Donnerstag, 2. März 2017

LEBENS.ZEIT.

Plötzlich schreckt sie hoch. Verwirrt setzt sie sich auf, braucht ein paar Sekunden um zu erkennen, wo sie ist. Und atmet auf: Sie scheint eingeschlafen zu sein auf dem Sofa. Das Buch, das sie gelesen hat, liegt aufgeblättert am Boden, auf dem kleinen Tischchen links vom Sofa steht immer noch die halb ausgetrunkene Tasse Tee. Rund um diese ins warme Licht ihrer Stehlampe getauchten Szenerie ist es dunkel.

Aber etwas sehr Seltsames ist geschehen. Alle anderen Möbel sind verschwunden, das Sofa steht einsam in einem grossen, kahlen Raum, dessen Wände aus Glas zu sein scheinen. 
Sie schiebt die Häkeldecke zur Seite, in die sie sich eingemummelt hatte, steht auf und tritt an eine dieser gläsernen Wände heran, schaut hinaus. Ihr Blick geht auf eine belebte Strasse. Viele Menschen eilen vorbei, alle mit zielgerichtetem Schritt. Manche halten sich ein Handy ans Ohr, sprechen mit einem unsichtbaren Gegenüber. Andere werfen in ihrer Eile einen nervösen Blick auf die Uhr am Handgelenk, beschleunigen noch ihren Schritt. 
Vis à vis auf der andern Strassenseite steht ein imposantes Gebäude mit grossen Fenstern. Hinter deren Scheiben sieht man Menschen emsig an ihren Schreibtischen arbeiten, sie tippen auf Tastaturen, blättern in Papierstapeln, huschen hin und her.
Auf der Strasse selber rollt der Verkehr. Autos, Lastwagen, Motorräder. Radfahrer schlängeln sich mit waghalsigen Manövern zwischen den andern Fahrzeugen hindurch, Menschen warten am Fussgängerstreifen auf eine Gelegenheit, die Fahrbahn zu überqueren.  

Plötzlich entdeckt sie eine Bekannte unter ihnen. Sie weiss, dass diese Bekannte einen Job hat, der ihr zwar jeden Monat ein dickes Gehalt auf ihr Konto beschert, der ihr aber gleichzeitig auch sehr viel Präsenz und Engagement abverlangt. Schon lange haben sie sich nicht mehr verabredet, denn der Terminkalender ihrer Bekannten ist immer so voll. 
Schon hebt sie den Arm, um ihr zuzuwinken- doch die Bekannte scheint sie gar nicht wahrzunehmen. Mit gehetztem Gesichtsausdruck und wehendem Mantel taucht sie in der Menge unter.

Sie löst ihren Blick und lässt ihn in die Landschaft schweifen. Dabei fällt ihr an den Hügeln im Hintergrund ein Schriftzug auf, ähnlich dem in den Hollywood Hills. 
In riesigen, leuchtenden Lettern steht da:

LEBE!

Das irritiert sie, noch mehr aber der Umstand, dass ausser ihr offensichtlich niemand dieses Wort wahrzunehmen scheint. Unübersehbar und eindrücklich prangt es dort, doch kein einziger der Vorbeieilenden hebt den Kopf und erkennt es.

Bevor sie sich weitere Gedanken dazu machen kann stutzt sie. Plötzlich fällt ihr auf: Trotz all der omnipräsenten Geschäftigkeit und Hektik ist nicht ein Geräusch zu hören. Mit einer beinahe schon gespenstischen Lautlosigkeit ziehen diese Eindrücke wie ein Stummfilm an ihr vorbei. Keine Schritte, kein Motorengeräusch, keine Gesprächsfetzen. 

Nichts.

Umso heftiger zuckt sie zusammen, als plötzlich ein Donnerschlag zu hören ist. Erste dicke Regentropfen prallen an die Glaswände, ziehen ihre feuchten Spuren nach unten. Es werden immer mehr, ein heftiger Wolkenbruch prasselt inzwischen gegen die transparenten Mauern.


Und dann blinzelt sie, traut ihren Augen kaum: Nun beginnt das Bild dahinter zu verschwimmen. Wie wenn man ein Glas Wasser über ein Aquarell auskippen würde. Die Landschaft, die Menschen, die Gebäude- alles löst sich in bunte Schlieren auf. Die wiederum formieren sich zu schillernden kleinen Strudeln und verschwinden anschliessend einfach im Nichts.

Dann wird es dunkel um sie herum.

Wieder schreckt sie hoch. Erst traut sie sich kaum die Augen zu öffnen, tut es aber dann doch. Und findet sich erneut auf ihrem Sofa wieder.
Alles ist wie immer. Ihr gemütliches Wonzimmer präsentiert sich mit all seinen schönen alten Möbeln und den selbstgemachten Kissen auf dem Sofa, die Stehlampe leuchtet und die Tasse Tee dampft auf dem kleinen Tischchen.
Sie scheint geträumt zu haben. Sie schaudert und streicht sich mit der Hand über die Stirn, wie wenn sie das beklemmende Szenario in diesem Traum wegwischen wollte.

LEBE!

Sie ist erleichtert. Wie gut, dass sie ihrem eigenen Leben schon vor geraumer Zeit eine Wende gegeben hat! Dass sie die wahren Werte auszumachen vermag, die hin zu einem glücklichen und zufriedenen Dasein führen. Dass sie im Einfachen und Unaufdringlichen ihre Erfüllung findet. 
Sie betrachtet ihre Tage als eine Gabe, die es mit allen Sinnen zu geniessen gilt. Sie hat gelernt, jeden einzelnen bewusst zu LEBEN und nicht zu zer-leben. Und sie gönnt sich Zeit zum Beobachten, um Gedanken anzustellen über Gott und die Welt, um sich ihren Tagträumen hinzugeben.

Sie rückt ein Kissen auf dem Sofa zurecht, nimmt das Buch vom Boden hoch und setzt sich hin. Während sie die Tasse Tee zum Mund führt blättert sie nach der zuletzt gelesenen Seite.

Inzwischen ist die Dunkelheit hereingebrochen. Und von draussen klopfen Regentropfen leise ans Fensterglas......





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Kommentare:

  1. hummel! einfach wunderbar!!!
    danke! <3 <3 <3 <3 <3
    ümärmelüngen! xxxxxxx

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    1. Büttebütteee, gern geschehen! ;oD Ich danke dir, für dein Dasein, herzlichste Ümdingens zurück! *gg*!

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  2. Ohhh, ja. Genauso fühlt es sich manchmal an, Du hast das so nachfühlbar in Worte gepackt. Die "Funktionierer" beinahe abgetrennt von einem, wenn man anders "funktioniert". Wahnsinnsschilderung, liebes Hummele, die Stimmung huiii, die ist wirklich packend und sehr drückend. So eine Scheibe wünsche ich mir hier manchmal, wenn ich mal wieder grinsend und fröhlich wie ein Kind hier herumlaufe unter all diesen Menschen im Yuppiviertel der Blender, die mir entweder mit einem kleinen Lächeln begegnen (selten, aber die gibt es tatsächlich auch noch)... oder mich schon richtig wütend angucken, wie ich mich nur so blöde freuen kann. Eine Fragte mich einmal, warum ich so grinse, was es da gäbe (ich guckte gerade in den Rosenpark, an dem ich vorbeiging), und ich sagte:"Oh, nun, ich habe so Schönes auf dem Markt gekauft, und der Regen ist so stimmungsvoll, ich bin gesund, meine Lieben auch - und da sind so wunderschöne Schneeglöckchen, warum soll ich mich nicht freuen?" Sie zeigte mir verärgert einen Vogel und murmelte etwas wie, einfach Lichter seien eben mit wenig zufrieden - was bei mir einen meiner berühmten (und sehr lauten) Lachanfälle auslöste. Aber ich hätte sie nicht auslachen sollen, schließlich sagte sie mir doch damit, dass sie sich nicht mehr an Einfachem freuen kann. Und das war nicht einmal eine "Gestresste", die keine Zeit hat... oi.
    Mittlerweile aber durchbreche ich die Scheibe manchmal und bin ein Teufelchen. Ich freute mich, sah ich eine wunderschöne Frau, ein schicker Begleiter. Ich sehe gerne schöne Menschen. Doch sie produzierten sich, ließen sich bewundern, waren es gewohnt, zeigten dabei aber ziemlich herablassend mürrische Gesichter. Unzufrieden, dabei in teuerste Klamottis gehüllt (die waren aber echt klasse, also die Klamotten... filmreif)
    "Ach schade, leider doch so arrogant - das verdirbt alles", zirpte ich noch, bestens gelaunt. Der König grinste. Ja, ich kann auch so... Ob manche aufwachen? Oder weiter hinter der Scheibe versauern? IHRER Scheibe, hahaha, Hummele, ihrer Mattscheibe :))) Vergessen zu leben...
    Am lebendigsten aber fühle ich mich, wenn manche die Scheibe weg nehmen und wir freudig in Kontakt treten. Einige sehen andere Menschen ja doch noch. Oder was meinst Du? Na, es werden weniger... Vielleicht hilft der Nothammer??
    Hummele, ein toller Post, bitte so viel mehr davon, lass uns fröhlich loslegen, auch wenn die anderen auf ihren Gleisen sausen :))
    Ich drüüück Dich innigst, Deine Méa

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    1. Sag mir: Wie kann man sich darüber ärgern, wenn sich jemand anderes freut?? Ich meine, wenn die Freude echt ist und man keinem andern damit was tut......wie kann das einem dazu bringen, sich abfällig zu verhalten? Manchmal blickt man einfach nicht durch. Seltsame Zeitgenossen, das.
      Und dein 2. Beispiel steht doch sehr schön dafür, dass Geld und Status ganz bestimmt nicht glücklich machen. Hat man von allem zuviel nutzt sich die Freude daran mit jedem erstandenen Stück doch schneller ab. Wen wundert es da, wenn die gute Laune in den Keller sinkt, die Unzufriedenheit aber proportional wächst?
      Tja, da sieht man es mal wieder: So eine kleine, zarte Frau wie du, aber mit so spitzer Zunge ausgestattet, *gggg*! Allerdings kann ich dich verstehen; manchmal komme ich auch in Versuchung, was ganz, ganz pöses, pöses von mir zu geben. Oft kann ich es mir verklemmen, manchmal aber rutscht es doch raus. Das sind dann aber hinterher bestimmt nicht mehr die Mitmenschen, welche mit mir in Kontakt treten wollen. Ausser sie haben den selben seltsamen Humor wie ich, kicher..... :oD
      Ich muss ja gestehen: Ich bin selber nicht so unbedingt der Typ, der auf andere zugeht und Kontakt sucht. Dafür bin ich zu sehr Einsidlerkrebs, brauche folgedessen ehrlicherweise auch nicht die Gesellschaft von mehr Menschen um mich rum als nötig. Aber wenn ich angesprochen werde und der Mensch mir sympathisch ist, dann mag ich mich gerne austauschen und eine lockere Beziehung eingehen. Locker ist in diesem Fall nicht gleichbedeutend mit oberflächlich; aber mir ist es unangenehm, wenn mir Menschen zu sehr auf die Pelle rücken und mich bedrängen- auch wenn ihnen das meist sicher nicht bewusst ist. Bin da halt ein bisschen mimosig, ;oD.
      Genau, Méa, lass uns immer noch ein bisschen mehr runterfahren, dafür aber umso mehr das geniessen, was uns lieb und wichtig ist!
      Drüücker zurück, herzlichste Grüsse!

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    2. Liebstes Hummele, gerade habe ich meiner Tochter Deine phantastische Geschichte vorgelesen - sie war HIN und FUTSCH. Und ganz ergriffen.
      Nochmals ein Riesen-Bravissimo :))) und nen fröhlichen Knuddler :))

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    3. Danke, danke, danke!! Ich freu mich!
      Liebe Grüsse, auch ans Töchterlein, und habt einen schönen Abend alle!

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  3. Liebe Frau Hummel,
    Du schreibst mir aus der Seele, komplett. Ich kenne sie ja auch, die andere Seite. Hab mich einige Jahre hetzen lassen. Über schönes freuen konnte ich mich immer - eine kleine Blume am Wegesrand, Schneeflocken, das Meer, einen sonnigen Tag, liebe Menschen und so weiter... aber seit ich den cut gemacht habe und aus dieser Hektik ausgestiegen bin fühle ich mich manchmal auch in einer anderen Welt.

    Viele verstehen das durchaus, aber viele eben auch nicht. Das sind dann die hinter der Glasscheibe, für die das völlig außerhalb ihrer Vorstellungskraft liegt, dass man nicht den ganzen Tag und die halbe Nacht rumhektiken will, um mehr und immer noch mehr Geld zu verdienen. Vermutlich haben sie so ein Verhalten noch nie in Frage gestellt.

    Méa, ich hätte auch lachen müssen über diese Frau, die auf die "einfachen Gemüter hinabblickt", dabei ist es wirklich erschreckend, dass es wirklich Menschen gibt, die sich an den von Dir beschriebenen Dingen nicht erfreuen können.

    Vorhin war ich zwischen zwei Regenschauern im Garten und habe ein bisschen gearbeitet. Es war kalt und windig, aber herrlich. Unter dem abgeräumten Moos waren noch mehr kleine Frühblüher und ich habe Sämlinge von Winterlingen und von Lenzrosen gefunden.

    Das ist Glück.

    Genauso, dass ich jetzt auf meinem gemütlichen Sofa sitzen und in den Ofen gucken kann, wohlig gewärmt von den Flammen.

    Ganz liebe Grüße
    von Birgit

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    1. Liebe Birgit, ich denke, es gibt heutzutage kaum einen, der "die andere Seite" nicht kennt. Zumindest unsere Generation (huch, wie sich das anhört...!! ;oD) wurde doch noch auf Zuverlässigkeit, Genauigkeit und Loyalität "getrimmt". Alles für sich löbliche Attribute, die aber, über Limit bewertet und angewendet, sehr schnell dazu führen können, dass man auslaugt, ausbrennt, die Freude verliert. Wohl dem, der früh genug die Reissleine zieht! Voraussetzung für diesen Abschied von Stress, Hetze und einem Leben im D-Zug-Tempo ist allerdings ein ziemlich ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Und ein gutes Mass an Genügsamkeit. Denn ein Ausstieg bedeutet ja im Normalfall weniger arbeiten- also weniger Geld- also weniger Konsum. Aber das ist kein Verlust, sondern ein Gewinn, denn gegen das vermeintlich verlorene Materielle stehen viel Zeit, viel Freude, viel Entspannung. Das kann man alles nicht kaufen. Aber geniessen und schätzen kann und soll man es!
      Du siehst es ganz richtig: Es sind die unspektakulären Dinge, die einem berühren. Wie vorhin, als ich mit JohnBoy an der Hand durch den Wald gelaufen bin, und er mir eine Weile lang seinen grossen, schweren Kopf gegen die Schulter gedrückt hat. Ganz viel Zuneigung drückt diese Geste aus, und ich hab mich so gefreut darüber! Und grade jetzt, wo es ganz langsam, aber stetig Frühling werden wird ist die Welt doch wieder voller kleiner Wunder. Man muss einfach die Augen aufmachen und sie wahrnehmen!
      Mein kleines Glück heute Abend: Gleich werden Spaghetti mit einer Eier-grüneErbsenrahmsauce aufgewärmt, mit viel Reibkäse bestreut und ganz gemütlich verdrückt werden...... ;oD
      Ganz herzliche Grüsse zurück!

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  4. Na toll... mir fallen partout nicht die richtigen Worte ein, um diesen wunderbaren Text angemessen zu kommentieren und das kommt nicht sooo oft vor. Mag ich sehr. Grandios geschrieben. Hat was von "Momo" - für mich (immer noch oder gerade jetzt!) eines der besten Bücher überhaupt. Und ich muss dir sagen, dass ich beim ersten Teil fast Beklemmungen hatte... den keinen Hippie in mir gruselt's, wenn er sich in die beschriebene Situation versetzt. ;)

    Okay... wann kommt ein Buch mit deinen Kurzgeschichten raus?

    Herzlichen Gruß!

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    1. Danke Anna, das freut mich total! :oD Nicht, dass ich dir Beklemmungen verschafft hab *ggg*, aber dass du meinen Text "grandios" nennst. Was für ein Lob.....!
      Du, mich gruselts auch, vor allem bei der Vorstellung, in diesem Hamsterrad noch mitrennen zu müssen. Die Wochentage zu zählen und immer nur auf's Wochenende hin zu leben. Dinge haben zu müssen, um meinem Selbstbewusstsein den Bauch zu kraulen. Und vor den Augen anderer bestehen zu müssen. Grauslich. Das Leben geht eh' so schnell vorbei, und man weiss ja immer nicht, wieviel einem überhaupt vergönnt ist. (Naja- gut DASS man es nicht weiss...). Manche Menschen benehmen sich, wie wenn es da irgendwo noch ein Reserveleben geben würde. Schikanieren ihre eigenen Ressourcen und reizen alles aus: ihre Gesundheit, ihr Seelenheil. Und irgendwann legen sie sich in die Ecke. Ich weiss, wovon ich rede! Aber manchmal braucht man offenbar diesen Tritt in den A.... - öhemm..ins Popöchen.
      Buch? Tja. Leider hat noch keiner bei mir angeklopft, der an einer Veröffentlichung meiner gesammelten Werke interessiert wäre.... ;oD
      Ebenso herzlichen Gruss zurück!

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  5. hej hummelchen, sooo schön geschrieben! danke dir!
    herzliches winken über den hoger
    ursula

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    1. Bitte gärn!
      Häb ganz es scheens Wuchenänd, liebi Griessli und frehlichs Winkä ubere Hoger zrugg!! ;oD

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  6. Liebste Frau Hummel...
    ja, so MUSS ich sie einfach anreden, denn das, was ich da gerade lesen durfte, ist ein ganz wunderschöner "Rüttler"!!! Ein "Wachrüttler" im täglichen Gehetze!!!
    ...und ich sage vielen, lieben Dank dafür!!!
    ...und alles Liebe
    Heidi

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    1. Bitte, sehr gern geschehen, liebe Heidi! Manchmal wollen meine Gedanken einfach raus. Schön, wenn sie so gut ankommen!
      Hab ein sehr gemütliches WE, herzliche Grüsse!

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  7. Viele Dank, liebes Hummelchen, das war eine sehr packende Geschichte zum Frühstückskaffee.
    Ich bin begeistert. Besonders schön finde ich wie du mit dem Wasser "umgehst", so viel feine Nuancen.
    Schön, dass es dich und deine Kunst gibt,
    Angelika

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    1. Huii, jetzt werd ich aber ein wenig rot....Kunst nennst du das? Vielen, vielen Dank, das ist ja mal ein Kompliment....! Und freu mir ein Loch in den Bauch, dass meine Gedanken sogar Begeisterung auszulösen vermögen! Hach, ist das schön.....
      Ganz herzliche Grüsse, geniess das WE!

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  8. Liebes Hummelchen,
    so empfinde ich auch, wie es ist, sich nicht auf die Erwartungen der Allgemeinheit und der Gesellschaft einzulassen, stattdessen der inneren Stimme, den eigenen Körper und den Bauchgefühl zu lauschen und das zu tun, was mir gut tut. Umso wertvoller es ist, weil wir alle dieses andere gehetzte Leben auch gelebt haben und deshalb wissen wir nur zu gut, was der Unterschied ausmacht: Lebensqualität :)) Ein wundervoller Post!
    Alles Liebe, deine Grażyna

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    1. Danke, Grazyna! Ja, so ist es: Lebensqualität ist unbezahlbar. Was nützt einem alles Geld, wahlloser Konsum und hektisches durch's-Leben-rasen, um ja nichts zu verpassen, wenn man hinterher unzufrieden, abgekämpft und frustriert ist? Denn man kommt ja nie an- jeden Tag geht das Gerenne nach- was eigentlich?- auf's Neue los. Da lobe ich mir mein unaufgeregtes, beschauliches Dasein, das so völlig unspektakulär und einfach ist, dadurch aber umso entspannter und voll von schönen Momenten und mussevollen Stunden!
      Ich mag meinen Job und geh auch recht gern dahin (was nicht heissen soll, dass ich es mir nicht durchaus vorstellen könnte, meine Tage einzig und alleine nach meinem Gusto zu verbringen! ;oD). Aber abends, wenn ich die Praxistür schliesse, oder an meinen Freitagen gehört mein Leben einfach nur mir. Da bummle ich ohne den Funken eines schlechten Gewissens durch meine Zeit, tu was mich freut und was mir gut tut.
      Das ist einfach wunderbar, und ich vermisse absolut nichts.
      Hab ein gemütliches WE, ganz herzliche Grüsse!

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  9. Liebe Frau Hummel,
    nach all den guten voran gegangenen Kommentaren,bleiben mir nicht mehr viele Worte,die hier noch nicht geschrieben wurden.Eine wunderbare Geschichte,ein bischen beunruhigend,aber nicht wirklich schlimm.Ich finde die Vorstellung wundervoll,dass wir die Möglichkeit haben,in gewissem Umfang,uns in unseren "Glaskasten",unser eigenes selbstgewähltes Leben zurück zuziehen.
    Solche Geschichten braucht es manchmal als Denkanstoss.Das müsste Pflichtlektüre werden,aber dann würde sich sicher ein grosser Teil der Bevölkerung beschweren,weil plötzlich so vieles in Frage gestellt würde.
    Gäbe es dereinst wirklich mal ein Buch von Dir,lass es uns bitte wissen.
    Ich wünsche Dir alles Gute und eine fröhliche Zeit mit all Deinen Tieren.Ich finde Du hast ALLES richtig gemacht!
    GLG Bauke

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    1. Naja, liebe Bauke, ich habe nicht immer alles richtig gemacht. Aber wie heisst es so schön: Aus Fehlern lernt man! Auch wenn das manchmal ziemlich hart ist, aber es bringt einem wirklich weiter. Und so, wie jetzt alles ist, fühlt es sich sehr gut an. So besehen muss ich, zumindest in den letzten Jahren, sehr vieles richtig gemacht haben! ;oD
      Also, dieses Buch...... ich fürchte, das wird es kaum einmal geben, auch wenn immer wieder welche von euch danach fragen. Ich kann es mir schlicht nicht leisten! Leider müsst ihr euch also weiterhin
      mit meinem Blog begnügen, *gg*!
      Apopo Denkanstoss: Es ist nicht immer bequem, gewisse Dinge (und das eigene Tun!) zu hinterfragen. Denn es könnte ja sein, dass man plötzlich feststellt, dass man unter Umständen was ändern müsste....Und deshalb lassen es wohl viele einfach lieber sein. Was sehr schade ist, denn die Ehrlichkeit sich selber gegenüber kann einem auf Wege führen, die einem auf unbekanntes, aber hochinteressantes Terrain bringen!
      Danke für deine Zeilen und ganz herzliche Grüsse!

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  10. Liebes Hummelinchen,
    JA. Ich unterstreiche hier jedes Wort. Trotzdem macht mich die Geschichte traurig, denn selbst wenn ich nicht zu denjenigen gehöre, die "einen Job hat, der ihr zwar jeden Monat ein dickes Gehalt auf ihr Konto beschert", habe ich einen Job, der mich dazu zwingt, Dinge zu tun, die mich vom LEBEN abhalten. Sprich: Mich in das Straßenverkehrsgewühle und anschließend in das U-Bahn-Gedrängsel zu quetschen, dann im Büro auf Tastaturen einzuhämmern, bis es wieder Zeit für das U-Bahn-Gedrängsel und das Straßenverkehrsgewühle Richtung daheim (oder 2 x pro Woche Richtung Pflegeheim zu meiner Mutter) ist. Ich versuche die U-Bahn-Zeit mit Traude-Leben zu erfüllen, indem ich dort lese (mit einem Gehörschutz auf dem Kopf, der wie ein Musikkopfhärer aussieht) und ich versuche auch im Büro "Ich selbst" zu sein, was mir manchmal Scherereien einbringt, überhaupt in letzter Zeit, seit die nette Chefin weg ist, die mich vor 3 Jahren davon überzeugt hat, dass ein Wechsel dorthin eine gute Lösung wäre. Jetzt fühlt es sich dort seit mindestens einem Jahr schon um nichts besser an als in dem Büro, in dem ich zuvor 17 Jahre lang ... gefangen war, Lebenszeit vergeudet habe ... und sämtliche Versuche, mich daraus zu befreien, nur Energie gekostet, aber nichts gebracht haben. Kurz und gut, ich bin froh, wenn mein Arbeitsleben endet und ich endlich wirklich mit meiner Lebenszeit tun kann, was ich will - denn du kannst davon ausgehen, dass das sinnvolle und ausgesprchen lebendige Dinge sind...
    Lass dich herzhaft drücken und knuddel deine Tiere von mir,
    Traude
    https://rostrose.blogspot.co.at/2017/03/1-x-lagenlook-und-3-ausfluge-im-februar.html

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    1. Liebe Traude, das tut mir sehr leid für dich, denn das hört sich sehr resigniert an. Einen Job tun zu müssen, viele Jahre lang, der einem nicht gefällt und der einem nichts bedeutet, das ist wirklich traurig. Ich kann dir das nachfühlen, denn ich hatte auch mal einen Job, den ich jeden Morgen am liebsten nicht angetreten hätte und beim Aufstehen immer hätte heulen können. Gottseidank war das "nur" ein Praktikum, also zeitlich begrenzt und ein Ende absehbar. Aber nur schon das hat mich extrem belastet; mir vorzustellen, das viele Jahre lang zu tun- unvorstellbar für mich. Denn du schreibst ganz richtig: Das ist soooo viel vergeudete Lebenszeit, die einem keiner zurückbringt. Und es wird einem auch keiner "Danke" dafür sagen.
      Auch wenn ich manchmal den Wunsch habe, mal was ganz anderes zu tun, so ist meine Stelle in der Klinik doch eine sichere und recht angenehme. Die Arbeit gefällt mir gut, ich verstehe mich prima mit meinen Kolleginnen, und das 70%-Pensum ist mit meinen Tieren noch zu schaffen. Trotzdem frage ich mich immer wieder, ob ich das noch weitere 12 Jahre tun will- bis ich in Rente gehe nämlich. Also halte ich meine Augen und Ohren offen. Wer weiss- vielleicht kommt mal eine Gelegenheit um die Ecke, die nur beim Schopf gepackt werden will? Man weiss nie......
      Das wünsche ich dir auch, denn ich nehme an, bei dir sind es auch noch ein paar Jährchen, die du schaffen musst im Beruf? Es ist doch um jeden Lebenstag schade, den man irgendwie im Büro hinter sich kriegen muss und so gar keine Freude dran hat. Ich leite das mal ans Universum weiter.
      Merci für dein Hiersein, ganz herzliche Grüsse!

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