Donnerstag, 25. Oktober 2018

WARME LUFT

DONNERSTAG.

Mein wort-wörtlicher FREI-Tag, wie eine kleine Insel mittendrin im oft hektischen Run der Wochentage.
Aufatmen, durchlüften!

Grad hab ich bei meiner lieben virtuellen Freundin, der Bahnwärterin, gelesen und kommentiert. Und einmal mehr gestutzt, weil wir beide scheinbar immer mal wieder gleichzeitig von ähnlichen Emotionen heimgesucht werden.....

Ich weiss nicht: Liegt es an meinen Hormonen, die seit geraumer Zeit Lambada tanzen, liegt es am Vollmond, an der grossen Unruhe, die an allen Ecken und Enden auf diesem Planeten herrscht? Keine Ahnung.
Auf jeden Fall mache ich mir in letzter Zeit Gedanken. Sehr viele, sehr intensive.
Und damit hier keine Gerüchte entstehen schicke ich vorsichtshalber voraus: 
Nein, ich wurde nicht hinterrücks von einer klimakterischen Depression angefallen. 😊
Und nein, es ist auch weiter nichts Schimmes passiert! 

Aber ich bin von Natur aus mit einer, manchmal wirklich etwas bedrängenden, Sensibilität bedacht. Was an andern einfach so vorbeigeht, weiter nicht beachtet wird und somit auch keinen grösseren Einfluss auf die eigene Befindlichkeit nimmt, das höre, sehe und empfinde ich im Regelfall sehr deutlich. 




Es ist mir grundsätzlich nicht egal, was die Menschen in meinem Umfeld an- und umtreibt. Es geht mir nicht am A.... vorbei, was mit unserem armen Planeten passiert. Und es kümmert mich tatsächlich, ob ich etwas zum grossen Ganzen beitragen kann, wie mein Mitwirken an einer Verbesserung der Situation aussehen könnte und wie ich es anstelle, das auch hinzukriegen.

Dumm nur, dass ich immer annehme, dass sich andere auch Gedanken machen oder ihre Mitmenschen ernst nehmen. Weil das nämlich (leider) viel zu oft nicht der Fall ist, wird man von diesen "andern" oft brüskiert. 
Und fühlt sich irgendwann einfach nicht mehr für voll genommen.

Sehr bedauerlich finde ich auch die Oberflächlichkeit, der man im Alltag auf Schritt und Tritt begegnet. 
Wenn mich also jemand fragt: "Und, wie gehts dir?", dann denke ich doch, dass er/sie das wirklich wissen möchte, und antworte entsprechend.
"Naja, zur Zeit macht mir meine Krankheit sehr zu schaffen. Ich bin fix und alle, könnte andauernd nur schlafen und kriege meine Tage grade so gebacken!".
Wenn sich mein Gegenüber dann mit einem desinteressierten "Ohje! Das wird schon wieder!" abwendet um im nächsten Augenblick die Erlebnisse des Wochenendes zum Besten zu geben, dann mache ich mir schon so meine- ihr ahnt es- Gedanken.....

Anderes Beispiel: Man spricht in der Runde über Frühpensionierung, Teilzeitarbeit und Ähnliches. Im Verlauf erwähne ich, dass ich mir überlege wie ich es anstellen könnte, mein Pensum noch ein wenig zu kürzen, weil ich das Gefühl habe, dass meine Tage wie Sand zwischen meinen Fingern zerrinnen. Wenn ich dann zu hören bekomme, dass "das andern auch so geht, dass man sein Geld nicht vom Boden aufheben kann und dass das jetzt halt einfach so ist!" - ja dann bringt mich das auch nicht weiter! Erst recht nicht wenn ergänzend noch angefügt wird, dass man sich schon "sehr privilegiert fühle mit seinem 50%-Job und den ja bis zur Frühpensionierung in 1, 2 Jährchen eigentlich auch vor allem deshalb ausübe, weil man den Kontakt zu andern Menschen vermissen würde". 

Achso.   💬

Das sind jetzt poplige Beispiele, das ist mir auch klar. Aber es sind welche, die in dieser Art jedem von uns wohl immer wieder passieren und deutlich machen, dass unsere Interaktionen oft geprägt sind von Egozentrik, Desintresse und einer Oberflächlichkeit, die wie das Myzel eines Pilzes unsere Gesellschaft durchwuchert.

Schade nur, dass so jeder konstruktive Austausch zum Erliegen kommt. Gerade anders gelagerte Ansichten und Meinungen können doch dazu führen, dass die eigenen hinterfragt und im besten Fall positiv beeinflusst werden und dass man zu neuen Sichtweisen inspiriert wird.

Fazit: Inzwischen suche ich mir die Menschen aus, mit denen ich "meine" Themen bekakeln möchte. Weil ich weiss, wo ich ein ernstgemeintes, fundiertes Echo bekomme.

Das ist natürlich grundsätzlich schade. Aber ich mag keine Energie mehr in Sinnloses stecken und spare sie mir lieber für die auf, die sie auch "verdienen".

So! Das hat jetzt gutgetan. 
Manchmal muss man sich einfach die 💩 von der Seele schreiben!



Gehabt euch wohl,
Hummelz💕ensgrüsse!








Kommentare:

  1. endlich mal eine(r)der ausspricht was auch mir sehr, sehr oft auf der Seele liegt, so sehr, dass man es aus sichherausschreien möchte obwohl man genau weiß - es nutzt jadochnix - sondern rauscht so an manchen menschen einfach vorbei, es möcht KEINER unangenehmens unbequemes und schon gar nicht nachdenkliches hören"!(als wehh`s weh tät - seufz...)
    ja - Frau Hummelchen du hast ja sooo recht und auch ich leide weder an Hormonschüben, Depressionsbefindlichkeitensstörungen oder ähnlichem was anderen vielleicht die Ruhe raubt sondern denke völlig normal, schaue in meine Umwelt und auch oft in manche Menschen hinein und in ihr Verhalten das oft an Oberflächlichkeiten kaum mehr zu übertreffen und zu überbieten ist.(die meisten sind sogar stolz drauf nicht mitzudenken, stell dir das nur vor - auch das gibt es zuhauf.)
    WARUM ist das so - frage ich mich oft - und dann bleibt einem kaum was anderes übrig als sich enttäuscht abzuwenden wenn man feststellt - es ist eben so wie es ist - lt.E.FRied.
    ein guter Beitrag - der nötig ist in der Welt der Blogger und sich im netzherumtreiber um sich wichtig und interessant zu machen.( ohne diese zu beschimpfen - denn auch das muss anscheinend sein um Unterschioede festzustellen_ der Mensch ist eben nicht " !gleich.)
    ich mag deine Schreibe ..
    ich mag deine Gedanken
    und die Melancholie gehört zum Herbst dazu ohne gleich als trübsinnig bezeichnet zu werden.
    liebe Grüße in deinen Tag
    herzlichst angelface...

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    1. Vielen Dank, liebe Angel!
      Unsere Welt ist einfach viel zu hektisch, zu "busy" - jeder glaubt, da mitrennen zu müssen wie die Lemminge.....was willst du erwarten? Solange es wichtig ist, was man nach aussen hin scheint, solange "man" sich dem verpflichtet, was "man" eben so tut und was "normal" und "richtig" ist, wenn man sich von anderen und dem, "das so ist und immer schon so war" (?) bestimmen lässt- solange hast du gar keine Gelegenheit und keine Motivation zu überdenken, ob das alles denn auch tatsächlich richtig ist (und für einem selber vor allem stimmt, notabene!)! Es ist halt auch eine Frage der ge- und erlebten Lebenszeit, um gewissen Erkenntnissen überhaupt auf die Schliche zu kommen. Und es setzt ein gerüttelt Mass an Willen voraus, nicht allen und jedem gefallen zu wollen. Denn es ist nicht bequem, eine eigene, andere Meinung zu haben! ABER: Es ist sehr wohltuend zu merken, wie gut es einem schlussendlich tut. Tatsächlich fällt nämlich viel psychischer Druck ab bei der Entscheidung, nicht "mainzustreamen"! ;oD
      Danke für dein Hiersein, geniesse weiter diesen wundervollen Herbst und wisse: "Warum sehen viele Menschen Melancholie als etwas Schlechtes an? Für mich ist es eine intensive Zeit, die ich ganz alleine mit mir und meiner Seele verbringe!" Dieser Satz stammt von Damaris Wieser- ich finde ihn unglaublich treffend und schön!
      Herzlichste Hummelzgrüsse!

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  2. hummel - da schreibst du was wahres!!
    (machste ja eigentlich immer!)
    aber - die liebe virtuelle freundin - merci!<3 - scheint wirklich unter dem einfluss der selben sterne zu stehen wie du!
    gerade habe ich eine gewisse jubiläumsfeier abgesagt - weil die üblichen verdächtigen, die zu solchen gelegenheiten aus alter gewohnheit eingeladen werden einfach nicht (mehr? schon immer?) zu mir passen ....... und die meine "exzentrik" nur müde belächeln - im besten falle.
    ich habe stattdessen beschlossen, mir die energie, die in solche events fliesst, für dinge zu sparen, die mich wirklich glücklich machen - und schon mal einen teil des dafür vorgesehen geldes in mein neues, dickes plumeau investiert ;-D
    (mein altes war schon vintage - mindestens)
    nicht leicht sein leben neu zu sortieren - ich bin grad ziemlich verunsichert. aber wie du merke ich wie die zeit im turbo verrinnt. ich war viel zu lange nachlässig - die dinge so zu nehmen wie sie sind ist bequem. sicher, vieles entzieht sich meiner kontrolle - aber was ich beeinflussen kann, das will ich jetzt auch verbessern - zeit fürs aufräumen.
    lieben grüss! und drücker! xxxxx

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    1. Huuuch! - apopo Sterne: Du bringst mich jetzt ganz durcheinander! Diese "gewisse Jubiläumsfeier"- die findet doch erst in ziemlich genau 4 Wochen statt, oder????
      Du bist jetzt z.B. so eine Type, die ich gerne näher dran hätte, um mich face to face stun-den-lang bei Tee und Kuchen über Gott und die Welt auszutauschen! Ausser meiner Familie und einer Freundin, die leider viel zu weit weg wohnt, gibts da kaum jemanden, der dafür die nötige Geduld und Weitsicht aufbringen kann, *gggg*!
      Das was du da beschreibst mit dem Event, das nicht stattdfindet, weil die üblicherweise geladenen Gäste nicht (mehr) in die eigene Lebensphilosophie passen- das kenne ich auch. Und es sind nicht selten recht schmerzliche Prozesse, sich das a) einzugestehen (das kann man doch nicht machen! Nach SO vielen Jahren!!) und b) die nötigen Schritte zur Kappung dieser Beziehungen einzuleiten.
      Aber wenn sie einem nur noch Energie kosten und man das Gefühl hat, ins Leere zu rufen (um es mal so auszudrücken!), dann macht das einfach schlicht keinen Sinn mehr.
      Und seien wir ganz ehrlich: Wenn einem das Leben übel mitspielt und man froh wäre, wenn einem jemand zur Seite stehen würde- wer ist dann da?? Meist nur die allernächsten Mitmenschen. Höchstens.
      Lass dich nicht verunsichern- du spürst ganz genau, wo's hingehen soll. Und es ist tatsächlich ein grosser Luxus, die unabänderlichen Dinge annehmen und die veränderbaren den eigenen Bedürfnissen anpassen zu können. So muss man nicht für den hinterletzten Umstand im Leben alle Verantwortung übernehmen und behält doch die Zügel in der Hand. Ist das nicht herrlich?
      Viel Mut und Erfolg beim Aufräumen!
      Hummelzwinken und dicken Drücker! <3

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    2. hach hummel - du vastehst mir! <3 xx

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  3. Doch, das kann man machen(siehe Bahnwärterin oben...), Bekanntschaften/Freundschaften und sonstige Verknüpftheiten kappen, wenn sie Einem nicht mehr gut tun! Hinterher fühlt man sich so herrlich befreit. Diejenigen, die Dich beiläufig fragen, wie es Dir geht, wollen es doch gar nicht wirklich wissen. Und wenn sie Dich gut kennen und Dir ins Gesicht schauen, würden sie mit etwas Gespür sehen können, wie es Dir in etwa geht. Nein, die suchen nur den Auftakt für den eigenen Erzählschwall.
    Um Deinen FREI-Tag beneide ich Dich ein wenig, auch meine Zeit zerrinnt gefühlt immer schneller im Stundenglas. Letztes Wochenende (ja, das war es tatsächlich noch mal schön mild) saß ich spätabends mit einem Glas Rotwein am Terrassenfeuer und bekam einen echten Wehmutsanfalls. Ey, ich bin im 59. Lebensjahr, arbeite seit fast 40 Jahren Vollzeit, was bleibt da noch? Gewisse Konstellationen werde ich abwarten müssen und dann vermutlich die Gelegenheit ergreifen, ebenfalls einen Tag weniger in der Woche zu arbeiten. Ich wünsche Dir, das Du es deichseln kannst, Dein Arbeitspensum noch ein wenig zu schrumpfen.
    Lieben Drücker
    Karen

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    1. Danke, Karen, auf dass dein Wunsch für mich vom Universum erhört werde! ;oD
      Ich arbeite schon seit sehr langer Zeit "nur" noch 70-80%. Ich bin ja ein Mensch, der ausser seinen Tieren nicht viel braucht, von daher konnte ich mir das auch immer leisten. Inzwischen bin ich älter geworden, und meine Gesundheit ist nicht mehr die beste; mein doch oft nervenaufreibender Job, die Arbeit im Stall und der ganz normale alltägliche Wahnsinn schlagen immer tiefere Kerben in meine Konstitution. Es gibt Tage, da kann ich mich kaum bewegen, und leider werden die auch immer mehr.
      Nun gibt es Menschen die mir einreden wollen, dass die wahre Lösung wäre, meine Tiere wegzugeben. Neverever! Sie sind meine Entspannung, meine Freude UND meine Freunde. Wie käme ich denn auf die Idee?? Oft denke ich morgens, wenn ich im Stall stehe, ausmiste und rings um mich gefrässige Stille herrscht: Das ist wie Meditation! Oder noch besser.....
      Nein, meine Lösung wäre eine Reduktion des Pensums auf 60, lieber noch auf 50%. Die finanzielle Einbusse würde ich gerne hinnehmen, aber irgendwie reichen muss es halt doch noch. Mal sehn......
      Also wünsche ICH DIR, dass du diesen einen Tag loswirst, mehr Zeit für dich hast, das tun kannst, was dir Freude macht. Ich kann es mir wirklich nicht vorstellen, Vollzeit zu arbeiten- immer mit dem Wochenende oder den Ferien vor Augen, sich von Tag zu Tag hangelnd. Ich drück dir ganz dolle die Daumen!
      Liebe Hummelzgrüsse, und toi-toi-toi!
      ...bei uns ist IMMER noch Spätsommer! Heute war ein wundervoller Tag, die bunten Blätter leuchteten richtig kitschig in der weichen Sonne, die Kuhglocken bimmelten...hach! Aber ab morgen Abend kippt es wohl ganz gewaltig, und für's WE sind nur noch einstellige Grade vorgesehen..... Aber: Ich freu mich! ;oD

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    2. ja das sind aber genau die die wo nicht wirklich zuhören. Deine Tiere sind dir wichtig und du würdest die zuletzt aufgeben. Du brauchst die Tiere.Ich kann es mir sehr gut vorstellen wie du dich fühlst im Stall mit den Tieren.
      LG
      Ursula
      PS: Ich lese gerade das Buch über das Bravemädchensyndrom echt aufschlussreich.....

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  4. Ja, nun kann ich auch noch ins gleiche Hörnchen blasen liebe Frau Hummel. Mir ists auch schwer gefallen, gewohntes und nerviges und lang anhaftendes abzugeben. Ich finde auch, Zeit ist kostbar. Sowohl die Eigene wie auch die der Anderen. Deshalb sage ich auch mal Einladungen ab und erfreue mich an der Erleichterung, die ich dadurch spüre. Die Zeit läuft, ich bin selbständig und immer unter Strom und wenn ich mich mit Menschen beschäftigen soll, welche mich auch nur aus Gewohnheit um sich haben wollen, nö - das lass ich los. Und in diesen Gesprächen dreht sich sowieso alles um dasselbe was zum letzten Mal schon bekakelt haben.
    Ich wünsche Ihnen jedenfalls ein glückliches Händchen beim Loslassen und Genießen der gewonnenen Zeit.
    Viele Grüße, Pia

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    1. Tja, Pia, und ich hab gemerkt: Wenn man Einladungen absagt- das kommt gar nicht gut an! Aber ich habe mich hartnäckig dran gehalten, mir ist es oft einfach schlicht zuviel, nach einem Arbeitstag und der darauffolgenden Stallarbeit noch irgendwohin zu fahren. An der Arbeit werde ich inzwischen schon gar nicht mehr gefragt, und da bin ich froh drum. Es ist ja nicht, weil ich die Menschen nicht leiden kann, sondern weil es mir schlicht nichts bringt. Ich hänge dann todmüde am Tisch rum oder an der Bar und wünsche mir nichts sehnlicher, als an meinem Kopfkissen zu horchen! Ausserdem hab ich auch einfach nicht das Gefühl, überall dabeisein zu müssen oder irgendwas zu verpassen. Ich bin sehr gern zuhause, geniesse unser Daheim, oder kümmere mich um meine Tiere. Mehr brauche ich einfach nicht!
      Ich bin auf einem guten Weg, ich kann prima loslassen, und bin eine Meisterin wenn es darum geht, die gewonnene Zeit zu geniessen!
      Ganz herzliche Grüsse!

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  5. Hallo,

    ich bin gerade begeistert * ok etwas euphorisch ausgedrückt aber ey - lauter Gleichgesinnte - so erging es mir nämlich als ich meinen letzten Post bei Dir schrieb.... also den mit den Igelchen.
    Das ist so ungefähr meine Stimmung derzeit. Ich hab nächste Woche frei und werde mich weiter freischaufeln von Gedanken, Dingen, Terminen, Verpflichtungen, Menschen also weiter.

    Ich wollte meine Arbeitszeit von 19 Wochenstunden täglich auf vier Arbeitstage verschieben geht leider nicht. Chefe will nicht so... Und auch ich werde gewisse Konstellationen abwarten müssen um früher ganz aufhören zu können bin zwar erst fast 56 aber ich hab auch seit ich 16 bin gearbeitet, zwei Kinder fast groß gebracht und ja da muss noch was anderes kommen.

    Ich hab mir die Tage auch Gedanken gemacht, wer wäre eigentlich wirklich für mich da wenn es wirklich brenzlig werden würde... eigentlich nur mein Mann und eine weiter entfernt wohnende Freundin.

    Auf Fragen wie geht es Dir antworte ich fast nur noch mit ja es geht wie immer.... da kommt dann auch nix sag ich wie es mir wirklich geht dann kommt der Nachsatz ach ja dem und dem dem geht es doch schlechter, reiss dich zusammen, sei froh dass du arbeiten kannst und dann wird schon abgeschweift und von einem selber geredet ach ja und hier im Urlaub und da....

    Deine Worte find ich klasse würd ich so nie hinbekommen aber meine Richtung.

    LG
    Ursula

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    1. Das ist schade, Ursula! Aber warts ab- vielleicht wird dein Chef noch einsichtig. Es sollte ihm ja viel daran gelegen sein, dass seine Mitarbeiterin motiviert und entspannt zur Arbeit kommt! ;oD
      Das find ich ja so schön am Bloggen: Hier sind viele Menschen, die (sich) was zu sagen haben, da gibt es wertvollen Input und nützliche Tipps. Und gerade, wenn ich solche Kommis wie jetzt z.B. bekomme finde ich das so wertvoll, weil sich da jemand extra für mich hinsetzt, sich Gedanken macht, diese niederschreibt. Viel, viel besser als ein schnell und gedankenlos geklicktes Like oder Herzchen!
      Und herzlichen Dank für dein Kompliment! Ich freue mich sehr drüber!
      Hab einen schönen Abend, ganz herzliche Grüsse!

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  6. Liebe Frau Hummel,

    also ich sehe das so: jeder Prozess, der irgendwann mal gestartet ist, muss zu seinem Höhepunkt gelangen, bevor es eine Kehrtwende gibt.

    Der Weg in den grenzenlosen Egoismus und in die absolute Individualität hatte irgendwo seinen Ursprung und muss nun den Kumulationspunkt erreichen, damit die Menschen erkennen, dass es in Wahrheit keine Getrenntheit gibt und das Ego nur Handlanger sein darf.

    Wir haben im Laufe der Jahre viele Bekannte und Freunde "verloren", weil wir den oberflächlichen und belanglosen Umgang miteinander nicht mehr ertragen konnten.

    Aber es kamen eine Handvoll Menschen in unser Leben, denen wir gut tun und sie uns ebenso. Alle anderen Begegnungen sehe ich als Übungsfeld und Lernthema.

    Vielleicht ist es aber oftmals gar nicht das Desinteresse am Gegenüber, sondern das dringende Bedürfnis, sich selbst mitzuteilen. Mein Mann sagt oft, dass Menschen zu ihm in die Praxis kommen, die Redebedarf haben, weil es ihnen in ihrem Leben sehr daran mangelt.

    Und klar gibt es jene, die in ihrer oberflächlichen, nur nach außen orientierten Welt sich einfach nicht für andere Sichtweisen interessieren, weil sonst ihr mühsam aufgebautes Konstrukt Risse bekommen könnte. Das beobachte ich aus sehr sehr oft.

    Ich denke, wir brauchen eine gesunde Beziehung zu uns selbst und einen gesunden Abstand zu allen, was nicht wirklich unseres ist.

    Hab einen feinen Herbst und wundervolle melancholische Stimmungen. Melancholie ist eine große Quelle für alles Kreative.

    Veronika

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    1. Das stimmt, Veronika: manche nehmen solche Fragen an ihr Gegenüber wirklich zum Hilfsmittel, um sie als "Einstiegshilfe" in einen Monolog ihrerseits zu nutzen. Ich denke auch, dass viele Menschen (zu)wenig Gelegenheit haben, sich mit anderen auszutauschen ,eigene Gedanken an den Mann zu bringen und so wahrscheinlich auch Ballast abwerfen zu können. Nur bringt das leider nicht den erwünschten Effekt, weil ihr "Gesprächspartner" mit der Zeit versuchen wird, solchen Gesprächen aus dem Weg zu gehen.
      Sowieso bemerke ich immer wieder eine ganz miese Gesprächskultur, alleine diese politischen Diskussionsrunden im TV, geführt von Menschen, von denen man Intelligenz und Anstand erwarten würde..... Und grade bei dieser Gelegenheit finde ich das sehr bedauerlich, denn gerade in der Politik wäre konstruktive Zusammenarbeit gefragt anstatt sich niederzuschreien!
      Du sagst es ganz richtig: man muss sich distanzieren von allem, das einem nicht guttut. Beliebt macht man sich damit nicht in jedem Fall; aber genausowenig muss ich es ja jedem Recht machen, nichtwahr??
      Ich wünsch dir ein herrliches WE, ganz herzliche Grüsse!

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  7. Ach ihr Lieben, wollt gerne eure Arbeitszeit reduzieren? Und ich? Ich muss mit 57 nochmal anfangen, eine Arbeit zu finden. An Frührente, oder ganz zu Hause bleiben ist noch nicht zu denken. Sind das dann oberflächliche Reaktionen, wenn Leute sagen, denk positiv, du findest wieder was? Wollen die hören, wie demotiviert ich bin, dass ich nicht weiß, wo ich die Energie hernehmen soll, um mich wie Sauerbier anzupreisen? Ich bin 57, nicht mehr so schnell wie früher, nicht mehr ganz so belastbar, aber genauso jemanden suchen Sie doch, nicht wahr?
    Nein, ich antworte: "ja klar, ich denke positiv, ja klar ich werde schon was finden."
    Genießt eure freie Zeit, aber seid auch froh über den festen Lebensrhythmus und das regelmäßige Geld auf dem Konto!
    Liebe Grüße eure etwas niedergeschlagene Donna G.

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    1. Donna oh das ist doof und kann ich voll verstehen hier sind die Reaktionen genauso überflüssig wie du wirst schon noch was finden.... und wenn man dann noch angeschlagen ist gesundheitlich. Ich würde jetzt mit dir ganz sachlich über die Sache reden also was kannst du, was wäre möglich, was willst du etc. eben ein richiges Gespräch und einfach da sein ja.
      Ich denke die Reaktionen sind ja oberflächlich und vielleicht froh es nicht zu müssen eine Arbeit zu suchen.
      Genau genommen müsste ich auch des Geldes wegen den ganzen Tag arbeiten. Aber... geht eben nicht. Ja ich bin dankbar für das monatliche Geld auf dem Konto und wir haben uns eingeschränkt und den Finanzplan entsprechend gestaltet.

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    2. Liebe Donna, das finde ich sehr bedauerlich und wünsche dir alles Gute und Erfolg bei der Suche nach einem Job!
      Aber ich muss schon sagen (wie Ursula auch): Wenn ich dich nach deinem Befinden fragen würde, dann würde ich tatsächlich erwarten, dass du mir ehrlich antwortest. Denn gerade die Frage "Wie geht es dir?", die stelle ich nicht andauernd und bei jeder Gelegenheit, denn dann verkommt sie zur Floskel. Ich stelle sie dann, wenn ich merke, dass irgendwas nicht okay ist, und dann interessieren mich wirklich die Fakten! Ich habe einer Mitbewohnerin hier im Haus, die arbeitslos wurde, auch mal helfen wollen bei der Jobsuche, und es wären auch eine Stelle in Frage gekommen. Gescheitert ist es schlussendlich daran, dass sie an allem was zu mäkeln hatte, obwohl sie, mangels Ausbildung, auch keine grossen Ansprüche stellen durfte.
      Ich arbeite nun seit 34 Jahren im selben Beruf, und es ist ja nicht so, dass ich einfach keine Lust mehr hätte. Aber meine Gesundheit lässt mich seit ein paar Jahren im Stich und es wird nicht besser, sondern eher schlimmer. Wenn ich abends völlig geplättet nach Hause kommte und die Energie grade noch so für das Nötigste reicht, wenn man sich auch an den freien Tagen nur für's Minimum aufrappeln kann, dann wünscht man sich tatsächlich, man könnte sein Pensum reduzieren. Und ich bin ja inzwischen auch 53- da wird man, ich geb dir Recht, langsamer und weniger flexibel. Meiner Meinung nach ist das aber normal und darf auch sein; es ist ja nur die Wirtschaft die einem einreden möchte, dass man ab einem gewissen Alter eher zur Belastung denn zur effizienten Arbeitskraft wird!
      Struktur werden meine Tage dank meiner felligen Freunde immer haben, und ich brauche nicht viel Geld auf meinem Konto. Nur grad soviel, dass es für mich und die Schnäuzchen und die schweren Jungs reicht. Aber die sind eminent wichtig in meinem Leben! Und auf die will ich auch nicht verzichten; eher bescheide ich mich an allen andern Ecken und Enden!
      Toi-toi-toi also, ich halte Däumchen und wünsche dir trotz allem ein entspanntes WE!
      Herzliche Grüsse!

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    3. nun trau ich mich auch meinen senf dazuzugeben.
      auch wenn es radikal klingt - ein fester job ist nicht der einzige weg, sein leben zu leben.
      ich sehe auch, dass es schwierig ist ohne - weil "wir" darauf geprägt sind, weil die gesellschaft das honoriert, weil das system darauf ausgerichtet ist.
      verhungern muss zumindest in deutschland keiner - auch wohnen wird noch immer unterstützt. natürlich reicht das geld der stütze nicht weit und schon gar nicht für "urlaube" oder andere extras.
      andererseits - wer braucht schon diese extras wenn er FREI sein kann?
      aber ich weis, dass FREIHEIT für viele beängstigend ist - vor allem wenn man lange anders gelebt hat (wollte jetzt nicht schreiben "im käfig" - aber am ende trifft´s das doch)
      dass geld frei macht, haben die kapitalisten erfunden - damit wir fleissig für sie schuften. und sind die denn frei, mit den millionen, die sie an uns verdienen? - ha! - frag mal einen.....
      donna - ich wünsche dir alles gute - so oder so. ehrlich!
      xxxx

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    4. Sehr richtig: Alleine ein fester Job und die mehr oder weniger grossen Summen, die daraus resultieren, garantieren noch lange kein glückliches Leben. Aber es gibt doch ein wenig Sicherheit, wenn man nicht jedes Fränkli einzeln umdrehen muss. Du weisst ja: Persönlich brauche ich wenig Geld; hätte ich meine Tiere nicht, dann würde ich bestimmt nicht mehr als in einem 50%-Pensum arbeiten!
      Meine persönliche Freiheit hole ich mir aber dadurch, dass ich mein Leben so einrichte, dass ich auf möglichst wenig Geld angewiesen bin. Für meine Pfötchen und die schweren Jungs muss jeden Monat ein bestimmter Betrag reinkommen; die Summe, die ich für mein eigenes "Ueberleben" benötige ist sehr überschaubar! Und die geht auch praktisch nur für Miete, Versicherungen und Essen drauf.
      Du weisst ja selber: Gerade das Beschränken auf das wirklich Nötige, das Ausklammern allen Überflüssigen und das Eliminieren fremdbestimmter Werte im eigenen Leben, DAS ist Freiheit! ;oD
      Frohen Sonntag und Drüüück!!

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  8. Liebe Frau Hummel, da hast Du mal den Nagel auf den Kopf getroffen...Oberflächlichkeit scheint in einem Maße zuzunehmen, dass mir ganz schwindlig wird. Ich brauche das nicht mehr: kein nettes Kaffee-Geplänkel oder "Zeit-tot-schlagen"...mir geht es auch eher gut, wenn es echte Begegnungen gibt, mit Tiefe - egal zu welchem Thema. Dann auch gern weniger, denn meine Zeit ist mir auch für mich zu kostbar, als dass ich sie einfach so mit "Oberflächlichem" Zeugs verschenke ;)))
    Liebste Grüße
    Kathrin

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    1. Genau. Ich kann ja sehr gut mit mir alleine sein, brauche nicht zwingend die Anwesenheit anderer Menschen. Und wenn, dann sollen es die sein, von denen ich weiss, dass ich diesbezüglich was von ihnen erwarten kann. Ich hab z.B. auch gar keinen Spass mehr daran, meine Abende in irgendwelchen Lokalen zu verbringen- das ist für mich einfach nur anstrengend. Da kommt meist sehr schnell der Moment, in dem ich in die Tischkante beissen könnte...und am liebsten einfach nur noch nach hause möchte. Zu laut, zu viel von allem.
      Und jetzt, wo die Abende wieder kalt, dunkel und lang sind bietet sich das gemütliche Zuhause doch einfach an, auch mal Freunde einzuladen. Ohja...ein Käsefondue! DAS wär mal wieder was!! ;oD
      Hab es herbstlich-wohlig, herzliche Grüsse!

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