Sonntag, 3. Dezember 2017

...UND ICH FEIERE DOCH!

Letzthin las ich in einer Kolumne (sinngemäss) diese Aussage:
"Wer nicht an den christlichen Hintergrund von Weihnachten glaubt, der sollte Weihnachten auch nicht feiern."

Da war ich dann doch ein wenig derangiert.

Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der Religion(en) wohl ein Thema waren und man die entsprechenden Feiertage zelebriert hat. Ich wurde getauft, ging als Kind zur Kommunion und an die Firmung. Aber wir wurden zu nichts gezwungen und meine Eltern liessen uns die Freiheit, uns zu diesem Thema eine eigene Meinung zu bilden. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass uns irgendetwas aufgedrängt wurde, und dafür bin ich meinen Eltern wirklich dankbar.

Ich habe mich inzwischen von der "gängigen" Religion abgewandt (wie auch immer man diese definieren möchte), glaube somit nicht (mehr) an die Geschichte rund um Weihnachten und folgedessen auch nicht an alles, was da mit dranhängt.
Meine "Religion" ist die Natur. Sie vollbringt jeden Tag Wunder, deren Bewerkstelligung ich keinem Menschen zutraue. Und sie tut es ohne den Anspruch auf Huldigung. Sie tut es- einfach so.

Ich möchte, bitteschön, das Thema "Religiosität" jetzt auch mit niemandem hier diskutieren. Dazu soll und darf jeder seine eigene Meinung haben, das gestehe ich allen zu. Und erwarte, dass man auch mir meinen Umgang damit lässt.

Aber ich fand es sehr befremdlich von der Verfasserin dieser Kolumne, so rigoros zu urteilen und anderen etwas abzusprechen.

Weihnachten ist für mich inzwischen zu einem wunderbaren Winterfest für die Familie geworden. Eines, das für mich als Erwachsene mit ganz vielen schönen Erinnerungen verbunden ist. Ein Fest, das die Familie zusammenbringt, egal, wie weit verstreut man lebt. Eines, das von ganz viel Gemütlichkeit geprägt ist, von munterer Heimlichtuerei und der echten Freude, für andere kleine Präsente zu besorgen. Sie ist für mich ein Synonym für "Zeit-haben-füreinander". Und für eine beruhigte Spanne im Jahr, in der ich mich oft auch ein wenig auf mich selbst zurückgeworfen fühle und in der meine Gedankenwelt sich noch viel angeregter bemerkbar macht als sonst schon. 
Die Jahreszeit, in der dieses Fest stattfindet, ist für mich ausserdem die schönste im Jahr. Nicht allein dieses Festes wegen, sondern weil die Natur sich dann von ihrer archaischten, aber gerade dadurch für mich unglaublich behütenden Seite zeigt. 
Ich fühle mich nie aufgehobener als im Winter, kann nichts Düsteres und Unwirtliches an ihm erkennen.




via pixabay


Was ich aber eigentlich ausdrücken möchte: 
Wer nach christlichen Werten leben will, der sollte die Grösse aufbringen, anderen ihren Umgang mit Weihnachten in der Form zu lassen, wie sie es als richtig erachten. Denn das Beharren auf althergebrachten Werten und Ansichten, die man kritiklos über Allem ausbreitet, zeugt meiner Meinung nach nicht davon, diese Werte auch richtig verstanden zu haben. 


Also werde ich weiterhin und unbeirrt "meine" Version von Weihnachten feiern. 
Dafür braucht mir niemand den Segen zu geben. 😊


Frohen ersten Apfenz, meine Lieben,

kerzenlichterhellte Hummelz❤ensgrüsse!





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Kommentare:

  1. Ich sehe das genauso wie du. Meine Religion ist ebenfalls die Natur und gerade deshalb "darf" man Weihnachten auch feiern. Es war nämlich ursprünglich ein sehr naturverbundenes "heidnisches" Fest, das die Wintersonnenwende und die Rückkehr des Lichts feierte. Schon lange vor dem Christentum. Dieses hat nur wie so vielem dann seinen Stempel aufgedrückt und als allein glücklich machende "Wahrheit" verbreitet.
    LG, Varis

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    1. Ich bin sehr fasziniert von solchen ganz alten Bräuchen und Festen, die sich nach der Natur richteten. Da ist so viel Uriges und Ehrliches dran! Einfach eine ganz tiefe Verbindung zur Natur, die vielen von uns heute scheinbar gänzlich abhanden gekommen ist. Vielleicht sollten wir uns daran wieder mehr Vorbild nehmen, denn viele unserer Feste verkommen heutzutage ja völlig im Kommerz. Leider.
      Herzliche Grüsse!

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  2. Hummele, Du, lass Dich mal ganz dolle drücken!!! Meine Güte, das hast Du so schön geschrieben. Ich feiere mit auf meine Weise, und was Du über Mama Natur geschrieben hast, das ist mir ganz tief und wundervoll zu Herzen gegangen. Sie ist auch mir heilig, und das Weihnachtsfest hat seine Wurzeln ohnehin aus archaischen Zeiten. Ich fühle mich nie aufgehobener als im Winter, hast Du geschrieben, und das ist es - ein wenig Höhlenleben, glatt wie in einem Uterus etwas zu überleben, das so mächtig ist wie der Winter - was für eine intensive und Wunder tragende Zeit.
    Und die haben die Christen fürwahr nicht gepachtet - weder das Fest, noch all diese Traumzeit. Ich wünsche jedem, dass er in dieser Zeit ein goldenes Licht in sich findet, ja, jedem - und vor allem Dir, das jetzt ist Deine Zeit :)) Alles Liebe von Herzen, Deine Méa

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    1. Sehr schade, Méa, dass wir nicht gemeinsam feiern können! Und ich wüsste da noch so ein oder zwei liebe Bloggerinnen, die wir auch gleich noch an unseren Tisch einladen könnten! ;oD
      An Religionen hat mich schon immer gestört (also seitdem ich fähig bin, mir eine bewusste Meinung dazu zu bilden, *ggg*!), dass jede für sich (oder zumindest fast alle) so vereinnahmend sind und den Anspruch auf Unfehlbarkeit für sich einfordern.
      Aber ich mache mir dazu keinen Kopf mehr; vielmehr möchte ich das, was die Natur und das Leben einem tagtäglich anbieten, bewusst wahrnehmen und erleben. Und dabei nie vergessen, wie kostbar das alles ist!
      Ich wünsche dir wonnige Wintertage, Drüüücker und herzlichste Grüsse!

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  3. Du hast absolut Recht mit deiner Aussage! Auch ich bin so absolut gar nicht religiös und feiere dennoch - weil es für mich ein Familienfest ist. Ich es mag. Es gemütlich ist und ich es wunderbar finde, wenn man ein Fest hat, auf das man sich freuen und anderen eine kleine Überraschung machen kann.

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    1. ...denn das ist es doch, was solche Feste überhaupt ausmachen: Das Beisammensein, die Freude und Fröhlichkeit und das Gefühl füreinander. Da ist es doch völlig egal, ob es einen religiösen Hintergrund gibt oder nicht; die Hauptsache ist, dass die Menschen aufeinander zugehen!
      Hab einen fröhlichen Apfenz, herzliche Grüsse!

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  4. Ich sehe das wie Du. Wobei ich auch der These glaube, dass es ein heidnisches Fest war ursprünglich. Schön dass Du das mal gesagt hast. Wieso muss in Kolummnen immer mit dem Finger auf andere Menschen gezeigt werden?
    Schönen Apfenz :)
    Liebe Grüße Tina <3

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    1. Tja, das kann man sich wirklich fragen, Tina. Heutzutage scheint es ganz normal zu sein, andere ungefragt und unreflektiert zu be- oder noch schlimmer: zu verurteilen. So nach dem Motto: Wer nicht das gleiche denkt und tut, wie ich es für richtig halte, dem kann man ungeniert ans Bein pinkeln......
      Toleranz dagegen scheint ein Wort zu sein, das viele nicht mehr buchstabieren können! ;oD
      Hab einen gemütlichen Abend, herzliche Grüsse!

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  5. meine meinung hab ich ja im meinem letzten post kundgetan :-)
    ich feiere die wintersonnenwende, die geburt eines neuen (sonnen)jahres, die wundersame natur und die lieben menschen die mein leben so lebenswert machen. ich muss es nichtmal mehr "weihnacht" nennen, wenn gewisse leute denn meinen den begriff gepachtet zu haben. bitteschön - könn´se behalten. ich bin nämlich so frei und eigenständig - ich mach mir sogar einen eigenen namen für meine feierei. so.
    vorschläge werden gern genommen!
    allerherzlichste waldesgrüsse von der winterkatze und mir! xxxxx

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    1. Öhemm....da fällt mir jetzt so spontan grad nichts wirklich Geistreiches ein! ;oD Was wäre denn dein Vorschlag? Aber egal- Hauptsache wir haben es schön gemütlich und schön entspannt, nichtwahr?
      Ach, es ist so schade- die nächsten Tage soll es wieder "wärmer" werden. Naja, zumindest ein paar Grade plus, und das heisst: Kein Schnee. Seufzzz.....das war soooo schön!! Wenn es nur ein bisschen flockt und der Wind die kleinen Eissternchen in quirligen Wirbeln vor sich herpustet bin ich ja schon zufrieden. Kannste nicht mal ein bisschen vom wunderbaren Weiss in Richtung Schweiz schicken? Wie ich höre habt ihr grade recht viel davon abbekommen! ;oD
      Winterfreudige Hummelzherzensgrüsse an die 2- und 4beinigen BWHäuschen-Bewohner!!

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  6. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  7. wünsche ich dir auch von Herzen liebes Hummelmädchen♥ Meine Weltanschauung gleicht der deinen. Die Natur ist so wundervoll und schön, dass es einem fast den Atem rauben kann. Besonders der Winter mit Schnee. I love♥ Allerliebste Puschigrüße♥

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    1. Ja, nichtwahr?? Ich kann das immer nicht nachvollziehen wenn Menschen über den "grauslichen" Winter schimpfen. Ich mag ihn sogar ohne Schnee, aber MIT ist natürlich noch sooooo viel schöner! Also drück die Däumchen, dass das war wird mit der weissen, glitzernden Pracht!
      Herzlichste Grüsse retour!

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  8. Oh man, das hast Du so toll geschrieben - dem ist nichts, aber auch garnichts hinzufügen - ausser: MEINE Lieblings-Jahreszeit ist es nicht - dafür bin ich zu verfroren. Aber es stimmt, es ist auch eine behütete und kuschelige Zeit.
    Mach Dir schöne Stunden, Jacqui

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    1. Danke, Jacqui! Und ich wünsch dir auch ganz besonders gemütliche Stunden mit deiner Bande! Ich nehme an, die geniessen den Schnee und die Kälte auch? Also, meine Ponys sind richtige Winterponys. Je kälter und je mehr Schnee, umso vergnügter werden die. Da fliegen die Mähnen, und man prustet und schnaubt fröhlich in die kalte Luft. Sommer hingegen, der lässt sich wohl, ihrer Meinung nach, nur im Jura aushalten.... ;oD
      Frohen Apfenz weiterhin, ganz herzliche Grüsse!

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  9. Schön geschrieben, meine Liebe. Ich finde auch, es soll einfach feiern. Niemand hat dieses Fest für sich gepachtet. Es ist doch schön, wenn so viele Menschen in dieser dunklen Jahreszeit ein schöne Fest haben!
    Grüßle
    Ursel, auch nicht so ganz "christlich"

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    1. So ist es doch, Ursel! Und deshalb wünsche ich dir fürs erste einen ganz besonders gemütlichen Apfenz; dieses Jahr ist er ja so überaus kurz, also lass ihn uns geniessen!
      Ganz herzliche Grüsse!

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  10. Liebe Frau Hummel,
    das kann ich rundum unterschreiben! Auch für mich ist die Natur die einzige Religion, der ICH mich verbunden fühle, gönne jedoch jeder/m, der oder die es anders halten mag, seinen oder ihren Glauben und möchte mich in keiner Weise von dem, was ich feiere oder nicht feiere, abbringen lassen. Und ja, von mir aus kann es auch Winterfest, Lichterfest, Wintersonnenwende oder was auch immer heißen, für mich ist es auch hauptsächlich ein liebe- und stimmungsvolles Treffen mit der Familie...
    Allerliebste rostrosige Adventgrüße zum Nikolaustag
    von der Traude
    http://rostrose.blogspot.co.at/2017/12/island-kreuzfahrt-teil-12-ausflug-in.html

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    1. Genau. Ich lasse ebenso jedem seinen (religiösen) Glauben; wem er ein Halt ist und ein Zufluchtsort, der soll ihn leben und vertreten. Solange man anderen damit nicht in die Quere kommt, auf welche Art und Weise auch immer...... Und ganz egal ist es sowieso, wie man solche Feste schlussendlich nennt. Wichtig ist doch einzig, dass sie die Menschen zusammenbringen, für gesellige Stunden sorgen und Wärme und Licht in ein Leben bringen!
      Apopo Natur: Wenn ich aus dem Fenster schaue sehe ich grad einen grossen Mäusebussard, der auf der Weide vor dem Haus gemütlich hin- und herspaziert und nach Futter stochert. Ich freue mich immer sehr, wie nah die Natur uns hier immer noch ist! Frühmorgens können mir am Stall auch schon mal Füchse begegnen, die Krähen kommen wieder regelmässig vorbei und die Elstern, um zu sehen, ob ich was für sie zum Schnabulieren angerichtet hab - ist das nicht einfach nur schön?
      Auch dir und den andern "Rostrosigen" einen gemütlichen Nikolausabend,
      herzlichste Grüsse!

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  11. hahaahahah, das ist doch echt witzig. Wenn ich den Ausspruch in der Kolumne lese, dann darf doch vermutlich, ähhhh wahrscheinlich, ääääähhh ganz sicher der Großteil der Welt nicht Weihnachten feiern. Oder glaubt die Autorin allen Ernstes, dass das gesamte Weihnachtsgedöns, das schon beinahe im Oktober losgeht, in irgendeiner Form mit dem wahren Weihnachten zu tun hat. Und was ist denn eigentlich das wahre Weihnachten, ist das tatsächlich nur das christliche Fest oder ist es womöglich viel älter und viel tiefer und viel weiser und viel verbundener mit allem, als es ein Fest ist, wo uns womöglich nur die halbe Wahrheit erzählt wird.

    Aber das darf jeder herausfinden, der es entdecken will.

    In den Weihnachtsfeiertagen werde ich mehr lesen bei Dir, ich bin grad einfach nur über diesen einen Satz gestolpert und schon gings los mit den Worten, die unbedingt raus wollten.

    Alles Liebe und hab eine feine Weihnachtszeit. Wir haben sie auch - jenseits des christlichen Glaubens, der schon viele Jahre nicht mehr zu unserem Leben gehört - und finden sie mehr als nur zauberhaft.
    Veronika

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    1. Hach ja und genau so gehts mir auch. Der Winter ist meine wahre Seelenheimat, ich bin auch eine Nordfrau irgendwie. Und es ist Geborgenheit pur. Nur wenn der Winter versucht, lange in den Frühling hinein zu regieren, bin ich nicht mehr mit ihm befreundet.

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