1. DER ANSTOSS
Letzthin hat mich meine liebe Leserin Helena darum gebeten, auf meinem Blog doch mal ein paar Tipps zum Thema Ausmisten und Reduzieren zu geben. Das scheint auch bei euch ein Thema zu sein; ich habe einige Mailsen bekommen von Frauen, sie sich ein "luftigeres" Zuhause wünschen, und auch auf mehreren Blogs lassen sich deutliche Simplify-Tendenzen ausmachen! ;oD
Ich freue mich ja immer über Ideen für ein Postthema-
so here we go!
Heute geht es nur um's Ausräumen, Ausmisten, Platzschaffen.
2. AUF DIE PLÄTZE, FERTIG.....
Dein Entschluss steht also, du willst dem "Zuviel" an Dingen, die dich umgeben, zu Leibe rücken. Wenn du alleine lebst, dann kannst du gleich durchstarten mit dem Projekt "Reduzieren". Falls du aber zu zweit durch's Leben gehst oder auch Kinder hast, dann ist es eine gute Idee, Partner und Sprösslinge in dein Vorhaben miteinzubeziehen. Man möchte ja nicht riskieren, dass der Haussegen in Schieflage gerät, weil plötzlich die Automagazine-Sammlung des Hausherrn (auch wenn sie noch so zerfleddert ist!) oder das völlig vergammelte, dafür aber heissgeliebte Fan-T-Shirt des Juniors verschwunden ist! ;oD.
Papa soll sich selber von seinem überflüssigen angesammelten Zeug trennen (das braucht vielleicht immer mal wieder einen Motivationsschub deinerseits! ;oD), mit den Kindern könntest du einen verregneten Nachmittag in ein "Raus-und-Weg!"-Event im Kinderzimmer verwandeln.
3. DER FAKTOR ZEIT
Mach dir bewusst, dass Reduzieren und Vereinfachen ein Prozess ist, der seine Zeit in Anspruch nimmt. Man verfällt nur zu gerne in einen unkontrollierten Aktionismus, sobald man sich zum Entrümpeln durchgerungen hat. Der wiederum zieht unweigerlich nach sich, dass man irgendwann völlig verzweifelt in einem vom Chaos heimgesuchten Raum vor einem Riesenhaufen von Dingen hockt und eigentlich schon jeden Elan verloren hat. "Peu à peu" ist hier das Zauberwort! Geh in kleinen Etappen vor, das ist viel effektiver und von stetigem Erfolg gekrönt als sich den grossen Rundumschlag vorzunehmen, der sowieso von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Kopfloses Wegschmeissen kann zur Folge haben, dass du kurze Zeit später nach genau den Dingen suchst, die du entsorgt hast, was dich dann bestimmt ärgert.
Setz dir ein Ziel, z.B. :
Bis Ende dieses Monats möchte ich das Wohnzimmer klarschiff bekommen!
Nimm dir zu Anfang einfach einen einzelnen Schrank vor. Erst wenn dessen Inhalt gründlich durchforstet, aussortiert und der verbleibende Rest wieder eingeräumt ist kommt das nächste Objekt an die Reihe! So verschafft man sich immer wieder ein Erfolgserlebnis und der Spass an der Sache bleibt erhalten. (Ich versichere dir: Es MACHT Spass!!)
4. JETZT WIRD'S ERNST!
Das schwierigste am Ausmisten ist die Tatsache, dass man einfach dazu neigt, irgendwie doch alles behalten zu wollen und sich nicht trennen zu können. Und man findet dummerweise immer einen Grund, das zu rechtfertigen.
Du weisst schon:
"Achneee...das kann ich bestimmt nochmal brauchen! "
Wahlweise auch:
"Das war so teuer, das kann ich doch nicht einfach weggeben!".
Doch, du kannst!
Aber es setzt ein wenig Rigorosität dir selber gegenüber voraus! Und eigentlich ist die Faustregel ja bekannt: Alles, was im letzten Jahr kaum noch oder nie mehr benutzt wurde- weg damit! Dinge, die nicht mehr heil sind, die nicht deinem Stil oder Geschmack entsprechen (in diese Kategorie fallen z.B. spontane Fehlkäufe, leider auch das eine oder andere Geschenk), Sachen, die doppelt und dreifach vorhanden sind, ergo alles, was nur rumsteht, Platz braucht und streng genommen keine Daseinsberechtigung mehr hat: ab in die Kiste!
Und fang ja nicht erst an, lange hin- und her zu überlegen. Meist sagt dir dein Bauch schon, ob ein Teil hopp oder top ist! Es wird ein bisschen einfacher, wenn man sich bewusst macht, dass die Sachen ihre Schuldigkeit getan haben und dein Zuhause jetzt verlassen dürfen. Denn sie haben ja eine Zukunft- dazu gleich mehr!
5. ES NIMMT GESTALT AN
In der Zwischenzeit hast du also im Idealfall eine Menge Dinge aussortiert, denen du das Bleiberecht in deinem Zuhause abgesprochen hast. Und nun? Was stellt man damit an?
Unterteil sie in 2 Kategorien:
Alles, was offensichtlich das Zeitliche gesegnet hat, was kaputt, zerschlissen, unansehnlich geworden ist, wandert auf direktestem Weg in den Müll.
Die guten Sachen packst du fein säuberlich in Kartonschachteln.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sie loszuwerden:
- Du bringst sie zum nächsten Brocki, Caritasladen oder eine ähnliche Institution. Das hat den Vorteil, dass du die Sachen sofort loswirst, allerdings kriegt man aber meistens nichts dafür.
- Wenn du noch ein wenig Profit schlagen möchtest aus deinen Secondhand-Sachen, dann stell dich damit an einen Flohmarkt. Das macht enorm viel Spass, und man begegnet vielen gutgelaunten, netten Menschen!
- Oder aber (und diese Variante ist ein wenig zeitaufwändiger): Du setzt die Dinge auf eine Online-Verkaufsplattform. Wir verkaufen sehr oft und erfolgreich auf "Ricardo", dem Schweizer Pendant zu Ebay & Co., da werden wir praktisch alles los.
6. ERLEDIGT!!.... ODER??
Endlich ist der Moment gekommen, an dem du dir selber auf die Schulter klopfen darfst: Du hast es geschafft! Alles Überflüssige hat sich verabschiedet, Schränke, Keller, Dachboden sind wunderbar übersichtlich und aufgeräumt. GRATULATION!!
Allerdings gilt es jetzt und für die Zukunft einen wichtigen Punkt zu verinnerlichen, wenn du gerne möchtest, dass es so bleibt.
Ab sofort solltest du vor jeder Anschaffung ein paar Überlegungen anstellen:
- Ist das Objekt der Begierde eines, das du dir schon lange wünscht, evtl. sogar drauf gespart hast? Dann ist alles okay!
- Ist es wirklich SINNvoll, sich das neue Teil überhaupt zuzulegen?
- Kaufst du es nur so aus einer Laune heraus, weil du grade ein wenig frustriert oder gestresst bist und dir was Gutes tun möchtest?
- Besteht effektiv Bedarf an diesem Produkt, kannst du es tatsächlich GEBRAUCHEN und denkst du, dass du dich auch in einem Jahr noch darüber freust?
Wenn du also dann wirklich was Neues nach hause bringst, so mach Platz dafür, indem du sofort etwas Altes aussortierst. Stell dir eine Kiste in den Keller, in die alle Dinge kommen, die von etwas anderem abgelöst wurden. Sonst könnte es passieren, dass innert kurzer Zeit all deine Schränke und Kommoden wieder "vollgerümpelt" sind....und das wollen wir doch mal tunlichst vermeiden, nichtwahr??
Zu gegebener Zeit verfährst du mit der/den Kiste(n) im Keller wieder wie unter Punkt 5 beschrieben.
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So. Und nun:
It's your turn! Vorausgesetzt, ihr habt überhaupt das Bedürfnis zu Reduzieren. Wenn ja: Dann berichtet doch mal, wie es euch dabei ergangen ist!
Viel Erfolg und
Hummelzherzensgrüsse!
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