Freitag, 19. Dezember 2025

RAUHE.NÄCHTE

 

Lange bevor es Kalender und Uhren gab orientierten sich unsere alten Vorfahren an der Sonne und am Mond. Und es fiel ihnen auf: das Sonnenjahr hatte 365 Tage, das Jahr des Mondes allerdings nur deren 354. Es blieben also 11 Tage und 12 Nächte, die "nirgendwohin gehörten". Eine Lücke zwischen 2 Welten sozusagen. Die Kelten nannten diese Nächte die "Rauhnächte" (zurückzuführen auf das altdeutsche Wort "rûch", welches "haarig", wild oder ungezügelt bedeutet, oder auf "Rauch", da man in diesen Tagen ausgiebig räucherte). Die Menschen glaubten, dass in diesen Tagen und Nächten die Grenze zur Anderswelt, also dem Reich der Geister, der Toten und der alten Götter, durchlässig werden und die Verstorbenen zurück kommen, dass Tiere sprechen, man die Zukunft in seinen Träumen sehen und das Schicksal durch Rituale beeinflussen kann. 


  

Und man fürchtete die wilde Jagd: ein unheimliches Heer gespenstischer Seelen- das, angeführt vom Göttervater Wotan, tobend und in wildem Galopp über den Himmel zog. (Bei uns kennen wir "den Türst", der mit seinem Gefolge über das Firmament stürmt). Wer sich bei Einbruch der Dunkelheit noch draussen aufhielt, der konnte vom wilden Heer mitgerissen werden. Also verriegelte man Türen und Fenster. Wer klug war hing auch keine Wäsche mehr vor dem Haus auf, denn die Geister hätten sich darin verfangen können. Und auf gar keinen Fall durfte man den Tieren beim Sprechen zuhören; wer dies trotzdem tat, dem drohte nichts Geringeres als der Tod.

In der Zeit der Rauhnächte wurde in Haus und Stall geräuchert. 

 




Der Rauch der glimmenden Kräuter und Harze sollte die Geister vertreiben und alles Alte und Verbrauchte mit sich forttragen, gleichzeitig aber auch das Licht und den Segen einladen, in der Hoffnung auf ein gutes neues Jahr. Und man befragte das Orakel oder die Runen, um mehr über die Zukunft zu erfahren.

 

Der alte Brauch der geheimnisvollen, mystischen Rauhnächte wird heutzutage von immer mehr Menschen wiederentdeckt. In manchen Gebieten werden die Rauhnächte vom 24. Dezember bis zum 6. Januar begangen, weil man sagt, dass ab dem 21. Dezember, der Wintersonnwende, das Universum für 3 Tage "den Atem anhalte".

 


 

Anderswo werden die Rauhnächte aber auch schon direkt ab der Wintersonnwende zelebriert und enden dann bereits mit Neujahr.  

Unabhängig von der Zeitspanne geht es vor allem darum, zur Ruhe zu kommen und besinnlich zu sein, sich mit der Natur und sich selbst zu verbinden, kleine Rituale zu begehen und zu räuchern. Man kann z.B. kleine Zettel mit Wünschen beschreiben und jeden Abend einen dieser Zettel verbrennen, um so durch das Feuer seine Wünsche dem Universum zu übergeben und ins neue Jahr tragen zu lassen. Oder man kann aufschreiben, was man in diesen Nächten geträumt oder was man an den Tagen vielleicht Spezielles erlebt hat.  

Auch wenn mancher über solche Bräuche lächeln mag und es als Aberglauben abtut, so erkennt man darin doch eine alte Wahrheit. Die, dass die Dunkelheit Teil des Lebens ist, genauso wie das Licht. Dass alles zyklisch ist, Sommer wie Winter, und dass alles immer wieder von vorne beginnt. Gerade in unserer von Hektik und Schnelllebigkeit geprägten Gegenwart brauchen wir solche kleinen Pausen zwischen den Welten, eine Zeit, in der man "die Stille hören" und in sich selber hineinhorchen kann, um seinen eigenen Weg neu auszurichten. 

 

Merci, Pixabay!

 

Ich wünsche euch eine 

ruhige, seelenwarme Zeit. 

Egal, was und wie ihr feiert:

tut es mit Freude und

Hingabe!

🌟  

 

 

 

 

 

Samstag, 13. Dezember 2025

JUL.FEUER.BAUM

 

Stell dir vor: du lebst vor vielen, vielen Hundert Jahren. Zu Zeiten der alten Germanen, der Kelten oder noch viel früher. Das Leben damals ist nicht einfach, ganz besonders im Winter. Wenn die Tage von klirrender Kälte, von Eis und Schnee geprägt sind, wenn die Sonne am tiefsten Punkt des Himmels steht und die Dunkelheit herrscht, dann besteht die Aufgabe schlicht darin, zu überleben. Aber die Gemeinschaften rücken näher zusammen. Und die Menschen erkennen: ab dem 21. Dezember, nach der längsten Nacht des Jahres, beginnen die Tage wieder heller zu werden, das Licht kommt zurück, und mit ihm die Wärme und das Leben.

Also feiern sie diesen Tag, die Wintersonnwende, sehr, sehr lange bevor der 25. Dezember zu Weihnachten wird.

Es ist aber kein religiöses Fest. Man feiert die Natur, das wiederkehrende Licht und das Überleben. 

Man schichtet an einer erhöhten Stelle, die jeder im Dorf sehen kann, einen riesigen Holzstapel auf. Jede Familie bringt einen Totzen Holz mit, ein Julscheit. Am liebsten eines aus Eiche, denn die Eiche ist stark und heilig, sie steht für Kraft und Ausdauer. Dieses Jul- oder Yulefeuer wird bei Sonnenuntergang entzündet und darf bis zum nächsten Sonnenaufgang nicht erlöschen. Sein Licht und seine Wärme halten die bösen Geister ab, genauso wie der reinigende Rauch von Wacholderbeeren, die ins lodernde Feuer geworfen werden. Sie sollen das kommende Jahr ausserdem segnen und Krankheiten fernhalten.

Ein kleines Stück vom verbrannten Julscheit aber wird wieder mit nach Hause genommen. Unters Bett gelegt soll es vor Unglück schützen, vor Blitzen und Feuer. Und im nächsten Jahr wird mit diesem Stückchen Julscheit das neue Julfeuer wieder entzündet, ein endloser Kreislauf, von Jahr zu Jahr, von Generation zu Generation.         



 

Und man holt einen immergrünen Baum und stellt ihn nahe zum Julfeuer auf. Dieser Baum lebt auch im Winter, wenn sonst alles erstarrt ist; er trotzt der Kälte, und er trotzt dem Tod. Man schmückt ihn mit kleinen Puppen, Tieren und Sternen aus Stroh, mit roten Äpfeln, welche die Fruchtbarkeit symbolisieren, und mit Nüssen, die für verborgenen Reichtum und verborgenes Wissen stehen. Man windet rote Fäden um die Äste, rot wie Blut, wie die wiederkehrende Sonne. Manchmal hängt man auch kleine Glöckchen in die Zweige. Ihr Klingeln soll böse Geister abschrecken und sie wissen lassen: hier ist Leben, Gemeinschaft- hier seid ihr nicht willkommen!    

 



Der Julbaum ist kein Schmuck, er ist ein Versprechen. Dass der Winter enden, das Leben zurückkehren, die Sonne siegen wird.
 
Und noch eine trotzt dem Winter: die Stechpalme, auch "Winterschutz" genannt. Ihre stachligen, mit Spitzen bewehrten Blätter schützen sie selbst, also soll sie auch die Menschen beschützen. Ihre Zweige mit den leuchtend roten Beeren werden zur Wintersonnwende geschnitten und über den Türen aufgehängt, mit den Stacheln nach aussen. Alles Böse, das ins Haus gelangen will und nicht willkommen ist, wird an diesen Stacheln hängen bleiben, der Eintritt wird ihm verwehrt bleiben. Ausserdem symbolisieren auch die roten Beeren das Blut des Lebens; das Leben, das auch im tiefsten Winter weitergeht.  





⭐️⭐️⭐️

 

 

Ist es nicht höchst interessant zu wissen, woher unsere Bräuche wirklich kommen? Wie alt sie tatsächlich eigentlich sind, und was ihr echter, ursprüngliche Sinn war? (Die vier Kerzen auf dem Apfenzkranz symbolisierten übrigens nicht die Wochen vor Weihnachten, sondern die vier Jahreszeiten....).

 

 

Ein gemütliches,

entspanntes WE

wünsche ich euch!

 🌲 

 

 

PS: Merci, Pixabay, für die Bilder! 


 

Sonntag, 7. Dezember 2025

GE.FAK.TET

Heute hab ich mal stibitzt. Eine Blogidee, frech abgekupfert bei unserer Queen. Wenn man nämlich über 16 Jahre bloggt, dann ist das manchmal so eine Sache mit den Themen, die man bekabbeln möchte. Dann und wann herrscht schon mal arge Ahnungslosigkeit diesbezüglich. Man kann dann entweder ein kleines Päusken einlegen- oder man "inspiriert" sich einfach bei andern! 😉

Merci, Queeny!

 

Heute also: "Belanglose Fakten". 

Es geht los:

1. Welche Schuhe?

In diesem Punkt bin ich kein typisches Mädchen, besitze tatsächlich nur 2 Paar Winterschuhe für den Alltag (Stallschuhe nehme ich da aus). Die schweren, dunkelroten Panama Jacks mit warmem Puschefellfutter kommen nur bei geschlossener Schneedecke zum Einsatz, daher jetzt meine geliebten Schnür-Stiefeletten von KAVAT. Und für Zuhause ein paar Pseudo-Crocks mit süssem Daisy-Print. Barfuss geht in unserer alten, unterkellerten Wohnung mit so-là-là-Bodenisolation grade nicht. Im Sommer aber ist das umso angenehmer....

2. Zimmerpflanzen? 

Unbedingt! Allerdings gibt es hier nur Efeututen, dafür ganze 4 Stück davon. Diese grüne Einsilbigkeit gründet in der Tatsache, dass sämtliche Stöcke von einer "Urpflanze" abstammen, die meiner Mutti gehörte. Überschiessende Triebe werden abgeschnitten, schlagen im Wasserglas Wurzeln und werden wieder eingetopft. Aus sentimentalen Gründen kann ich einfach keine Triebe wegschmeissen. Davon "profitieren" dann auch Verwandte und Kolleginnen, *gg*...!

 


 

3. Nach dem Aufwachen?

Fütterung der bereits seit einer Stunde quengelnden Mini-Raubtiere, Einschmeissen der Herz- und Blutdruck-Medis mit einem Glas warme Zitrone/Ingwer, duschen. Hinterher Stallarbeit, eine Tasse heissen Tee auf dem Sofa mit Mietze rechts / Mietze links, und dann ab zum Job im Spital.

4. Frühstück?

Ohne geht gar nicht!- aber erst im Spital. Ich fahre tatsächlich etwas früher dahin, damit ich mir noch ein leckeres Müesli am Buffet mischen kann, mit einem Milchkaffee dazu und der Tageszeitung. Mach ich seit vielen Jahren so. Wer jetzt versucht hat, nachzurechnen: ja, dafür stehe ich um 04.45 Uhr auf. 

5. Am PC, was zuerst? 

Immer erst abends (ausser an meinen Frei-Tagen). Dann natürlich schauen, wer in meiner Blogroll Neues veröffentlicht hat. Ein paar Kommis schreiben, ein wenig auf youtube stöbern. Details dazu später.

6. Arbeit?

Ich bin versucht zu schreiben "leider noch". Eigentlich hatte ich immer Spass am Job- doch so, wie sich in den letzten paar Jahren alles verändert hat bin ich froh, in aller-allerspätestens 4 1/2 Jahren pensioniert zu werden. Ich hoffe ich kann es mir irgendwie leisten, etwas früher auszusteigen. Und ich hoffe ausserdem, dass ich meine Pensionierung überhaupt und dann einigermassen fit erreiche.  

7. Konsum? 

Ich versuche, mich kurz zu fassen! 😁 Im Ernst: wir sind wirklich kleine Konsumverweigerer. Menschen- und Tierfutter, vielleicht 2 Stück Bekleidung pro Jahr, dann und wann ein Magazin und in ganz seltenen Fällen auch einfach mal was für die Seele. Dies dann gerne second hand, in der Region hergestellt oder zumindest aus regionalen Läden. Nein, natürlich kein A*azo*, kein China-Billigstplunder. Im Netz wird nur seltenst und mit Bedacht bestellt. Würden alle so wie wir konsumieren, die Wirtschaft läge röchelnd darnieder.

8. TV? 

Natürlich, gerne. Aber auch hier gilt: Qualität vor Quantität. Nur auf Sendern, die einem nicht mit Endlos-Werbung die Lust an allem nehmen (arte, 3sat o.ä.), oder wir nutzen die Möglichkeit, "zurückzuspulen". Zappen geht mir endlos auf die Nerven.

9. youtube? 

Ja, auch- aber nur, was der Seele gut tut. "Reflections of Life" z.B. (sehr, sehr, sehr empfehlenswert!), Tierschutz, Kreativität. Auf diesem Planeten geht genug drunter und drüber, das muss ich mir nicht auch noch da reinziehen. 

10. Letztes Foto?

Ausser den Bildern vom letzten Post: dieses.

 


 

Das Büschel hängt in unserem Schlafzimmer und ist ein Teil unserer Apfenz-Winter-Deko. 

 

So. 

Noch irgendjemand anwesend?

Hat sich jetzt ordentlich gezogen das Ganze- ich hoffe, ihr hattet ein wenig Spass!   

 

Happy 2. Apfenz,

meine Lieben!

⭐️