Freitag, 19. Oktober 2018

EINE HAARIGE SACHE


Haustiere machen unser Leben rund. Viele von uns können es sich absolut nicht vorstellen, ohne fellige Freunde zu sein. Sie beruhigen, erden, entspannen einem. Sie zerren uns vom Sofa, bringen uns zum kichern, sie trösten uns. Sie sind einfach da,(be)werten nicht, nehmen einem einfach so, wie man eben ist.

Aber sie verursachen ein Problem, das jeder kennt und das manchmal tatsächlich ein wenig nervtötend ist: 


HAARE.

🐱

Ü-BER-ALL.


Auf dem Sofa. Im Katzenkörbchen. Auf den Kleidern. Im Bett.

Alles, was mit Hund oder Katz in Berührung kommt, wird dauerhaft mit der fallengelassenen Pracht kontaminiert, sie zu entfernen ist ein mühsames, leidiges Gefriemel.

!!!!!



Es WAR ein mühsames, leidiges Gefriemel!

Es gibt nämlich einen so einfachen wie effektiven Trick, die Haare im Hand(schuh)umdrehen loszuwerden.

Nehmt euch einen dünnen Chirurgenhandschuh, streift ihn über und fahrt mit der Hand über die haarige Stelle. Sofort bilden sich Zotteln, die ganz einfach abgestreift werden können.
Hastdunichtgesehen ist das Tuch im Katzenkörbchen/das Lieblingsplätzchen auf dem Sofa/ das Wasauchimmer praktisch haarfrei und sieht wieder tipptopp aus.

Der Trick funktioniert notfalls auch mit der blossen, angefeuchteten Hand; allerdings muss man dann immer mal wieder die Hand unters Wasser halten, und die Haare kleben unangenehm an den Fingern.




Ich bin sicher, ihr werdet so begeistert sein wie ich!



Bon weekend, meine Lieben!

Hummelzherzensgrüsse!





Montag, 15. Oktober 2018

HERR(BST)LICH(T)!


🍁HERBST🍂

In seiner aller-allerschönsten Form. Sonnenschein von Tagesanbruch bis hin zum Eindunkeln. Blitzblauer Himmel, an dem nur dann und wann ein verirrtes fluffiges Wölkchen zieht. Wälder die aussehen wie vom Aquarellkasten der Natur bearbeitet, kräftiges Rot, Gelb und Orange, soweit das Auge reicht. Und auch die Weiden leuchten immer noch in saftigem Grün.
Kuhglocken, die bimmeln. Spinnfäden, die sich wie zarte kleine Seilbahnen über lange Strecken durch den Garten spannen und, leise bewegt von einem sanften Windchen, hell aufleuchten. Und dann, abends, wenn die Sonne sich verabschiedet und hinter den Bergen versinkt, schickt sie als letzten Gruss noch dieses unglaubliche, weiche Licht durch alle Räume, welches diese Jahreszeit zu einer goldenen werden lässt.

Was für ein schöner Abschnitt im Reigen der Monate! Nach der lähmenden Hitze dieses Sommers bringt er mir die verlorene Energie zurück. Wie herrlich, begleitet von einem der schweren Jungs zu Fuss durch den Wald zu ziehen, die aromatische Luft zu atmen und sich ganz seinen Gedanken hinzugeben! 


Gerne kocht man jetzt auch wieder etwas nahrhafter, bedient sich Allem, was an Frischem und Gesundem auf dem Markt ist. Hier ein Schlückchen Rahm mehr, da eine Handvoll Käse drauf- schliesslich muss man sich gut auf die kalte Jahreszeit vorbereiten! 😋

Inzwischen hab ich drei verschiedene Konfituren angerührt: Quitte mit Vanille, Birne mit Ingwer und Zimt, Kürbis mit getrockneten Aprikosen. Und ich klopfe mir jetzt mal ganz unbescheiden selber auf die Schultern- sie sind alle Drei köstlich geworden! Dieser Vorrat wird lange reichen und das eine oder andere Glas wird wohl als kleines Präsent den Besitzer wechseln.




Und ich freue mich sehr, dass in unserem Garten ein Igel herumtappert und meiner Tränke immer wieder einen Besuch abstattet. Erst erwische ich ihn nur durchs Küchenfenster beim Trinken und Baden, später kann ich sogar ganz nah an ihn ran; er steckt zwar sein Schnütchen etwas schüchtern ins Gras, knuspert dann aber doch mit Begeisterung die Handvoll Trockenfutter, die ich ihm anbiete. Scheinbar ist er auf der Suche nach einem Winterquartier und futtert sich jetzt noch den Bauch voll. Gibt ja dann lange nichts mehr!




Und dass ich diese Woche Ferien hab - das macht diese Jahreszeit NOCH entspannter und angenehmer..... 😊




Herbstfreudige, liebe Hummelzgrüsse!

...und weiter gehts zu Traude's ANL und zu EiNaB!





Sonntag, 7. Oktober 2018

LÄUFT!


Meine Gesichtshaut ist eine absolute Zicke. Und mit jedem gelebten Jährchen wird Signora Skinny noch etwas etepeteter....Das gute Cocosöl, welches ich für die Pflege des Körpers benutze, reicht da schon lange nicht mehr!

Es war also an der Zeit, mal wieder nach einer guten Gesichtspflege zu schauen. Die Drogerie meines Vertrauens betrete ich mit ganz bestimmten Vorstellungen, die ich der netten Verkäuferin sogleich anvertraue.
Schon bei meinem Wunsch, dass da "bitteschön kein Palmöl drin ist!" erhellt sich ihr Gesicht. "Oh, da hab ich was ganz Gutes für sie!", sprichts, saust an ein Regal und pflückt sich daraus eine Packung. 
Alleine die macht mich neugierig: einfacher, weisser Karton, schwarz bedruckt. Kein Chi-Chi. Darin befindet sich eine cremefarbene, grosse (65 ml!) BLECHtube, so wie man sie von früher kennt. Und die Tubengrösse entspricht der Dimension der Schachtel; wir kennen ja alle diese Schummelpackungen, die mithilfe von doppelten Kartonböden und extradicken Tiegel-Glaswänden viel mehr versprechen, als sie schlussendlich halten! Auch einen Beipackzettel sucht man vergeblich- schliesslich steht alles Wissenswerte auf der Verpackung drauf.

Das Wichtigste aber: es gibt KEIN Palmöl, KEINE Mineralöle und deren Derivate, KEINE Silikone, KEINE genmanipulierten Substanzen und (auch sehr, sehr wichtig!!): KEINE Tierversuche.
Oder andersrum: die Creme besteht aus kaltgepressten Ölen und Extrakten, allesamt aus kontrolliertem biologischem Anbau.

Punktlandung!

Selbst der Preis ist für die Qualität absolut vertretbar; ich bin gerne bereit, dafür tiefer in die Tasche zu greifen als für ein herkömmliches Produkt. Ausserdem kostet selbst ein vergleichbares Produkt von W*l*da hochgerechnet auf denselben Inhalt 25% mehr.




Ich unterhalte mich mit der wirklich sehr (ungekünstelt) freundlichen Verkäuferin noch ein Weilchen über die dringende Notwendigkeit, unser Konsumverhalten jetzt endlich mal zu ändern. Sie bestätigt mir, dass die Nachfrage nach Produkten, die nachhaltigen Anforderungen entsprechen, extrem gross sei und dass in dieser Drogerie jetzt das ganze Sortiment angepasst wird. 

Dass das keine Floskel ist hab ich selber schon festgestellt. Plötzlich stehen da die Putzmittel von S*n*tt. Die Duftsprays einer herkömmlichen Marke verschwanden, an ihrer Stelle findet man die einer Schweizer Firma, die ausschliesslich natürliche, biologische Essenzen verwendet. Es gibt die gute alte Zahnpasta, die Kreide anstelle von Microplastic enthält. Und so weiter und so fort.


Wozu aber jetzt dieses ausführliche Trara um eine Gesichtspflege?

Sie und viele andere Produkte sind der Gegenbeweis zur gern benutzten Floskel


"Ich als Einzelner kann eh' nix ändern!" 


Und OB wir können! Mit jedem einzelnen Kassenzettel teilen wir mit, WOFÜR wir unser Geld ausgeben wollen. Da kann ich sogar den omnipräsenten Kundenkarten was abgewinnen, denn sie wirken wie ein Stimmzettel und lassen die Detailhändler ganz genau wissen, was meiner Meinung nach in den Regalen stehen soll. So kommt eins zum andern. 

Ob die Creme jetzt allerdings meine kleine Zicke zufriedenstellt- das wird sich weisen. Fürs Erste aber macht sie zumindest meine Ökoseele glücklich! 😌 



DRANBLEIBEN, meine Lieben!
Hummelz💞ensgrüsse!



...und diesen Post verlinke ich sogleich auch mit Traudes ANL und gleich auch noch bei EiNaB!







Samstag, 6. Oktober 2018

TIC-TAC-TIC-TAC......



Horcht mal....hört ihr es??

TIC - TAC - TIC - TAC..........

immer weiter, nicht schwer und schleppend, sondern in einem fröhlichen Staccato, ausgelöst durch das schwingende, mattgoldene Pendel. 

TIC - TAC - TIC - TAC!

Zur halben Stunde ist erst ein metallisch-rollendes Geräusch vernehmbar, das sich in einem perlenden "Diiing-Dooong!" auflöst.
Und dann, wenn der Minutenzeiger einmal ums Emaille-Zifferblatt mit den goldenen römischen Zahlen gewandert ist, ertönt der Stundenschlag, wie ein kleines, zartes Glockenspiel.

Immer wieder stehe ich begeistert vor unserem Neuzugang in der Stube, einer wunderschönen Pendule. Das schwarzbraune Holzgehäuse, von Hand aufgemalte, zierliche, in Altrot gehaltene Rosenranken und die kühn geschwungenen Vergoldungen zeugen von meisterhafter Arbeit. Ich freue mich über die witzigen kleinen Schneckenfüsschen, die mich irgendwie an Alice im Wunderland erinnern, und über den stilisierten Pinienzapfen, der ganz zuoberst auf der Uhr thront.

TIC - TAC - TIC - TAC!

Lange schon hatte ich mir im Geheimen so eine Uhr gewünscht. Bin ich doch nicht umsonst die Enkelin eines Uhrmachers und hege seit Kindsbeinen an eine grosse Faszination für diese Zeitmesser! Schon als kleines Mädchen verweilte ich immer andächtig vor Omas mächtiger, mannshoher Standuhr mit dem dumpfen, tiefen Schlag in der Stube und fürchtete mich gleichzeitig davor weil ich glaubte, im grossen Pendelkasten wohne einer.....

Aber weil so eine Pendule natürlich nicht nur "VierzehnFränkli-Irgendwas" kostet, blieb mir dieser Wunsch bis dato verwehrt.
Dass jetzt trotzdem eine in der Hummelstube prangt und ich mich jeden Tag wie ein Schneekönig darüber freue habe ich meiner Konfirmations-Patentante zu verdanken.
Ich hab euch erzählt: Vor Kurzem ist sie in eine Altersresidenz gezogen. Dort lebt sie in einem hübschen Zimmer, eingerichtet mit ihren liebsten Möbeln, Bildern und Teppichen.
Ihre Pendule aber hatte sie nicht mitgenommen. Und so durfte ich sie zu uns nach hause holen.




Oft, wenn wir früher bei meiner Patentante bei Kaffee und Kuchen sassen hatte ich die Uhr im Blickfeld. Sie hing über dem grossen, handgemachten Sideboard mit den schönen Intarsien, das über die ganze Wandbreite ging. Hätte man mich gebeten, ein typisches Geräusch in der Wohnung meiner Patentante zu benennen- es wäre das Ticken und der Schlag dieser Pendule gewesen!

So sehr ich mich freue über die Uhr, so mischt doch immer auch ein ganz kleines bisschen Wehmut mit bei ihrem Anblick. Die Gedanken gehen an ein Leben, das sich nun langsam seinem Ende neigt, das nicht immer nur ein glückliches war und das jetzt wahrscheinlich jeden Tag ein bisschen mehr im Nebel des Vergessens verschwindet.....

Und so steht die Pendule nun auf der alten Vitrine, verkörpert einerseits eine schöne Erinnerung an meine Patentante und andererseits die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches.

Auf dass sie noch viele glückliche Stunden schlagen möge!




Frohes Wochenende, ihr Lieben,
Hummelz💝ensgrüsse!



Dienstag, 25. September 2018

HUSCHHUSCH!! INS TÖPFCHEN!



Wenn ich morgens zur Arbeit fahre, vorbei an Wiesen und Feldern, dann bin ich dieser Tage einfach überwältigt von der Fülle an Früchten, die überall an den Bäumen hängt. Schwer haben sie zu tragen an ihrer süssen Last, und der eine oder andere von ihnen bezahlt diesen Überfluss mit dem Verlust eines Astes, der das Gewicht nicht mehr zu tragen vermag und wortwörtlich unter ihm zusammenbricht. 

Damit den Quittenbaum in unserem Garten nicht auch dieses Schicksal ereilt hat man ihm Unterstützung in Form von dicken Holzstangen angedeihen lassen.
Dutzende dieser gelben, von einem samtigen Fellchen überzogenen Gesellen hängen an der Sonne, und Stück für Stück purzeln sie nun zu Boden.

Heute morgen beim Nachhausekommen vom Stall habe ich mir einen Arm voll zusammengesammelt- zu Konfiture sollten sie werden.
Wer schon Quitten verarbeitet hat weiss, was mir nun blühte! Wehrhafte Kerlchen sind sie, lassen sich nicht einfach so meucheln, sondern wehren sich nach Kräften!
Aber ich obsiegte, wenn auch erst nach zähen Verhandlungen, mit freundlicher Unterstützung eines scharfen Rüstmessers und unter vollem körperlichen Einsatz.... 😅

Schlussendlich gaben die Kerlchen klein bei und landeten geschält, in Stückchen geschnitten und mit einer ordentlichen Portion Zucker vermengt in der Pfanne. Zur Verfeinerung etwas Zitronensaft und Vanillemark dazu, und schon waberte eine Wolke süssen Duftes durch die ganze Wohnung.
Dann noch ein kleines Massaker mit dem Pürierstab veranstaltet, die caramellfarbene Leckerei in Schraubgläser abgefüllt - ferddisch! 


Ist es nicht einfach herrlich, solche Köstlichkeiten selber herzustellen? Ein bisschen Aufwand bringt es mit sich, aber so viel mehr Freude bereiten sie einem als Gekauftes aus dem Regal im Supermarkt. Und man weiss ganz genau, was drin und dran ist!

Jetzt, wo die Luft wieder kühl und frisch ist, das Licht so anders, viel weicher, kommen auch meine Energien wieder zurück und ich habe Lust, solche Dinge zu tun! Inzwischen klappern auch meine Stricknadeln wieder; ebenfalls ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Herbst ins Land gezogen ist..... 😉



🍃🌰🍂🍎🍃🍐🍂🌰🍃🍎🍂🍐🍃🌰🍂🍎🍃🍐🍂



Fröhlich-wohliges Herbsteln, ihr alle,
Hummelz💓ensgrüsse!




...und natürlich findet dieser Post auch den Weg zu Frau Rostroses 
ANL und zu EiNaB




Sonntag, 16. September 2018

IN DEN SPIEGEL BLICKEN

Wir alle sind Persönlichkeiten. Jeder für sich ein Individuum mit einmaligem Erscheinungsbild und charakterlichen Merkmalen, mit eigener Meinungen und besonderen Ansichten, mit mehr oder weniger Ecken und Kanten versehen, geprägt von der Vererbung und verschiedensten Einflüssen seit dem ersten Atemzug. 
Wir lernen unaufhörlich dazu, jeden Tag, und wir bleiben niemals stehen bei der Ausformung unseres Wesens, sondern entwickeln uns im besten Fall immer zum Positiven weiter.

Wer sein Leben mit Tieren bereichert wird unweigerlich feststellen, dass auch sie einen immens grossen Einfluss darauf haben, wer wir sind und wer wir werden. Tiere sind grossartige Lehrmeister; im Umgang mit ihnen bekommt man jeden Tag einen Spiegel vorgehalten, der einem andauernd bewusst macht, wie man wirkt und was man ausstrahlt. Im Moment der Interaktion mit dem Tier genauso wie beim Kontakt mit Menschen, denen man begegnet und mit denen man zu tun hat.


Gerade Pferde haben einen enormen Einfluss auf uns- nicht umsonst werden sie für Therapien in vielen Bereichen der Behandlung von physischen und psychischen Defiziten oder z.B zur Schulung von Führungspersonal eingesetzt.

Pferde sind Meister darin, uns zu lesen. Es genügen ein paar Sekunden, und sie können die Emotionen die wir- oft unbewusst - aussenden wahrnehmen und bewerten. Und sie reagieren SOFORT darauf.

In einer engen und vertrauensvollen Beziehung zwischen Pferd und Mensch übernimmt der Mensch im Idealfall die Rolle des "Leittieres". Tritt er dem Pferd nun in gereizter und nervöser Stimmung gegenüber, dann wird das Pferd unsicher. Es wird ebenso nervös werden und notfalls die Flucht antreten.

Bleibt man als Leittier aber entspannt, strahlt man Ruhe und Sicherheit aus, so wird das Pferd einem vertrauensvoll folgen und eigene Ängste überwinden. Es verlässt sich darauf, dass man eine Situation richtig einzuschätzen weiss und es nicht "ins Verderben rennen lässt". Das sind Urinstinkte, die trotz aller Zuchterfolge niemals aus den Genen eines Pferdes wegzuzüchten sein werden. Und das ist auch gut so, sichern sie doch in der freien Wildbahn das Überleben der Herde.

Wir hatten grade gestern so eine überaus bezeichnende Situation:
Nachdem der Hufschmid am Donnserstag die Jungs beschlagen hatte wollten wir gestern zum ersten Mal wieder ausreiten. Harry ging die Sache ganz gelassen an, aber JohnBoy stand irgendwie neben der Spur. 
Die ganze Zeit blieb er entweder stehen und guckte hinter sich, oder aber er setzte zu einem ziemlich unkontrollierbaren Spurt an. Ein Verhalten, das für ihn absolut untypisch ist. Anita, mein Reiterlein, versuchte alles, sprach auf ihn ein - nichts half. John blähte die Nüstern, schwitzte, liess sich nicht beruhigen.

Also stiegen wir ab, ich nahm John am langen Zügel und liess ihn einfach hinter mir herlaufen. Und siehe da: innert 2 oder 3 Minuten entspannte er total, hielt mit seinen Nüstern Kontakt zu meinem Arm, ging zufrieden neben mir her und gehorchte aufs Wort.

Es gäbe nun bestimmt Menschen, die das als falsch einstufen würden. "Du hast dem Pferd seinen Willen gelassen! Das geht nicht. Es hat zu gehorchen in dieser einen Stunde am Tag, in der etwas von ihm verlangt wird!"

Ja, so könnte man argumentieren. Aber was hätte es uns gebracht? Wir hätten bis zum Ende des Ausrittes mit ihm zu kämpfen gehabt, und schlussendlich wären Pferd und Reiter völlig frustriert gewesen. Dieser Frust hätte bis zum nächsten Ausritt nachgeklungen und keine guten Voraussetzungen geschaffen.

Durch unser Einlenken haben wir John aber "Raum gegeben", die Situation beruhigt und wortwörtlich für Entspannung gesorgt (denn in einem solchen Fall verspannen ein nervöses Pferd und oft auch sein Reiter körperlich total). Schlussendlich war alles gut, wir konnten den Ausritt ganz gelassen beenden und John zeigte uns durch sein Gähnen, dass für ihn jetzt alles wieder okay war.

Was lernen wir daraus? Dass wir diese Situation 1:1 auf unsere Interaktionen mit Menschen umsetzen können. Wenn wir beispielsweise in einer Diskussion auf unserem vermeintlichen "Recht" beharren, wenn wir nackenstarrig und unflexibel bleiben, dann wird dieser Wortwechsel nicht von Erfolg gekrönt sein und im schlechtesten Fall für Ärger oder gar einen Bruch sorgen.

Treten wir unserem Gegenüber aber ruhig vis-à-vis, versuchen seine Argumente zu verstehen und vielleicht sogar in die eigene Betrachtung einzubinden, so wird dieser Wortwechsel für beide Seiten konstruktiv sein. 

Jeden Tag halten mir meine Pferde den Spiegel hin. 
Manchmal muss ich ein wenig grinsen; einerseits weil ich erkenne, wie ich es richtig mache, und andererseits weil ich mich selber "erwische" und an der Nase nehmen muss.

Aber immer bringt es mich als Person ein Schrittchen weiter.




Schönen S🌞nntag euch allen!
Hummelzherzensgrüsse, auch von Harry und John! 🐎












Mittwoch, 12. September 2018

ALLE NEUNE!



Heute gibt es Grund zu feiern!

Darf ich euch zu einem virtuellen
Schlückchen Schampus einladen?

Bitte bedient euch....soooo....haben alle?






Genau heute vor 


Jahren ging mein allererster Post online.
Alles war damals noch ein wenig diletantisch und chaotisch, aber ich war mit beinahe schon euphorischer Begeisterung bei der Sache.
Und ich wurde nicht enttäuscht!

Einerseits habe ich durch das Bloggen mein Faible für das geschriebene Wort wiederentdeckt. Dadurch kann ich meinen Gedanken Struktur verleihen, sie differenziert bewerten und ihnen die nötige Beachtung einräumen. 

Und andererseits durfte ich unglaublich herzliche, kreative Menschen kennelernen. Menschen, die sich Gedanken machen, die die Dinge angehen und einfach mal agieren und sich einsetzen ohne danach zu fragen, was hinterher für sie dabei rumkommen könnte.
Menschen, die auch mich so nehmen, wie ich bin. Mit meinen Ecken und Kanten und meiner direkten und manchmal etwas eigenwilligen Art und Weise, die Dinge zu betrachten und auszudrücken! 😊 


Durch den Austausch mit euch allen finden meine Gedanken und Ansichten, mit denen ich im realen Leben leider manchmal ein wenig alleine dastehe, ein reges Echo. Eines das mich darin bestärkt, immer weiter das zu verfolgen, woran ich glaube und was mir wichtig ist.


Grund genug, euch allen dafür ganz herzlich

!! MERCI!!

zu sagen.


Und jetzt:
 hoch die Tassen, Prost!





Mal sehen, ob ich die 

10

noch zusammenbekomme!



Hummelz💝ensgrüsse
&
dicken Freutags-Drüücker!









Sonntag, 2. September 2018

UMSCHWUNG

Als hätte man es in Auftrag gegeben wandelte sich hier pünktlich zum meteorologischen Herbstanfang auch das Klima. Das, was uns an Feuchtigkeit den ganzen Sommer über gefehlt hatte, fiel nun in den letzten beiden Tagen in Strömen vom Himmel. Man konnte die Natur regelrecht aufatmen hören. (Und FrauHummel auch- übrigens.) 

Die Rückkehr der schweren Jungs naht. Schon wieder- haben wir die nicht erst grade vorgestern in den Jura gebracht?? 😯 
Ich freue mich auf sie; der sommerliche Schlendrian ist wunderbar, lässt mich Luft holen und in den Tagen verweilen. Aber auf Dauer wär das nix- ich mutiere regelmässig zum Faultier! So ein bisschen Tages-Struktur schadet weder meinem Temperament noch meiner Figur.... 😊

Und wie jedes Jahr zum Ende des Sommers treffen wir uns kurz vor Arrivée im Stall, um den auf Vordermann zu bringen. Ein paar liebe Heinzelmännchen stehen uns uns im Kampf gegen Spinnweben und Staub bei, fegen, waschen und feudeln, was das Zeug hält. So ist die Arbeit in kurzer Zeit getan, der Stall erstrahlt in neuem Glanz (naja- wie so eine Ponybehausung hält glänzen kann, ne?) und ich bin sehr zufrieden. Jetzt muss ich nur noch in einer ruhigen Stunde ein wenig aussortieren. Mit den Ponys ist das wie mit kleinen Kindern: Was sich DA mit der Zeit für ein Kram anhäuft....!
Auf der Weide steht das Gras inzwischen kniehoch und wartet darauf, verputzt zu werden. Alles ist bereit- und nächsten Samstag holen wir sie retour, meine beiden Dicken!


Ach- erinnert ihr euch an den kleinen Mietzenzwerg, den wir mit der Flasche aufgezogen haben? Inzwischen ist er ein wackeres Bürschchen geworden. Frodo ist ein ganz entzückendes Kerlchen, und ich glaube er denkt, dass er ein Hund ist! Wenn ich am Stall vorfahre kommt er schon ums Eck gesaust, wirft sofort sein Motörchen an und wedelt wie wild mit dem Schwanz.....! 😄

Das sieht einfach zu putzig aus!


Mit seiner kleinen Freundin Yuma, die 3 Wochen älter ist als er, entdeckt er nun die Welt.



Gemeinsam toben sie durchs hohe Gras, sausen über den Sandplatz und beobachten die Krähen und Graureiher, die sich am Stall ein Stelldichein geben.



Und so dreht sich das Jahresrad- 
alles hat seine Zeit, 
nichts bleibt, wie es ist, 
und doch ist alles wie immer!


Ich wünsch euch frohe Tage, lasst euch mitnehmen von dieser herrlichen Jahresspanne, die so bunt, warm und fröhlich und gleichzeitig auch sehr mystisch und beruhigend sein kann.


Hummelz💜ensgrüsse zum Sonntag! 

Samstag, 18. August 2018

DIE RESTE EINES LEBENS


Fürchtet ihr euch vor dem Altwerden??

Yep- das war jetzt ein wenig fies, so ganz unerwartet und auf nüchternen Magen solch fundamentale Fragen zu stellen.... 😌
Aber ich selber und wahrscheinlich ganz viele, die hier mitlesen, haben das halbe Jahrhundert bereits vollgemacht, da kann man schon mal auf den Gedanken kommen, sich mit solchen Themen zu befassen!

Persönlich kann ich ganz einfach antworten: Nein, ich fürchte mich nicht. Ich hatte tolle Vorbilder diesbezüglich: Meine Oma (sie wurde 90) und meine Grossmutti (sie starb im 101.!! Lebensjahr) lebten mir vor, wie man bis ins richtig hohe Alter zufrieden, glücklich und selbstbestimmt durchs Leben gehen kann. Trotz der einen oder andern körperlichen Unzulänglichkeit und auch wenn das Leben einem immer mal wieder einiges abverlangt hatte.

Oma streute gerne kleine Lebensweisheiten ins Gespräch ein, eine davon lautete: "Jedes Alter hat sein Schönes!" Und weil sie eine kluge Frau war und ich inzwischen so weit im Leben fortgeschritten bin dass ich mir zutraue, den Warheitsgehalt dieser Aussage zu beurteilen, kann ich ihr voll und ganz zustimmen.

Nein, ich fürchte mich nicht. Wenn man im Geist agil und offen bleibt, wenn man allen positiven Aspekten im eigenen Leben die Wertschätzung entgegenzubringen, die ihnen gebührt, dann wird die eigene Grundeinstellung viel zu einem sehr erfreulichen Dasein beitragen.


Und doch gibt es immer auch wieder Situationen, die mich nachdenklich stimmen

Meine weit über 80jährige Tante ist vor ein paar Wochen ins Seniorenheim umgezogen. Nach mehreren Spitalaufenthalten war es ihr nicht mehr möglich, sich zuhause selber adäquat zu versorgen. Aber sie zog aus freiem Willen um und lebt nun in einem Zimmer mit Bad, umgeben von ihren eigenen Möbeln, Bildern und liebsten Erinnerungsstücken in einem sehr ruhigen und grünen Quartier. Wenn ich ihr Zimmer betrete habe ich immer das Gefühl, in eine Puppenstuben-Version ihrer alten Wohnung zu kommen..... 
Die Seniorenresidenz grenzt direkt an das Grundstück, auf dem meine Schwester mit ihrer Familie lebt, und so kann meine Tante von ihrem Zimmerfenster aus in meiner Schwesters Garten und praktisch direkt auf ihren Esstisch schauen. 😉

Inzwischen sind wir dabei, ihre "alte" Wohnung aufzulösen. Meine Tante hat mich letzthin gebeten da hinzugehen und mir alles rauszuholen, was ich gerne haben wolle.
Da stand ich dann also in dieser 2 1/2-Zimmerwohnung, die früher immer piccobello aufgeräumt und sauber war, sozusagen in den Resten ihres Lebens. Jetzt fehlen natürlich einige Möbel; ausserdem herrscht ein ziemliches Chaos, weil schon nach wichtigen Papieren gesucht, einiges in den Müll befördert und vieles auch schon verschenkt worden ist.
In diesem Moment beschlich mich ein Gefühl, das irgendwo zwischen Betroffenheit und Beklemmung anzusideln war. Die Erkenntnis, dass man sich ein Leben lang was aufbaut, das dann innert weniger Wochen eliminiert wird- ja, die machte mich schon ein wenig melancholisch.

Ich suchte mir also ein bisschen Keramik, ein paar kleine Weidenkörbe und zwei angebrochene Packungen Stabkerzen zusammen und trat den Heimweg an.

Diese kurze Weile in dieser Wohnung untermauerte einmal mehr, dass nicht das "Haben" und Dinge ein Leben ausmachen, sondern das "Sein". Dass Familie und ein paar wenige, aber echte Freunde wichtig sind, die auch in schwierigen Zeiten für einem da sind. Dass schöne Erlebnisse und erfüllende Hobbys dafür sorgen, die innere Balance zu finden und zu halten, und dass alles Materielle und Käufliche schlussendlich nichts dafür tut. Zumindest nicht auf Dauer.
Ich fühle mich einmal mehr bestätigt in der Art wie ich lebe, was mir wichtig ist und worauf ich Wert lege. 

Und dass es richtig ist so, wie ich bin.



Die grosse Chance des Älterwerdens ist die
dass es einem Wurscht sein kann,
was die Leute sagen.
(Udo Jürgens)
😊


Demnächst werden wir einen öffentlichen Räumungs-Flohmarkt in der Wohnung meiner Tante veranstalten, und was dann übrigbleibt wird vom Entsorger abgeholt werden.

Dann werden sie alle verschwunden sein- die Reste eines Lebens.



Frohes Wochenende euch allen-
bleibt jung und fröhlich im 💞en!