Dienstag, 13. November 2018

STELL DIR VOR....

....du stehst vor deinem kleinen Haus- deinem Zuhause, deinem Zufluchtsort, deinem Ruhepol.
Mit viel Liebe hast du es eingerichtet, den Garten gehegt und gepflegt, hast hier viele glückliche Jahre verbracht.
Bis jetzt war alles wunderbar. Nie hast du einen Gedanken daran verschwendet, dass es einmal ändern könnte. Doch es hat sich geändert. Alles.

Denn jetzt spiegelt der eindunkelnde Abendhimmel den roten Schein des Feuers wieder. Wild und bedrohlich schlagen die Flammen ins Firmament, der Wind treibt sie unbeirrt vor sich her. Die mörderische Hitze frisst sich durch alles, was sich ihr in den Weg stellt. Prasselnd, zischend, rotglühend, begleitet von dichten, stickigen Rauchwolken, die das Atmen schwer machen.  
Und diese Apokalypse wird untermalt vom Brummen der Löschflugzeuge.



Stell dir vor.....

....dass dir bewusst wird: Du hast keine Zeit mehr. Nicht, um dein Heim vor der Feuersbrunst zu schützen. Nicht, um dein Hab und Gut in Sicherheit zu bringen. Du wirst alles zurücklassen müssen. Alles, was dir lieb und teuer ist und wofür du jahrelang gearbeitet hast. Alles, was mit Erinnerungen verbunden ist, alles, an dem dein Herz hängt. 

Dir ist klar: Es bleibt gerade noch die Zeit ins Auto einzusteigen und loszufahren. Die Frage ist nur: Wohin?? Auf vielen, vielen Quadratkilometern wüten die Feuer. Jeder Weg, den du jetzt einschlägst, könnte der falsche sein. Jeder in eine Sackgasse führen, aus der es kein Zurück mehr gibt.

Du gibst Gas, fährst los. Hinein in diese Hölle aus Rauch und sengender Hitze. Beim letzten Blick zurück ist dein Haus bereits in den dunklen Schwaden verschwunden, im Hintergrund kommt das Flammenmeer unaufhaltsam näher, einem brüllenden, Glut speienden Drachen gleich.

Du reihst dich ein in den Konvoi von Fahrzeugen, deren Scheinwerfer man im rauchigen Dunkel kaum sehen kann. Alle haben sich aufgemacht. Auf einen Weg, von dem keiner weiss, wohin er schlussendlich führen wird. Und ob er sie lebend wieder freigeben wird.

Im Rückspiegel trifft sich dein Blick mit dem deines Hundes. Er ist alles, was dir geblieben ist.

Du richtest deine Augen wieder auf die Fahrbahn. Deine Hände umklammern das Steuer...Los! Weiter! Raus aus dieser Hölle.
Egal wohin.


Stell dir vor.....

.....dass das alles nicht die nervenaufreibende Story eines spannenden Hollywoodstreifens ist.


Stell dir vor.....

....dass dieses Horrorszenario für Tausende Menschen in Californien furchtbarer Ernst geworden ist. Menschen, denen womöglich nichts als das nackte Leben bleibt. 






    STELL DIR DAS MAL VOR......





Samstag, 10. November 2018

ZÄHNE ZEIGEN!

Donnerstagnachmittag. 

Im Wartezimmer bei meiner Parodontose-Spezialistin in Luzern.
(Ja. Ich habe Paro. Sch...eibenkleister. Und kann noch nicht mal was dafür. Sie, die Zahnärztin, sagt das. Sie meint, dass sie sehen kann, dass ich meine Zähne perfekt pflege. Aber leider hätten das Immunsystem, die Zusammensetzung des Speichels, die Vererbung und weissderHimmel-noch-wer-alles da ein Mitspracherecht. Und diesen Faktoren sei mit der besten Zahnpflege alleine leider nicht beizukommen. Schon klar- ich mal wieder. Fragt mich nicht, was das bis jetzt gekostet hat. Gottseidank bin ich wenigstens nicht sehr schmerzempfindlich. Hab mir ja damals unter Zuhilfenahme einer sterilen Injektionsnadel selber ein Bauchnabelpiercing gestochen. 😉 Das hab ich zwar nach ein paar Wochen wieder entfernt, weil ich es dann irgendwie doch blöd fand. Trotzdem: Angenehm sind diese Behandlungen beileibe nicht! Erfreulicherweise sind sie aber wenigstens von Erfolg gekrönt, meine Zahnärztin ist begeistert und ich auch ein bisschen- weil das Hoffnung darauf macht, dass die Behandlungen und damit auch die Raubzüge auf mein Konto weniger werden.
Aber irgendwie schweifte ich jetzt ab- wo war ich? Ach so ja. Im Wartezimmer....) 



(Diese herrlichen Bilder hab ich mir mit freundlicher Genehmigung bei Pixabay geholt!)


Also: ich vertiefe mich in ein Magazin, das erfreulicherweise einige Artikel zum Thema Nachhaltigkeit zu bieten hat. Unter anderem ein Interview mit jemandem, der sich für nachhaltige Projekte engagiert.
Und der sagt was, das ich jedem an den Spiegel pinnen wollen würde, der diesen blöden Satz 

"Ich alleine kann ja doch nichts tun!

raushaut. 😡


Da steht also sinngemäss:



"Jeder Wandel, und sei er auch noch so klein, verändert das Ganze. Statt einer Ideologie nachzurennen probiere ich lieber selber aus, was möglich ist und funktionieren kann. Veränderung ist immer ein Auf-dem-Weg-sein. Das ist ganz einfach. Man kann jederzeit damit anfangen und braucht weder auf andere zu warten noch mit dem Moralfinger zu fuchteln!"


Bestechend einfach und einfach bestechend, nüchwahr? Und statt nach idealen Lösungen Ausschau zu halten setzt er auf gute Kompromisse. Denn er ist es leid darauf zu warten, dass "die Politik" was tut (ich auch, ne??) und vertraut auf Impulse, die aus der Gesellschaft kommen.

Hach. Der Mann versteht mir...... ! 😊

Ich hab die Sitzung bei der Zahnärztin übrigens unbeschadet überstanden und hinterher zur Belohnung Meinerselbst gleich noch meinem liebsten Fair-Eco-Bio-Handgemacht-Laden einen Besuch abgestattet. Ein Paradies! Natürlich komme ich da nie raus, ohne was "krämlet" zu haben. Diesmal ein Weihnachtsgeschenk für meine liebe Freundin. 
Nö. Ich verrate nicht, was es ist, denn: Feind liest mit! 😛

Apopo: Seid ihr euch eigentlich bewusst, dass uns morgen in 3 Wochen schon der 1. Apfenz ereilt?? 
Yep- ich bin auch zusammengezuckt, als ich dessen gewahr wurde. 
Doch sogleich überrollte mich eine Woge der Vorfreude - hach!! Meine liebste Zeit im Jahr naht!


Für's Erste jetzt aber mal: Frohes WE! 

Hummelzherzensgrüsse!









Donnerstag, 25. Oktober 2018

WARME LUFT

DONNERSTAG.

Mein wort-wörtlicher FREI-Tag, wie eine kleine Insel mittendrin im oft hektischen Run der Wochentage.
Aufatmen, durchlüften!

Grad hab ich bei meiner lieben virtuellen Freundin, der Bahnwärterin, gelesen und kommentiert. Und einmal mehr gestutzt, weil wir beide scheinbar immer mal wieder gleichzeitig von ähnlichen Emotionen heimgesucht werden.....

Ich weiss nicht: Liegt es an meinen Hormonen, die seit geraumer Zeit Lambada tanzen, liegt es am Vollmond, an der grossen Unruhe, die an allen Ecken und Enden auf diesem Planeten herrscht? Keine Ahnung.
Auf jeden Fall mache ich mir in letzter Zeit Gedanken. Sehr viele, sehr intensive.
Und damit hier keine Gerüchte entstehen schicke ich vorsichtshalber voraus: 
Nein, ich wurde nicht hinterrücks von einer klimakterischen Depression angefallen. 😊
Und nein, es ist auch weiter nichts Schimmes passiert! 

Aber ich bin von Natur aus mit einer, manchmal wirklich etwas bedrängenden, Sensibilität bedacht. Was an andern einfach so vorbeigeht, weiter nicht beachtet wird und somit auch keinen grösseren Einfluss auf die eigene Befindlichkeit nimmt, das höre, sehe und empfinde ich im Regelfall sehr deutlich. 




Es ist mir grundsätzlich nicht egal, was die Menschen in meinem Umfeld an- und umtreibt. Es geht mir nicht am A.... vorbei, was mit unserem armen Planeten passiert. Und es kümmert mich tatsächlich, ob ich etwas zum grossen Ganzen beitragen kann, wie mein Mitwirken an einer Verbesserung der Situation aussehen könnte und wie ich es anstelle, das auch hinzukriegen.

Dumm nur, dass ich immer annehme, dass sich andere auch Gedanken machen oder ihre Mitmenschen ernst nehmen. Weil das nämlich (leider) viel zu oft nicht der Fall ist, wird man von diesen "andern" oft brüskiert. 
Und fühlt sich irgendwann einfach nicht mehr für voll genommen.

Sehr bedauerlich finde ich auch die Oberflächlichkeit, der man im Alltag auf Schritt und Tritt begegnet. 
Wenn mich also jemand fragt: "Und, wie gehts dir?", dann denke ich doch, dass er/sie das wirklich wissen möchte, und antworte entsprechend.
"Naja, zur Zeit macht mir meine Krankheit sehr zu schaffen. Ich bin fix und alle, könnte andauernd nur schlafen und kriege meine Tage grade so gebacken!".
Wenn sich mein Gegenüber dann mit einem desinteressierten "Ohje! Das wird schon wieder!" abwendet um im nächsten Augenblick die Erlebnisse des Wochenendes zum Besten zu geben, dann mache ich mir schon so meine- ihr ahnt es- Gedanken.....

Anderes Beispiel: Man spricht in der Runde über Frühpensionierung, Teilzeitarbeit und Ähnliches. Im Verlauf erwähne ich, dass ich mir überlege wie ich es anstellen könnte, mein Pensum noch ein wenig zu kürzen, weil ich das Gefühl habe, dass meine Tage wie Sand zwischen meinen Fingern zerrinnen. Wenn ich dann zu hören bekomme, dass "das andern auch so geht, dass man sein Geld nicht vom Boden aufheben kann und dass das jetzt halt einfach so ist!" - ja dann bringt mich das auch nicht weiter! Erst recht nicht wenn ergänzend noch angefügt wird, dass man sich schon "sehr privilegiert fühle mit seinem 50%-Job und den ja bis zur Frühpensionierung in 1, 2 Jährchen eigentlich auch vor allem deshalb ausübe, weil man den Kontakt zu andern Menschen vermissen würde". 

Achso.   💬

Das sind jetzt poplige Beispiele, das ist mir auch klar. Aber es sind welche, die in dieser Art jedem von uns wohl immer wieder passieren und deutlich machen, dass unsere Interaktionen oft geprägt sind von Egozentrik, Desintresse und einer Oberflächlichkeit, die wie das Myzel eines Pilzes unsere Gesellschaft durchwuchert.

Schade nur, dass so jeder konstruktive Austausch zum Erliegen kommt. Gerade anders gelagerte Ansichten und Meinungen können doch dazu führen, dass die eigenen hinterfragt und im besten Fall positiv beeinflusst werden und dass man zu neuen Sichtweisen inspiriert wird.

Fazit: Inzwischen suche ich mir die Menschen aus, mit denen ich "meine" Themen bekakeln möchte. Weil ich weiss, wo ich ein ernstgemeintes, fundiertes Echo bekomme.

Das ist natürlich grundsätzlich schade. Aber ich mag keine Energie mehr in Sinnloses stecken und spare sie mir lieber für die auf, die sie auch "verdienen".

So! Das hat jetzt gutgetan. 
Manchmal muss man sich einfach die 💩 von der Seele schreiben!



Gehabt euch wohl,
Hummelz💕ensgrüsse!