......!!)

Gehn wir also ans Werk. Ich habe ein paar Variationen à la Hummel vorgenommen, aber darin liegt ja des Künstlers Freiheit, n'est-ce pas?? ;oD

Alors:
Wir haben ein paar Zwiebeln und Champignons in Würfel geschnitten und mit einer Handvoll Speckwürfel (vom freilaufenden Schweinchen!) angebrutzelt. 4 Knoblauchzehen durch die Quetsche dazugedrückt, mit Salz, Pfeffer, Thymian und Oregano gewürzt. 
Anschliessend wurde ein mittlerer Butternutkürbis durch die grobe Raffel gedreht. (Meine alte Zyliss ist unbezahlbar wenn es darum geht, irgendwas kleinzukriegen! Und sie beweist einmal mehr, dass das Althergebrachte oft einfach das Beste ist. Und unkaputtbar noch dazu.)



Der Kürbis wanderte zum Rest in der Pfanne und schmurgelte ein Weilchen mit.




Unterdessen wurde der Kuchenteig in die Form gelegt und mit der Gabel eingestochen, das Kürbisgemisch wurde ordentlich darauf verteilt.

Nun gingen 2 Eier eine Liaison ein mit einer Packung Magerquark, wurden mit Salz, Pfeffer, ein wenig Muskat und ordentlich gehackten Schnittlauch aromatisiert, über die Füllung gegossen und mit der Gabel ein wenig in das Kürbisgemisch eingearbeitet.

So. Und jetzt würde der Ziegenkäse ins Spiel kommen. Da wir uns aber nicht sicher waren, ob wir den leiden können, hatte ein Tomme à la Crème Jean-Louis die Ehre, wurde in Scheiben geschnitten und obenauf gelegt. Frische Feigen, wie Grazyna sie für ihre Tarte verwendet hat, konnte ich leider keine finden.



Die ganze Herrlichkeit wanderte nun für ca. 25 Minuten bei gut 200° in den Ofen.

Wir waren gespannt!

Optisch war die Tarte schon mal eine Augenweide.




Und sie hat wunderbar geschmeckt! Ich hab mir sogar ein Gläschen Wein dazu gegönnt und fühlte mich der Touraine gleich um ein paar Kilometer näher.....  ;oD


Ausserdem passt das Wetter heute ganz ausgezeichnet, um sich genussvoll den Magen zu wärmen, das Weinglas zu schwenken und sinnierend aus dem Fenster in die Landschaft zu gucken.





Bon appetit, mes chères amies, à bientôt!

Mittwoch, 14. September 2016

SZENENWECHSEL

"Nein, nein, nein!!" 
zetert der Sommer, stampft empört mit einem Fuss auf und wischt sich eine blonde Locke aus dem zornesroten Gesicht.
"Ich WILL noch nicht gehen!".

Der Herbst, der ihm gegenübersteht, wiegt bedächtig den Kopf und lächelt leise über diesen Gefühlsausbruch. Streicht mit der Hand durch seinen Bart, der immer ein wenig zerzaust aussieht, und beschwichtigt:
"Höre, Sommer. Du hattest deine Zeit. Und du hast sie gut genutzt. Aber jetzt bin ich dran. Siehst du denn nicht, wie frühmorgens, wenn der Tag langsam über die Berge klettert, schon die Nebelchen ziehen? Wie feine, zartgewebte Mousselinetücher spanne ich sie in die Landschaft. Und im Gras glitzert der kühle Tau, Millionen winziger Glassplitter gleich. Ich färbe die Blätter der Bäume bunt, ich mache die Tage kürzer und die Nächte länger. Verleihe dem Licht eine Klarheit, wie nur ich es zustande bringe, und lasse die Natur noch einmal ihr ganzes Füllhorn ausschütten, bevor sie sich zur Ruhe legt. Und du wirst sehen: Schon bald schicke ich stürmische Winde und lasse den Regen ein fröhliches Liedchen an die Fensterscheiben der Häuser klopfen.
Also zieh von dannen, lieber Sommer, und sammle deine Kräfte für's kommende Jahr!"

Lachend wirft der Herbst den Kopf in den Nacken, füllt seine Backen und prustet so ungestüm gegen den nächsten Baum, dass die Blätter aufwirbeln und eine Amsel erschrocken aus dem Geäst fliegt.


Mit hängenden Schultern gibt der Sommer klein bei und räumt das Feld. "Aber ich komme wieder!" ruft er beim Weggehen noch über die Schulter zurück.

Und der Herbst? Der tut, was ein Herbst eben tun muss. Schreitet seinen Garten ab, streichelt hier einem Apfel über die Wange, sodass er vor Verlegenheit ganz rot wird, und grüsst dort einen Schmetterling, der in der noch warmen Sonne von einer Blüte zur andern taumelt, immer in der Gewissheit, dass auch seine Tage bald gezählt sind.



Alles ist wie immer. Und alles ist, wie es sein soll.


***************************


Doch, es war ein guter Sommer. Viele Mussestunden hat er mir gebracht, viel Zeit zum Ausspannen, Nachdenken, Energietanken.
Leider hatte er auch eine Diagnose für mich im Gepäck; die Krankheit wird mich nicht umbringen, leichtermachen wird sie mein Leben allerdings auch nicht. Aber ich bin ja ein Indianer......

Was noch? Wolldecke fertiggehäkelt, Schal, seit Ewigkeiten auf den Nadeln hängend, zu Ende gestrickt. Wieder Seife gesiedet, diesmal mit Honig. Wer einmal seine eigene Seife gesiedet hat, der wird so schnell nichts anderes mehr wollen! ;oD

Inzwischen sind auch die Jungs aus dem Jura zurück, mit dicken Bäuchen und sehr zufrieden mit sich und der Welt. Und einmal mehr gelangte ich zur Erkenntnis: Ohne die Jungs geht das nicht! Zumindest nicht auf Dauer.

Und ich habe realisiert: Das Schreiben fehlt mir.
Also werde ich hier in loser Folge weiter meine Gedanken auf's virtuelle Papier bringen. Kann sein, dass demnächst vielleicht die Kommentarfunktion verschwindet. Da hadere ich noch ein wenig.....

Dann also: 

Même lieu, même sujet. De loin en loin!


Und grüsst mir den Herbst, wenn ihr ihm begegnet! ;oD 





Mittwoch, 6. Juli 2016

WENN DIE FRAU HUMMEL MIT DEM HERRN HAMLET.....

VERFLIXT!

Ich stecke in einem Dilemma fest. Aber sowas von!

Die Frage, die mich umtreibt, die stellte sich schon weiland der gute Hamlet. 
In einer..ähmmm...etwas epochen- und hummelzangepassten Variante stelle ich sie mir in letzter Zeit andauernd.

"To blog or not to blog??"

Tja. Wenn ich mir das mal selber schlüssig beantworten könnte....

Denn im Zuge meiner ungebrochenen Lust am Reduzieren holte mich natürlich auch der Gedanke ein, dass das Bloggen ganz viel meiner Lebenszeit vernichtet und dass man den Aufenthalt vor dem Monitor nun (noch)mal rigoros reduzieren sollte. Oder dass man dieser Tätigkeit vielleicht sogar ganz Einhalt gebieten könnte, denn ausser zum Bloggen gibt es für mich kaum einen Grund, die Elektronik anzuwerfen. 

So weit, so einleuchtend. Wenn da nicht mehrere dicke ABER's wären.

  • ABER Bloggen macht halt einfach Spass!
  • ABER Bloggen stellt Kontakte zu besonders netten Menschen her, im Speziellen auch zu solchen, die sich mit ganz ähnlichen Perspektiven auf's Leben befassen wie man selbst!
  • ABER Bloggen erweitert den Horizont!
  • ABER Bloggen inspiriert und schubst eigene, vielleicht verschütt gegangene Kreativität(en) an!


Und man wiegt alle Punkte pro und contra Bloggen gegeneinander auf und stellt fest......dass man irgendwie zu keinem zielführenden Fazit kommt.

Das Bloggen ganz aufgeben? Jammerschade wäre das. Eigentlich.

Jeden Tag mehr als eine Stunde vor dem Monitor verbringen, damit man wenigstens bei seinen liebsten Mitbloggern mitlesen und zumindest einige Kommentare verfassen kann? Irgendwie..... auch nicht das Wahre.

Hmmmm......

Hhhhhhmmmmmmmmmmm!!!

Frau Hummel!!! Jetzt reiss dich mal am Riemen! Was soll denn dieses wankelmütige Getue hier?

Genau. Ein Kompromiss muss her.

Und deshalb hier und jetzt und hochoffiziell:

Das war's mit dem hummel'schen Blog.
(Wahrscheinlich)

Ich werde dem Kompromiss gehorchend natürlich weiterhin das eine oder andere Mal bei meinen liebsten Bloggis reinspienzeln.
Um ab und zu meine ungefragte Meinung einen Kommentar zu hinterlassen.
Und es könnte vielleicht, eventuell, unter gewissen Umständen sein, dass hin und wieder, aus heiterem Himmel, hier ein Post aufploppt. Wenn mich was mal ganz besonders freut, ärgert oder mitreisst. Aber verlasst euch nicht drauf! ;oD

Für den Moment: ein fröhliches Winken in die Runde. Schön war's mit euch!



Und vorderhand ein letztes Mal:

Hummelzherzensgrüsse!!



Sonntag, 26. Juni 2016

AU REVOIR, À BIENTÔT!

....und dann kommt man abends nach hause. Ziemlich müde und kaputt von der stundenlangen , monotonen Fahrt auf der Autobahn. Steht im leeren Stall, lässt die verwaisten Ausläufe und Weiden auf sich wirken und kommt einmal mehr zur Erkenntnis:

Ein Leben ohne Ponys ist möglich, aber nicht erstrebenswert!

Eine Millisekunde lang fragt man sich sogar: 
"Was tust du da eigentlich?? Bist du völlig verrückt, deine geliebten Freunde für satte 10 Wochen in eine entlegene Ecke der Schweiz zu karren?"

Doch dieser klitzekleine Moment des Zweifelns vergeht so schnell, wie er gekommen ist. Denn man weiss ja aus langjähriger Erfahrung: Es ist eine herrliche Zeit für alle. Die Ponys dürfen nun wieder ihre wilde Seite nach aussen kehren, bei Wind und Wetter mit vielen Artgenossen über diese riiiiesigen Weiden ziehen, ihre Dimensionen in wilden Galoppaden abmessen. Werden bei Hitze oder Niederschlag Schutz unter Tannen und Laubbäumen von ungeahnter Grösse suchen, unter denen der Boden trotz Starkregen immer trocken bleibt. Schliessen Freundschaften. Und verbringen ihre Tage genau so, wie sich das ein Pony in seinen kühnsten Träumen vorstellt.

Die Freude über die beinahe endlose Weite und Freiheit zeigen sie von der ersten Minute an überdeutlich.....



Und wir?
Wir werden jetzt auch mal ein wenig aufatmen. Unsere Tage werden die nächsten 10 Wochen einen ganz anderen Rhythmus schlagen, und wir werden uns, obwohl wir das ja eigentlich schon oft erfahren haben, erneut wundern, wieviele Stunden mehr man plötzlich für Müssiggang und Schlendrian zur Verfügung hat. 

Aber genauso werden wir sie in ein paar Wochen wirklich vermissen, unsere Jungs. 
Uns täglich fragen, wie's ihnen wohl geht 
(bestens natürlich, was sonst?? ;oD), 
was sie so treiben 
(fressen - dösen - fressen - dösen....) 
und ob sie wohl auch mal an uns denken werden
(Nö. Mit Sicherheit nicht.)

Und weil sich das dringende Bedürfnis, jemanden zu Betüddeln und zu Knuddeln, nicht einfach so abschalten lässt, gibt's im Stall ja noch die kleinen (und ganz kleinen! ;oD) vierpfotigen Freunde. 



Die werden die schlimmsten Entzugserscheinungen bestimmt abmildern!
;oD


Habt einen fröhlichen Sonntag,

Hummelzherzensgrüsse!


Donnerstag, 23. Juni 2016

VON NULL AUF HUNDERT

Es war nicht anders zu erwarten: Mit Pauken und Trompeten hat der Sommer Einzug gehalten. Nach wochenlangem (gefühlten) Dauerregen und für die Jahreszeit viel zu kühlen Temperaturen sind wir mittwochs nun kopfüber in den Hochsommer gepurzelt. Einem, der mit schlagartig auf über 30° ansteigenden Temperaturen und quitscheblauem Himmel seinem Namen alle Ehre macht.
Und obwohl er nicht "meine" Jahreszeit ist geniesse ich ihn doch sehr. Vor allem die kühlen, ruhigen Morgen liebe ich, sitze auf der Terrasse mit meinem Tee und beobachte die Welt beim Erwachen. 
Heute ist mein freier Tag, den zelebriere ich und freue mich über dieses wohlige "durch-den-Tag-dümpeln". Hab Wäsche gewaschen, den Balkon gefegt, ein kühles Fussbad genommen mit Rosmarin-Badesalz und meine Füsschen hübschgemacht.

Und hab den Vorhang an der Loggiatür aufgehängt, der in den nächsten Wochen Mücken und Fliegen daran hindern soll, sich in unsere Gemächer zu verirren.
Dieser Vorhang aus festem Leinengemisch, bestickt mit stilisierten Blüten und Ranken, der eigentümlicherweise irgendwie nach Sommer riecht, nach wertigem Stoff und Waschmittel und Sonne. Der sich im lauen Lüftchen wiegt und den warmen Duft nach frischgewendetem Heu in kleinen Wellen in die Küche schwappen lässt. 






Sogar an meiner Decke gehäkelt hab ich, mit runtergelassenen Storen zwar, aber bei offener Balkontür. Es geht flott voran mit ihr, über 800 gr Wolle sind schon weggenadelt, ungefähr 300 gr warten noch auf die Verarbeitung.

Mein 4 1/2-dl-Masonjar (ein Geschenk meines Patenmädchens) hab ich bereits zwei Mal mit Apfel-Kiwi-Sirup befüllt und ausserdem zwei grosse Tassen Earl Grey weggesüffelt- schliesslich soll man viel trinken bei diesem Wetter! ;oD




Und draussen wird gemäht und Heu gewendet, was das Zeug hält. So hoch stand das Gras schon lange nicht mehr, es war höchste Zeit für's Heuen! Heute und morgen werden wohl weiss Gott wieviele Tonnen schönstes Heu eingefahren und ich hoffe, dass ich auch bald was davon für meine Ponys abkriege. Um die 6 Tonnen mampfen die in 10 Monaten weg! Bestellt ist es auf jeden Fall, und meine Helfer für's Abladen und Stapeln stehen schon in den Startlöchern. Ich freu mich immer, wenn die Tenne bis unter die Decke gefüllt ist vielen duftenden, knisternden Heuballen!




Blick aus unserem Stuben-...



...und dem Arbeitszimmerfenster

Die Jungs dürfen jetzt wieder Tag und Nacht auf die Weide und sind wohl schon sehr gespannt, denn seit Dienstag gehen sie "barfuss" - ein untrügliches Zeichen dafür, dass es schon bald auf grosse Reise geht! ;oD

Ich werd jetzt mal ein bisschen weiterdümpeln.....

Habt es sommerlichfröhlich,

Hummelzherzensgrüsse!

Donnerstag, 16. Juni 2016

MIESEPETRA

"Ach", seufzte letzthin eines meiner Reiterlein während unseres gemeinsamen Ausrittes, "meine Arbeitskollegin macht mich noch wahnsinnig. Die jammert den lieben, langen Tag. Im Moment ist es das Wetter, das ihren Unmut auf sich zieht, aber ihr ist auch jeder andere Grund willkommen, um zu lamentieren und zu nörgeln!"

Ich bringe grosses Verständnis für diesen Seufzer meines Reiterleins auf, denn ich kann solche unaufhörliche Jammerei gar nicht gut ab. Diese Zeitgenossen kreuzen immer wieder unsere Wege und verstehen es, einem mit ihrem Verdruss und Missmut zu konfrontieren, sie zerren an den Nerven und manchmal muss man sogar aufpassen, nicht selber plötzlich ein wenig übellaunig zu werden in Gegenwart solcher Miesepeter. 


(Grumpy Cat- wer kennt sie nicht?? ;oD)

Natürlich gebe ich gerne zu, dass unser Wetter hier im Moment mehr als besch....eiden ist. Wir haben grad mal den halben Monat hinter uns, und dennoch scheint dieser Juni als einer der kühlsten und nassesten ever in die Annalen einzugehen. Seit Wochen regnet es vom Gefühl her praktisch ununterbrochen, und inzwischen bricht die halbe Schweiz kurzum in einen kollektiven Freudentaumel aus, wenn sich ab und zu mal ein Sonnenstrahl in unsere Gefilde verirrt. Aber ich bin mir sicher: Hätten wir brütende Hitze, dazu wochenlang keinen Tropfen Regen und bei der daraus resultierenden Wasserknappheit würde ein Autowasch- und Swimmingpool-Auffüllverbot ausgerufen, so wäre auch das in den Augen dieser notorischen Nörgler eine Vollkatastrophe. So gut wie die Staus auf der Autobahn (weil ja Strassen ausgebessert oder neugebaut werden, die sie, die Nörgler, hinterher auch befahren wollen!), die Schlange an der Supermarktkasse (und wieso, verdammt, müssen die alle genau dann einkaufen, wenn der Nörgler auszieht, um seinen Frigo frisch zu befüllen?) oder die vielen Menschen im Freibad, welche (siehe oben!) die in unseren Breitengraden doch ziemlich raren Sommer-Sonnenstrahlen nutzen wollen. Genau wie der Nörgler auch. 

Seien wir doch mal ganz ehrlich: Nahezu allen von uns geht es einfach gut. Sehr gut sogar. Wir haben alles, was ein zufriedenes Leben sicherstellt. Brauchen uns nicht um effektiv lebenswichtige Dinge zu sorgen. 
Da frage ich mich manchmal schon, warum es doch so viele Menschen gibt, die andauernd was zu meckern haben. Die irgendwie nicht fähig sind zu erkennen, wieviel Gutes und Schönes es tagtäglich zu entdecken gibt, auch und besonders im ganz normalen Alltag. Denn das Leben ist nun mal keine Neverending-Ibiza-Party und hat auch gewisse Pflichten und Tätigkeiten im Gepäck, die nicht in jedem Fall Spass bringen. Aber eine rechte Portion an positiver Lebenseinstellung, die Freude an dem, was man hat und ein Quäntchen Gelassenheit bilden  gemeinsam eine prima Basis für ein zufriedenes und fröhliches Da-Sein. 

Schlussendlich geht es doch nur um die Sicht der Dinge und um die Frage, ob man das berühmte Glas jeweils als halbvoll oder als halbleer bezeichnen möchte. Nichtwahr? ;oD

Ausserdem hat alles zwei Seiten, und eine davon ist immer die positive. Um nochmal auf unser Wetter zurückzukommen: Hätten wir jetzt sonnig-sommerliche 30 Gräder, dann wäre meine Wolldecke niemals schon auf 66 cm Länge gediehen! Wer häkelt schon bei brütender Hitze, wenn die Wolle an den Fingern klebt und das entstehende Häkelteil auch noch gleich die eh' schon überhitzten Knie wärmt?! 

Eben.

Ich habe meinem Reiterlein übrigens geraten, der Arbeitskollegin doch mal in freundlichem Ton, aber klipp und klar mitzuteilen, dass ihr (meinem Reiterlein) ihre (der Arbeitskollegin)Jammerei auf den Senkel geht. Viel mehr noch als das schlechte Wetter. Und dass sie es in ihrer Gegenwart doch bitte lassen soll. Das Nörgeln.

Ja, ich weiss. Manchmal bin ich ein wenig böse.


Happy Donnerstag, meine Lieben!

Hummelzherzensgrüsse!

Samstag, 11. Juni 2016

RESTEVERWERTUNG, DIE NÄCHSTE!

Seit Jahren schon steht auf den Metallspinden in unserer Ankleide ein Rattankoffer, bis obenhin voll mit Wollresten. Und beinahe ebenso lange überlege ich mir, was daraus werden soll. 
Die Farbpalette der grossen und kleinen Knäuel erstreckt sich über diverse Blau-, Grau-, Écru-, Weiss-, Rot- und Rosatöne, die Qualitäten reichen von dickerer Schafschur- und Mohairwolle bis hin zu dünnen Sockenstrickgarnen. 

Eine Jacke? Ne, zu bunt.
Ein Pullover? Dito.
Schal? Mütze? Handschuhe? 
Nö.

Eine Wolldecke??

Hmmmm........
Hmmmmmmmmm........!

YESS! EINE WOLLDECKE!!


Also her mit dem Koffer, raus mit der Neuner-Häkelnadel. 
Ein richtig dicker Knüppel ist das! 

Und los.

Ich mische dicke mit dünnen Garnen, häkle so weit damit, bis das erste Knäuelchen zu Ende ist, dann folgt ein Farbwechsel.
So entstehen hübsch melierte Farbverläufe, und erstaunlicherweise passt das, was sich bis jetzt ergeben hat, ausgesprochen gut zum Stoffstreifenkissen auf meinem Fusshöckerchen, auf welches ich gerne meine müden Beinchen drapiere.
Was lauterer Zufall ist, denn weder der Erwerb der alten Bettbezüge vom Brocki, die in Streifen zerrissen zum Kissenbezug verhäkelt wurden, noch das Sammelsurium an Wollknäueln folgt irgendeinem angestrebten Farbschema. 

Lueg:


Mit einfachen festen Maschen geht's doch einigermassen zügig vorwärts, und so nadle ich Stunde um Stunde, gerne an der geöffneten Balkontüre. Horche auf das Gewitter, das aufzieht, auf den prasselnden Regen und den Wind, der sich in den Bäumen vor dem Haus fängt. Und auf das heisere Rufen der Krähen oder das fröhliche Tschilpen der Singvögel.



Hänge meinen Gedanken nach und empfinde diese Handarbeit beinahe schon als meditativ.
Zumindest aber als sehr entspannend.

Und da ich mir vorgenommen habe, dieses Jahr nichts Neues zu kaufen
ausser 

  • Klamotten / dafür gibt es bei uns keinen brauchbaren Secondhand-Laden 
  • falls nötig Schuhe /  weil ich mich ausserstande fühle, die selber zu klöppeln ;oD
  • ab und zu eines meiner Interieur-Magazine / so eine klitzekleine Sucht zu pflegen ist doch legitim, n'est-ce pas??
  • und natürlich Lebensmittel,
ausserdem alles, was noch an Bastel/Handarbeits/DIY-"Rohmaterial" da ist wegzubrauchen und so viel wie möglich überhaupt selber zu machen, passt das Projekt "Wolldecke" in mehreren Belangen ja prima zu diesem Ansinnen!

Und: Ich kann diesen Post bei nächster Gelegenheit auch gleich bei Traudes Aktion "A new Life" verlinken.

Passt! :oD

Habt ein gemütliches WE weiterhin, 
ich häng mich dann mal wieder an die Nadel......

Herzensgrüsse!!




Sonntag, 29. Mai 2016

DONE!

Hach, ich freu mir grad ein Loch in den Bauch. Hab ich doch gestern ganz unbekanntes Terrain betreten und war jetzt wirklich sehr aufgeregt, ob ich mich darauf erfolgreich bewegt habe.....

Ein Ratespiel: Wenn die olle Hummel SO




aufgebrezelt auf der Bildfläche erscheint, dann tut sie was? Naaaa???

Falsch, falsch, ganz falsch! ;oD 
Auch wenn man natürlich den Verdacht hegen könnte, dass man mich bei meiner Arbeit in der Klinik abgelichtet hat, so diente diese Aufmachung in diesem Fall einer ganz anderen Absicht.

Denn:
Ich hab meine erste eigene Seife gesiedet! 
Und es hat enormen Spass gemacht. Auch wenn ich einen Wahnsinnsrespekt vor dieser Natronlauge hatte. Weil mir in Jugendjahren im Chemieunterricht nämlich mal Salzsäure ins Gesicht gesprungen ist wusste ich ja, was im Umgang mit solchen Flüssigkeiten passieren kann. 

Also war ich sehr vorsichtig und hatte mir aus der Klinik entsprechendes Equipement mitgebracht.
Und habe ausserdem einmal mehr gestaunt, was chemische Prozesse so bewirken können.

Da nimmt man sich verschiedene Öle (in diesem Fall Olive, Kokos und Kürbiskern) und Wachse(von den Bienchen) her, lässt die in erwärmtem Zustand eine Fusion mit Natronlauge eingehen, um der ganzen Chose anschliessend eine liebevolle Zuwendung in Form unermüdlichen Rührens angedeihen zu lassen. Eine handvoll Lavendelblüten beizufügen erschien mir auch nicht verkehrt.
Hernach füllt man die Masse in Formen und überlässt sie für die nächsten 24 Stunden abgedeckt ihrem Schicksal.

Weil meine Seifenmasse um's Verwürgen nicht zeichnen wollte, sprich: Nicht die richtige Konsistenz erreichte dache ich schon, dass alles für die Tonne gewesen ist. 
Doch mir war wohl das Glück des Anfängers hold, alles hatte wunderbar geklappt und ich konnte vorhin meine Hausmacher-Seife aus den Förmchen popeln. (Dieser Part bietet noch deutliches Verbesserungspotenzial. Ich bitte also alle hier mitlesenden alten Hasen auf dem Gebiet der Seifensiederei, ein wenig Grosszügigkeit walten zu lassen beim Anblick meiner etwas "wildwüchsigen" Produkte....*gggg*!)

TA-DAAAAAAAA!!!!




Sagte ich schon, dass ich mich freue?? ;oD

Jetzt ist noch ein wenig Geduld gefragt, denn erst in etwa 8 Wochen kann ich das erste Mal Schaum schlagen. So lange müssen die Stücke noch reifen.

Duft und Farbe habe ich beim ersten Versuch vernachlässigt, in meinen Augen sind diese Zutaten aber auch nicht zwingend nötig. Im Moment riecht die Seife ein wenig wie Alepposeife, die Farbe wird sich wahrscheinlich eh' noch verändern.

Ich bin wirklich gespannt, wie sie wird. Aber dass sie schön schäumt konnte ich schon feststellen, als ich nach getaner Arbeit meine Handschuhe unter dem Wasserhahn gereinigt hab.
Ich werde berichten!


Guten Start in die neue Woche,

fröhliche Herzensgrüsse!






Samstag, 21. Mai 2016

GESTRICKLISELT!

Ihr kennt sie bestimmt alle: die Stricklisel. Dieses hölzerne Püppchen, mit dem kleine Mädchen früher Endlos-Strickschlangen produziert haben, die dann zu kleinen Untersetzern, Miniteppichen und Ähnlichem vernäht wurden. 
Bis jetzt habe ich nie so ein Teil besessen. 
Gestern hab ich mir eine gekauft. Einen richtigen Stricklisel-Oschi. Mit 24 Zentimetern Durchmesser.

Jaaaaneee, haaaalt!! Wer jetzt denkt, dass mit mir irgendwas nicht richtig ist und ich auf besorgniserregende Art und Weise in eine infantile Phase gerutscht bin, den kann ich beruhigen. Denn mit diesem Gerät kann man Mützen, Körbchen, Kissenhüllen und vieles mehr an hübschen, kreativen Nützlichkeiten herstellen.

So sieht der Lisel-Oschi aus:




Wenn ich sowas in die Finger krieg, dann kann ich es immer gar nicht erwarten. 
Also her mit der Rolle altrosa Sisalschnur aus dem Schrank, die da schon seit Ewigkeiten rumkullert.

Und ab dafür: 


  • Gemütlich hinsetzen (Mietze links, Mietze rechts)
  • Anleitung studieren....los!! 
  • Wickeln
  • Nadeln
  • Wickeln
  • Nadeln
  • W...........

Runde für Runde. Wehe, man fängt damit an- das hat Suchtpotenzial, man kann gar nicht mehr aufhören! Man ignoriert die Druckstellen am Mittelfinger und das knirschende Daumengelenk erfolgreich und versinkt ganz in diese Arbeit, die so einfach ist, dass man in Gedanken und ins Werkeln vertieft gar nicht merkt, wie die Zeit vergeht.

Man mag es kaum glauben, aber meine Nackenrolle mit Massageeffekt ist heute schon fertig geworden.


(Guck- Sonne! Warm! Terrasse! ;oD)

Und passt farblich perfekt zu meinen Stoffstreifenkissen.



Ich freu mich- wieder mal was selbst gemacht aus Material, das 
schon vorhanden war (auch der Kisseninhalt ist ein alter, aufgehobener von einem 40x40-er Kissen, den ich einfach zusammengerollt und reingeschoben habe!)

Doch, ich bin ziemlich zufrieden mit mir. Und hab schon eine kuschlige Mütze für nächsten Winter im Visier- denn der kommt bestimmt....der Winter...irgendwann....! ;oD


Aber für's Erste ist hier soeben der Sommer ausgebrochen.


Happy Sonntag, meine Lieben!

Herzensgrüsse!

Montag, 16. Mai 2016

ZWISCHENBILANZ

Auch wenn ich mich standhaft weigere, in den Chor derer einzustimmen, die das Lied von der immer schneller rennenden Zeit absingen, so muss ich doch eingestehen: In ein paar Wochen haben wir schon wieder die halbe Jahresstrecke zurückgelegt!

Wahnsinn.

Gelegenheit, für mich ein kleines Resumée zu ziehen in Bezug auf meinen Konsum und mein (hoffentlich) nachhaltiges Verhalten. (Bei dieser Gelegenheit mache ich euch gerne wieder aufmerksam auf die ANL-Aktion von unserem Roströschen!)

Eigentlich bin ich sehr zufrieden mit mir (und mit HerrnHummel ebenso, denn der zieht ohne zu Murren mit!)

Auch wenn es ziemlich anstrengend ist, beim Einkaufen immer und immer wieder die Inhaltsstoffe der Produkte zu studieren, so tun wir es doch unbeirrt. Und wundern uns nach wie vor, was da so alles drinsteckt. Komponenten, die kein Mensch braucht, vor allem nicht für ein einigermassen gesundes und nachhaltiges Leben. Alles, was z.B. Palmöl enthält, wird mit Verachtung gestraft, ebenso natürlich Fertigprodukte und alles, was mit irgendwelchen Hilfsstoffen belastet ist. Also befüllen wir unseren Einkaufskorb mit frischen, unbehandelten und möglichst regionalen oder Bio-Produkten. Inzwischen hat sich allerdings eine ganze Reihe von "guten" Produkten herauskristallisiert, die wir in unsere Einkaufsliste aufgenommen haben. Ausserdem kaufen wir gerne auch Zweite-Wahl-Gemüse und Früchte. Wobei sich mir bis heute nicht erschliesst, was an DIESEN Erzeugnissen zweitklassig sein soll.... Nur weil die Karotten verschieden dick, krumm oder abgebrochen sind?

Was meinen sonstigen Konsum anbelangt, so fällt der sehr bescheiden aus. Bin grad in Gedanken durchgegangen, was ich mir seit Anfang dieses Jahres so "gegönnt" hab. Ausser dem täglichen Verbrauch an Lebensmitteln und Pflegeprodukten hab ich 2 GS-Kleidchen, 2 Tassen (eine davon handgetöpfert), ein paar handgesiedete Seifen und 4 leinerne Kissenbezüge für unser Bett ausgemacht. 


Handgesiedete Seifen
Mode meiner Lieblingsmarke


Die Bezüge waren wirklich notwendig, da die alten ihren Dienst sehr lange getan und teilweise das Zeitliche gesegnet haben! Was meine Bekleidung betrifft so kaufe ich die praktisch nur noch bei meiner bevorzugten Haus-und-Hof-Marke und achte darauf, dass ich alles miteinander kombinieren kann. Accessoires wie Schals sorgen für eine Portion Pep.


Leinenkissen


Ein kleine Konsumfalle sind nach wie vor meine Interieurmagazine. Ich liebe sie und kaufe mir immer noch ein paar im Monat, allerdings ist da die Quote auf etwa die Hälfte gesunken. Das Abonnement des kostenintensivsten Magazines habe ich gekündigt, alle andern Hefte werden gesammelt und am Flohmarkt im Sommer verkauft.

Vorgenommen habe ich mir auch, noch VIEL mehr wiederzuverwerten oder selberzumachen. In letzter Zeit habe ich mich im www herumgetrieben und mich schlau gemacht, wie man Seife siedet. Das scheint nicht so schwierig zu sein, und so will ich das demnächst mal angehen. Ich werde berichten! Meine Flüssigseife aus Seifenresten bewährt sich bestens und ist äusserst ergiebig. Ich hab sie im Nachhinein noch mit Farfalla-Pfefferminzöl beduftet, was wir als sehr erfrischend empfinden. Selbst eine poplige selbstgekochte Flüssigseife macht viel mehr Spass als eine gekaufte.....Und so werden weiter Seifen- und Kerzenreste gesammelt, um sie später zu "neuem Leben" zu erwecken.


Flüssigseife, aus Seifen-
restchen aufgekocht

Kissenhülle, gehäkelt aus 
Stoffstreifen
Konfitüre, hummelgerührt
Minztee, selbstgetrocknet
Kartonkistchen, beklebt
und verziert
Schnuffelglas mit getrockneten
Orangenschalen und Gewürzen

Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang auch Geschenke, die man überreicht bekommt. Inzwischen habe ich meine Umgebung soweit, dass man mir nur noch Handgemachtes, Gutscheine oder Dinge, die sich verbrauchen, schenkt. Oder einen finanziellen Beitrag leistet an etwas, das ich mir wünsche. Zum Beispiel ans "Sommerlager" meiner Ponys im Jura, das ja ziemlich kostenintensiv ist. Ich freue mich immer über ein paar Fränkli extra, die ja meistens sowieso in Tierfutter o.ä. umgesetzt werden! :oD 


Money, Money! ;oD


Last but not least: Es wird weiter aussortiert, und wenn wirklich mal was neues Einzug hält muss was Altes in die Flohmarktkiste! Aber das ist ja höchst selten der Fall, wie ich feststelle.


So. Und diesen Beitrag verlinke ich gleich wieder beim Roströschen und ihrem ANL.

Habt einen feinen Pfingstsonntag noch, 
Hummelzherzensgrüsse!



PS: Leider kriege ich zur Zeit keine Fotos hochgeladen, keine Idee, woran das liegt. Jemand eine Ahnung?? 
Nachtrag: Es funzt wieder. Verstehe einer die Elektronik....





Samstag, 7. Mai 2016

JASEMINE SCISSORHAND


Der Mensch, das Gewohnheitstier, und seine Haare.
Ein Arrangement, dem eine gewisse Problematik innewohnt.
Erst gestern wieder am eigenen Leib erfahren.....

Aber von vorne:

Seit vielen Jahren lasse ich mir jeden Monat die Haare schneiden. Von "meiner" Coiffeuse, bei der ich seit Ewigkeiten Stammkundin bin, die mich, meine Haare und meine Vorstellungen, wie die auszusehen haben, bestens kennt.

Krieg ich also letzthin einen Anruf von ihr: Sie sei leider zu unserem nächsten Termin indisponiert, weil sie sich und ihr Knie unter's Messer legen müsse- ob sie mich bei einer ihrer Kolleginnen einschreiben dürfe?

"Nein, eigentlich nicht!"...dachte ich. Und sagte: "Kein Problem!" Ich bin ja ein unkomplizierter Mensch (meistens), also wollte ich mal nicht so sein und hab ihrem Anliegen meinen Segen gegeben.

Komm ich also gestern in den Salon und werde sogleich sehr freundlich von einem sehr jungen Ding begrüsst. Sie sei die Jasmin und dürfe mich heute bedienen, stellte sie sich vor. 
(Wobei "bedienen" für mich in diesem Zusammenhang immer einen etwas seltsamen...ööhemm...Beigeschmack hat, *ggg*! 
Aber egal....)

Auf jeden Fall bugsierte sie mich auf einen Sessel, warf mit geübtem Schwung den Umhang um meine Schultern, liess sich erklären, was ich mir frisurentechnisch vorstellte und legte los.

Was folgte liess mich erstarren wie das Kaninchen im Angesicht der berühmtberüchtigten Schlange.

Ich sitze zum Schneiden ja immer OHNE MEINE BRILLE vor dem Spiegel, ergo ungefähr so blind wie ein Maulwurf mit Krückstock und meine Umgebung nur noch schemenhaft erkennend, was für sich schon ein saublödes Gefühl ist.

Aber die Art, wie sie zu Werke ging, die erinnerte mich in erschreckender Weise an Edward Scissorhand. Ihr kennt den Film? Den jungen Mann aus der Retorte, der anstelle von Händen riesige Scherenklingen abbekommen hat und damit anfänglich die Buchsbäume im Garten seines Zuhauses, im fortgeschrittenen Stadium dann auch die Hunde und zum krönenden Schluss die Haare sämtlicher Nachbarinnen bearbeitet??




Ja? Gut, dann brauch ich euch nicht genauer zu beschreiben, was jetzt los war. 

Für alle andern: Stellt euch vor, jemand zieht wild und ohne jedes erkennbare Konzept immer wieder den Kamm durch euer (notabene noch trockenes!)Haar. Wechselt fliegend von der Tondeuse zur klappernden Schere, schneidet zappzerrapp! hier eine Strähne ab, saust bbbrrrttt!! da mit dem Maschinchen über eine zu kürzende Stelle. Und das in einem solchen Affentempo, dass einem ganz blümerant wird.

...ich getraute mich kaum noch hinzusehen. Und stellte fest, dass sich meine Hände unter dem Umhang zu einem Knäuel verkrampft hatten und noch dazu mein Hals so steif geworden war, wie wenn ich einen Kochlöffel verschluckt hätte. 

Um der ganzen Sache noch Einhalt zu gebieten war es ohnehin zu spät, und so riss mich die Stimme der Coiffeuse jäh aus meinem Salzsäulendasein: 

"Machen wir es mit oder ohne Waschen??"

What? 
JETZT? 
Haarewaschen?

Meiner unmassgelbichen Meinung nach hätte man mein Haupt doch eigentlich.... VOR dem Schneiden shampoonieren sollen?

Nä. Jetzt war's aber gut. Ich artikulierte, dass ich keinen gesteigerten Wert darauf legen würde, von ihr noch den Kopf gewaschen zu bekommen ("nein danke, WIR feuchten immer nur an!"),
worauf Jasemine mir dann mit dem Föhn die Milliarden von kleingehackten Haarfitzelchen aus der Frisur pustete.

Sie : "Ein wenig Gel?"
Ich : "Aber bitte gern!"

Knet. Zwirbel.

In Erwartung der Dinge, die da kommen sollten, setzte ich meine Brille auf, das Jaseminchen hielt mir den Handspiegel hinter den Kopf....und... ich.... atmete auf.

Stellte fest, dass man heutzutage als Jungcoiffeuse offenbar ganz, ganz anders Haare zu schneiden beigebracht bekommt als die Generation von Fachfrauen, die ihr Handwerk vor annähernd 30 Jahren erlernten.
Dass das aber allem Anschein nach genauso direkt und erfolgreich zum angestrebten Ziel führen kann.

Meine Frisur war genau so, wie ich sie mir vorgestellt hatte.

Pppfffüüüütttthhhhhh.......

Mein zermürbtes Nervenkostüm hat jetzt 4 Wochen Zeit, sich zu generieren.
Dann ist Barbara wieder da.


Geniesst das WE, 
Hummelzherzensgrüsse! (mit raspelkurzem Bubikopf)