Sonntag, 30. Juli 2017

WILDE BANDE!



GRÜEZI!!



Ich bin die Trulla, wisst ihr noch? Seit einer Weile lebe ich wieder auf dem Heuboden, wo es mir so-sooo-gut gefällt! 
Jeden Tag 2 Mal kommt meine Menschenfrau vorbei, ich erinnere mich daran, dass sie mir früher immer das Fläschchen gegeben hat. Sie bringt lecker Futter und frisches Wasser, sie hält unsere Kistchen sauber und sie krault mich auch immer, phrrrr-phrrrr! Sie sagt, dass ich eine richtig wilde Hummel bin- und ziemlich frech noch dazu. Naja, darüber kann man sich streiten.....! 😺
Ab und zu hält sie mir so ein seltsames schwarzes Ding vor die Nase, das schiesst Lichtblitze und klickt und surrt.  
Die Menschenfrau sagt immer, dass ich jetzt mal ruhig sitzen soll. Das ist viel verlangt, das kann ich nicht. Und dann schimpft die Menschenfrau und lacht gleichzeitig. Naja, manchmal sind Menschen schon etwas seltsam!

Vor einer Weile hat Tante Paddy ihre Kinder bekommen. Inzwischen sind die Vier ordentlich gewachsen, wir sind dicke Kumpels geworden und wir spielen und toben ganz oft miteinander.
Die Menschenfrau sagt zwar immer: "Trull-aaaaa, nicht so derb!" wenn ich mit meinen kleinen Freunden kämpfe. Aber hej- wir sind Mietzen, wir halten was aus!

Guck, das sind sie!








Und das ist der kleine Bilbo. Er war von Anfang an das zarteste und schwächste Baby, und er hat viel geschrien. Deshalb bekommt er von der Menschenfrau immer noch jeden Tag seine zwei Fläschchen. Jetzt hat er zugelegt und ist fröhlich und lebhaft. Aber er ist immer noch ein Knirps!



Hach, das ist herrlich auf dem Heuboden! So viele Heuballen sind da gestapelt, das ist ganz furchtbar spannend! Man kann zwischen den Ballen reinschlüpfen und durch viele dunkle Gänge kriechen- und irgendwo kommt man dann wieder raus. Das bringt soooo viel Spass!




Jagen und Toben macht aber irgendwann ganz furchtbar müde. 




Tagsüber legen wir uns immer mal wieder zu einem Nickerchen hin, und abends, wenn die grosse Lichtkugel versinkt, kuscheln wir uns aneinander und schlummern selig.




Hömmm- die Menschenfrau sagte grade, dass ich eine Plappertasche bin und dass es jetzt reicht. Okay. Ich guck dann mal, was die andern veranstalten.....!


Pfötchenwink-wink und herzliche Trullagrüsse! 💕





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Donnerstag, 27. Juli 2017

VORHER / NACHHER / UND JETZT?


Das menschliche Wesen für sich besehen mutet einen oft etwas seltsam an. Irgendwie rast- und ruhelos, immer auf der Suche, selten zufrieden mit dem, was ist.

Wir kennen sie alle, diese Vorher-Nachher-Bilder. Vor und nach der Renovation des Wohn-, Schlaf-, Badezimmers, wahlweise auch des ganzen Hauses. Vor und nachdem sich jemand in seinem Garten zu schaffen gemacht und ihn umgestaltet hat. Vor und nach dem Coiffeurbesuch. Undsoweiterundsofort...... 

Das ist meist sehr spannend zu betrachten, nicht selten inspirierend, und ich habe mich selber schon oft genug dabei ertappt, dass sich bei der Gelegenheit in meinem Kopf aus einem Gedankenkäuel eigene Ideen ihren Weg gebahnt haben. 

Und da ist ja auch nichts Verkehrtes dabei! Kreativität und Phantasie sind Katalysatoren im Leben, sie machen uns glücklich und beflügeln uns. Wer hat nicht schon vor einer Arbeit gestanden, die er soeben vollendet hat (egal ob selbstgenadelter Pulli oder frischgestrichenes Gartenhäuschen) und war einfach nur sehr zufrieden mit sich und der Welt und ein bisschen stolz obendrein!
Denn alles, was wir mit unseren eigenen Händen (er)schaffen hat einen ganz besonderen, ideellen Wert. 

Bedenklich wird es für mich allerdings dann, wenn dieses Schaffen und Verändern zu einer beinahe schon zwanghaften Lebenshaltung wird, angetrieben von einer permanenten Ruhelosigkeit, die aller Wahrscheinlichkeit nach auch nie zu befriedigen sein wird und die sich quer durch alle Bereiche eines Lebens bemerkbar machen kann. Auch und gerade beim Bloggen begegnen einem immer wieder typische Beispiele. Ich mache da oft eine so unglaubliche Betriebsamkeit aus, dass mir schon vom Zusehen ganz blümerant wird! 

Für viele Menschen scheint der Spruch "Stillstand ist Rückschritt" DIE Lebensmaxime überhaupt zu sein. 
Immer in der Spur, um das Neueste und Angesagteste zu verfolgen. Immer in Sorge, etwas zu verpassen und getrieben vom Gedanken, das Bestmögliche aus dem eigenen Leben herauszuholen.

Das "Vorher" scheint in jedem Fall verbesserungswürdig und das "Nachher" nicht nur eine Option, sondern unabdingbare Intention,in welchem Lebensbereich auch immer. 
Doch sobald die gesteckten Ziele erreicht sind offenbart sich auch schon die nächste Prämisse, die es zu verfolgen gilt. 

Da stellt sich mir die grosse Frage: 


Wo bleibt dabei das "HIER und JETZT"? 

Wo die Ruhe und die Musse, das Geleistete und Erschaffene zu geniessen? Ihm die Wertschätzung zu zollen, die es verdient hat?
Wo die Gelassenheit, sein Leben nach ganz eigenen Wünschen und Vorstellungen zu gestalten, auch wenn das nicht der populären Kultur entspricht oder sich vielleicht sogar sehr von ihr distanziert? 

Manchmal würde ich dem einen odern andern am liebsten etwas mehr Mut wünschen. Um an das, was er tut und leistet zu glauben und daran, dass es mehr als gut und mehr als genug ist. Und dass er sich selber als wertvolle Persönlichkeit wahrnimmt. Weil er sich frei macht von all den Faktoren, nach denen wir nur zu gerne von unserer Umwelt taxiert werden. 

Stillstand ist kein Rückschritt, solange der Geist frei und wach, beweglich und achtsam bleibt.
Man kann zielstrebig und innovativ sein, ohne die eigenen Werte und Absichten durch fremdbestimmte Massstäbe ausser Kraft setzen zu lassen.
"Innovation" heisst ja nichts anderes als "Neuerung" oder "Erneuerung", kann und soll also auch bedeuten, eigene Wege zu entdecken und zu gehen.







Die Kunst besteht darin, 
die den eigenen Bedürfnissen gerecht werdende 
Balance zu finden und zu halten. 

😊



Hummelzherzensgrüsse!🐝




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Sonntag, 2. Juli 2017

CIAO AMICI + WELCOME BACK!

Man sollte meinen, nach all den vielen Jahren, in denen wir unsere schweren Jungs nun schon im Sommer in den Jura fahren, sollte ich mich daran gewöhnt haben. Und doch ist es jedes Mal ein seltsam beklemmendes Gefühl, wenn wir spätnachmittags nach hause kommen. Im leeren Stall stehen, der jetzt so ruhig und verlassen ist. Weit und breit keine Ponys. Regelmässig beschleicht mich dann diese leicht hysterische Anwandlung und die Frage: "Was mach ich da eigentlich??"

Aber natürlich weichen diese Regungen gleich wieder der Erkenntnis, dass es den Jungs gut geht. SEHR gut sogar. Und dass wir alle jetzt mal wieder 10 Wochen lang nach einem ganz andern Takt leben dürfen.
Einer, der vor allem für uns Zweibeiner etwas geruhsamer schlägt. Einer, der Raum schafft für alles, was sonst eher zu kurz kommt. 

Die Jungs fühlen sich offensichtlich zuhause, kaum dass sie den jurassischen Boden betreten haben. Mit wehenden Mähnen wird das Territorium im Galopp abgemessen, und das wilde Heer nimmt sogleich die Verfolgung auf. 
Und dann: Köpfe ins Gras, und a Ruah is! 😃

HerrHummel hat das Geschehen filmlich festgehalten; biddeschön!

(KLICKT DIESEN LINK AN- DAS MIT DEM FILMCHEN 
KLAPPT MAL WIEDER NICHT, SEUFZZZZ......)


Naja. Gestern war aber auch etwas viel Trennungsschmerz auf's Mal. Abends wurden auch noch 2 unserer 12 Wochen alten Mietzchen abgeholt. Von einem älteren Ehepaar, das vor Kurzem seine 14jährige Katze verloren hat und nun unbedingt wieder "Leben in der Bude" haben wollte.

Die zwei Süssen sind in den nächsten Ort gezogen, und ich werde sie bald mal besuchen. Ich denke, sie haben ein wirklich liebevolles Plätzchen bekommen!

Ach! Ich bin euch ja noch schuldig geblieben, wie es mit der Trulla weiterging!
Nun: Die Trulla residiert wieder im Stall. Missi Toffee wurde immer depressiver und wollte nur noch auf der Loggia leben. Sie hat der Trulla zwar nix getan, aber sie war je länger, je unglücklicher mit der Situation. 
Also haben wir beschlossen, dass die Trulla zurück in den Stall kommt. Und was soll ich sagen: Sie hat sich sofort wieder heimisch gefühlt! Ich hab noch nie eine Minimietze gesehen, die mit einem so ausgeprägten Selbstbewusstsein gesegnet ist! ;oD Sie mischt einfach überall mit, setzt sich zu den grossen Katern an den Futterteller, rast wie ein Derwisch über den Heuboden und sorgt für viel Heiterkeit.
Sie ist ein kleines Goldstück und darf natürlich bei uns bleiben.
Eviva Trulla! 😍



Souuuu! Und dann: Frohen Sonntag weiterhin!

Ganz herzliche Grüsse! 💞




Samstag, 24. Juni 2017

WENDEPUNKT

Manchmal, da gebärdet sich das eigene Leben wie ein bösartiges, ungezogenes Kind, das einem ganz fies, kurz und knackig vors Schienbein tritt und dann mit einem hämischen Lächeln beobachtet, wie man mit der Situation umgeht.

Ich erinnere mich noch ganz genau an diesen Abend Ende März vor etwas mehr als 6 Jahren. Ich hastete in Luzern über die Seebrücke, es war kalt und dunkel und ich sehr in Eile, um meinen Zug noch zu erreichen. Ein weiterer anstrengender Tag lag hinter mir in dieser Praxis, in der ich seit 4 Jahren den Karren schleppte. 
11-Stunden-Tage mit 15 Minuten Mittagspause waren damals ganz normal, ich stand morgens um 4 auf und kam abends meist kurz vor 8 nach hause, denn vor und nach der Arbeit mussten ja auch noch die Ponys versorgt werden.

Ich hastete also über diese Brücke wie so viele andere, und plötzlich wurde mir ganz weich in den Knien. Mein Puls raste, es fiepte in den Ohren, und die Welt um mich rum begann seltsam zu wackeln. Mit Mühe erreichte ich grade noch so meinen Zug und liess mich völlig zittrig ins Polster fallen.

Seit vielen Monaten schon schlief ich nachts mit viel Glück grade noch so 2 oder 3 Stunden. Den Rest der Zeit lag ich wach, die Gedanken fuhren Karussell, ich grübelte, überlegte, und mein Gehirn machte sich einen Spass daraus, mir nächtelang immer und immer wieder die gleiche Platte "abzuspielen". Ich summte oft stundenlang in Gedanken dieselbe Melodie- ich hätte manchmal ausrasten können. 
Ich wurde immer müder und schlapper und fragte mich jeden Morgen, wie ich den anstehenden Tag bloss hinter mich bringen sollte.
Der letzte Rest Energie ging für den Job drauf; dort gab ich mein Bestes und liess mir nichts zu Schulden kommen, unsere Patienten und mein Chef waren voll des Lobes wie kompetent, speditiv und zuvorkommend ich doch sei.
Ich allerdings hätte nur noch heulen können.....

Und so wurde dieser Abend zum Wendepunkt in meinem Leben.
Am nächsten Tag bekam ich einen Termin bei meinem Hausarzt, der sich Zeit nahm und mir zuhörte und nachfragte und mich schlussendlich für einen Monat arbeitsunfähig schrieb. Ausserdem meldete er mich in einer Schlafklinik an, wo ich über die ganze Zeit ambulant behandelt wurde.
Heute weiss ich, dass diese Schlafklinik eigentlich der falsche Weg war und man dort nur die Symptome, nicht aber den Auslöser des Problems behandelte. Aber zumindest kümmerte sich jemand um meine Anliegen und ich hatte Zeit, mich für eine Weile aus diesem Hamsterrad auszuklinken.

Und das Ende vom Lied? 
Am Abend vor meiner Rückkehr in die Berufswelt bat mich mein Chef in die Praxis und kündigte mir. Er machte mir absolut haltlose Vorwürfe und kritisierte meine "minimalistische Arbeitshaltung". 

Wie jetzt- das hatte sich doch bis vor 4 Wochen noch so ganz anders angehört......?! 
DAS war ja mal eine Richtungsänderung par excellence- mehr Diskrepanz ging ja wohl nicht.

Wenn er nun hysterisches Geflenne oder gar inständiges Betteln um den Erhalt meines Jobs erwartet hatte: Fehlanzeige. Ich sagte ihm bloss, dass er mir eine Entscheidung abgenommen habe und dass es für mich absolut okay sei so. 

Das hat ihn dann doch ein wenig um Fassung ringen lassen. 

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie euphorisch ich auf dem Nachhauseweg war! Raus aus dieser Tretmühle, die Zukunft stand mir offen, es lag nun an mir, was ich daraus machen würde. Ich hatte keine Sorge, nicht den Hauch der Angst, keinen Job zu finden- ich war einfach nur zuversichtlich und sehr erleichtert!

Und ausserdem hatte mich meine Menschenkenntnis einmal mehr nicht im Stich gelassen: Wirkte "er" vordergründig wie ein sehr sympathischer und grosszügiger Chef, so missfiel mir irgendwas an ihm doch immer. Ich hätte es nur nicht beim Namen nennen können. Heute weiss ich, was es war......

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bekam meine Stelle in der Klinik, in der ich heute noch arbeite und wo es mir gut gefällt. Aber meine Einstellung zu meinem Job hat sich grundlegend verändert: Natürlich will ich meine Arbeit nach wie vor so gut wie möglich verrichten. Aber ich lasse mich nicht mehr davon auffressen. Ich grenze mich ab und erachte mein Privatleben als mindestens so wichtig wie meinen Job. 

"Ich arbeite fürs Leben, ich lebe nicht fürs Arbeiten!" 

das ist mein Wahlspruch diesbezüglich. Und inzwischen habe ich diesen Balanceakt perfektioniert. Kaum verwunderlich, dass diese Kehrtwende praktisch Hand in Hand ging mit der Reduktion auf das Wesentliche und das Minimalisieren in allen Bereichen meines Lebens.

Heute fühlt sich mein Leben an wie der Ort auf diesem Bild:


Hell, luftig und leicht. Mit viel Raum zum Atmen und Sein, mit einer konstanten Perspektive auf die vielen kleinen, oft versteckten schönen und wertvollen Dinge im Leben und mit einer Tür, die offen ist und mir im übertragenen Sinne Bewegungsspielraum lässt. 
Und diese Art zu leben gibt mir die nötige Ruhe und Zuversicht in Zeiten, die sich nicht so gestalten, wie ich es mir gerne vorstellen würde. Meine Vergangenheit (in der es noch mehr solcher Episoden gab, von denen eine ganz besonders an die Substanz ging- vielleicht erzähl ich euch ein anderes Mal davon!)hat mich gelehrt, dass es für alles Lösungen gibt. Manchmal kommen die zwar ein wenig forsch ums Eck und hämmern etwas penetrant an die Tür (weil man sie sonst wahrscheinlich gar nicht wahrnehmen würde!)
Und mitunter kommen sie auch von ganz unerwarteter Seite! 😏

Da passt der Satz ganz wunderbar, den ich letzthin gelesen habe und der mir sehr gefallen hat:



Manchmal ist es sehr befreiend
eingeschränkte Möglichkeiten
zu haben.



Oft meint es das Leben gerade dann ganz besonders gut mit einem wenn man denkt, keinen Einfluss auf das Geschehen zu haben.....

Ein beruhigender Gedanke, nicht wahr??



Frohen Sonntag, meine Lieben!💕







Sonntag, 11. Juni 2017

EIGENTLICH.....


....ist der Sommer so gar nicht meine Jahreszeit (meint zumindest mein Kreislauf, der bei Hitze regelmässig Parterre geht! ;oD). Aber ich kann ihm doch einiges abgewinnen.....

Die kühlen Morgen liebe ich sehr; wenn wir sonntags schon früh um 7 den Tag im Stall bei den Ponys und Mietzchen begrüssen, dann ist die Welt noch ganz leise. Die Jungs kommen fröhlich von der Weide galoppiert, auf der sie die Nacht verbracht haben, und fordern ihr Frühstück ein.
Die erste Brut Jungschwalben übt schon eifrig plappernd die Kunst des Fliegens, und die kleinen Samtpfötchen flitzen über den Heuboden, jagen sich, kugeln übereinander und finden viel Gefallen an ihrem sorglosen Leben.
Später, wenn die Sonne auf das Eternitdach des Stalles brennt und sich die Hitze auf dem Heuboden staut, verziehen sie sich alle in ihre Lieblingsecken und verdösen den Tag auf und zwischen den Heuballen.

Der Café au lait und das Maxi-Laugencroissant nach der Stallarbeit sind inzwischen zu einer liebgewonnenen Wochenends-Gepflogenheit geworden. Wir verplanen unsere Wochenenden so gut wie nie, sodass wir ohne jede Hektik einfach ganz entspannt durch den Tag bummeln können.

Oft nutze ich die freie Zeit für Tätigkeiten, für die im Alltag manchmal ein wenig die Musse fehlt. Heute habe ich mir ein neues Deo angemischt. Das Duftöl, welches ich dafür verwendet habe, heisst passenderweise "Joie de vivre" (Lebensfreude). Frisch, belebend, mit einer zitronigen Kopfnote riecht es, also genau richtig für die heissen Tage! Nebenher rühre ich auch gleich noch ein kleines Glas Zahnpasta an- und freue mich einmal mehr, wieviel Spass es macht, seine Pflegeprodukte selber herzustellen!

Im Garten schneide ich mir ein paar Pflanzen ab und stelle sie in einen irdenen Krug. Manch einer würde sie als Unkraut bezeichnen; für mich haben sie aber ihre Daseinsberechtigung genau so wie andere, "echte" Blumen. Sie sehen hübsch aus auf dem Küchentisch!

Bei weit geöffneten Fenstern verziehe ich mich anschliessend mit dem Buch "Die neue Natürlichkeit" auf's Sofa. Die Stube wird durch die raffinierten Rouleaus in angenehmen, kühlen Halbschatten getaucht, und trotzdem kann man die Landschaft ringsum in ihrer ganzen Schönheit durch sie hindurch sehen.
Zu meiner Linken hat sich Missi Toffee auf den Rattansessel gefläzt und geniesst, wie ich, diese schöne Stimmung.


Auch wenn ich dieses Buch (das ich übrigens sehr empfehlen kann!) schon zig-Mal durchgeblättert habe, so entdecke ich doch jedes Mal wieder Neues und Anregendes. Aber immer wieder schweift mein Blick ab und bleibt im Grün des Baumes vor einem der Fenster hängen. Die Gedanken gehen auf Wanderschaft, verarbeiten das, was an optischen und akkustischen Reizen von draussen in die Stube dringt. 

Auf der Weide am Haus fährt der Bauer mit dem Wenderechen am Traktor seine Runden. Das gemähte Gras fliegt in grossen Schwaden durch die Luft und breitet sich anschliessend wieder auf dem Boden aus, um bis zum Abend knistertrocken zu werden. Der laue Wind trägt seinen süssen Duft in die Stube. Zusammen mit dem Brummen eines kleinen Sportflugzeuges, welches am blitzblauen Himmel seine Bahnen zieht, ist dieser Duft für mich ein Synonym für schöne, heisse Sommertage.

Solche ruhigen Tage sind ein wahres Elixier für mich. Ich brauche keine Betriebsamkeit, mag nicht (mehr) hierhin und dorthin fahren. 
Ich liebe mein Zuhause! Es ist für mich eine leise, gemütliche Insel, genau wie der Stall auch mit meinen felligen Freunden, umgeben von der Natur. Beides sind Kraftorte, an denen ich auftanken und entspannen kann. 

Und jetzt? Ich denke, nun ist ein Nickerchen an der Reihe. Und hinterher setze ich uns eine Tasse Tee auf und gönne uns ein Stück Kuchen dazu!

Dochdoch- der Sommer hat sein Gutes..... ;oD

🌺Schönen Tag noch, ihr alle da draussen!🌺


Freitag, 19. Mai 2017

ALTES.HAND.WERK


Unsere Zeit ist geprägt von rasantem technischem Fortschritt, von Elektronik, Computern und Robotern. Diese Entwicklung birgt, ich leugne es nicht, auch ihre Vorteile in sich; man sollte sich allerdings davor hüten, im Zuge der euphorischen Begeisterung für technische Innovationen das Althergebrachte und Bewährte zu belächeln und ihm die Anerkennung zu verwehren, die ihm gebührt.

Mein Interesse an altem Handwerk war schon immer vorhanden, hat sich aber in den letzten Jahren mehr und mehr intensiviert. All diese Fertigkeiten, die den Menschen früher eine Selbstverständlichkeit waren und die bis heute zur Herstellung von Dingen des täglichen Gebrauchs angewendet werden: Schreinern, Töpfern, Weben, Spinnen, Drechseln, Schnitzen usw. Mit viel Erfahrung, Können und Liebe zum Detail entstehen wunderbare und qualitativ hochstehende handwerkliche Produkte, die unter Umständen Generationen überdauern.
Diese althergebrachten Fähigkeiten haben unglaublich viel künstlerisches Potenzial und üben auf mich eine wirkliche Faszination aus. 

Ganz besonders angesprochen fühle ich mich vom Werken mit Holz und da wiederum im Speziellen vom Drechseln. Dieser Art Holz zu bearbeiten also, bei der ein Stück dieses vielfältigen Naturmaterials in eine rasend schnell rotierende Maschine eingespannt und dann mittels der scharf geschliffenen Drechselbeitel in Form gebracht wird. 

Als ich mitbekommen habe, dass hier in der Nähe in einer Holzwerkstatt Drechselkurse angeboten werden, habe ich mich gleich angemeldet.
Und so stand ich kürzlich gespannt zum ersten Mal an einer solchen Maschine. Versuchte, dem mit 900-1200 Umdrehungen/Min.um sich selbst wirbelnden Holzstück unter Einsatz eines Beitels (von dem ich befürchtete, ihn innert Kürze in meinen Eingeweiden wiederzufinden 😯) die Form zu geben, wie sie auf dem Plan stand. 

Herrgottnochmal....
Ich stellte anfänglich wahrhaftig ein ums andere Mal die Vermutung an, dass ich wohl ein wenig begriffsstutzig sein könnte. Eigentlich gehöre ich doch handwerklich nun wirklich nicht zu den Minderbemittelsten. Aber beim Versuch, die angestrebten Rundungen, Kugeln und geschwungenen Übergänge hinzukriegen hab ich mehr als einmal wüste Verwünschungen zwischen meinen Zähnen zerkaut.... *gg*

Mit der Zeit bekam ich dann doch eine leise Ahnung von der Materie, erkannte (zumindest immer mal wieder...), wo und in welchem Winkel diese Beitel anzusetzen sind und wie man den Griff bewegen muss. Bei mir dauert sowas manchmal etwas länger. Aber WENN ich es dann mal begriffen hab, dann wird das was....👍

Und so geschah es, dass ich am Ende des Kurses tatsächlich eine wunderhübsche Schale, einen Honiglöffel und die Erkenntnis, dass ich doch nicht ganz verblödet bin, nach hause tragen konnte. 😅

Die Schale ist aus Apfelbaumholz und hat ca. 15 cm im Durchmesser. Nachdem ich sie fein beschliffen und mit einem Wachs eingelassen und poliert hatte kamen all die wunderbaren Maserungen und Einschlüsse zum Vorschein. Und dann dieser Duft!




Den Honiglöffel (ca. 21 cm lang) habe ich aus Buchenholz gedreht und anschliessend mit gewöhnlichem Sonnenblumenöl eingerieben. Das hat dem Holz einen feinen Caramellton verliehen und ihn noch aparter gemacht! 






Also, ein bisschen stolz bin ich schon! Andauernd muss ich die beiden Stücke in die Hand nehmen, die feine Oberfläche fühlen, dran riechen......
Holz ist einfach was ganz besonders Schönes.



Liebe Grüsse!






PS: Das ist übrigens mein 500. Post, wie ich eben feststellen konnte. Das hätte ich auch nie gedacht, als ich mit dem Bloggen begann.....

...und verlinkt bin ich mit diesem Post auch bei einfachnachhaltigbesserleben.blogspot.de und beim ANL unserer Rostrose!






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Donnerstag, 11. Mai 2017

TRI-TRA-TRULLA!

Es ist und bleibt zur Zeit ein wenig ruhig hier auf dem Hummel-Blog, denn meine Energie wird im Moment ganz und gar absorbiert vom realen Leben!

Schuld daran ist eine Trulla.

Diese.



Ihre Mami hat sie im Heustock vergessen, und so ist sie (vorübergehend oder für immer? Man weiss es noch nicht genau!) bei uns eingezogen.

Sie sorgt für Wirbel im HauseHummel, für ganz viele Jöööö-Momente, für schlaflose Nächte und für Gelächter, und ausserdem beschäftigt sie nebst Herrn und FrauHummel auch die SchwesternHummel ganz vortrefflich. Denn wer soll das Fläschchen geben und das Bäuchlein kraulen, wenn die Adoptiveltern bei der Arbeit weilen?
Eben.

Tante Molly ist eine sehr verständnisvolle und geduldige Mit-Erzieherin, die sich auch nicht scheut, mal feine Ohrfeigen zu verteilen (mit eingezogenen Krallen, natürlich!), wenn die kleine Trulla mal wieder über die Stränge schlägt.


  
Tante Toffee hingegen ist das ganze Getöse viel zu viel. Sie möchte ihre Ruhe haben und scheucht den kleinen Wirbelwind mit einem breiten Fauchen aus dem Weg, sollte sich deren mit dem ihrigen kreuzen. Anfänglich war sie sehr eingeschnappt, hat auch nicht mehr mit der FrauHummel gesprochen (nicht mal mehr mit der! Das will was heissen!) und hat sich auf die Loggia verzogen.
Inzwischen gesellt sie sich aber doch immer wieder in die Runde, auch wenn sie sehr darauf bedacht ist, dass die wilde Trulla ihr nicht zu nahe kommt.

Eigentlich hängt jetzt alles von ihr ab.
Entweder gibt sie ihr Einverständnis, und die kleine Trulla darf bleiben.

Oder sie verweigert dieses. Dann darf die Trulla zurück in den Stall, sobald sie feste Nahrung zu sich nehmen kann. Oder sie bekommt neue Adoptiveltern.

Wir werden sehen!


🐾  🐾  🐾  🐾  🐾  🐾  🐾  🐾  🐾  🐾  🐾  🐾  

Ihr seht es mir bitte nach, wenn ich grade kaum die Zeit finde zum Kommentieren.
Aber natürlich lese ich weiter mit bei euch! Versprochen.

Herzliche Grüsse,
auch von der Trulla! 

.....die schläft im Moment den Schlaf der Gerechten, 
DIE Gelegenheit, mal eben diesen Post in die Tasten zu hauen.

Und warum die Trulla Trulla heisst? Nun, mein Patenmädchen Catrin befand, dass der Name wie gemacht zu ihr passe. 
Na dann.




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