Mittwoch, 21. Oktober 2015

L'ARTS VIVANTS

Wie gut, dass ihr mich durch eure vielen Kommentare auf das eine oder andere Thema gebracht habt, worüber man einen Post schreiben könnte! ;oD 
Beate hat in einem ihrer letzten Post's ein Bild gezeigt, das sie beim Trödler erstanden hat. Es stellt ein behäbiges, altes Holzaus in ländlicher Umgebung dar, ein kleiner Stadel steht im vis à vis. In meinem Kommentar habe ich Beate geschrieben, dass mein Grossvater sehr kreativ war und viel gemalt hat. Er war ausserdem ein begeisterter Fotograf und hat die Geschehnisse seiner Zeit auch in bewegten Bildern festgehalten. Noch heute werden seine (inzwischen digitalisierten) Filme im Fernsehen oder an Vorträgen gezeigt.  
Das brachte mich auf den Gedanken, euch das eine oder andere seiner Werke zu präsentieren.

Eines seiner einfachen, aber gerade dadurch so bestechenden Ölbilder hängt in unserer Stube. "Kirchgang" hat er es betitelt, entstanden ist es 1928. Eine Frau in Tracht schreitet die Holzstiege aussen am Haus herunter, links von ihr am Geländer erkennt man eine Wolke roter Blüten. Die letzte Treppenstufe endet über einem grossen Steinquader, der wohl diese einfache Treppe ergänzt. (Ich überlege grade: Ob diese Konstruktion der Absicht diente, die Mäuse aus den Wohnräumen fernzuhalten??)





Ganz besonders gefällt mir an diesem Gemälde das Licht- und Schattenspiel und diese pudrigen, gebrochenen Farben, die mein Grossvater verwendet hat. Der einfache, dunkle Holzrahmen stiehlt dem Werk nicht die Show, trägt aber seinen Teil bei zu einem sehr stimmigen Gesamteindruck!

Meine Schwester wiederum hat ein Bild geerbt, das 1922 entstanden, also noch ein wenig betagter ist. Seinen Namen kenne ich nicht, aber es zeigt einen älteren Herrn, der gemütlich am Boden sitzend und angelehnt an einen Baumstamm in seine Gedanken versunken scheint. In einem Mundwinkel hängt ein Stängel Klatschmohn.
Ich frage mich, ob er sich da selber verewigt hat; auf jeden Fall finde ich, dass der Mann meinem Grossvater ein wenig ähnlich sieht!




Genau das sind die Dinge, die ich sehr, sehr gerne leiden mag und die auf jeden Fall eine Existenzberechtigung in unserem Zuhause haben. So viele Jahre haben sich schon eine Menge Menschen an ihnen erfreut, und sie haben nichts von ihrer Ausstrahlung eingebüsst!

Gibt es bei euch auch ähnliche, sorgsam behütete Erbstücke, die ihr nicht hergeben würdet?

Habt einen gemütlichen Herbsttag,

herzlichste Hummelzgrüsse!

Kommentare:

  1. ha! :-)
    grossartige bilder! dein grossvater war ein poet mit dem pinsel!
    allerdings hätte er sich 1922 schon als zukünfigen alten mann malen müssen, sonst kommt die rechnung kaum hin oder? auf jeden fall erzählen gute bilder immer sehr interessante geschichten - und es macht spass sie herauszufinden. z.b. die idee mit der treppenstufe leuchtet mir ein! das rot der treppenberankung würde ich als herbstlaub/wilder wein? deuten, die anderen pflanzen im bild sind ja auch rot oder golden..... allerdings sabotiert die pflanze die mäuseabwehr ;-) die frau könnte unterwegs sein zum erntedankgottesdienst - in der sonntagstracht. apropo - ist das eine tracht aus eurer gegend?
    das dein opa auch gefilmt hat und diese filme heute noch benutzt werden finde ich ja spannend......
    xxxxx
    ach so - gern geschehen! :-)

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    1. Oh Himmel....das war jetzt aber ein klassischer Denkfehler, *ggg*!! Du hast natürlich Recht, mein Grossvater war ja erst 28 Jahre alt, als er das Bild gepinselt hat! Tzzzzz...... ;oD
      Genau, diese Szene auf der Treppe spielt hundert pro im Herbst! Alleine die Farben, mal abgesehen von denen der Pflanzen, symbolisieren diese Jahreszeit für mich. Und die Tracht stimmt mit unseren hier in Farbe und Design überein, allerdings tragen wir hier keine Hüte, sondern Hauben oder aber Silberlöffel im Haar. (Nein, natürlich keine Suppenlöffel! Das Teil heisst nur so, sieht aber eher wie eine ovale, gebogene Silberspange aus, die ins Haar gefochten wird!)
      Hoffen wir mal, dass in diesem Haus auch eine Katze lebte, denn es wäre schade, den wilden Wein abzusägen, nur damit die Mäuse ihn nicht mehr als Kletterhilfe nutzen können! ;oD
      Ich wünsch dir einen schönen Abend, herzlichste Grüsse!

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  2. Wir besitzen eine alte Uhr, die einst der Oma des Rabenmanns gehört hat. Ich mag sie überhaupt nicht leiden, aber sie tickt so schön! Man hört förmlich, wie die Zeit vergeht. Die Uhr von meiner Oma hat damals genau so getickt, und es vermittelt mir immer Ruhe und Geborgenheit. Deswegen steht sie in der hintersten Ecke unseres Wohnzimmers. Außerdem habe ich noch die Topflappen, die meine Oma gehäkelt hat. Ich hab die meisten in Benutzung, aber ein Paar befindet sich, zusammen mit einigen anderen Dingen, die leider nicht so recht in unsere Wohnung passen, zwecks Schonung in einer alten Hoffmans-Stärke-Kiste aus dem Laden von meinem Opa. Diese wurde also zur "Erbschaftskiste" erklärt.
    Grüßle
    Ursel

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    1. Aaaahhh, alte Uhren! Da hab ich viele Verbindungen! Meine Oma hatte eine riesige, alte Standuhr in der Stube stehen, die tickte auch so herrlich- man hatte das Gefühl, wie wenn die Zeit ganz langsam dahinfliessen würde! Und sie schlug wunderbar dunkel, ich hab das heute noch im Ohr, genau wie auch das Geräusch , wenn Oma die Ketten zog, um das Uhrwerk aufzuziehen. Unten hingen, glaube ich, dicke Metallzapfen als Gewicht dran. Übrigens dachte ich als kleines Mädchen immer, in dem Gehäuse wohnt einer, und fürchtete mich ein wenig vor dieser Uhr! ;oD
      Mein Grossvater war ja eigentlich Uhrmacher, von daher spielten Uhren schon seit jeher eine Rolle bei uns! Ich hab noch viele alte Taschenuhrengehäuse aus seinem Geschäft, ausserdem eine Blinden-Taschenuhr (sehr speziell!) und eine alte Damentaschenuhr mit bemaltem Zifferblatt. Die hängen, zusammen mit einem ganz alten Wecker, bei uns über dem Bett an der Wand.
      Und lustig: Ich hab auch noch Oma's alte Topflappen! Die sind aus Stoff mit einem Hühner-und-Hahn-Sujet. Der eine ist schon ziemlich angekokelt, denn Oma buk und kochte ja leidenschaftlich, und die Lappen wurden ausgiebig benutzt. Aber ich kann den einfach nicht entsorgen.....!
      Danke für deine Zeilen, hab einen feinen Abend! Herzlichste Grüsse!

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  3. Liebes Hummele, so wundervoll!!! Und wie diese Treppe endet (könnte wirklich wegen der Mäuse sein, ist ja ein Gedanke), hätte die pittoresker nicht sein können.
    Ich habe leider so gar keine Erbstücke, so NULL komma gar nüscht. Deshalb wohl hole ich mir alte Sachen hierher und mache einen auf "verarmter Adel", hahaha
    So kannst Du Dich daran erfreuen, und das ist ja nun wirklich etwas zum Freuen, sowas zauberhaft Schönes. So voller Poesie und Können gemalt und mit liebevollem Auge.
    Wie klasse, dass Du das hast - und gepostet hast :)) Ich drück Dich ganz lieb und herzlich, Deine Méa, die nun nochmal diese Treppe angucken geht... Will auch so eine Treppe haben....

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    1. Méa, das ist wirklich schade, dass du so gar nix Altes hast, was dich an deine Familie erinnert..... Ich hab glücklicherweise eine ganze Menge davon, alte Uhren, alte Rosenkränze, Bilder, Kerzenleuchter, und,und,und. Natürlich sind die Sachen nicht zwingend wichtig, denn ebenso schön sind auch Erinnerungen, die man in Gedanken mit sich trägt. Aber ich hab z.B. einen fünfarmigen Zinnleuchter von meiner Oma, den ich mit der Auflage geschenkt bekommen habe, dass ich jedes Weihnachten ein "O du fröhliche" vor ihm singen soll. Hust..... Ganz ehrlich? Ich hab noch nie gesungen, *ggg*! Da gehen ja die Kerzen aus, kicher! Von meiner Grossmutti stammt eine wunderhübsche Gemme, die ich zwar nicht trage, (ich trage ja nie Schmuck!), die ich aber immer wieder gerne aus dem Schächtelchen hole und betrachte.
      Jetzt bin ich ja mordsgespannt, wie du diesen Treppenabsatz in eurer Wohnung realisieren willst! ;oD Vor allem täte mich interessieren, wie du so'nen Brocken (der ja bestimmt ein paar Zentner wiegt!) in euer Zuhause zu schleifen gedenkst..... Ich lach mir jetzt schon einen Bruch!!
      Hab eine gute N8 und bis bald,
      herzlichste Hummelzgrüsse!

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  4. Du bist "beneidenswert" um Dein Erbstück und ich finde, es paßt gut bei Euch, zeigt es doch eine ganz schlichte Szenerie.
    Ja, ich habe auch ein solches Erbstück - eine Blistiftzeichnung, die der Bruder vom meinem Urgroßvater im Graben im 1.Weltkrieg 1918 gemalt hat. Vielleicht hat er damals an Zuhause dabei gedacht? 2011 hab ich mal in einem Post darüber geschrieben. Es ist ein Bild, dass ich NIEMALS hergeben würde.
    Liebe Grüße, Jacqui

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    1. Ja Jacqui, ich mag das Bild wirklich sehr, sehr gerne!
      Das kann ich gut verstehen, dass du diese Zeichnung nicht hergeben würdest! Denn sie ist ja schon unter ganz besonderen Umständen entstanden, und irgendwie - das tönt jetzt vielleicht seltsam- aber irgendwie ist sie doch ein Stück Leben dieses Verwandten. Ein Zeitzeuge aus einem Abschnitt unserer Geschichte, der furchtbar war und trotzdem noch Platz liess für künstlerische Kreativität! Wahrscheinlich hat es ihn abgelenkt und getröstet, im Schützengraben zu zeichnen. Was stellt die Zeichnung denn dar?
      Hab eine gute N8, ganz herzliche Grüsse!

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  5. Was für ein kostbares Erbe liebe Frau Hummel, kostbares im Herzen als Erinnerung an deinen Großvater und dazu noch so passend – schöner kann es nicht sein! So reich bist du!
    Ich habe nix, keine Erbstücke, die ich umarmen kann. Das einzige, was ich hege und pflege sind Erinnerungen an das Zuhause meiner Großtante, die mir Geborgenheit schenkte und Erinnerungen an ihre Rosen aus dem Garten in einer Kristallvase auf einem uralten großen Tisch, die Standuhr, die mich durch das ticken nicht schlafen lies, hihi, die Bratäpfel aus dem Kachelofen und andere schöne Dinge. Ich würde alles hergeben, um so ein Ding zu haben, was meine Verbindung zu der Vergangenheit und zu den Ahnen wäre... Was für ein schöner Post...
    Hab es schön und gemütlich du Liebe, ich drück dich, deine Grażyna

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    1. Schöne Erinnerungen, liebe Grazyna, sind etwas sehr, sehr Wertvolles! Sie schlagen die Brücke in unsere Kindheit, als wir noch so unbeschwert in den Tag lebten durften. Auch ich habe ganz, ganz viele schöne Erinnerungen an meine Kindheit, die erstrecken sich von Ferien auf der Alp mit morgendlichem Bad im eiskalten Brunnen, Holzherd, Plumpsklo und Kühereiten über Waffelnbacken und Romméspielen bei Oma bis hin zu Grossmuttis Hollunderlimonade, ihrem auf Fäden gezogenen Kandiszucker im Estrich oder dem Nähen von Puppenkleidern auf ihrer alten Nähmaschine. Vor Oma's alter Standuhr mit dem dunklen Schlag hab ich mich gefürchtet, weil ich felsenfest davon überzeugt war, dass da einer drin wohnt!
      Aber natürlich ist es wunderbar, wenn man etwas in die Hände nehmen kann, das einem in diese Zeiten zurückversetzt! Wenn ich z.B. Oma's richtig grosses, dickes, rundes Holzbrett hervorhole, um darauf Gemüse zu schnibbeln, dann sehe ich sie immer noch mit ihrer Schürze vor dem Bauch und mit vom Eifer roten Bäckchen in der Küche stehen, um Schweinebraten süss-sauer mit Klössen oder "errötende Jungfrau" für uns zu kochen!
      Wohl deshalb auch mag ich mir gar nichts Neues mehr kaufen, denn die Sachen haben einfach keine Geschichte und keine Seele. Aber wozu auch, ich hab ja genug Dinge, die in mir Schönes und Vertrautes aufleben lassen!
      Bis bald, meine Liebe, ganz herzliche Grüsse!

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  6. Hi Sis :-), magst recht haben mit dem 2. Bild. Unser Papa hat selber schon bestätigt, dass dieser Gitarrenspieler seinem Vater ähnelt! Wahrscheinlich hat unser Grossdädi in jungen Jahren schon ein Gespür für sein eigenes Alter entwickelt *g*, war er doch erst 22jährig, als er das Bild malte!

    Ich freue mich auch sehr darüber, dass es in unserer Familie so viele Erinnerungsstücke gibt, die uns lebhaft an unsere Lieben erinnern, die leider nicht mehr mit uns sind! Sie halten Eindrücke am Leben, schlagen leise unsere Seelensaiten an.. Ich möchte all diese schönen Dinge nicht missen, sie bedeuten mir viel.

    Gelungener Post mal wieder!
    Herzlichen Gruss und scheenä Abig von Rici, la tua sorella :-)

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    1. Ciao Sorella! Houjaaa, also DAS war ja mal wieder ein Denkfehler par excellence!! Aber wahrscheinlich war das Intuition von Seiten des Künstlers, dass er vor seinem geistigen Auge schon Bilder von sich selber im fortgeschrittenen Alter hatte...! ;oD
      Mir bedeuten die Sachen auch sehr viel, und du weisst ja selber, was da alles an Erinnerungen dranhängt! Gottseidank hat man in unserer Familie schon immer diese Sachen behütet und weitergegeben.
      Immer, wenn ich so ein Stück in die Hand bekomme (und z.T. benutze ich sie ja regelmässig, wie etwa Oma's riesiges Schneidebrett!) dann kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen, weil da Bilder zu tanzen anfangen, Gerüche sich in meine Nase schleichen, die einfach untrennbar mit den Sachen verbunden sind! (Du kennst das alles ja auch, warst ja meistens mit dabei! ;oD)
      Gued Nacht äbefalls und bis die Täg irgendwenn einisch,
      liebi Griessli!

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  7. Frau Hummel
    das ist ein wunderschönes Erbstück von deinem Grossvater ,
    sowas lässt auch Erinnerungen an den Menschen selber lebendig bleiben .
    Ich hab von meinem Grossvater ein selbst gemachtes Holzschaukelpferd ,
    das ich um nichts in der Welt jemals hergeben würde....niiiiiiiemals.
    Herzlichst caro

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    1. Ouu Chacheli, ein Schaukelpferd- das ist natürlich auch etwas ganz Lässiges!! Und dann noch selbstgemacht.....
      Auch wenn ich täglich an meine Lieben denke, die schon verstorben sind, so ist es doch nochmals was anderes, wenn ich etwas in die Hand nehmen kann, das ihnen gehörte. Ich bilde mir ein, dass ihre Energien auf diese Gegenstände übergegangen und erhalten geblieben sind. Klingt vielleicht ein wenig schräg- aber wir haben uns ja grad vorhin noch unterhalten über - ähmm jaaa.... den mit alle Tassen im Schrank und so, *ggg*! Trotzdem: ich bin überzeugt davon......
      Bis bald wieder, gued Nacht und liebi Griess!

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  8. Liebes Hummelchen,
    die Bilder sind wunderschön, so ruhig. Mir gefällt besonders das Vordach über der Türe, es sieht so gemütlich aus, so beschützend. Wenn man sich da die Alu- und Stahlkonstrukte von heute ansieht, tsss, kein Vergleich. Holz hat einfach mehr Flair.
    In unserem Besitz befindet sich ein Straußenei mit dem mit Bleistift drauf geschriebenen Datum 3.9.1938. Das Ei hat die Oma meines Mannes uns vererbt und ich habe mich schon so oft gefragt, wie sie das Ding heil durch den Krieg bekommen hat und ob es nichts wichtigeres gab, was sie retten wollte. Das Ei liegt in unzähligen Lagen verpackt im Schrank und kommt zur Osterzeit als Deko ins Wohnzimmer auf einen Ehrenplatz. Ich atme kaum beim Dekorieren und habe immer Angst, dass ich Tollpatsch es fallen lasse, nachdem es den 2. Weltkrieg überstanden hat. Und einen Porzellandackel hat sie uns hinterlassen, der ganzjährig durchs Haus wandert. Der bleibt für immer hier und später kann unsere Tochter ihn haben.
    Erinnerungen sind schön... genau wie jedesmal aufs Neue deine Posts.
    Mal wieder eine dickes Dankeschön und liebe Grüße aus Aachen,Sabine

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    1. Liebe Sabine, zuerst ganz herzlichen Dank für dein Kompliment und bitteschön, gerngeschehn! ;oD
      Ich hab mal in so einem ähnlichen Haus gelebt, es war uralt, hatte einen Kachelofen, dessen Kacheln auf Siebzehnhundertirgendwas datiert waren, knarzende Böden, dunkle Balken....herrlich! Solche Häuser sind wirklich mehr als gemütlich (auch wenn ich sicher bin, dass da noch jemand "lebte", den wir aber nicht sehen konnten....! :o0)
      Das Straussenei muss der Oma deines Mannes irgendwie ganz besonders wertvoll gewesen sein, vielleicht war es ein Geschenk oder eine Erinnerung an ein spezielles Erlebnis? Auf jeden Fall ist es schön, dass du es so sorgfältig bewahrst und es zu Ostern an's Licht lässt!
      Ich hab von meiner Oma wunderhübsches, aber ganz furchtbar zartes Teegeschirr, das ich mich wirklich nicht zu benutzen getraue. Man hat das Gefühl, man könnte das beinahe durchsichtige Porzellan schon mit einem scharfen Blick zerspringen lassen! ;oD Aber ich schaue es mir immer wieder gerne an, die feinen gemalten Blümchendecore, die geschwungenen Henkelchen.... Und erinnere mich genau daran, wie Oma es zwar benutzt, aber dann mit aller Sorgfalt von Hand abgewaschen und anschliessend wieder in die Vitrine gestellt hat! Achjaaaaa......
      Hab einen schönen Tag noch, ganz liebe Grüsse!

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  9. Liebe Frau Hummel,
    habe auch ein altes Gemälde vom Großvater.
    Das Bild zeigt die Ostsee, Sandstrand und Wald. An einer Stelle hat das Meer sehr viel Land weggespült und ausgehöhlt.
    Ein großer,wunderschöner Baum steht am Abhang und man sieht ein Teil seiner kräftigen Wurzeln.
    An dunklen Tagen wirkt das Bild(auf mich)bedrohlich. Ich befürchte der Baum könnte abstürzen.
    Aber an Tagen, wenn das Zimmer mit Licht durchflutet ist ,spüre ich die Kraft der Wurzeln ,die sich tief in die Erde gegraben haben. Der Baum bleibt stehen.
    Danke ,Frau Hummel es war schön bei Dir!!!!!
    Wünsche dem H.W:F.Kind eine erholsame Nacht. Himmlische Grüße Anne

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    1. Siehst du, liebe Anne, solche Dinge "leben"! Und sie können unsere eigene Verfassung widerspiegeln, so wie du die Wirkung der Wurzeln und des gesamten Bildes "spürst", je nachdem, wie gut oder eben auch nicht du dich selber grade fühlst. Das ist es, was solche Dinge ausmacht: Sie berühren uns. Dazu ist billige Massenware wohl eher nicht fähig....
      Aber jetzt hilf mir mal: Was bitte bedeutet H.W.F.Kind?? Ich hab lange überlegt, bin aber auf keine sinnvolle Deutung gekommen, *ggg*! Da scheint was an mir vorbeigegangen zu sein.....
      Danke für deine lieben Zeilen, ganz herzliche Grüsse!

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    2. Am 16.Aug. schreibst Du in Deiner Antwort: Bin auch ein HWFK.......
      Auflösung: HERBST,WINTER.FRÜHLING und KIND.
      Hab einen schönen Herbstabend HWFK.Anne

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    3. Achsoooo....*gggg*! Manchmal steht man ein wenig im Wald, Donnerwetter! Danke für deine Hilfestellung....mein Gehirn wird auch nicht jünger, oioioi!
      Auch dir einen wunderbar entspannten Abend! Wir kommen grad vom Stall zurück, jetzt gibt's ein Abendbrottellerchen auf die Knie.
      Liebe Grüsse!

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  10. Huhu Frau Hummelchen!

    Dein Opa war ja wirklich ein Künstler! Hast Du etwas von seinem Talent geerbt?
    Hast Du Dich auch schon mal an der Staffelei versucht?

    Ich habe das Spinnrad meiner Oma bekommen. Meine Cousine (die das ganze Haus geerbt hat)
    hatte es nur auf dem Dachboden stehen und wollte es eigentlich nicht hergeben.
    Meine Tante hat dann ein Machtwort gesprochen und seit dem steht es bei mir im Wohnzimmer.
    Es ist nicht wirklich alt (vielleicht 40 Jahre), aber meine Oma hat damit bis zuletzt wirklich
    gesponnen. Einige Paare dieser dicken, kuschelwarmen Schafwollsocken habe ich auch noch.
    Ich trage diese "heiligen Socken" aber nicht, da ich Angst hab sie abzunutzen.
    Meine Oma (väterlicherseits) starb vor knapp 15 Jahren. Main Opa (mütterlicherseits) nur einen Tag später.
    Deren Ehepartner starben leider schon vor meiner Zeit.

    Von meinem Opa hab ich nur ein paar Kleinigkeiten. (eine schöne blaue Glasschüssel, eine Suppenterrine von den Urgroßeltern, eine alte Schürze)
    Aber ich bekomme, wenn wir den Raum dafür irgendwann mal fertig haben, sein altes Küchenbuffet.
    Das steht noch bei meiner (anderen Tante) im Keller.
    Auch sie wollte das nicht rausrücken. Aber jetzt, nach mehren Jahren, haben wir nochmal drüber gesprochen
    und sie ist ganz erstaunt wieviel mit an diesem "alten Ding" liegt. Und nun kann ich es doch haben.
    Sie hatte nur keine Lust es auszuräumen.
    Mein Opa hat mit zu Lebzeiten gesagt dass ich es bekommen kann wenn er nicht mehr ist.

    Ich vermisse meinen Opa (und seine Frau "Tante Luise") und meine Oma sehr.

    LG
    Claudia

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    1. Liebe Claudia, naja, ich hab wohl ein wenig seine kreative Ader geerbt (die übrigens 1:1 von ihm auf meinen Daddy übergegangen ist!) An der Staffelei hab ich noch nie gestanden, malen ist nicht sooooo sehr meine Domäne. Ich kann eine Kuh zeichnen, die dann auch als solche zu erkennen ist...aber so richtig professionell sieht das schon nicht aus! ;oD
      Auf das Küchenbuffet kannst du dich freuen! Ich hab hier ja auch eines stehen, und es ist eigentlich eines meiner liebsten Möbel (na, so viele sind es ja nicht mehr, *ggg*!) Die Sachen wurden früher noch von einer Qualität gebaut, die heute ihresgleichen sucht, und an unserem gefällt mir die einfache, unaufgeregte Form, seine Behäbigkeit und die mundgeblasenen Glasscheiben ganz besonders. Ich finde, solche alten Möbel strahlen so viel Seele aus! Und spinnen würde ich schon lange gerne mal. Ich finde, Wolle ist sooo ein herrliches Material! Ich stricke auch gerne, aber um auch noch die Wolle selber zu spinnen- dafür fehlt mir leider die Zeit. Irgendwann werde ich das noch in Angriff nehmen. Genau wie weben und töpfern auch, das sind faszinierende Handwerke, finde ich!
      Danke für dein Da-Sein, ganz herzliche Grüsse!

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  11. Weißt du was, liebe Frau Hummel, mein Opa war auch ein begnadeter Zeichner. Ich bin mit seinen Federstrichen aufgewachsen. Nun hatte ich aber auch einen "Maleronkel", dessen Bilder ich schon als Kind verehrte. All die schönen Aquarelle von ihm und die bebilderten Reiseberichte sind ein ungeheurer Schatz für mich. Ein Reisealbum habe ich sogar geerbt. Und ein paar Aquarelle, davon eines seiner Lieblinge, das er mir schenkte, als er mal allen seinen Nichten und Neffen erlaubte, in seiner Werkstatt sich ein Bild auszusuchen. Meinem Bruder und mir wollte er die von uns ausgesuchten fast nicht geben, weil es seine Lieblinge waren. Schließlich hat er sie uns aber doch mitgegeben. Wie ich stolz war!!!
    Die Bilder von deinem Opa sind sehr schön. Ich kann mir denken, mit welchem Gefühl du davorstehst. Ich meine es zu kennen. Alle Wände meiner Kindheit waren voll mit Familien-Kunstwerken. Wenn eines plötzlich fehlen würde, würde ich es vermissen. Und ich stehe immer wieder gerne hin und lasse Erinnerungen hochkommen, zum Teil, weil ich als kleines Kind schon davor stand und mich in die Bilder hineinträumte, zum Teil auch, weil sie mich natürlich an Onkel und Opa erinnern.
    Wie schön, dass du neue Themen hast, :-)
    bis bald also und ein ganz feines Herbst-WE
    Angelika

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    1. Ja, ich freu' mich auch, dass mir hier ein wenig auf die Sprünge geholfen wird! ;oD
      Ich steh oft vor diesem Bild in der Stube und schaue es mir genau an. Wenn man bedenkt, dass jeder dieser Pinselstriche vor 93 Jahren geführt wurde....ein wirklich seltsames Gefühl! Es birgt schon eine grosse Faszination, sowas Altes, Ehrwürdiges da hängen zu haben.....
      Wenn dein Onkel dir eines seiner liebsten Gemälde abgetreten hat, dann steigert das den ideellen Wert um ein vielfaches! Denn Dinge, an denen man selber unglaublich hängt, sie aber trotzdem jemandem schenkt, die kommen von Herzen! Dann hat er erkannt, wie sehr du es schätzen wirst und konnte es deshalb an dich weitergeben!
      Auch dir wünsche ich ein ganz und gar entspanntes WE! Hier ist Prachtswetter, aber ich mag den Herbst auch total gerne, wenn er grau und duster ist.... ;oD
      Ganz liebe Grüsse!

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  12. ohhhh scheeeen wenn ma so kreative VERWANDSCHAFT hot;;;;;;
    jedesmol wenn vorbei gehst,,, geht da sicha ah LÄCHELN
    übers GSICHTAL,,,,,,freu,,,freu,,,,

    hob no an feinen ABEND
    bussale bis bald de BIRGIT

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    1. Ja, Birgit, meine Verwandtschaft väterlicherseits ist sehr kreativ und musikalisch noch dazu, keiner, der nicht malen, musizieren, fotografieren, singen würde oder sonstwie geartet künstlerisch-kreativ tätig wäre! Und ich komme natürlich jeden Tag x-mal am Bild vorbei, immer, wenn ich in die Stube gehe, und ich freue mich jedes Mal über dessen Ausstrahlung!
      Hab einen schönen, entspannten Tag, herzlichste Grüsse!

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  13. Huhu liebste Hummelchen,
    na das sind ja mal tolle, wunderschöne Werke Deines Opas. super toll.
    Das die in Ehren gehalten werden, kann ich nur zu gut verstehen.
    Hier bei mir gibt es auch sehr viele Schätze, die gehütet werden, von einer kleinen Uhr über Fotos
    hin zu einer Nähmaschine, Tabletts, Gläser. Alles nichts wertvolles vom Geldwert her, aber für mich
    sooooo wertvoll, weil einfach wunderschöne Erinnerungen damit verbunden sind.
    Sende Dir ganz ganz liebe Grüße in die Schweiz.
    Dein Kunterbuntes

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    1. Kunterbuntchen, es ist ja nicht der materielle Wert, der diese Dinge so wertvoll machen, sondern eben genau die Erinnerung an die entsprechenden Personen und die Erlebnisse, die wir mit ihnen hatten. Das macht sie so einmalig! So kann eine alte, abgegriffene Holzkiste oder ein angekokelter Topflappen mehr wert sein als ein goldener Ring. Ganz abgesehen davon, dass uns die Erinnerungen niemand nehmen kann: materieller Reichtum ist so schnell vergänglich und macht auch nicht glücklich(er).....
      Ganz herzliche Grüsse zurück, hab ein entspanntes WE (und du weisst schon: Beine hoch!! ;oD)

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  15. Oh, ich mag das erste Bild sehr. Es sieht aus wie aus dem Schwarzwald. Und die Möbel, die ich noch von meiner Oma habe, sind mir bis heute die liebsten. Dieses warme dunkle Holz ist mit nichts zu vergleichen.
    LG, Petra

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    1. Liebes Fräulein Leni, ich mag die Bilder auch sehr! ;oD Du hast Recht, es könnte auch eine Szene im Schwarzwald darstellen- fehlt nur der rote Bommelhut!
      Alte Möbel sind meiner Meinung nach einfach viel, viel charmanter als Neue. Alleine die Tatsache, dass sie schon so vieles miterlebt haben, macht sie zu was ganz Besonderem, von ihrer tollen Qualität und dem handwerklichen Geschick, mit dem sie hergestellt wurden, mal ganz abgesehen. Viele Möbel, die man heute so kauft, möchte ich in 50, 70 oder gar 100 Jahren mal sehen. Wahrscheinlich sähe man- NICHTS. Denn so lange Zeit überdauern die gar nicht mehr. Ich sage nur Pressspan.......
      Hab eine gute N8, ganz herzliche Grüsse!

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