Dienstag, 15. September 2009

Heute treten wir ins Wohnzimmer ein.....



Meine Lieben,
heute lade ich Euch in mein Wohnzimmer ein- ich möchte Euch ein paar Details zeigen!
In diesem Raum stehen einige Stücke meiner geliebten Oma (sie war übrigens Deutsche), die leider, leider vor mehr als einem Jahrzehnt 90jährig verstorben ist. Ich hatte einen ganz besonderen Draht zu ihr, dadurch sind diese Stücke für mich von sehr grosser Bedeutung, und ich hänge so an ihnen! 
Zwischen zwei Fenstern steht ihr alter Schrank, den ich von vielen zähen Farbschichten befreit und mit einem (künstlichen) Kränzchen geschmückt habe. Abends wird er von diesem Kerzenleuchter in weiches Licht getaucht; er ist zwar nicht wirklich alt, sieht aber seeehhr betagt aus. Gleich in der Ecke gegenüber hat Oma's alte, handbemalte Stollentruhe ein Plätzchen gefunden. Oma konnte sooo wunderbar backen, und Weihnachten ohne Stollen ist für mich einfach kein Weihnachten...! (Oohh, WEIHNACHTEN... das wird ein Thema!!!) Die Truhe beherbergt meine gesammelten Wohn-Illustrierten und ist somit für mich ein Fundus für immer neue Anregungen und Ideen! Bei diesem schönen Stück würde ich es aber echt nicht über's Herz bringen, es weiss anzupinseln.... 
Mein Telefon ist wirklich sehr alt: Es stammt aus dem Jahre 1934, wurde totalrevidiert, und ich habe es nach langem Suchen bei der Firma "manufactum" gefunden. Es klingelt so herrlich altmodisch!! ( und laut: Martin fällt vor Schreck immer fast vom Sofa..hihi..) Extra für das Telefon habe ich ein Tischchen gebaut, aus einem Hockerchen, das-natürlich- weiss lackiert und wieder etwas angeschrammt wurde, mit einer Abdeckung, die aus dem verwitterten, zerfurchten Holz einer alten Stalltüre stammt. Aus dem unteren Teil eben dieser Stalltüre habe ich dann gleich auch noch unseren Sofatisch entstehen lassen; die dicke Holzplatte wurde sandgestrahlt und eingewachst. Stellt Euch vor, es hat sogar noch Bissspuren von den Tieren dran, die in diesem Stall gewohnt haben! Damit das schwere Teil mobil wird (z.B. für's Staubsaugen...phhh...) haben wir grosse Containerrollen druntergeschraubt. Das sieht ziemlich witzig aus. Der kleine, weisse Emaille-Kerzenständer, den Ihr auf dem Tisch entdecken könnt, hat schon meine Urgorssmutter an dunklen Abenden mit einer Kerze bestückt und angezündet!
Dann gibt es da noch die Spiegel in der Ecke mit dem riesigen, ungemein schweren Kerzenständer davor, dessen Licht sich dann immer so schön wiedergibt. Er stand ursprünglich in einer Kirche, wurde dann zu einer Lampe mit Schirm umfunktioniert und von meinen Eltern so gekauft. Als sie sich eine neue Ständerlampe zugelegt haben und nicht so recht wussten, wohin mit dem alten Teil, habe ich es natürlich sofort in meine Obhut genommen. Den Schirm habe ich abmontiert und den schönen Fuss aus Messing wieder seiner alten Bestimmung zugeführt. Der ovale, elegant verzierte Spiegel hing früher in Oma's Vestibul, den kleinen Kranz darunter aus Blättern und kleinen Äpfelchen im Korb habe ich selbst modelliert.
Ach ja, und dann gibt es da noch diese wirklich sehr alte, schon leicht ramponierte Glocke mit dem schönen, dumpfen Ton, die irgendwann mal am Hals eines Schafes gehangen hat. Mein Vater hat sie auf dem Dachboden gefunden, als er und meine Mutter ihr Haus zum Verkauf räumten; mein Vater hat mir erzählt, dass sie aus dem Eisenwarenladen stammt, den ein längst verstorbener Verwandter im beginnenden 19. Jahrhundert geführt hat. Hach, wenn doch diese Dinge nur sprechen könnten- was bekämen wir da für Geschichten erzählt!!
Nächstes Mal dürft Ihr dann in mein Schlafzimmer "spienzle" (hallo, liebe Traude...grins...); da seid Ihr privilegiert, das darf nicht jede(r)!! Bis dahin wünsche ich Euch allen fröhliches bloggen, posten und überhaupt und freu' mich schon auf Eure Kommentare, 
ganz liebe Grüsse,    Andrea

Kommentare:

  1. Schöner Blog komme ich gerne mal wieder vorbei
    LG Gabi

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  2. Hallo Andrea,
    oh wie schöne Sachen hast du von deiner Oma! Meine Oma ist leider auch schon tot aber ich denke jeden Tag an sie weil sie mir alle Handarbeiten beigebracht hat! Ich bin auch schon ganz hibbelig wegen Weihnachten....also es gibt da keine Regel mit dem schenken oder tauschen. Manchmal bekomme ich einfach etwas geschickt und freu mich natürlich riesig- wo gibts das schon?
    Ich verschicke manchmal auch etwas wenn mir ein blog besonders gut gefällt oder ich mache eine Verlosung. Unglaublich was einem so passiert und sooooo schön! Liebste andrellagrüße

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  3. Hallo Andrea,
    wie schön, dass du zu allen Stücken so eine ganz besondere Beziehung hast und sie dich an liebe Menschen erinnern oder auch selbst gebaut sind - das Telefon find ich auch großartig!!! Man merkt einfach, dass du dich hier rundum wohl fühlst......finde es auch herrlich, mit Dingen zu leben, die eine Geschichte zu erzählen haben und auf ein langes Leben zurückblicken!!! Wünsch dir einen wunderschönen Herbstabend und kuschlige Stunden bei Kerzenschein und drück alle deine Tiere gaaaaanz lieb von mir, ein Extraküsschen - oder auch eine Möhre, wenn er das lieber mag ;)) - an das süße Eselchen (du musst bald wieder ein Bild von ihm posten - ich bin ganz verliebt in ihn!!!!!!!)

    GLG, bis bald, herzlichst Jade

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  4. Hallo Andrea,
    ich habe gerade deinen wunderschönen Blog entdeckt.
    Ich komme gerne wieder vorbei ,habe mich als Leser eingetragen .
    GLG Sandra

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  5. Hallo Andrea,
    das hat ja fix geklappt mit dem Verlinken! Wie viele geschichtsträchtige Sachen du doch besitzt, zu denen du einen persönlichen Bezug hast, da bist du drum zu beneiden.
    Zu deiner Frage bezüglich meiner Musik: Zur Zeit läuft bei mir "La Serenissima" von Loreena McKennitt. Welcher Titel ich sonst noch habe, kannst du rechts unter "My playlist" sehen. Da kannst du auch zwischen den einzelnen Musiktiteln hin und her springen.
    Liebe Grüße,
    Angelika

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  6. hallo andrea,

    herzlichst willkommen beim bloggen !..du zeigst wirklich wunderbare schätze !..besonders dein telefon hat es mir angetan, ich freue mich schon auf mehr !
    und
    irgendwo wartet der handspiegel bestimmt schon auf dich !!
    viele grüße
    barbora

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  7. Du hast ja ganz wunderbare alte Erbstücke von deiner Oma. Die Truhe ist traumhaft schön, die würde ich auch nich weiß streichen.
    Und dein altes Telefon...ist das irre toll. Aber sag mal..ist der Hörer nicht ganz schön schwer wenn man länger telefoniert?
    Danke für die wunderbaren Einblicke in dein Wohnzimmer!
    Wünsche Dir einen schönen Herbsttag
    ♥-lichst
    biggi

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  8. Hallo, du Liebe, danke fürs "spienzle-dürfe" ;-) - ja das kann ich nachvollziehen, dass dir die Stückchen bei so viel Geschichte und Familienverbundenheit etwas ganz Besonderes bedeuten! Sehr schön und sehr persönlich wird dein Heim dadurch! Ach ja - und bitte mach doch der lieben Jade die Freude, den Esel nochmal zu zeigen (ich hab mich nämlich auch in ihn verknallt ;-) Und in die Kätzchen! Und überhaupt! Aber auf den Schlüssellochblick durch deine Schlafzimmertür freu ich mich auch schon ;-))
    Küschelbü, Traude

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  9. Hallo liebe Andrea,
    vielen herzlichen Dank, für deine lieben Zeilen.......also das Silber poliere ich immer mit einem speziellen Silberpflege-Reiniger - da bekomm ich wirklich die allerschlimmsten Flecken weg. Heißt SIDOL für Metall von Henkel (für Silber und Ziermetalle). Bei euch wird es vielleicht anders heißen?! Nun wünsch ich dir und all deinen süßen Tieren ein gute Nacht, träumt was Schönes,

    GLG herzlichst Jade

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  10. Hi Andrea! Nachdem mein Kommentar jetzt aus unerfindlichen Gründen beim vorigen Post gelandet ist, kopiere ich ihn dir hier jetzt nochmal her:
    "Hehehe - Küschelbü ist toll, ich weiß! Also, die Geschichte, die dahintersteht ist folgende: Als ich noch recht jung war, so Mitte /Ende der Achtziger Jahre, habe ich 14 schöne Monate lang in einer Wiener WG gewohnt, in der (zumeist) ein sehr netter Umgangston herrschte. Und wenn man sich z.B. eine gute Nacht wünschte oder sonst was Liebes, dann wünschte man einander "Kuschelbussis" (Bussi kennt man in der Schweiz auch, glaube ich?). Und dann gab es einen Brieffreund aus Holland, den ich mir quasi mit einem der WG-Mitbewohner "teilte" und dem wir irgendwann mal ebenfalls "viele Kuschelbussis" schickten. (Sein Deutsch war umwerfend, ich liebte seine Briefe. Einmal schrieb er z.B. "Bin ich schnell im Feder geklettert" anstelle von "habe ich schnell zur Feder gegriffen" - fanden wir TOTAL entzückend!) Und in seiner Antwort auf die Kuschelbussis schickte er uns dann "viele Küschelbüschel" zurück. Diese Küschelbüschel (oder eben manchmal auch nur kurz Küschelbü) habe ich in meinen Sprachschatz übernommen, weil sie einfach großartig & unersetzbar sind - was meinst du?
    Ich wünsch dir a guats Nächtli - und eine Ladung Küschelbüschel ;-)
    tschau.trau.mau"

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  11. hey hy andrea
    liaba dank für din bsuach bi miar...han mi sehr gfreut!
    du hesch jo tolli sächali, jedes ganz speziell und as bsundrigs unikat!
    ...und euras huus...genial!
    herzlichi grüassli usam grischaland, carla

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  12. Der Schrank ist an sich schon so schön, aber zusammen mit den liebevollen Erinnerungen ist er natürlich noch viel wertvoller! Gefällt mir gut in Deinem Wohnzimmer - das Tischchen mit den Rollen ist auch super - aber ich fürchte, da würden bei uns entweder die Hunde damit rumfahren oder unser Sohnemann :o)

    Liebe Grüße
    Melanie

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