Mittwoch, 16. November 2016

GEDANKEN.WORTE.TEXT

DENKEN UM ZU SCHREIBEN UM ZU DENKEN
Manfred Hinrich, Philosoph


Manchmal geben ein paar einfache Worte sehr exakt das wieder, was man empfindet. Dieses Zitat von Manfred Hinrich, bestehend aus vier simplen Worten, drückt so haargenau das aus, was das Schreiben für mich bedeutet, dass ich im ersten Moment ziemlich perplex war. Musste es nochmal und nochmal lesen, nur um immer wieder zur Erkenntnis zu gelangen: Besser könnte man es nicht ausdrücken!

Manchmal kullern in meinem Kopf kleine bunte Bällchen herum. Eindrücke, Empfindungen, Wortfetzen sind es meist nur, empfangen von meinen Hirnantennen im Laufe eines Tages, ungeordnet und wirr. 
Aber intensiv sind sie und lassen mich somit auch nicht mehr los. Doch in dieser Form kann man mit ihnen nicht sehr viel anfangen; sie sind weder substanziell noch ergeben sie einen tieferen Sinn.
Wenn ich mich also nur in Gedanken mit diesen Sinneseindrücken beschäftigen würde, so hätten sie wohl die Konsistenz von zähem Fleisch; ich würde sie hin- und herschieben zwischen meinen geistigen Kauwerkzeugen und käme kaum zu Rande mit ihnen.

Sobald ich mich aber hinsetze und sie in Worte zu fassen versuche, nehmen meine Gedanken plötzlich Gestalt an. Beim Versuch, diese Emotionen in den treffendsten Ausdruck zu kleiden reihen sie sich brav auf und marschieren flott in eine Richtung, wie kleine Wort-Soldaten. Worte, die zusammen einen Sinn ergeben, die zusammengehören und voneinander abhängig sind fassen sich an den Händen und bilden sinnvolle Sätze. Und diese Sätze wiederum leiten und führen meine Gedanken, ordnen sie und und geben ihnen einen Platz. Sie formen Bilder in meinem Kopf, verleihen ihnen Farbe und Kontur.


Wenn ich mir hinterher den verfassten Text immer wieder durchlese, an Formulierung und Stil feile, die Ausdrucksform zu optimieren versuche um eine gedankliche Einheit zu schaffen erkenne ich oft auch, dass das Geschriebene neue Denkanstösse erzeugt. 
Plötzlich verknüpfen sich diese neugeschaffenen Bilder mit den älteren, die in meinem Kopf abgespeichert sind. Sie regen zu ungewöhnlichen Gedankengängen an, hinterfragen und analysieren. 

Schreiben ist also nicht nur Mittel zum Zweck; Schreiben gibt einem die Gelegenheit, sich sehr intensiv mit der Welt, in der man lebt, und den eigenen Gedankengängen zu befassen. Wenn man sich per geschriebenem Wort damit auseinandersetzt, sie versucht zu artikulieren, so wird das auch die eigene Empfindsamkeit und Intuition beeinflussen.

Worte können leere Phrasen sein. Sie können unser Dasein aber auch nachhaltig prägen. Seitdem ich (auch bedingt durch das Bloggen!) wieder viel mehr und regelmässig schreibe glaube ich doch, deutlich emotionaler geworden zu sein, in einem erfreulichen Sinne.

Mehr denken um viel zu schreiben um erneut zu denken.....

Und wer jetzt denkt "Abba jetzt hat die wohl einen an der Waffel, die Hummel!":

Nö. Glaub ich nicht! 
Aber manchmal müssen sie raus, die Gedanken. Damit es Platz für neue gibt! 😊

Habt einen schönen Tag, liebe Grüsse!







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Kommentare:

  1. Liebe Frau Hummel, nein nein ich weiss genau was Du meinst. Das stimmt total. Ich schreibe zwar nicht so wertvolle Texte kann aber genau nachvollziehen was Du meinst. Auf Lesen trifft das genauso zu, finde ich.
    Ich erlebe die Welt bewußter seit ich blogge, in Wort und Bild.
    Allerliebste Grüße Tina

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    1. Ohja, Tina, lesen regt die Phantasie an und trägt sehr viel bei zu einer viel intensiveren geistigen Zwiesprache mit der Umwelt! Und ich glaube, dass es massgeblich dazu beiträgt, dass man leichter einen Text verfassen kann, wenn man (am besten schon als Kind!) ganz viel liest.
      Du hast Recht: Seit ich blogge werde ich immer wieder "mit der Nase auf Dinge gestossen", auf die ich ohne Bloggen wohl kaum gekommen wäre!
      Hab es schön, bis bald! Liebe Grüsse!

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  2. Du bringst es auf den Punkt.
    Wenn mich etwas ganz massiv (negativ) beschäftigt, dann kann ich einfach besser damit umgehen, wenn ich meine Gedanken dazu mal zu Papier gebracht habe. Es ist nämlich nicht immer angebracht, das (oder denjenigen), was (bzw. der) einen da so zermürbt, auch damit zu konfrontieren. Auch möchte ich gar nicht so mit einem Menschen sprechen, wozu er mich eigentlich fast auffordert, weil es zum einen keinen Sinn machen würde (du änderst Menschen nicht, schon gar keine alten) und ich andererseits demjenigen meine Gedanken / Worte schon anstandshalber gar nicht um die Ohren hauen würde. Damit es aber aus meinem Kopf ist und ich es (wenn auch nur für mich) verarbeitet habe, schreibe ich solche Dinge dann eben lieber auf. Setze mich an den Rechner und tippe drauf los, was mich bewegt. Dann bin ich es erstmal los.
    Natürlich bringe ich auch sehr gerne positive Gedanken und Erlebnisse zu Papier. Das befreit nicht, es beflügelt. :o)
    Herzliche Grüße! Karin

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    1. Das mit dem Aufschreiben von Missständen und Begebenheiten, die einem ärgern oder traurig machen, ist bestimmt eine sehr gute Sache. Allerdings darf man auch mal seine Meinung zum Besten geben, auch wenn man dafür vielleicht nicht immer Begeisterung erntet! ;oD Ich habe mich inzwischen von der Einstellung losgesagt, dass ich es irgendwie immer alle schonen möchte. Vor allem bei Menschen, die ungeniert und mit recht wenig Feingefühl mit ihren Ansichten an einem herantreten. Da sticht mich dann der Hafer, und ich MUSS kontern! ;oD
      Auch die schönen Erlebnisse aufzuschreiben finde ich genauso wichtig. Du hast Recht, das beflügelt und zeigt einem, sozusagen schwarz auf weiss, auf, dass es auch viel Gutes gibt in dieser Welt. Ich wäre sowieso dafür, dass mindestens 1x die Woche im TV nur Positives gesendet werden darf.......
      Einen schönen Tag dir noch, danke und herzliche Grüsse!

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  3. Janee, ganz genau so ist es ! Ich kann zwar nicht so wunderbar mit Worten jonglieren wie Du, aber auch mir hilft es, die Dinge im Blog zusammenzufassen. Gerade auch mit Bildern dazu. Ich erlebe dadurch vieles nochmal bewusster und mir werden manche Dinge auf einmal klar.

    Liebe Grüße
    Birgit

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    1. Danke, Birgit! :oD
      So ist es: Hat man das Erlebte erst mal zu Papier gebracht oder in die Tasten gehauen, so wird es viel plastischer. Es bekommt sozusagen eine Bühne, auf der es sich ausbreiten und wirken darf. Und: Es bekommt dadurch auch einen anderen Wert, weil der Blick darauf manchmal umgelenkt und ein anderer werden kann.
      Also lass uns fröhlich weiterschreiben!
      Ganz herzliche Grüsse!

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  4. nicht umsonst ist schreiben eine "kulturtechnik"! :-)
    es ist eben mehr als buchhaltung und merkhilfe. es ist kommunikation mit anderen und mit uns selbst! und dass DU schreibst - das finde ich besonders grossartig. weil du wirklich was zu sagen hast und weil mir gefällt was du zu sagen hast. ich dachte letztens schon bei einem deiner ausführlichen komments bei anna **mach doch einen post draus!** denn es ist hier sehr ruhig und dabei bin ich mir sicher dass da ganz viel "rauswill"! :-)
    nicht dass dir noch die rübe platzt! ;-)
    umärmelung! xxxxxxx

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    1. Ooohhh, danke für dein liebes Kompliment! Ich freu mich immer so, wenn ich so positive Resonanz bekomme...... Grade darum, weil ich mich mit meinen Gedanken in der realen Welt oft ein bisschen einsam fühle.
      Ja, du hast Recht: Manchmla ist es hier ein wenig ruhig. Und dann wieder lade ich kurz hintereinander 2, 3 Posts hoch. Es ist ja nicht so, dass mein Denkerstübchen nur zu gewissen Zeiten rattert, neneee! Aber manchmal denke ich mir schon: "Also, über jeden Pups brauchst du jetzt auch nicht zu schreiben!". Ich war mir sogar bei diesem Post nicht ganz sicher, ob das überhaupt jemanden interessiert! (Na gut. Es gibt welche, da WEISS ich, dass die ihn lesen und eine Meinung dazu haben! blinzel-blinzel.....)
      Aber ich schreibe ja nicht nur für andere, sondern auch für mich. Deshalb.
      Ja, da will noch ganz viel raus. Aber es ist manchmal noch nicht "spruchreif", und so wird es mal mehr, mal weniger zu lesen geben bei mir. Keine Angst: Da explodiert vorderhand nichts. Ich hab Hutgrösse 60 (Wahnsinn, oder??), also ist da viel Raum für rumploppende kleine Bällchen, *ggg*!
      Drüüücker an alle BWHäusler, habt wohlige Novembertage und bis bald! Herzlichste Grüsse!

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    2. Jep, die Bahnwärterin sagt's! Du schreibst so tolle und ausführliche Kommentare, dass die eigentlich für einen separaten Post taugen würden. Oder anders: Ich lese gelegentlich Blogtexte, die nicht halb so sinn- u. wertvoll oder unterhaltsam wie deine Kommentare sind. Und dieser Post ist einer der schönsten und treffendsten über das Schreiben, der mir je unterkam. ;)

      Herzlichen Gruß, du Wortvirtuosin!

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    3. Ach Anna, das freut mich so!! Und das von dir, also wirklich...... Dabei amüsiere ich mich doch grad bei DIR immer so, oder ich bewundere deine Art, wie du schreibst! So fundiert, dabei aber von leichter Hand, mit einer grossen Portion Humor und Ironie, genau wie ich es mag. Herrlich, dass man sich in dieser virtuellen Welt begegnet, sich austauschen und gegenseitig begeistern und anregen kann!
      Dann lass uns also fröhlich weiter Impulse geben und uns geistig auf Touren bringen! Bis bald!

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  5. Hummele, JA! JA, genau das ist es doch! Aufräumen, chunken und bündeln, in die richtigen Fächer, auf den Punkt gebracht - und hat man es dann endlich so richtig in Worte gepackt, dann reicht oft EIN Satz. Und das ist es, was mir gestern passierte, nachdem wir beide uns "bemailten". Doing, war es da, worum ich die ganze Zeit herumgekurvt war. Was ich EIGENTLICH meinte. Es wird einem so vieles klar - ohne das Bloggen hätte ich alles nur angedacht.
    Über Beates Kommi hab ich mich übrigens gerade beeumelt vor Lachen. Ich stimme ihr vollends zu.
    Und das mit den Kriegerlein, nein, "Wortsoldaten", Himmel, WIE Du schreiben kannst, Du bist meine Herzens-und Chefkolumnistin! Und das beinhaltet so viel. Es ist ein kurzer Meinungsbeitrag per definitionem, und Du HAST EINE! Seltene Rarität, die Du bist in dieser Zeit. Mit Worten umgehen kannst Du so unglaublich und KLAR (das kann ich nicht, werde aber besser... hoffe ich) und dabei noch so humorig und ideenreich.
    Hummele, wie danke ich Dir doch für diesen Post, Du bist Gehirnwäsche für mich! Natürlich in einem anderen und zutiefst positiven Sinn, dass überflüssiger Kram in meinem Hirn vor Deinen Worten davongallopiert :))))
    Eine Méadrüüücker von Deiner manchmal so Mäandernden (iss nich schön??) :))

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    1. Ne, also meine liebe méandernde Méa (ja, das iss schön, *ggg*!), jetzt werd ich aber wirklich ein wenig rot! So viele liebe Worte! Danke dafür, du meinst es gut mit mir!
      Ich finde, du schreibst sehr ansprechend, poetisch und malerisch. Ich lese sehr gerne deine Texte, weil da auch so viel zwischen den Zeilen steckt. Da méandert, meiner Meinung nach, eigentlich nichts..... Naja, vielleicht liegt es auch daran, dass wir beide manchmal ein wenig "um die Ecken rumdenken", für uns selber klar verständlich, für andere eventuell erst auf den 2. Blick zu entschlüsseln, *ggg*. Deshalb brauch ich auch immer recht viel Zeit, um die Formulierungen gut hinzukriegen. ;oD Hab auch schon mitbekommen, dass meine mehr oder weniger feine Ironie nicht immer so ganz richtig gut ankommt und so verstanden wird, wie es gemeint ist.....kicher.....
      Spannend ist auch, wie sehr sich meine Art zu schreiben in den letzten Jahren durch das Bloggen verändert hat. Liegt wohl auch daran, dass ich seither so vieles, was in meinem Kopf rumkugelt, in geschriebener Form verarbeite. Und der Blick auf die Dinge wird auch ein ganz anderer!
      Méa, ich freu mich sehr über dein Da-Sein, habt einen wohligen Abend in eurem "ärmlichen" Zuhause, das so reich an Wärme und Lebensfreude ist! (blinzel-blinzel......!)
      Drüücker zurück!!
      PS: Hier macht der graue Lord grad Pause. Die Sonne, die eben hinter den Bergen versunken ist, hat die ganze Landschaft in einen in allen Gelb- und Rotschattierungen leuchtenden Traum verwandelt, und es war angenehm lau den ganzen Tag, so gar nicht frostig und grau! Die Ponys hätten morgens beim Ausreiten wohl gerne ihre dicken Zotteljacken abgestreift, *gg*!

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  6. Liebe Frau Hummel
    einen an der Waffel hast du nicht :-) ganz im Gegenteil, wunderbar hast du hier beschrieben was Schreiben bewirkt.
    Deine Bälle im Kopf nenn ich bei mir Kopfgewusel, das muss auch immer unbedingt in Worte gefasst und dann geschrieben werden :-)
    Jetzt lese ich dich schon über ein Jahr und bin immer wieder fasziniert von dem was du schreibst, mit Wörtern umgehen und sie zu Texten formulieren kannst du großartig.

    Liebe Grüße
    Aurelia

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    1. Oh danke, Aurelia, vielen Dank! Schön, dass dir meine Texte gefallen! Und ich wiederum bin glücklich darüber, dass sich hier Menschen treffen, die sich von meinen niedergeschriebenen Gedanken angesprochen fühlen. Vor allem, weil die ja nicht immer so ganz "massentauglich" sind, *ggg*. Ich bin wirklich froh, das Bloggen für mich entdeckt zu haben!
      Einen gemütlichen Abend dir, ich freu mich, wenn du wiederkommst!
      Herzliche Grüsse!

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  7. Liebe Frau Hummel
    Du sprichst mir aus der Seele. So ist es wirklich!
    Einen gemütlichen Sonntag wünscht Dir Yvonne

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    1. Ja, nicht wahr?? Und deshalb bin ich auch nach meiner längeren Sommerpause zum Bloggen zurückgekommen. Hab das Schreiben einfach sehr vermisst!
      Auch dir einen schönen, gemütlichen Sonntag, liebe Grüsse!

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  8. Ach du liebe Frau Hummel, weißt du, was für mich dein schönster Satz ist: Das du nach der Sommerpause zum Bloggen zurückgefunden hast, weil du es vermisst hast. Dafür könnte ich dich knutschen.
    Manchmal muss frau weggehen, um zurückzukommen.
    Um den Abstand zu nehmen, Perspektive zu wechseln, zu prüfen.
    In meinen Augen sind deine Posts keine Posts, sondern Literatur, was ich schon mehrmals geschrieben habe. Deine Art zu schreiben finde ich sehr spannend. Ich habe überlegt, warum. Du schreibst sehr präzise, manchmal habe ich das Gefühl – jetzt wird die Situation durch ein Vergrößerungsglas betrachtet und dabei besitzt du diese besondere Fähigkeit, Spannung einzubauen, dass frau das Gefühl hat einen höchst spannenden brillanten Thriller zu lesen.
    Dabei beschreibst du deinen Friseurbesuch. Und dein Humor!!!!!
    Frau sollte das tun, was ihr Freude macht und was sie liebt.
    Was frau liebt, tut sie am besten.

    Fühle dich umarmt und hab wundervollen mystischen November, deine Grażyna

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    1. Ach du meine Güte, Grazyna.....danke!! Für diese lieben Worte- ihr meint es wirklich alle so gut mit mir!
      Und weisst du, was mich am meisten freut? Deine Bemerkung mit dem Vergrösserungsglas! Denn ich versuche wirklich, genau zu beschreiben. Nicht indem ich weit aushole und viele Worte zu Hilfe nehme, sondern indem ich mir viele Gedanken dazu mache, was eine Situation, ein Ding oder etwas, was ich gerade sehe, und wenn es nur etwas ganz Unspektakuläres ist, wirklich ausmacht. Wodurch es wirkt, was ihm seinen Charakter verleiht. Oder welche Saite es in mir zum Klingen bringt. Wie schön, dass ich das scheinbar wirklich schaffe!
      Ich würde zu gerne professionell schreiben. Ich meine: Schreiben als Beruf. Wäre das herrlich! Aber da das wahrscheinlich ein Traum bleibt hole ich mir halt ein kleines Stück davon beim Bloggen.
      Es ist mir eine grosse Freude, dass ihr alle da seid, mitlest, eure Meinung abgebt und mich so von einem Post zum nächsten tragt!
      Hab einen gemütlichen Abend, herzlichen Drücker zurück und liebe Grüsse!

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  9. Meine liebe Frau Hummel: Du würdest gerne professionell schreiben?
    Dann tue es einfach. Was hindert dich daran?
    Du hast geregeltes Leben, Dach über Kopf, einen Computer, einen Stuhl, genug zum Essen- gutes Essen, menschliche und tierische Freunde, du kannst die Tasten bewegen. Es fehlt dir nichts.
    Soll ich dir was sagen: Der wahre Schriftsteller ist der, der was zu sagen hat und der DAS macht, weil er keine andere Wahl hat. Damit meine ich, dass der fast wie eine schwangere Frau ist, der weißt mit seinem ganzen Körper und mit allen Sinnen, dass in ihm ETWAS ist, was sich nach außen drängt.
    Er weiß es einfach, dass den Buchstaben, Worten und Sätzen ein Leben einzuhauchen seins ist! Er weiß es ganz intuitiv.
    Meins ist es definitiv nicht. Schreiben ist für mich Arbeit.
    Aber… wenn meine Hände und meine Finger mit Materialien in Berührung kommen, sei es Pappmache, Textilien usw., dann wir mein Kopf frei, meine Augen funkeln und ein leichtes Lächeln breitet sich im Gesicht aus.
    Und ich bin höchst konzentriert und völlig leer. Das ganze drum herum nehme ich gar nicht wahr. Als ich an der MAMA und anderen Sachen im Kindermuseum gearbeitet habe, war ich oft von spielenden Kindern umgeben, aber es hat mir nicht gestört, weil ich sooo drinnen war, in dem was ich machte, das ich meine Umgebung völlig ausblenden konnte.
    Gucke mal, die Méa hat schon vor Jahren fünf dicke Bücher geschrieben.
    Noch sind die der Welt verborgen.
    Denkst du, sie hatte die geschrieben, weil sie Schriftstellerin werden wollte. Nichts falscher als das. Denn, wenn ich so denke, blockiere ich mich selbst.
    Sie hatte es geschrieben, weil sie was zu sagen hatte und ohne jegliche Gedanken von Schriftsteller werden wollen.
    Ich finde sogar, wir haben von dem Himmel die Talente nicht umsonst und nicht zum Spaß bekommen. Wir tragen dafür Verantwortung, mit dem, was in uns so besonders ist, die Welt schöner zu machen.
    Du Liebe, pfeife auf jegliches werden wollen und schreibe.
    Denn, es gibt’s nicht, was dich daran hindert. Überlasse den Rest den lieben Gott und du wirst dich wundern :)))))
    Das habe ich alles so geschrieben, weil ich DEIN GROSSER FAN bin und ich dich sehr schätze und respektiere. Schreibe, sage niemanden was davon und habe Freude dabei eine WORTZAUBERIN ZU SEIN.
    Du bist eine, ob du willst oder nicht. Meine Güte, das mit dem Vergrößerungsglas, verrückt nicht. Aber wirklich, wenn ich deine Texte lese, kann wirklich dieses Glass sehen und spüren, als ob ich durch dieses Glas hindurch dem Sätzen und Worten immer näher komme und die fast berühren kann. Und dann habe ich das Gefühl, ich schrumpfe und werde immer kleiner und deine Sätze und Worte ganz groß und ich verweile einige Zeit in deiner Erzählung. Und davon wünsche ich mir mehr. Bis bald liebe Frau Hummel, deine Grażyna

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    1. Natürlich werde ich immerzu weiterschreiben, liebe Grazyna! Ich kann ja gar nicht anders. ;oD Und natürlich hindert mich auch nichts daran (ausser dass mein Alltag manchmal nicht allzu viel Zeit dafür übriglässt.) Aber wenn ich nochmal vor der Berufswahl stünde, ich denke, ich würde Journalismus studieren. Das wäre eine wunderbare Basis für ganz viele Tätigkeiten auf dem Gebiet des geschriebenen Wortes! Ich würde mich liebend gerne den ganzen Tag damit beschäftigen wollen. (Nun ja.... beinahe. Denn da sind ja auch noch meine lieben felligen Freunde!). Und so schreibe ich meinen Blog, habe viel Freude daran und jetzt sogar....einen FAN!! Das finde ich ja wirklich herrlich! Und bin wirklich dankbar, auf diesem Weg auf Menschen wie dich zu treffen, die auch was zu sagen haben, in einer eigenen, wunderbaren Welt leben, die sie sich so erschaffen, wie es sie glücklich macht, und die das mit andern teilen. Ist es nicht schön??
      Und übrigens, liebe Grazyna: Ich habe meine Apfenzglitzchen erschaffen. Wenn du magst, dann werden sie dich durch den Apfenz begleiten!
      Lieben Drüüüücker und ganz herzliche Grüsse! Und ich freue mich!

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  10. Du hast das großartig in Worte gefasst, was mir ganz oft in Bruchstücken durch den Kopf schwirrt :-) Ich komme ganz oft erst durch das Schreiben zum Denken - vorher sind die Gedanken eine große, breiige Masse. Vermutlich schreibe ich deshalb so häufig, wenn ich von einem langen Hundespaziergang nach Hause komme. Da stehen dann erst Satzfetzen und irgendwann ein wohlgesetzter Text.
    Ich frage mich manchmal, ob ich überhaupt denke würde, wenn ich nicht täglich "gezwungen" würde zu schreiben.
    Liebe Grüße
    Fran

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