Immer, wenn ich an meine Freundin Mira denke, dann steigt vor meinem geistigen Auge ein Szenario auf, das mich jedes Mal zu einem breiten Grinsen zwingt.
IMMER!
Und beinahe jedes Mal, wenn wir uns treffen (was ziemlich selten geworden ist, weil wir jetzt doch recht weit auseinander leben) wird diese Geschichte irgendwie zum Thema. Und zum Anlass für hysterisches Gekichere.....
Steht euch auch der Sinn nach Belustigung?
Na dann:
Wir datieren einen Zeitraum vor ungefähr 25 Jahren. Ich muss vorausschicken, dass Mira* (aus Gründen des Datenschutzes wird hier
nicht der echte Name verwendet, Anm. d. Red.) damals wie heute ein sehr nettes Persönchen ist, allerdings (zumindest früher) mit ein wenig Eitelkeit behaftet. Und schon damals war sie kurzsichtig wie ein Maulwurf, trug aber höchst selten ihre Brille weil sie befand, dass sie kein Brillentyp sei. Ganz und gar nicht.
Eines abends also fuhren wir beide gemeinsam nach Luzern, um uns im Kino einen Film anzuschauen.
Zu unserem Leidwesen mussten wir feststellen, dass sich vor dem Kino unserer Wahl eine Schlange Wartender bis raus auf's Trottoir zog und somit unsere Chancen, ein Billet zu ergattern, gegen Null tendierten.
Nach kurzer Beratung beschlossen wir, beim Lichtspielhaus auf der direkt gegenüberliegenden Strassenseite zu gucken, was denn dort so auf dem Abendprogramm stehe.
Ich spurte also los, Mira hinterher. Damit ihr eine ungefähre Vorstellung zur Situation bekommt ist es unerlässlich zu erwähnen, dass es sich um eine vierspurige Strasse handelt, die in der Mitte von einer schmalen Insel richtungsgetrennt wird.
Ich sause gazellengleich (jaja!!, damals war noch alles lang, schmal und elastisch an mir! ;oD) über die ersten beiden Fahrspuren.
Gerade als ich zu einem eleganten Sprung über die Fahrtrichtungstrenninsel (was'n Wort, ne??) ansetze fällt mir siedenheiss ein, dass Mira ihre Brille mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht auf der Nase, sondern in ihrer Handtasche trägt.
Ich lege also einen beherzten Stopp hin, drehe mich um die eigene Achse und habe schon ein
"VORSICHT!! Insel!!"
auf den Lippen- zu spät.
Mira bleibt an der Kante hängen, hebt mit Schwung ab und segelt mit weit ausgebreiteten Armen und einem ziemlich bedröppelten Gesichtsausdruck an mir vorbei.
Um sich dann mit Getöse mitten auf den Asphalt zu legen.
...................
Es wurde erst ganz ruhig.
Die wartende Menschenschlange guckte verdutzt, die Autos hielten an (Gottseidank!) und ich wusste im ersten Moment nicht recht, ob ich mich jetzt a) totlachen oder b) um Mira ängstigen sollte. Ich entschied mich für.... a).
Stand auf dieser dämlichen Insel und konnte nicht mehr. Lachte, lachte und lachte......
Ich weiss. Man ist nun natürlich nicht abgeneigt, mir asoziales Verhalten gepaart mit einem ausgeprägten Hang zur Schadenfreude vorzuwerfen. Was allerdings nur bedingt stimmt. Denn ich lache auch, wenn ich mich selber in einer etwas besch...eidenen Situation befinde. Vom Pferd gefallen? Ich lache. Mit dem Auto durch die (notabene geschlossene!) Garagentür gefahren?? Jawoll, ich lache. Lachen scheint bei mir eine gewisse Übersprungshandlung (= ein Verhalten, das in der Situation unangemessen und wenig hilfreich erscheint) darzustellen.
Und ganz ehrlich: Ich bin auch jetzt, wo ich diese Zeilen tippe, schon wieder am kichern. Ich kann einfach nicht anders!
Und Mira? Naja, die hatte sich inzwischen schon ächzend und stöhnend wieder aufgerappelt. Passiert war ihr weiter nichts, bis auf ein paar Schürfungen an den Händen und eine angezauste Frisur.
Ich kann euch auch üüüberhauptgarnicht sagen, ob wir schlussendlich doch noch einen Film gesehen haben.
Auf jeden Fall wird mir diese Geschichte (die sich immer wie ein Zeichentrickfilm vor meinem geistigen Auge abspielt!) bis an mein seeliges Ende präsent bleiben, und unsere Freundschaft hat darunter nicht das kleinste Bisschen gelitten.
Allerdings trägt Mira ihre Brille seither doch etwas regelmässiger. Glaube ich.....
Habt ein wunderbar wohliges Wochenende,
Hummelzherzensgrüsse!















