Sonntag, 11. Juni 2017

EIGENTLICH.....


....ist der Sommer so gar nicht meine Jahreszeit (meint zumindest mein Kreislauf, der bei Hitze regelmässig Parterre geht! ;oD). Aber ich kann ihm doch einiges abgewinnen.....

Die kühlen Morgen liebe ich sehr; wenn wir sonntags schon früh um 7 den Tag im Stall bei den Ponys und Mietzchen begrüssen, dann ist die Welt noch ganz leise. Die Jungs kommen fröhlich von der Weide galoppiert, auf der sie die Nacht verbracht haben, und fordern ihr Frühstück ein.
Die erste Brut Jungschwalben übt schon eifrig plappernd die Kunst des Fliegens, und die kleinen Samtpfötchen flitzen über den Heuboden, jagen sich, kugeln übereinander und finden viel Gefallen an ihrem sorglosen Leben.
Später, wenn die Sonne auf das Eternitdach des Stalles brennt und sich die Hitze auf dem Heuboden staut, verziehen sie sich alle in ihre Lieblingsecken und verdösen den Tag auf und zwischen den Heuballen.

Der Café au lait und das Maxi-Laugencroissant nach der Stallarbeit sind inzwischen zu einer liebgewonnenen Wochenends-Gepflogenheit geworden. Wir verplanen unsere Wochenenden so gut wie nie, sodass wir ohne jede Hektik einfach ganz entspannt durch den Tag bummeln können.

Oft nutze ich die freie Zeit für Tätigkeiten, für die im Alltag manchmal ein wenig die Musse fehlt. Heute habe ich mir ein neues Deo angemischt. Das Duftöl, welches ich dafür verwendet habe, heisst passenderweise "Joie de vivre" (Lebensfreude). Frisch, belebend, mit einer zitronigen Kopfnote riecht es, also genau richtig für die heissen Tage! Nebenher rühre ich auch gleich noch ein kleines Glas Zahnpasta an- und freue mich einmal mehr, wieviel Spass es macht, seine Pflegeprodukte selber herzustellen!

Im Garten schneide ich mir ein paar Pflanzen ab und stelle sie in einen irdenen Krug. Manch einer würde sie als Unkraut bezeichnen; für mich haben sie aber ihre Daseinsberechtigung genau so wie andere, "echte" Blumen. Sie sehen hübsch aus auf dem Küchentisch!

Bei weit geöffneten Fenstern verziehe ich mich anschliessend mit dem Buch "Die neue Natürlichkeit" auf's Sofa. Die Stube wird durch die raffinierten Rouleaus in angenehmen, kühlen Halbschatten getaucht, und trotzdem kann man die Landschaft ringsum in ihrer ganzen Schönheit durch sie hindurch sehen.
Zu meiner Linken hat sich Missi Toffee auf den Rattansessel gefläzt und geniesst, wie ich, diese schöne Stimmung.


Auch wenn ich dieses Buch (das ich übrigens sehr empfehlen kann!) schon zig-Mal durchgeblättert habe, so entdecke ich doch jedes Mal wieder Neues und Anregendes. Aber immer wieder schweift mein Blick ab und bleibt im Grün des Baumes vor einem der Fenster hängen. Die Gedanken gehen auf Wanderschaft, verarbeiten das, was an optischen und akkustischen Reizen von draussen in die Stube dringt. 

Auf der Weide am Haus fährt der Bauer mit dem Wenderechen am Traktor seine Runden. Das gemähte Gras fliegt in grossen Schwaden durch die Luft und breitet sich anschliessend wieder auf dem Boden aus, um bis zum Abend knistertrocken zu werden. Der laue Wind trägt seinen süssen Duft in die Stube. Zusammen mit dem Brummen eines kleinen Sportflugzeuges, welches am blitzblauen Himmel seine Bahnen zieht, ist dieser Duft für mich ein Synonym für schöne, heisse Sommertage.

Solche ruhigen Tage sind ein wahres Elixier für mich. Ich brauche keine Betriebsamkeit, mag nicht (mehr) hierhin und dorthin fahren. 
Ich liebe mein Zuhause! Es ist für mich eine leise, gemütliche Insel, genau wie der Stall auch mit meinen felligen Freunden, umgeben von der Natur. Beides sind Kraftorte, an denen ich auftanken und entspannen kann. 

Und jetzt? Ich denke, nun ist ein Nickerchen an der Reihe. Und hinterher setze ich uns eine Tasse Tee auf und gönne uns ein Stück Kuchen dazu!

Dochdoch- der Sommer hat sein Gutes..... ;oD

🌺Schönen Tag noch, ihr alle da draussen!🌺