Samstag, 13. Juli 2019

SICH SELBST ÜBERLASSEN


Auch wenn die schweren Jungs jetzt im Jura sind,
so bin ich doch jeden Tag morgens und abends im Stall.
Einmal, um die Mietzmannschaft zu betüddeln,
und natürlich auch, um nach dem Rechten zu sehen.

Gestern Abend stand ich an der Weide und liess
meinen Blick über die Landschaft schweifen.

Plötzlich wurde mir etwas bewusst, das mir
bisher noch gar nicht so aufgefallen ist:
 Wie sehr sich unsere Weide 
doch von denen rundherum unterscheidet!

Dieses Stück Land überlassen wir weitestgehend sich
selber. Wir lassen die Jungs darauf weiden und misten es 
jeden Tag ab. Aber wir mähen es nie, sondern
lassen im Herbst einfach alles, was da noch steht, in
sich zusammenfallen; man könnte diesen Vorgang beinahe
schon ein "natürliches Mulchen" nennen. 

In der Sommerpause bringen wir ein wenig Hühnermist
aus, denn ein bisschen was braucht der Boden schon.
Und ich schneide regelmässig die Samenstände der
Wiesenblacken ab. Die vermehren sich sonst rasend 
schnell und sind mit ihren tiefen Pfahlwurzeln dann
kaum noch zu entfernen. So halte ich diese Pflanzen
seit vielen Jahren locker in Schach; es gibt höchstens
4 oder 5 Stück davon auf dieser Weide.

Inzwischen ist dieses Stück Land zu einer vielfältigen
Magerwiese geworden; schon von Weitem könnte man auch
ohne Zäune erkennen, wo ihre Grenzen verlaufen!

Oben: 
die Nachbarsweiden im Überblick 
und aus der Nähe, 
Unten:
 im Vergleich dazu unsere Weide.


Wahrscheinlich würde jeder "normale" Bauer
schreiend das Feld räumen- im wahrsten Sinne des Wortes!
Denn der möchte natürlich möglichst viel Futter für sein
Vieh heuen können, deshalb wird regelmässig Jauche ausge-
fahren (die vermutlich auch irgendwas enthält, das den 
Wildblumen und Kräutern den Garaus macht....)

Als ich heute mit dem Fotoapparat über unser Stück Land gegangen
bin hab ich mich so gefreut darüber, was da "los war": So viele
verschiedene Blumen und Pflanzen, zum Teil gerade am Aufblühen,
zum Teil schon dürr, dazu Heerscharen von Grashüpfern, die
vor jedem meiner Schritte das Weite suchten, und viele, viele
Bienen, Hummeln, Schwebfliegen, Käferchen,
Ameisen, kleine Falter und Schmetterlinge.
Das war ein Zirpen und Summen, Krabbeln und Flattern!
(Grashüpfer: 2. Reihe links!) 


Ich bin wie ein Storch durchs Gras gestakst,
damit ich möglichst keines der kleinen Lebewesen tot-
trete. Und mir wurde einmal mehr bewusst, dass wir der Natur 
(und schlussendlich uns selber!)viel Gutes tun, 
wenn wir sie einfach machen lassen.


Diese Vielfalt ist wirklich zauberhaft!
Da gibt es die Zarten und die Borstigen, die Bunten
und die Zurückhaltenden, welche, die sich im Wind wiegen
und andere, die sich dicht über der Erde im Schutz der
hohen Gräser der Sonne entgegenrecken.
Und erscheinen gewisse Pflanzen auch noch so struppig-
auf die kleinen Lebewesen (wie die Wildhummel unten links!)
haben sie eine magische Anziehungskraft!   


Vor ein paar Wochen habe ich eine grosse Tüte 
einheimische Wildblumensamen ausgebracht. Dieses Jahr wird 
noch nichts blühen, deshalb bin ich gespannt, was sich nächstes
Frühjahr tut! Wenn alles klappt werden in Zukunft 
Akeleien, Glockenblumen, Margerithen, Schafgarbe, 
Sonnenröschen, Storchenschnäbel und vieles mehr 
diesen bunten Teppich ergänzen und mein kleines Insekten-
paradies noch wertvoller machen....




Fröhlichen Sonntag, meine Lieben,
herzliche Hummelzgrüsse!

🐛🐜🐝🐞





Kommentare:

  1. Schöööön, liebstes Hummelchen,
    was da alles auf eurer Weide erblüht! Und ich denk mir mal, euren Rössern, wenn sie noch oder nach dem Jura wieder da sind, wird das Geblühe durchaus auch besser schmecken als "nur Gras". So, wie du vorsichtig über diese Wiese stakst, stakse ich übrigens durch unseren Garten, denn da ist auch - sowohl in der Wiese, die weit weg von Rasen ist, als auch in den Beeten enorm viel los. Bei jedem Schritt hüpft etwas weg - meistens Heuschrecken, gestern aber auch wieder eine kleine Kröte. Und weil's erfreulicherweise zuzletzt wieder mehrmals geregnet hat, war auch in Sacken Weinberg- und Schnirkelschnecken einiges los :-) Ist es nicht herrlich, wenn man einen Garten oder sonst ein Stück Land hat, wo sich Pflanzen und Tiere wohl fühlen? Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, dass manche Menschen in der Richtung völlig blind und abgestumpft sind...
    Herzliche Rostrosengrüße und schönes Wochenende,
    Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2019/07/thailand-reisebericht-teil-13-ausflug.html

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    1. Guten Morgen Traude!
      Die Jungs sind jetzt schon 5 Wochen im Jura, und das ist gut so, denn nur so kann das alles in Ruhe blühen und wachsen! Natürlich hätten die Jungs das alles nämlich im Sinne des Wortes "zum Fressen gern", da wär in kürzester Zeit alles rübis und stübis wegschnabuliert. Nur in der Mitte der Weide hoch gibt es einen Streifen, den sie immer stehenlassen; genau da rein hab ich die Wildblumen ausgesät, denn da ist die Chance am grössten, dass sie tatsächlich gedeihen. Und hinterher samen die sich ja selber aus und verbreiten sich. Hoffe ich zumindest!
      Nein, ich habe auch nicht das kleinste Fitzelchen Verständnis dafür, wenn sich Menschen heutzutage keinen Deut um die Natur kümmern. Aber ich sagte grad gestern Abend zu HerrnHummel dass mir auffällt, wieviele Sendungen im TV es inzwischen gibt zum Thema Nachhaltigkeit. Da hege ich die leise Hoffnung, dass beim einen oder andern vielleicht nach dem zu-Gemüte-führen einer solchen Reportage doch die Hirnwindungen etwas angeregt werden...... ;oD
      Einen schönen Sonntag dir, herzliche Grüsse!

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  2. liebes Hummelchen, poetisch zart und liebevoll klingen deine Worte mit denen du deine kleine Herrlichkeit beschreibst, ich kann dir und diesen Bildern die so kraftvoll von der Schönheit unserer Natur erzählen, nur beipflichten. Es war mir ein Genuss sie zu lesen.
    kann Traude zu zustimmen, viele menschen sehen all dies nicht mehr weil sie es gar nicht erst heranwachsen lassen und merken damit nicht WAS ihnen alles entgeht.
    das zarte Pflänzchen Natur, so oft gebeutelt und missbraucht, ist hoffentlich noch eine lange Weile kraftvoll und durchsetzungsfähig damit auch unsere Nachkommen sie erleben können.
    Jedes Blatt, jeder Strauch und Baum, jeder Grashalm, jede Blüte hat sein leben, das es gerne lebt wenn wir es zulassen.
    Hach, sind dies schöne Bilder und Worte die sehr mein herz berühren...
    liebe Grüße und danke für dein immerwährend Bewusstsein und Auge das du uns schenkst.
    Angelface

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    1. Danke Angel, das freut mich sehr!
      Ich weiss nicht, wie man sich dem allem entziehen kann- die Natur ist so was Wunderbares, diese Kraft und Energie, die sie an den Tag legt (und notabene auch an uns weitergibt!).... ich kann mir nicht vorstellen, dass man sowas einfach übersehen kann! Natürlich ist es etwas anderes, wenn man auf dem Land oder in der Stadt lebt. Aber schlussendlich sind wir doch alle Kinder dieses Planeten und sollten irgendwo in uns noch dieses Fünkchen fühlen, das uns mit der Natur verbindet?
      Auf jeden Fall hab ich mir ein Loch in den Bauch gefreut, dass sich "meine" Weide ohne mein Zutun so grandos entwickelt hat! Es ist schade, dass es noch kein akkustisches INet gibt- ich hätte euch alle zu gerne das hören lassen was einem zu Ohren kommt, wenn man mitten im Grün steht!
      Nun, wir haben (noch) für eine kurze Zeit die Wahl, wohin wir uns bewegen wollen. Und sollten wir, träge wie wir sind, unsere Är***e nicht hochbekommen, dann sind wir selber schuld. Der Mensch wird es nicht überleben, wenn wir nicht bald mal in die Gänge kommen, da bin ich mir sicher. Die Natur allerdings wird sich, so wie es schon immer war, wieder regenerieren und weitermachen. Der gehts ohne uns nämlich eh' viel, viel besser.....
      Geniess den schönen Sonntag, herzliche Grüsse!

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    2. Also...akkustisches Netz gibts natürlich schon! Pfffttthhh.....Aber man muss mitten drin stehen um zu hören, was ich meine, michtwahr?? *gg*

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  3. Hach wie beneide ich deine Jungs - ich würde auch gerne mal so unbeschwert irgendwo meine Zeit verbringen ködnnen an einem wunderschönen Ort man erinnere sich Hütte, Waldweg zum See oder Meer, Fahrrad und bis zum nächsten Ort fahren und das essen was es gibt viel zu lesen und Natur sonst nix - ich find es klasse die Wiese. Einfach wunderbar.
    Die Weide/Wiese ist ein richtiger Wohlfühlort für die Jungs. Warum müssen manche nur jedes Gänseblümchen aus dem Rasen verbannen die sind doch sooooo schön.
    LG
    Ursula

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    1. Das ist nicht im Jura, liebe Ursula, das ist die Weide bei uns zuhause! Aber weil die Jungs im Sommer lange nicht da sind hat die Weide Zeit, alles wachsen zu lassen, was da wachsen möchte. Ansonsten würden die Jungs ja fortwährend alles, was nachspriesst, gleich wieder wegmampfen. ;oD Und so kann sich ausserdem alles absamen und weiterverteilen. So wird das jedes Jahr ein wenig bunter, nächstes Frühjahr hoffentlich sowieso, nachdem ich jetzt auch noch angesät habe......
      Letzthin hätte ich bald um mich geschlagen: In einer Ecke beim Parkhaus bei uns am Spital waren jede Menge wunderschöne, gelbe Blümchen gewachsen. Und was passiert? Natürlich war gleich einer der Gärtner zugange mit einem Gerät, das die Blümchen bei der Wurzel aussticht und plattmacht. MUSS-DAS-WIRKLICH-SEIN?????
      Ich werde meine Weide weiter "machen lassen". Und freue mich, dass da jetzt so viel Leben ist!
      Frohen Sonntag und ganz herzliche Grüsse!

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  4. Solche Wiesen wie Deine sind ein Traum, nicht nur für die Pferde. Die Fettwiesen vom Nachbarn machen zwar die Scheune voll, bieten aber kaum Lebensraum. Ich bin fasziniert, das es Dir mit Beharrlichkeit gelungen ist, diesen Wandel zu vollziehen, Gratulation!
    Liebe Grüße
    Karen

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    1. Merci! :oD Der Witz ist ja, liebe Karen, dass man gar nichts tun muss- das passiert einfach! Oder vielmehr: Erst wenn man das Stück Land in Ruhe lässt können sich all diese Pflanzen einnisten. Unsere Bauern bekommen inzwischen Beiträge, wenn sie irgendwo einen Oeko-Streifen stehen lassen (das heisst wirklich so....). Dabei sollte es doch jedem Bauern von sich aus ein Anliegen sein, dass die Natur sich regenerieren kann- schliesslich ist sie ja seine Lebensgrundlage! Aber irgendwie nistet sich diese Erkenntnis nur ganz langsam in die Köpfen ein....
      Was mir bei der Gelegenheit ausserdem so richtig bewusst geworden ist: Wieviel Zeit es braucht, damit aus einem "nur" grünen Stück Wiese ein bunter, vielfältiger, gewachsener Lebensraum wird. Das könnte einem in leichte Panik versetzen angesichts der vielen und dringenden Probleme, die sich in Sachen Klima- und Umweltschutz auftun......
      Geniess die Tage, ganz herzliche Grüsse!

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  5. Wie schön, dass du sagen kannst: unser Land...und wie stolz du darauf bist, dass liest sich gut. meine Hochachtung vor deinem Einsatz für die Natur!

    Liebe Grüße
    Augusta

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    1. Naja, Augusta- UNSER Land ist es nicht- also nicht im Eigentum. Wir haben Stall und Land nur gemietet. In der Schweiz bekommst du keine landwirtschaftliche Liegenschaft zu kaufen, wenn du keine landwirtschaftliche Ausbildung hast. Und ausserdem geben die wenigsten ihr Land käuflich her, damit andere "nur" ihre Tiere darauf halten können. Da wird angestrebt, das Land umzonen zu lassen, damit man es als Bauland viel, viel teurer verkaufen kann. :o( Aber Gottseidank funktioniert das in relativ wenigen Fällen. Sonst wäre unsere kleine Schweiz wohl schon bis auf den letzten m2 zugebaut.....
      Trotzdem: Ich tu, was ich kann. Und bin tatsächlich ein bisschen stolz, dass sich "unser" Land so deutlich von dem ringsum unterscheidet! Wenn ich mal keine Pferde mehr hab und deshalb diesen Stall abgeben muss, dann werd ich Guerillera und schmeisse regelmässig Samenbomben in die Landschaft, *ggg*!
      Hab einen schönen Sonntag noch, herzliche Grüsse!

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  6. Oh ja da wär ich mit Dir gestackst :) Ich liebe es bunte Wiesen. Wie alles summt und hüpft. Kürzlich standen wir eine halbe Stunde über dem Gartenzaun hängend und haben die vielen Bienen in unseren Lavendelbüschen beobachtet und beschlossen die Lavendelableger auf jeden Fall wachsen zu lassen. :)
    Liebe Grüße Tina

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    1. Das ist eine gute Idee, Tina! Wenn sich der Lavendel schon selbstständig ausbreitet, dann sollte man ihn keinesfalls dran hindern! ;oD
      Tiere zu beobachten, und seien sie noch so klein, ist hoch interessant! Hab grad im neuen "Werde" einen tollen, langen Artikel über Bienen gelesen; ich könnte es mir wirklich vorstellen, ein oder zwei eigene Völker zu halten...... (Was ich nicht noch alles möchte.....hoffentlich lebe ich lange genug, damit ich das alles auch verwirklichen kann, *gggg*!)
      Hab einen schönen Abend, herzliche Grüsse!

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  7. Ach, wie absolut großartig. Das nenne ich mal ne Weide :))) Sehr amüsiert habe ich mich gerade über Dich, liebes Hummele, als Guerillera mit Samenbomben, ich schmeiss mich wechhhh. Zu schön :))))
    Ach, solch ein wundervoller Post gibt so viel Zuversicht. Lass Dich gar inniglich drücken, meine liebe Guerillera, ich schmeisse demnächst auch wieder, Deine Méa

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    1. Hihi, ja, SOLCHE Bomben zu schmeissen ist eine sehr legitime Art der Kriegsführung ;oD! Ich ziehe ins Feld gegen Monokulturen und gekieste Vorgärten! Und ich freue mich, dass du mitschmeisst!
      Weisst du, "meine" Weide hat mich auch total beflügelt und mich einmal mehr in meiner Meinung bestärkt, dass jeder was tun kann. Jeder kann zum Gartencenter fahren und eine Tüte Wildblumensamen kaufen, um sie dann fröhlich in die Gegend zu schmeissen. In meinem Fall war das mein einziges Zutun, denn ansonsten lasse ich die Natur einfach machen. Und sie zeigt wieder, wie grossartig sie das kann!
      Ich bin so gespannt auf nächstes Frühjahr.....
      Geniess den Abend, herzliche Grüsse!

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  8. hummelchen - ich bin extremst beeindruckt!
    das ist ja eine traumweide! wie wunderschön und überaus gesund! phantastisch!
    weist bestimmt dass die ganze güllefahrerei gar nicht hauptsächlich der düngung dient - sondern dem loswerden der gülle! durch die industrielle tierproduktion (wat´n wort schon!) fällt ja viel mehr mist an als wie jemals gebraucht würde auf dem bisschen land rund um die ställe....es gibt sogar schon einen richtigen handel mit gülle - leute mit land aber ohne wirtschaft kriegen geld, wenn sie die gülle der grossfarmer auf ihren wiesen breitfahren lassen.....
    damit auch wirklich jeder immerzu, ganz viel superbilliges grillfleisch kaufen kann!!!
    mittlerweile sehe ich schon rot beim wort "grillen" - grashüpfer sind mir da sehr viel lieber ;-D
    <3 <3 <3 grüsse aus dem BWHgarten! xxxxx

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    1. Danke, liebe Bahnwärterin! Ja, ich finde die Weide auch phantastisch- vor allem bin ich sehr beeindruckt von der grossartigen Arbeit, die Mutter Natur verrichtet! Wir haben da so viel wie nichts beigesteuert....nur ein bisschen Hühnermist! ;oD
      Wenn ich sowas höre kriege ich sowieso gleich die Krätze! "Tierproduktion" ist furchtbar- dieses Wort spricht für sich. Wenn es nach mir ginge müsste jeder, der immer nur das billigste Fleisch in seinen Wagen packt, mal einen Tag in so einer "Produktionsstätte" verbringen müssen. Mit allen Konsequenzen. Ich bin mir sicher: Vielen von ihnen würde das Steak im Hals steckenbleiben.
      Die Sache mit der Gülle ist doch das Letzte! Nur um Geld zu verdienen verseucht man absichtlich sein Land?? Wie blöd muss man eigentlich sein....Aber früher oder später rächt sich das, und dann bezahlt man Lehrgeld- mehr als man je damit verdient hat. Vielleicht auch nur im übertragenen Sinne, aber die Natur wehrt sich immer.
      Mein eigener Mist von den Pferden holt immer ein junger Bauer ab, der füllt damit Löcher im Land und bringt ihn auf der Alp aus, die er bewirtschaftet. Das ist ja nichts anderes als Pferdemist, gemischt mit Leinen-Hanfeinstreu- keine Spur von Chemie. Er hat mir erzählt, dass daraus extrem gute Erde wird, wenn diese Mischung verrottet. So kann ich der Natur also sogar etwas zurückgeben- ist das nicht toll?!
      Bis bald, ganz herzliche Grüsse und Drüüückerz!!

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    2. wenn du nicht soweit weg wärst würde ich dir ein paar schubkarren mist für meinen garten abschwatzen :-D
      knutsche! xxxxx

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  9. Liebe Frau Hummel und liebe Bahnwärterin,
    ihr habt da beide ganz klasse darüber geschrieben. Und ihr sprecht mir beide aus der Seele. Seit wir in Bayern wohnen, kommen wir aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus. Was hier ge-"odelt" wird (Gülle ausbringen), das gibt es nicht! Gefühlt 365 Tage im Jahr. Hier stinkt es immerzu. Und das hat nichts mit "würziger Landluft " zu tun, wie es von den Bauern so gerne propagiert wird. Und obwohl es Regelungen gibt, wann geodelt werden darf, halten die sich hier an nix. Ein Bauer hat sich vor 3 Jahren seine Wiesen dermaßen "verbrannt", weil er die Gülle während eines heißen Sommertages ausgebracht hat, (was eigentlich verboten ist!), so dass da seither NICHTS mehr gewachsen ist. Und sogar der Maulwurf hat einen großen Bogen um dieses Feld gemacht, und erst wieder auf dem Nachbarfeld weitergegraben!!!
    Die Bauernlobby ist hier dank der CSU (sind ja lauter Bauern in dieser Partei!) so mächtig, dass durch die viele Gülle, das Grundwasser inzwischen nicht mehr trinkbar ist. (weil Fäkalkeime!) Und anstatt den Landwirten Einhalt zu gebieten, wird stattdessen für viel Geld, eine teure Infiltrieranlage installiert, die das Wasser wieder reinigen soll. WIE KRANK BITTESCHÖN IST DAS? Aber, man darf nicht nur auf die Bauern schimpfen, denn letztendlich ist es der Verbraucher, der meint rund ums Jahr sein billiges Gammelfleisch auf den Grill schmeißen zu müssen. Ach, ich könnte mich da in Rage schreiben, sorry!...
    Nichtsdestotrotz bin ich total fasziniert von deinen Fotos- wie wunderbar du jeden Moment eingefangen hast. Aber wäre ich zur selben Zeit am selben Ort gewesen, hätte ich 100% DICH fotografiert, oder noch besser, gefilmt, wie du da in Storch-Manier über die Wiese stakst. Das muss wirklich lustig ausgesehen haben :))
    Wünsche dir noch ein wunderschönes Wochenende
    Viele liebe Grüße

    Jeanne

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    1. Das wundert mich alles nicht, Jeanne! Es ist wie überall: Statt das Übel an der Wurzel anzupacken gibt man lieber ganz viel Geld aus, um den Auswirkungen Herr zu werden. Aber ich glaube, langsam aber sicher haben wir keine Wahl mehr. Jetzt geht es wirklich nur noch darum, ganz grundsätzliche Entscheidungen zu treffen, auch wenn die für viele nicht bequem sein werden. Unsere Zeit verlangt nach rigorosen Gesetzen und Veränderungen, die sich um ganz Grundsätzliches drehen werden. Und wenn wir die nicht zustande bringe- ja dann gute Nacht.....
      Ich bin mir sicher: ganz viele Bauern würden auf eine ökologische Bioproduktion setzen, wenn die Verbraucher endlich bereit wären, für richtig gute Nahrungsmittel etc. den angemessenen Preis zu bezahlen. Was wiederum zur Folge hätte, dass wir weniger, dafür qualitativ viel hochwertiger einkaufen würden und somit auch Food waste stark zurückgehen würde. Da hängt schliesslich eines vom andern ab! Für uns persönlich kann ich sagen, dass wir bereit sind, mehr zu zahlen (und das auch schon lange tun!) und dass wir so gut wie nichts in den Müll schmeissen.
      Ja, von unserer Weide bin ich auch schwer begeistert! Und ich habe wirklich Storchenbeine (das sagen auch meine Arbeitskolleginnen ;oD), die sind lang, dünn und- neee, nicht rot!, aber immer noch ganz bleich, weil ich nämlich nicht an der Sonne braten mag.
      Ich bin wahrscheinlich ein bisschen seltsam, aber mir tut jedes noch so kleine Insekt furchtbar leid, das ich aus Versehen zertrete(n würde)..........
      Geniess das Sommer-WE, herzliche Grüsse!

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  10. wow
    das ist eine Wiese..
    so wie sie früher waren
    herrliche Blüten und vielfältige Insekten hast du vor die Linse bekommen

    als Kind habe ich in solchen Wiesen gelegen ..den Bienen und Käfern zugeschaut
    und der Mutter einen Strauß gepflückt ..

    wir waren vor ca . 30 Jahren einmal am Bodensee in Urlaub..
    die Pension hatte auch einen bäuerlichen Betrieb
    zeitgleich waren Bauersleute aus Norddeutschland da mit denen wir uns angefreundet hatten
    der Wirt zeigte dem Bauern natürlich sein Viel und seine Weiden ..
    da entspann sich dann folgender Dialog..
    der Nordedeutsche meinte .. neee was habt ihr für komische Weiden .. lauter Unkraut
    auf unseren hat es nur Gras..
    ach nein meinte unser Wirt.. das sind die guten Wildkräuter die unserer Milch den unvergleichlichen Geschmack geben ;)
    das ist mir bis heute im Gedächtnis .. obwohl damals von Öko ect.ja noch keine Rede war
    und auf den Wiesen in Norddeutschland wuchs wirklich nur Gras ;)
    wir waren dort

    hinten auf unserem Trockenplatz fingen gerade wie Wgwarten an zu blühen ..
    ich hatte mich schon gefreut
    dann hat der Nachbar.. bei deeer Hitze gemäht :(
    nur gut dass etwas Regen gefallen ist sonst wäre der Rasen jetzt ganz verbrannt

    liebe Grüße
    Rosi

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    1. Oh, DAS kenne ich auch, Rosi, hinter dem Haus im Garten: Kaum steht das Gras ein paar Zentimeter hoch und die Blümchen beginnen zu blühen, dann muss sofort der Rasenmäher gestartet und die ganze Pracht vernichtet werden. Ich könnte immer heulen (oder um mich schlagen, wahlweise.....!).
      Eigentlich gibt es ja gar kein Unkraut. Irgendwo hat alles, was da blüht und wächst (oder kreucht und fleucht!), seine Berechtigung und seinen Sinn und Zweck; in der Natur greift ein Zahnrädchen ins andere. Das Problem ist bloss: Bricht man eines davon raus, dann fängt das Getrieb an zu stottern. Wir haben es inzwischen ja geschafft, Unmengen kleiner Zahnrädchen zu schrotten- das Resultat zeigt sich nun, unser Planet kommt aus dem Takt und die Zeit die wir haben, alles wieder (einigermassen!)ins Lot zu bringen, wird immer weniger. Aber ich glaube und hoffe, dass sich dessen immer mehr Menschen bewusst werden und versuchen, ihren Teil beizutragen.
      Hier hats gestern den ganzen Tag stramm geregnet- man konnte die Natur direkt aufatmen hören! (und mich auch, notabene! ;oD) Herrlich ist das, wenn die Luft nicht mehr stickig und heiss ist sondern kühl und frisch. Das hat allen gutgetan, bei uns herrschte ja schon Waldbrandgefahr und überall, wo gemäht worden war, wurde es langsam aber sicher gelb und trocken.
      Hab einen schönen Tag, herzliche Grüsse!

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