Donnerstag, 16. Mai 2019

AUSZEIT


Gerade habe ich von meiner Freundin eine Mail erhalten. Sie schreibt darin, dass sie im Moment aus verschiedenen Gründen ganz viele Gänge zurückgeschaltet hat, in ihrer Freizeit am liebsten NICHTS mehr tut- nur noch in den Wald geht oder sich in ihr Zuhause zurückzieht. 

So unterschiedlich wir beide optisch sind (sie klein,zierlich, rotblond / ich gross, stämmig und graumeliert), so ähnlich sind wir uns in Vielem charakterlich; wir verstehen uns extrem gut und ziehen in unseren Leben immer wieder Parallelen, die sich oft praktisch zur selben Zeit bemerkbar machen.   

Auch ich durchlebe gerade eine Phase des "Sich-besinnens", brauche sehr viel Ruhe, meide fremde Menschen und lasse immer wieder ausgiebig meine Gedanken schweifen. Wie gut, dass ich gerade Ferien habe! So kann ich meine Tage in aller Musse angehen. 

Die letzten Wochen waren anstrengend, voller Sorgen und oft einfach deprimierend. Sie haben kräftig an meinen Energien genagt und ich merke, dass ich gerade ziemlich am Anschlag laufe.
Richtig dankbar bin ich für diese freien Tage! 

Mit den schweren Jungs durch den Wald zu wandern ist wunderbar entspannend. Die Ruhe, die Bäume, das Vogelgezwitscher tun einfach gut. Zwar weht hier seit Tagen eine steife Bise, die Temperatur pendelt um 14°, fühlt sich allerdings wie kaum 10° an. Doch sie, die Bise, bringt einen oft schnellen Wechsel von Wolkenbergen, Sprühregen, Sonnenschein und babyblauen Himmel mit sich, was die Natur in all ihren wunderbaren Façetten erstrahlen lässt. Sie malt bezaubernde, knallbunte Regenbögen an den Himmel, sie lässt das hohe, von Tausenden fröhlichgelben Löwenzahnköpfchen gepunktete Gras wogen wie aufgepeitschte Wellen in einem See.
Und sie pustet den Kopf durch, sorgt für Klarheit und Durchblick.

Zuhause ziehe ich wieder die alte, warme Strickjacke und handgenadelte Socken an. Die Heizung läuft nicht mehr, da mag man bei diesen Aussentemperaturen gerne was Warmes am Körper! 

Gestern hab ich den ganzen Tag gelesen. Gemütlich im neuen Sessel, für den meine ganze Familie zusammengelegt hat, um ihn mir zu schenken. Mit einem kuschligen Schaffell und einem Leinenkissen wird er zum urgemütlichen Rückzugsort, den man für Stunden nicht mehr verlassen möchte.

Das Buch übrigens- das möchte ich euch sehr empfehlen. Geschrieben von einer Frau, die mit ihrem Partner der trubligen Grossstadt und dem zwar gutbezahlten, aber hektischen Job den Rücken gekehrt hat und in ein altes, verfallenes Forsthaus mitten im Wald gezogen ist. Im "Ich-Stil" beschreibt sie die aufwändigen und langwierigen Renovationsarbeiten, die Begegnungen mit den Lebewesen des Waldes und den Naturgewalten, den Einzug von Hund und Katze in ihr Leben und wie sie über die Jahre auf diesem Weg zu sich selber und den wirklich wahren Werten ihres Daseins findet. (Wieso nur tauchte in diesen paar Stunden, in denen ich das Buch in einem Rutsch ausgelesen habe, immer wieder die Bahnwärterin vor meinem geistigen Auge auf?!? 😉)

Ganz oft habe ich mich selber zwischen den Zeilen erkannt, und dieses Buch hat meinen Wunsch, genau so leben zu wollen, wieder mal ordentlich befeuert....


"Kaffee mit Käuzchen" 
(unser Traumhaus im Wald) 
erschienen bei Eden Books



Selber hole ich mir zur Zeit ganz viel Gelassenheit an die Seite; merke, dass ich gar nichts verpasse, wenn ich einfach alles auf mich zukommen lasse.

"Es stimmt jetzt einfach so, wie es ist!" schreibt auch meine Freundin.

Wie recht sie hat.


Aber immer schön darauf achten, dass einem der Alltag nicht irgendwo zerknittert auf der Strecke bleiben lässt.....  😌









Mittwoch, 8. Mai 2019

RIP TRULLA


Einmal mehr ein sehr trauriger Tag heute. 💔

Unsere kleine Trulla hat es nicht geschafft, ihr Herzchen hatte keine Kraft mehr. 
Vor einer Woche brachten Susann und ich sie ein zweites Mal notfallmässig in die Klinik, wo man ihre Pleura erneut mehrmals punktierte. Aber Trullas Aussichten waren mehr als schlecht, und so musste ich schon wieder die furchtbare Entscheidung treffen, eine kleine Freundin ziehen zu lassen.....

Heute habe ich Trulla abgeholt. Man hatte sie in einem weissen Tuch in ein Kistchen gebettet, Efeuranken dazugelegt und eine kleine lila Spielmaus. So lag sie ganz friedlich und fuhr hinten im Auto mit mir nach hause. Zum dritten Mal innert genau dreier Wochen schaufelte HerrHummel ein kleines Grab oben auf der Weide, neben JJ, Floyd, Oma und Paddy.

Zwei Jahre lang war sie unser Seelchen im Stall. Immer war sie da und hat einem begrüsst. Hat die Jungs um sich geschart- wo Trulla war, da waren auch ihre kleinen Kumpels. Und abends zum Abschied hat sie einem immer noch hinterhergemaunzt.

Trulla fehlt unglaublich. Mit ihr ist auch ihre fröhliche Energie verschwunden, die sie ausgestrahlt hat. Ich liebe alle meine Mietzchen, aber Trulla war besonders.  


Trulla mit ihrem Freund Frodo
ein letztes Mal zuhause
zwischen den beiden Klinikaufenthalten, 
oben auf dem Heuboden.




Trulla, 5 oder 6 Wochen alt, mit Tante Molly.
Damals lebte sie ein paar Wochen bei uns zuhause,
wo wir sie mit dem Fläschchen aufgezogen haben.
Dieses Bild spricht Bände; was für ein aufgewecktes,
fröhliches Mietzmädchen!





Ich vermisse sie.
Sehr.
🐾






Montag, 22. April 2019

AUFATMEN

SO.
Die Ostertage waren dieses Jahr ausgesprochen hektisch und anstrengend, Susann und ich kamen irgendwie nicht zur Ruhe. Aber jetzt scheint das Schlimmste geschafft zu sein.

Was mit Paddy passiert ist wissen wir nicht. Sie obduzieren zu lassen wäre sehr teuer geworden, hätte schlussendlich niemanden wirklich weitergebracht, und dieses Geld setze ich, um ganz ehrlich zu sein, dann doch lieber für die lebenden Mietzchen ein.
Es tut mir wahnsinnig leid für Paddy und Oma, dass die beiden auf so traurige Art gehen mussten. Oma, die nun endlich sterilisiert war, und Paddy, die gleich operiert worden wäre, sobald die Kleinen "flügge" geworden sind, hätten jetzt ein beschauliches und sicheres Leben vor sich gehabt. Ohne den Stress, jedes Jahr einen Wurf Kitten grossziehen und sich vorher und nachher vor den Katern der Umgebung in Sicherheit bringen zu müssen.
Es sollte wohl nicht sein....

Aber es gibt gute Neuigkeiten!

Die Babys werden inzwischen von DREI rührend fürsorglichen Mietzen-Ammen betreut, sie haben schon zugenommen und es geht ihnen sehr gut. 

Paddys fünf Zwerge- sind sie nicht einfach allerliebst? So haben wir sie im Heustock gefunden....


.....und diese Bilder haben wir aus dem Tierheim erhalten, in 
dem sie jetzt mit ihren Adoptiv-Mamis leben:





Haaaachzzzz!! 😍

Sie werden es mit Sicherheit schaffen und später an liebevolle Lebensplätze vermittelt werden. Machts gut, ihr kleinen Wichte!

Zu meiner grossen Freude durfte Trulla am Samstag die Klinik verlassen und nach hause kommen. Sie sitzt nun im Oma-Zwinger, ist sehr zufrieden dabei und geniesst ihre all-inclusive-Suite mit allen Annehmlichkeiten! Ein bisschen müde ist sie noch, ansonsten aber geht es ihr sehr gut. 




Der Grund für ihren schlechten Zustand war ein bisher unentdeckter, wahrscheinlich angeborener Herzfehler und eine akute Endokarditis (Herzinnenhautzündung). Ausserdem hat sie, bedingt durch den Stress, auch noch den Schnupfen bekommen. Nun kriegt sie für eine Weile 4 verschiedene Medikamente (fürs Herz, zum Ausschwemmen und ein Antibiotika). Trulla nimmt ihre Tabletten, eingeknetet in ein paar Stückchen Belohnungsstick, sehr brav ein; ein Teil davon wird in ein paar Tagen eh' wegfallen. 

Allerdings wird Trulla ihr Leben lang medikamentös versorgt werden müssen; ihr Herz kann nicht die Leistung erbringen, die es sollte, sodass es nun diese Unterstützung braucht.

Eine der Tierärztinnen der Klinik hat Susann übrigens erzählt, dass Trulla der grosse Liebling aller auf Station war. Sie sei so eine Süsse! (Jawoll. Das kann ich nur bestätigen!)

Jetzt hoffen wir natürlich inständig, dass es Trulla weiterhin gut geht und sie noch möglichst viele Jahre glücklich bei uns verbringen darf.
In ein paar Tagen wird sie auch den Zwinger verlassen und wieder raus zu ihren Kumpels dürfen; bis sie sich aber richtig erholt hat und die Medis abschliessend eingestellt sind tut ihr die Ruhe sicher gut. Sie sollte in Zukunft möglichst keinem Stress ausgesetzt werden, aber da Trulla sowieso eine in sich ruhende und eher gemütliche kleine Persönlichkeit ist sollte das zu schaffen sein. 😊

Eine riesige Freude hat mir übrigens am Samstag ein anonymer Spender bereitet: Ich fand in unserem Briefkasten ein Couvert mit einer überaus grosszügigen Spende für Trulla drin. Ich war platt und konnte es kaum glauben!
Ein ganz, ganz herzliches Dankeschön dem grossherzigen Spender und allen von euch, die Trulla mit kleineren und grösseren Beträgen unter die Pfötchen greifen wollen! 



Happy Ostermontag, ihr lieben,
💞lichste Trulla- und Hummelzgrüsse!